Weihnachtliches Angelvergnügen mit Claus Müller

  • von Claus Müller
  • 14. Januar 2016 um 12:00
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Vom Montag vor Weihnachten an bis zum Neujahrstag hatte ich Urlaub. An Angeln gehen auf größere Weißfische dachte ich im Vorfeld eigentlich erst mal gar nicht, denn normalerweise spielt das Wetter zu dieser Jahreszeit eher den Raubfischanglern mit zumindest Nachtfrost in die Hände. Zwar sind wir ja von den letzten Jahren her nicht ganz so kalte Temperaturen im Süd Westen der Republik gewohnt, aber was da Ende Dezember diesen Jahres temperaturmäßig auf uns zu kam, glich eher einem beginnenden Frühling.

So besorgte ich mir, als ich Freitag meine Wetter App nach den gemeldeten Temperaturen durch sah, sofort ein gewisses Kontingent an Pinkys und kleinen Würmern. So das ich für eventuelle aufkommende Angellust auch gut gerüstet war. Damit lag ich, wie sich später herausstellen sollte, goldrichtig! Immerhin waren zweistellige Plusgrade Tag und Nacht prognostiziert worden!

Das Gewässer

Ein schöner kleiner Vereinsweiher, momentan noch ohne Störung durch Kormorane, bei mir in der Nähe war mein auserwähltes Ziel. Von einem befreundeten Angler hatte ich bereits gehört, das selbst die größeren Brassen noch mit ausgefeilter Technik zu fangen waren. Dienstag vor Heilig Abend war ich also um Punkt 9 Uhr am besagten Vereinsgewässer angekommen. Eine Magen-Darm Grippe hatte mich über das WE zwar richtig durchgeschüttelt, aber ab diesem Tag war ich wieder fit für mehr! Und wir hatten schon morgens eine Temperatur von 8 Grad plus!

Das Futter

Meine Futtermischung bestehend aus Black Hammer und Super Mix im Verhältnis 1:1 mit einer Kappe Spekulatius spezial - alles CM - hatte ich schon am Abend davor zwei Mal gut angenässt. Dies tat ich, damit nicht zu viele Partikel aufsteigen und um dadurch der Mischung einen großen Teil an Aktivität zu nehmen. Große Fische sollten ja schließlich mein Ziel sein. Eine letzte Zugabe von Wasser vor dem angeln gab der Mischung das von mir gewünschte optimale Bindevermögen. Nun drückte ich alles noch durch ein mittleres Futtersieb und es konnte los gehen. Dieser fertig angerichteten Masse gab ich noch ein paar Pinkys und eine gleiche Menge geschnittener Rotwürmer für meine Anfangsfütterung hinzu.

Die Taktik

Zu Beginn der Session warf ich von Hand 5 große Bälle Futter auf der 11.50 m Bahn ein. Hier benutze ich meine Shimano Kopfrute Aspire Ultra AX. Einen weiteren Futterplatz unter zu Hilfenahme einer Futterschleuder legte ich danach mit 6 kleinen Bällchen auf ca. 25 m für die Super Ultegra Match 3.90 m an. Die Futtermischung für die Match Rute befeuchte ich übrigens immer etwas mehr als die für die Stipprute. So lässt sich mit einem leichten Druck der rechten Hand ein genau passendes Stück Futter zum schießen mit dem Katapult drücken. Auf beiden Angeldistanzen benutze ich pures Futter ohne Zugabe von Erde!

Nun, es dauerte aber doch ziemlich genau 30 Minuten bis meine 0.3 Gramm Pose mit der Shimano Aspire Silk Shock Hauptschnur in 0.12 mm und dem 0.08mm Vorfach gleicher Herkunft an der Kopfrute den ersten Biss registrierte. Der ging natürlich, wie sollte es auch anders sein, ins Leere. Den Köder - zwei Pinkys - neu angesteckt an den 20 er Haken der Serie 3010 von Sensas, verbrachte ich mein Rig erneut an die vorher befütterte Stelle. Und bald darauf hakte ich einen der an diesem Tag in meinem besonderen Fokus stehenden dicken Brassen. Das Fox Gummi der Größe 4 schoss geradezu aus meiner Spitze und dem zweiten Teil heraus bis die Flucht dann rasch zwar immer noch kräftig aber langsamer wurde. Einen guten Fisch von geschätzten 3 Kg konnte ich danach recht mühelos in meinen Unterfang führen. 

Das beginnt ja super dachte ich mir an diesem Morgen!! Durch leichtes Ziehen zur linken Seite kamen an diesem Tag die meisten Bisse und so konnte ich auf der 11.50m Bahn noch 6 weiter Brassen und einige mittlere bis gute Rotaugen erbeuten. Einfach nur die Pose einsetzen und auf den Biss warten ging gar nicht, nur mit sauberer ruckfreier Technik und somit dem Reiz eines bewegten Köders kam auch eine regelmäßige Reaktion seitens der Fische!

Immer dann wenn die Bisse nach ließen fütterte ich mit dem Pole Cup zwei locker gedrückte kleine Gaben Futter mit einigen losen Pinkys nach, um dann sogleich die andere Bahn zu befischen. Das mache ich an diesem und einigen anderen heiklen Gewässern immer so, um den Futterplatz wieder neu zu aktivieren und den hier befindlichen Fischen das Misstrauen zu nehmen.

Mit der Matchrute ging es an diesem Tag nicht ganz so gut. Zwar konnte ich trotzdem zwei fette Brassen und einige gute Rotaugen erwischen, jedoch waren die Bisse hier mega fein und auch nicht so zahlreich wie auf dem forderen Futterplatz. Wenn ich an der Matchrute nicht meine Eigenbau Waggler mit einer dünnen Glasfaser Antenne bestückt gefischt hätte, wäre die Ausbeute mit Sicherheit deutlich schlechter gewesen. Das weiß ich aus jahrelanger Erfahrung unter solchen Bedingungen.

An meiner Super Ultegra 3.90 m benutzte ich eine Aero Match 4000 Rolle von Shimano und meine Lieblings Match Schnur, die Technium Allround bei dieser Session in der Stärke 0.16 mm. Als Vorfach verwendete ich eine Aspire Silk Shock in 0.08 mm in einer Länge von 29 cm und einem Haken der Serie 3405 von Sensas. Diese Einheit aus Rute, Rolle, Schnur und Waggler Pose benutze ich unter diesen Umständen am liebsten. Die weiche Ultegra Match mit der fein justierbaren Frontbremse der Aero Match 4000 er Rolle machen ein gefühlvolles ausdrillen größerer Fische zu einer wahren Freude.

Auf jeden Fall haben wir mit mehreren Kumpels unseres Teams noch zwei schöne Tage am heiligen Abend und kurz vor Sylvester an diesem schönen Gewässer verbracht. Das Beißverhalten der Fische glich zwar eher auf Grund der feinnervigen Bisse der Winterzeit. Jedoch genau dieser Umstand macht für mich immer wieder den besonderen Reiz des Spätjahres aus.

Aber eigentlich hatte ich mein gesamtes Takle schon ordentlich in meiner Garage verstaut. Tja, manchmal kommt es halt anders als man denkt.

Euer Weihnachtsmann (CM)

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