Belgische Rotaugen mit Luc Thijs - Teil 3

  • von David Möller
  • 14. März 2017 um 14:00
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Im dritten Teil wird nun endlich geangelt und wir werden sehen, ob die Taktik von Luc aufgeht.

Bevor der erste Hakenköder den Weg in den Kanal fand, hat Luc sich natürlich für das Ausloten des Angelplatzes viel Zeit genommen. Er tastet die gesamte Futterspur sehr ausführlich ab und zieht oder schiebt dabei die Rute auch 50 cm vor und zurück während der die Spur auslotet. Der Kanal ist in diesem Bereich sehr gleichmäßig und heute hat er sich für die 13 m Spur entschieden, da er die Session als Training für die EM 2016 in Holland genutzt hatte. Die 1 Gramm Montage wird bündig die 1.5 Gramm Montage wiederum 5 cm auf Grund justiert.

Ausloten des Angelplatzes Ausloten des Angelplatzes Ausloten des Angelplatzes

Die Taktik für die Angelsession wurde in den vorherigen Teilen dieser Berichtsreihe bereits ausführlich erläutert. Das Futter besteht aus einem Sensas-Mix versetzt mit Taubenmist und als Köder werden Mückenlarven und Caster verwendet. Die Mückenlarven dürfen erst unmittelbar vor der Fütterung dem Futter untergemischt werden, danach werden direkt 90-95% zum Start versenkt. Ziel ist es den Futterplatz möglichst ruhig zu halten, um sich gleichzeitig auch mehr auf das Beißverahalten der Fische konzentrieren zu können.

Das Futter wird punktgenau auf 13m versenkt Das Futter wird punktgenau auf 13m versenkt Das Futter wird punktgenau auf 13m versenkt

Nachdem das Futter punktgenau auf 13 Meter geworfen wurde, ging es nun endlich los. Luc startete mit der 1Gramm Montage beködert mit einer Vers de Vase am Haken.

Vers de Vase Vers de Vase

Er bietet den Köder zu  Beginn immer bündig an und eine Änderung der Taktik nimmt er erst nach 10 Minuten ohne Biss vor. Nach 10 Minuten bekam er dann die ersten Bisse und fing direkt ein schönes Rotauge. Danach allerdings ausschließlich Ukeleis.

Ein gutes Rotauge im Kescher

Nach einigen Ukelei, die in einer ungewohnt hohen Stückzahl im Kanal unterwegs waren, versuchte Luc kurzzeitig die Rotaugen durch Caster schießen zu aktivieren, da das erste Rotauge relativ groß gewesen war. Er stellte dies jedoch schnell wieder ein, da er weiterhin Ukeleis fing.

Die Tiefe wurde daraufhin ständig variiert, wodurch er immer wieder Bisse generieren konnte. Neben der Tiefenvariation variierte er auch die Art und Größe der Mückenlarven. Wie bereits in Bericht 1 erwähnt, hatte Luc 2 Sorten Mückenlarven (Vers de Vase) dabei. Bemerkenswert war, dass wirklich jede Variation an seinem Haken zu einem Biss führte. Nach 45 Minuten fing er dann wieder das erste handlange Rotauge. Nach und nach fanden mehr und mehr Rotaugen den Weg auf Lucs Futterplatz, wobei er zwischendurch immer wieder mit Fehlbissen zu kämpfen hatte. Es gibt durchaus auch Signale, die man erkennen muss, wie zum Beispiel eine unten nur angeknabberte Mückenlarve. Das kann zwei Gründe haben. Entweder verwendet man die richtige Mückenlarvengröße, die jedoch von der Konsistenz her zu weich ist, oder man angelt in einer falschen Wassertiefe. Da er heute nur litauische Mückenlarven in der richtigen Größe, dabei aber zu weicher Konsistenz dabei hatte, stellte er die Montage 5 cm auf Grund, was direkt mit einem schönen Rotauge belohnt wurde.

Nach ca. 1 Stunde Angelzeit hakte er dann einen großen Fisch, voraussichtlich eine Brasse, die er leider verlor (leider dachte ich jedenfalls).

Brasse gehakt

Luc war jedoch alles andere als traurig. In diesem Kanal gibt es zwar ein paar Brassen, jedoch kann man mit ihnen gegen Rotaugen nicht konkurrieren und somit versucht man sie zu umgehen. Allerdings kann man es auch nicht vermeiden, dass doch mal einer beißt. Der Kontakt mit einer Brasse ist eher kontraproduktiv für die Rotaugenangelei hier im Kanal. Es herrscht zu viel Unruhe am Futterplatz, wenn Brassen auf dem Futterplatz fressen. Das war auch heute, denn danach war erst einmal Flaute. Nach ca. 30 Minuten bekam Luc dann wieder regelmäßig Bisse und konnte einige Fische fangen. Auf kurze Beißpausen reagierte er immer direkt, in dem er an seiner Technik etwas veränderte (Tiefe, Köderführung, Ködergröße etc.). Viele Bisse kamen direkt auf dem Futterplatz, wenige im Auslauf. Durchschnittlich wogen die Rotaugen ca 80 Gramm.

Nach 3 Stunden angeln begann Luc damit Caster zu schießen und zwar ca. 1 Meter Flussauf der Rutenspitze (10-20 Stück) und wechselte auf die 1.5 g Montage (5 cm auf Grund). Dies sei hier im Kanalabschnitt in der letzten Stunde eine Option um größere Rotaugen zu fangen. Als Köder wechselt er dann von Mücke auf 1 Caster am Haken. Die Taktik ging voll auf und wurde mit größeren Rotaugen belohnt. Als die Bisse dann vorsichtiger wurden, klemmte Luc ein zusätzliches Schrot der Größe 13 an seine Montage, um die feineren Bisse besser zu erkennen.

Erfolgreich das Nächste verhaftet Erfolgreich das Nächste verhaftet

Das Wetter war für den Verlauf des Tages leider kontraproduktiv. Es herrschte zu viel Unruhe (Wind) und der Regen hat auch nicht dazu beigesteuert, dass wir viele und vor allem größere Rotaugen fangen konnten.

Das Hauptproblem war jedoch ein im Kanal auf und ab fahrendes Motorboot, das häufig zu starkem Wellengang führte und der Futterplatz unnötig aufgewirbelt wurde. Durch den Wellengang blieben die Bisse zunächst aus und die ersten Fische waren signifikant kleiner als in vorherigen Sessions. Bemerkenswert war die Korrelation der Fischgröße mit der Ruhe auf dem Futterplatz (Wind, Wetter, Wellengang). Bei ruhigem Wasser konnte Luc durchaus vermehrt größere Rotaugen fangen.

Unruhiges Wetter

Boot Thats noot good

Sehr auffällig war, dass Luc sehr viel variiert hat und fast jede Variation mit einem Biss belohnt wurde. Man konnte direkt spüren, dass er die Rotaugenangelei hier im Kanal gut verstanden hat. Er hat mir auch noch verraten, dass hier bei Wettkämpfen viele Angler den Fehler begehen, in dem sie zu aggressiv füttern bzw. auch zu massiv füttern oder auch nachfüttern.

Wie ich fand, konnte sich Lucs Fangausbeute für den Tag sehen lassen. Ich habe mit ihm einen sehr schönen und sehr lehrreichen Tag verbracht und als klare Take-Home-Message möchte ich euch folgendes mit auf den Weg geben.

Manchmal ist weniger mehr. Durch Vernachlässigung des Paramters Nachfüttern erschafft man sich ggf. einen Vorteil, da man sich wirklich besser auf das Angeln an sich und die Präsentation des Köders konzentrieren kann. Von absolut großer Bedeutung ist außerdem Ruhe am Futterplatz, wenn man auch die größeren Fische überlisten möchte. Wenn ihr die Möglichkeit habt probiert einfach mal die Kombination von Futter und Taubenmist inklusive Mückenlarven aus. Bei den Mückenlarven achtet auf die Größe und Konsistenz, die häufig von zentraler Bedeutung für den Fangerfolg ist. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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