Rüdiger Hansen – The Irish Way

  • von Eric Carstensen
  • 18. August 2016 um 09:23
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Das Irland als Austragungsort diverser Angelveranstaltungen ein hervorragenden Ruf genießt, ist gerade in letzter Zeit immer wieder durch die Medien klar dargestellt worden. Ob Gastfreundschaft, anglerische Kulisse oder großes Fischvorkommen, in jeder Hinsicht ist dieses Land mit Bestnoten zu bewerten. An den sogenannten Festivals nehmen, seit ein paar Jahren, auch einige deutsche Angler teil (Tendenz steigend). Dort messen sie sich mit internationalen Topanglern wie Steve Ringer, Bob Nudd oder der irischen Legende Cathal Hughes. Einer der deutschen Angler ist Rüdiger Hansen, vom Browning-Ovens-Team aus Schleswig-Holstein. Rüdiger fährt, als absoluter Irland Fan, inzwischen zwei Mal pro Jahr auf die Insel und das mit Erfolg. Neben Sektorensiegen und dem Gewinn des Waterways Classic Fishing Festivals mit der Mannschaft, welche aus der Vergangenheit zu verzeichnen sind, war er auch in diesem Jahr im Frühjahr besonders erfolgreich unterwegs und Anfang September geht es dann wieder zu den World Pairs auf die grüne Insel. Wir konnten Rüdiger am Wasser treffen, wo er uns Rede und Antwort auf unsere Fragen stand. Was macht Irland für ihn aus? Wie und mit welchen Methoden ist man in Irland erfolgreich? Welche anglerischen Aspekte können auf Deutschland übertragen werden und mit welchen Kniffen lassen sich die Fische zum fressen überreden, wenn es mal nicht so gut läuft? Wir hatten viele Fragen im Gepäck, die alle samt beantwortet wurden und im folgenden Bericht nieder geschrieben sind.

Rüdiger Hansen – The irish way

Was macht Irland so außergewöhnlich und zu dem was es ist?

Man weiß gar nicht wo man anfangen soll zu schwärmen. Ist es die malerische Landschaft, die ein einzigartiges Angelerlebnis bietet oder die außergewöhnlich guten Angelbedingungen, welche dort vorzufinden sind. Irland ist, im Bezug aufs Angeln, einfach ein Vorzeigeland. Dort muss man sich nicht für seine Leidenschaft verstecken, sondern wird gerne gesehen. Denn mit den internationalen Angelgästen kommen auch Gelder in die Kassen der Pensionen und Restaurants. Dieser Punkt hat einen so hohen Stellenwert, dass Sponsoren bereit sind, die Festivals zu unterstützen und mit attraktiven Preisgeldern zu dotieren. Wer jetzt denkt, dass das Geld zwischen den Anglern für Unruhe sorgt und unfaire Aktionen zur Folge hat, hat weit gefehlt. Die Stimmung ist immer ausgezeichnet und anderen Anglern wird ihr Erfolg gegönnt, ohne mit Neid darauf zu reagieren. In Irland ist dieses Verhalten  unter den Teilnehmern ganz normal, in anderen Ländern wahrscheinlich undenkbar. Auch die Gelassenheit, mit der die Veranstaltungen durchgeführt werden, ist einzigartig. Zu einer angenehmen Uhrzeit, am späten Morgen, geht es zum Treffpunkt. Im Anschluss findet die Verlosung der Angelplätze statt. Im Unterschied zu deutschen Hegefischen, fahren die Angler jetzt nicht mit überhöhter Geschwindigkeit zum Angelplatz, um ihr Gerät aufzubauen. Nein, in Irland werden nun erstmal Köder gekauft, die den Anglern, in absoluter Spitzenqualität, direkt am Treffpunkt angeboten werden. Sogar die Caster sind frisch, ohne Schluffen und waren nie in einer Plastiktüte eingeschweißt. Wer einen guten Platz gezogen hat kauft viele Köder, wer nicht so ein glückliches Händchen hatte, deckt sich eher dezent ein. Praktischer geht es nicht und der Stressfaktor bleibt bei null. Jetzt kann es auch gemütlich zu den Angelplätzen gehen, die zum Teil noch ein ganzes Stück entfernt sein können. Doch auch das ist kein Problem, denn es ist genügend Zeit bis zum Angelbeginn eingeplant. Nach dem das Angeln beendet ist, wird zum interessanten Teil des Tages übergegangen. Bei ein paar Getränken an der Bar spricht man über den Tag und philosophiert über den weiteren Verlauf des Festivals. Dabei geben die heimischen Angler wertvolle Tipps, denn hinter vorgehaltener Hand redet dort so gut wie keiner. Eine Reise nach Irland ist also mit sehr wenig Stress verbunden, auch wenn der Erfolg zunächst ausbleibt, hat man auf jeden Fall ein paar sehr schöne Tage gehabt. Um es kurz auf den Punkt zu bringen, Irland macht einfach riesigen Spaß! 

Welche Methoden kommen in Irland zum Einsatz und wie ist man erfolgreich?

Um in Irland erfolgreich angeln zu können, muss man ein echter Allrounder sein! Es bringt nichts nur eine Angelart perfekt zu beherrschen, denn von der Feeder- über die Match- bis hin zur Kopfrute und sogar die Whip kommt, je nach Platz, jede Methode zum Einsatz. Um uns ein genaueres Bild zu machen, welches Gerät Anwendung findet, gehen wir kurz auf das Material ein.

Feeder-Fischen

Beim Angeln mit der Feederrute sind filigrane Ruten mit parabolischer Aktion erste Wahl. Die „Besenstiele“ für die 100m+ können getrost zu Hause bleiben. Rüdiger verwendet hier Ruten aus der Black Viper Range (Hauptsächlich MK 12 oder auch MK 13 für weitere Entfernungen), von Browning. Diese kombiniert er mit einer mittelgroßen Rolle aus der Black Magic Serie, die ebenfalls aus dem Programm von Browning stammt. Dieses Gespann ist eine gute Wahl und ermöglicht dem Angler die extrem kampfstarken Hybrids, welche neben Rotaugen und Brassen die Hauptfische sind, sicher zu landen.

Rüdiger verwendet die Ruten aus der Black Viper Range Und kombiniert diese mit einer mittelgroßen Rolle aus der Black Magic Serie

Bei der Frage, welcher Futterkorb der Beste für Irland ist, gibt es keine genaue Antwort. Je nach Bedingungen müssen verschiedene Körbe mit sich geführt werden. Soll in kurzer Zeit viel Futter frei gegeben werden, eignen sich Futterkörbe mit großen Maschen. Will der Angler viele Köder, wie Caster, auf den Platz bringen, ohne großen Einsatz von Futter, eignet sich ein Window-Futterkorb sehr gut (ebenfalls bei Browning erhältlich). Sogar Körbe ohne Maschen, die nur an den Enden offen sind, finden ihren Einsatz, soll beispielsweise nur langsam Futter freigegeben werden.

Je nach Bedingungen müssen verschiedene Körbe mit sich geführt werden

Neben dem Angler muss also auch das Gerät sehr flexibel sein, um maximalen Fangerfolg zu gewährleisten. Bei den Montagen wird auf altbewährtes zurückgegriffen. Erfolgversprechend sind übliche Seitenarm- und Schlaufenmontagen, welche effektive, verwicklungsfreie und einfache Eigenschafften aufweisen.

Feedermontagen hinten Seitenarm- vorne Schlaufenmontage

Match-Fischen

Das Wagglerfischen spielt in Irland die wohl kleinste Rolle und wird hauptsächlich in flachen Seen, wie im Lough Ross, praktiziert. Grund ist die geringe Wassertiefe, von gerade einmal 60-80cm. Außerdem verrät Rüdiger, dass in diesem Sektor, wie in anderen Sektoren auch, ein enormer Hechtbestand vorhanden ist. Mit der Matchrute lassen sich die Fische einfach schneller fangen und werden nicht sofort von den Hechten attackiert. Die Matchruten machen es, durch ihre weiche Aktion, möglich die Fische schnell zu drillen, ohne zu viele Aussteiger zu haben. Gefischt werden feststehende Montagen mit kurzen Wagglern. Vorzugsweise mit einem Transparenten Körper, wie es bei Crystal Wagglern der Fall ist.

Kopfruten-Fischen

Das angeln mit der Kopfrute und verkürzter Schnur ist, nach dem Feedern, die dominanteste Angelart. Schnelle Ruten mit, ausreichend Kraftreserven, sind für irische Bedingungen hervorragend geeignet. Schwergewichte, welche für die Flussangelei oder das Karpfenangeln konzipiert wurden, können jedoch im Futteral bleiben, da es häufig vorkommt, länger als die üblichen 13m zu fischen. Rüdiger verwendet zum Beispiel die Browning Xitan Z9. Diese Rute lässt sich auf 14,5m noch sauber angeln und ermöglicht eine perfekte Köderpräsentation. Wenn wir von Köderpräsentation sprechen, meinen wir das jedem bekannte Heben und Senken des Köders. Dazu wird die Pose langsam und sauber eingesetzt. Anschließend wird sie regelmäßig, bis zur vollen Antennenlänge, aus dem Wasser gehoben und dann wieder abgesenkt. Ziel ist es die Fische zum Biss zu provozieren, was in der Regel ausgesprochen gut funktioniert.

Die Pose vorsichtig Einsetzten Nach dem Einsetzten der Montage die Pose absenken Dann wieder aus dem Wasser heben Und wieder absenken!

Um die gehakten Fische optimal zu drillen, sind in die Kopfrute Gummizüge der Stärke 1-1,2mm eingebaut. Dies klingt zunächst nach einem überdimensionierten Gummizug, da es um Rotaugen geht. Doch wer viel Gewicht fangen will muss schnell angeln. Das heißt auch den einen oder anderen Fisch zu heben anstatt zu Keschern. Bei den genannten Gummizugstärken arbeitet das Gummi noch ausreichend, um die Fische nicht durch ausschlitzen zu verlieren und hat am Ende genug Kraft den Fisch zu heben, ohne eine zu große Dehnung aufzuweisen. Um kurz noch ein Wort über die Posen zu verlieren, die zum Einsatz kommen, ist man mit Schwimmer von 0,8-2g in den überwiegenden Fällen gut aufgestellt. Sollte es trotzdem einmal vorkommen, dass ein Sektor mit mehr Strömung gelost wurde oder der Wind eine gute Köderpräsentation an den leichten Posen unmöglich macht, greift Rüdiger auf Posenmodelle bis zu 7g zurück, mehr ist aber in keinem Fall nötig.

Nachdem nun einiges über das verwendete Angelgerät in Erfahrung gebracht ist, widmen wir uns einem weiteren Punkt zu, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Futter, Köder und Futterrhythmus

Wer an dieser Stelle hofft spektakuläre Rezepturen vermittelt zu bekommen, wird leider enttäuscht. In Irland spielt das Grundfutter wirklich eine untergeordnete Rolle und ist nur Träger für die Lebendköder. Lediglich auf die Konsistenz, sprich auf die Feuchtigkeit, wird etwas Wert gelegt. Es sollte nicht zu nass oder zu trocken sein und an die verwendeten Angelmethoden angepasst werden. Wenn ein Mix aus Kopf- und Rollenrute gefischt wird, ist es das Beste einen separaten Eimer hinzuzunehmen, in dem ein Teil des Futters mit mehr Wasser angerührt wird, um den Ansprüchen des Angelns mit der Kopfrute gerecht zu werden. Für die Feederrute wird dann der trockenere Mix verwendet. Sicherlich ist es etwas aufwendiger als ein Futter für alles zu haben, für ein maximales Fangergebnis ist es aber von großer Bedeutung. Neben der Konsistenz des Futters ist die Zugabe von Lebendködern von enormem Stellenwert. Die Fische in Irland interessieren sich nämlich ausschließlich für die Lebendköder, welche in Form von Castern & Co zum Einsatz kommen. Man könnte sagen, dass Caster das Futter sind. Auf massive Startfütterungen wird verzichtet. Besser ist es anfänglich eher dezent zu füttern und den Platz Stück für Stück aufzubauen. Für die Kopfrute bedeutet dies, dass zunächst wenige Futterbälle, mit einem geringen Teil an proteinreicher Nahrung, gesetzt werden.

Eine dezente Startfütterung ist wichtig

Sind die Fische dann auf den Futterplatz aufmerksam geworden, wird der Köderanteil erhöht und vermehrt ausgebracht. Des Weiteren werden Caster auf die Pose geschossen. Gerade die Rotaugen lieben es wenn es anfängt, in regelmäßigen Abständen, Caster zu regnen. Sie geraten ab und zu in einen wahren Fressrausch und lassen sich ohne große Mühe fangen.

Tipp: Auch wenn keine Fische auf dem Futterplatz anwesend sind können Caster geschossen werden. Durch das Geräusch der auftreffenden Leckerbissen und das langsame Absinken der Köder können Fische aus der Umgebung aufmerksam werden und den Angelplatz entdecken.

Caster werden auf die Pose geschossen Caster regnen auf die Wasseroberfläche

Wie in den meisten deutschen Gewässern beginnt Rüdiger das Feederfischen mit dem Vorfüttern einiger Körbe (3-4), um eine Grundlage zu schaffen und eine Futtersäule ins Wasser zu stellen. Eine andere Variante das Fischen zu beginnen, ist direkt mit beködertem Haken zu starten und jeden Korb mindestens 2 Minuten liegen zu lassen. Oft ist diese Art bei den englischen Anglern zu sehen. Teilweise beißen die Standfische schon mit dem ersten Wurf. Auch an dieser Stelle gilt eher zurückhaltend anzufangen und mit steigender Bissfrequenz mehr Köder einzubringen. Der Futterrhythmus sollte ebenfalls dem Beißverhalten angepasst werden. Erwähnenswert ist außerdem, dass keine Korb zu lange im Wasser liegen darf, da die Futtersäule, die der Korb auf dem Weg zu Gewässergrund zieht, immer aufrecht gehalten werden soll. Stures Aussitzen und warten bis sich Bisse einstellen ist in Irland größtenteils kontraproduktiv.

Brassen Rüdiger mit einem Brassen

Das Geheimnis wie und was gefüttert wir ist nun gelüftet. Trotzdem gibt es Angler auf diesem Planeten, die einfach erfolgreicher sind als andere. Doch voran liegt das? Was trennt die Spreu vom Weizen?

Vielseitig und Flexibel sein, Erfahrung ausnutzen, Kenntnisse der Vortage einholen

Es gibt Angler, von denen behauptet wird, sie denken wie Fische oder könnten mit ihnen reden. Was dahinter steckt ist ein riesiger Erfahrungsschatz, der durch viele Stunden am Wasser erarbeitet wurde. Etliche Situationen wurden durchlebt und das daraus resultierende Wissen kann vorteilhaft angewendet werden. Vielseitigkeit und Flexibilität gehören gleichermaßen zu den Eigenschafften eines guten Anglers, wie sein Erfahrungsschatz. Die Gabe sich den vorherrschenden Umständen anpassen zu können und nicht stur sein Ding durchziehen zu wollen, entscheidet über Erfolg und Misserfolg.

Ein Rotauge Ein Rotaugebr

Wer dem ganzen noch die Krone aufsetzten möchte, sucht das Gespräch mit den Topstars und holt sich Informationen ein, welche hilfreich weiterhelfen können. Gerade in Irland sprechen alle Angler gerne beziehungsweise offen über ihre Eindrücke der Angeltage, Geheimniskrämerei wird dort nicht gern gesehen. Diese Punkte sind der Grund warum sehr oft die gleichen Namen in den Ergebnislisten ganz oben stehen, denn materielle Dinge kann sich jedermann zulegen, eigene Perfektion ist individuell und macht den Unterschied. Dabei sei noch gesagt, dass kein Angler perfekt ist. Selbst die absoluten Topleute sagen von sich, sie lernen mit jedem Tag am Wasser dazu und entwickeln sich immer weiter.

Wie lassen sich Fische zum Fressen motivieren, wenn es nicht läuft?

Das Geheimnis der schwimmenden Made

Die Floater - schwimmende Maden Die Floater - schwimmende Maden

Ab und zu kommt es vor, dass die Fische sehr misstrauisch fressen und sensibel auf jede Veränderung reagieren. Das heißt ein Köder, der nicht mit der gleichen Geschwindigkeit zum Grund taumelt wie die anderen Köder, wird gar nicht erst wahrgenommen. Auch ein Hakenköder, der beim ansaugen mehr Wiederstand liefert als die umliegenden Leckerbissen, kann auf Ignoranz bei den Fischen stoßen. Für Abhilfe sorgen in diesen Fällen die sogenannten Floater (schwimmende Maden). Sie heben das Hakengewicht auf, haben aber nicht genug Auftrieb, um mit dem Haken in Richtung Wasseroberfläche zu schwimmen. Zur Herstellung dieser Wunderwaffe ist es wichtig sehr frische Maden zu verwenden! Mit Maden, welche schon seit Wochen im Kühlschrank stehen funktioniert dieser Effekt nicht. Kommen wir nun zu interessanten Teil, wie werden sie hergestellt? Dafür benötigt der Angler lediglich eine Dose, bei der ein Loch in den Deckel geschnitten wird. Grund ist das an der nun entstandenen Kante die Maden herunterfallen. Die Maden laufen nämlich im 2-3mm tiefen Wasser und klettern natürlich die Wände hoch. Solange die kleinen, weißen Krabbler im Wasser laufen ziehen sie Luft ein, so wird die auftreibende Eigenschafft erzeugt. Wichtig ist, dass die Maden nicht komplett unter Wasser geraten, denn dann würden sie keine Luft bekommen und einfach ertrinken. Wenn die Maden ca. eine Stunde gebadet haben, kann mehr Wasser dazu gegeben werden. Nun trennen sich die Floater von den Maden, die es nicht geschafft haben, genug Luft anzusaugen, um zu schwimmen. Die fertigen Hakenköder werden vorsichtig, am äußersten Hautzipfel eingestochen, um den Effekt nicht kaputt zu machen. Sicher funktioniert dieser Trick nicht immer, doch ab und zu führt es zu deutlich besseren Fangergebnissen als bei den Nachbarn.

Die Maden klettern nun die Wände hoch

Tipp: Anstatt Wasser kann auch Selter (Kohlensäurehaltige Getränke) genommen werden. Der Vorgang des Umwandelns von Made zum Floater passiert dadurch besser und schneller.

Farbe ins Spiel bringen

Gerade wenn sich auf dem eigenen Futterplatz sehr wenige oder gar keine Fische zum fressen eingefunden haben, ist es wichtig zu wissen wie man dies ändern kann.  Eine Möglichkeit ist eine Farbsäule über den Futterpunkt zu stellen. Diese Säule steht senkrecht im Wasser und sinkt langsam als Wolke in Richtung Gewässergrund. Ziel ist es Fische zu imitieren, die bereits am Futterplatz fressen und den angelegten Futterpunkt umwühlen. Andere Fische aus der Umgebung werden im besten Fall aus Neugier oder Futterneid von dieser Farbwolke angezogen und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Sicher gibt es Leute, die an dieser Stelle denken, dass bekomm ich auch mit lockerem oder übernässten Futter hin. Klar geht das, doch bei der Farbe kommt der visuelle Aspekt hinzu, der an einigen Tagen den entscheidenden Unterschied bringt. Rüdiger benutzt für diese Art Aufmerksamkeit zu erregen einen Mix aus roter Futterfarbe und roter Terre de Surface (Wolkenerde). Zum Einbringen wird ein Futterkorb mit großen Maschen verwendet um sicherzustellen, dass wirklich wärend der gesamten Sinkphase eine rote Spur gezogen wird. Um den Inhalt des Korbs nicht schon im Flug zu verlieren, ist es wichtig eine kleine Schicht Futter als Versiegelung um den Korb zu drücken, die aber beim Aufschlagen auf die Wasseroberfläche abplatzen muss. Geht der Plan auf dauert es nicht lange bis die ersten Bisse zu erkennen sind.

Farbe ins Spiel bringen

Tipp 1: Diese Art Fische anzusprechen kann auch Erfolg bringen wenn bereits Fische am Platz sind, die jedoch sehr misstrauisch fressen. Erkennbar ist dies häufig an Schnurschwimmern oder vielen Fehlbissen. Nach dem die Säule gesetzt wurde nehmen die Fische den Köder sauberer auf und die Bissausbeute steigt.

Tipp 2: In sehr klaren Gewässern funktioniert eine braune Farbe oft besser, da das rot oder noch schlimmer ein grelles gelb eine abschreckende Wirkung haben kann. Wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren.

Welche Dinge lassen sich auf Deutsche Gewässer übertragen?

Sicherlich sind Irland und Deutschland aus anglerischer Sicht zwei völlig verschiedene Welten. Doch Rüdiger hat die Erfahrung gemacht, dass sich einige Details auch sehr gut für deutsche Gewässer und Veranstaltungen eignen. Da es Momentan immer mehr Angelveranstaltungen in Deutschland gibt, bei denen die Angelart freigestellt ist, um möglichst viele Teilnehmer zu generieren, ist es lohnenswert, sich nicht auf eine Angelart festzulegen. Wie in Irland ist ein zweigleisiges Fahren zwischen Kopf- und Rollenrute oft erfolgreicher, als auf einer Angelart zu beharren. Auch die Floater oder die Farbwolke haben in Deutschland schon für volle Setzkescher gesorgt und den einen oder anderen Platznachbarn zur Verzweiflung getrieben. Genau wie auf der Insel ist es auch in Deutschland sehr wichtig ein Gespür für den Fisch zu haben. Ein Angler mit Erfahrung und dem richtigen Instinkt für verschiedene Situationen wird immer mehr fangen, als jemand der stur versucht, bei jeder Hegeveranstaltung,  den Fischen seinen Ablauf aufzuzwingen. Um dieses Gespür zu entwickeln bedarf es, wie schon gesagt, viele Stunden am Wasser, um beispielsweise den richtigen Futterkorb auszuwählen wenn es darauf ankommt. Auch die irische Gelassenheit ist ein Schlüssel zum Erfolg und in Deutschland praktizierbar. Aufgrund der inneren Ruhe angelt es sich einfach viel besser. Natürlich sollte dabei nie der Fokus aus dem Auge gelassen werden, warum man überhaupt teilnimmt, aber zu verbissen darauf zu sein, am Ende als Sieger dazustehen war noch nie förderlich.

Erfahrung und innere Ruhe sind der Schlüssel zu einem Kescherkopf voller Fische

 

Abschließend sei gesagt

Der Tag mit Rüdiger am Wasser hat wahnsinnig Spaß gemacht und wir konnten einige wertvolle Tipps mitnehmen. Auch die Fische haben an diesem Tag gebissen, so dass am Ende ein gut gefüllter Kescherkopf präsentiert werden konnte. Wer nun Lust bekommen hat mal in Irland sein Glück zu versuchen ist dort herzlich Willkommen. Die Reise lohnt sich in jedem Fall. Auch wenn man, gerade als Neueinsteiger, noch mächtig Lehrgeld bezahlt, ist das ganze Drumherum einzigartig. Solltet ihr Rüdiger am Wasser treffen könnt ihr ihm gerne weitere Fragen stellen, er beantwortet sie gerne.

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