Winterangeln am französischen Kanal

  • von Peter Schührer
  • 02. Februar 2016 um 08:00
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Der Winter hat das ganze Land fest im Griff. Eisige Kälte und Schnee sind an der Tagesordnung. Zugegeben, das sind keine guten Bedingungen für einen gemütlichen Angeltag. Aber wer will schon als begeisterter Matchangler von Dezember bis März sein Angelzeug einmotten? Uns wird der Winter nicht daran hindern unserer Passion nachzugehen. Zudem bieten auch im Winter die Kanäle rund um Colma optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Angeltag. Man muss nur einige Dinge beachten.

Der Kanal Declasse bei Colma

So haben wir verschiedene Kanäle im Winter ausgekundschaftet, da man im Vorfeld nie genau weiß, wo sich die Flossenträger aufhalten. Selbst der richtige Kanal ist keine Fanggarantie, da die Fische oft in bestimmte Kanalabschnitte ziehen und diese auch nicht mehr verlassen. So mussten wir schon des Öfteren feststellen, dass Kormorane vor uns am Kanal waren und somit ein erfolgreiches Angeln in diesem Abschnitt nicht mehr möglich war. Es hat sich auch bewährt nach anderen Anglern Ausschau zu halten. In Frankreich sprechen sich fischreiche Abschnitte recht schnell herum und werden auch im Winter stark befischt. Findet man keine Angler am Kanal vor, so sind hier meist auch keine Fische zu fangen. Für diesen Artikel haben wir uns den Kanal Declasse ausgesucht, der eine Tiefe von ca. 2,50 m und eine leichten Strömung aufweist und oft für eine Überraschung bekannt ist.

Besuch gab es auch gleich

Im Vorfeld wurden schon beim Fachhändler 1kg kleine Mückenlarven und 1 Portion große Larven bestellt. Unserer Meinung nach sind die Larven hier an den französischen Kanälen nicht zu schlagen. Dies hat einen einfachen Grund: in fast allen Kanälen die wir beangeln, sind genug Larven als natürliche Nahrungsquelle vorhanden. Dies haben auch Tests mit dem Larvensieb immer wieder bestätigt. Somit wissen wir auch genau Bescheid über die Bodenverhältnisse und das Nahrungsangebot  im Kanal.

Verschiedene Köder kommen zum Einsatz
Pinkies Große Mückenlarven Ins Futter kommen Pinkies und kleine Mückenlarven

Heute lud uns ein Angelplatz in der nähe einer Brücke ein, unsere Angelausrüstung aufzubauen. Schon während dem Aufbau konnten wir einige Fische an der Oberfläche steigen sehen. Dies ist meist ein gutes Zeichen und wir waren guter Dinge.

Der Angelplatz - - Die Ausrüstung ist aufgebaut

Beim Loten stellten wir fest, dass auf der 11,5m Bahn ein sauberer Gewässergrund vorhanden war. Eine Pose vom Sensas Modell Laeticia in 0,6 Gramm war eine gute Wahl, den Köder im freien Trieb anzubieten. Zusätzlich montierten wir noch eine Montage von 1,5 Gramm, um den Köder verzögert zu führen. Die 0,6 Gramm wurde bündig ausgelotet, die 1,5 Gramm Montage wurde so eingestellt, dass das 15 cm Vorfach zur Hälfte aufliegt.

Posen mit 0,6 und 1,5 Gramm Tragkraft wurden montiert   Haken   Ein Klassiker für den Winter - ein Mix aus Sensas MatchBlend und Etang
 Posen   Haken   Futtermischung
Begonnen wird mit zwei Mückenlarven   Gerade im Winter müssen die Mückenlarven perfekt angeködert und präsentiert werden.   Auch zwei Pinkies bringen Bisse
Mückenlarven und Pinkies bringen die Bisse


Der Startfütterung, einer Mischung aus Matchblend und Etang, wurden noch 150 ml kleine Mücken und Pinkies beigemischt. Fünf tennisballgroße Ballen mit dem Poolcup gefüttert sollten zum Start genügen. Um evtl. noch einige größere Fische zu aktivieren, fütterten wir noch 2 kleine Kugeln geklebte Pinkis. So konnten wir hier schon des Öfteren einige Bonusfische in unsere Futterspur locken.

Startfütterung Tennisballgroße Kugeln mit kleinen Mückenlarven und Pinkies werden gecuppt Genauer Füttern als mit dem Polecup geht nicht

Nach ca. 20 min hatte ich mit der leichten Montage weit im Austrieb den ersten zaghaften Biss, der sofort mit einem Anschlag quittiert wurde. Ein Brassen von ca. 400 Gramm hatte den zwei Larven nicht widerstehen können und wurde nach kurzen Drill eingenetzt.

Der erste Fisch vor dem Kescher Ein mittlerer Brassen von 400 Gramm hatte die zwei Mückenlarven genommen Der Haken sitzt ganz vorne im Maul

War dies nur ein Einzelgänger oder hatte ein Schwarm Brassen den Futterplatz gefunden? Um zu schauen was passiert, wartete ich  mit dem Nachfüttern noch etwas ab. Nach weiteren 15 Minuten konnte auch Burkhard einen guten Brassen landen.

Burkhard konnte einen weitern guten Brassen landen

Wir fütterten nun mit dem Polecup nach, da wir uns jetzt sicher waren, dass wir noch weitere Fische fangen konnten. So gelang es uns die Brassen weiter stromaufwärts zu locken. Um Unterschiede am Beissverhalten festzustellen, testeten wir die zwei Montagen gegeneinander aus. Burkhard fischte stromauf mit der 1,5 Gramm Montage und ich unterhalb mit der leichteren Montage im freien Trieb. Wir cuppten alle 20 Minuten Futter mit Larven und eine kleine Kugel geklebte Pinkies nach.

Kleine Kugeln geklebter Pinkies kommen nun zum Einsatz Sieht klein aus, sind aber sehr viele Pinkies drin

Nun hatten die Brassen den Futterplatz gefunden und innerhalb einer Stunde konnte ich mit der leichten Montage 5 weitere Brassen überlisten, Burkhard konnte im gleichen Zeitraum 2 Brassen auf die Schuppen legen. Dies ist am diesen Kanal nicht ungewöhnlich, so stellten wir schon öfter fest, dass hier auch die größeren Fische den Köder im freien Trieb bevorzugen.

Brassen dieser Größe stellten heute den Hauptfisch

Nach weiteren 2 Brassen blieben die Bisse aus, auch locker gedrücktes Futter, um eine neue Lockspur zu erzeugen, brachte keinen Erfolg mehr. Trotzdem waren wir zufrieden mit unserer heutigen Session am Kanal. Nur eins war verwunderlich, kein einziges Rotauge und keine Barsche konnten wir heute überlisten, bestimmt hielten sich diese in einem anderen Bereich auf. Diesen werden wir das nächste Mal wieder nachstellen, wenn es heißt, auf wir fahren an den Kanal nach Frankreich.

Trotz Kälte und Schnee ein Netz voller Brassen

Wir hoffen, wir haben euer Interesse geweckt, es selbst mal im Winter zu versuchen. Gut vorbereitet wird der Angeltag mit Sicherheit auch euch eine Menge Spaß bereiten. Kann man im Winter einige dieser schönen Tage erleben, verliert der Winter fast seinen Schrecken und man kann sich das Warten auf die nächste Saison verkürzen.

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