Die feine englische Art - mit Peacock-Waggler auf Silberlinge

  • von Tobias Schiller
  • 12. Juli 2017 um 10:00
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Es ist hierzulande eine eher unbekannte Art den Schuppenträgern in unseren Gewässern nachzustellen. Aber auch in ihrem Ursprungsland, dem englischen Mutterland des Angeln, ist diese feine Art der Matchruten-Angelei trotz ihrer nicht von der Hand zu weisenden Fangaussichten auf kleinere Friedfische über die Jahre hinweg etwas in Vergessenheit geraten. Gut, dass alte Haudegen wie Angel-Legende Bob Nudd einer ist, auch heute noch wissen, wie man es mit dem Peacock-Waggler an der Matchrute zum Erfolg bringt. CT-Autor Tobias Schiller hat er erklärt, worauf es mit der "Pfau" an der Schnur ankommt.

"Was hältst Du denn von dem Arbeitstitel 'Oldies but goldies'?", hake ich gleich zu Beginn von Bob's Platzaufbau nach. Der Blick, welchen ich für diese Majestätsbeleidigung kassiere, zeigt mir schnell, dass er über meine erste, grandiose Eingebung "not amused" zu schein sein. Erst als er die sechs Teleskop-Beine seiner Sitzkiepe sorgsam festgezogen und er die Kiepe selbst nur wenige Zentimeter über der Gewässerlinie platziert hat, verrät er mir seinen Alternativ-Vorschlag für die Geschichte, welche wir heute zusammen in den Kasten bringen wollen: "What you deserve is what you get - Angel-Opa schlägt frechen Redakteur tot!"

Echte Klassiker unter sich: Angel-Legende Bob Nudd und die Peacock-Angelei mit der feinen Matchrute - der Erfolg gibt ihnen Recht.

Freilich richtet er mir diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht ohne einen breites, süffisantes Grinsen entgegen. Was wiederum dafür sorgt, dass ich mir um mein Leben nun nicht wirklich Sorgen mache. Denn das, was viele der Menschen, welche Bob kennenlernen durften, an ihm am meisten schätzen, ist nicht etwa sein herausragendes Talent oder Gespür für den Fang von Friedfischen. Auch nicht sein englisches Understatement nebst ausgeprägter Bodenhaftung, welche er sich auch heute noch und trotz seines Legenden-Status eindrucksvoll bewahrt hat. Es ist vor allem sein erstklassiger britischer Humor, der ihn schlichtweg überall zu einem gern gesehen Gast macht. Humor, welcher übrigens mit dem Genuss von ein zwei Gläschen guten Rotweins nahezu exponentiell weiter zunimmt.

Fängig, auch ohne viel Klimbim:
Fängig, auch ohne viel Klimbim
Für die Angelei mit dem Peacock-Waggler braucht es nicht viel, um erfolgleich zu sein.

"Aber mal ehrlich, die Methode mit dem Peacock-Waggler ist doch fast schon so alt wie Du selbst, oder?", erkundige ich mich beim Meister seiner Zunft, während er eine kleine Seitenablage an seine Sitzkiepe schraubt, auf der nachher allerlei Krimskrams für den Angeltag Platz finden wird. "Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, die Methode, welche ich Dir heute näherbringen will, ist sogar noch ein Stück älter als ich. Und das will mal was heissen, oder?! Umso trauriger ist es, dass Ihr Kontinentaler diese Methode nie so richtig für Euch entdeckt habt. Zugegeben, diese Methode erfordert neben der sicheren Beherrschung der Matchangelei auch eine große Portion an Erfahrung. Trotzdem ist der Fangerfolg gerade auf kleinere Fische wie Skimmer oder Rotaugen, welche ihre Nahrung bevorzugt im Mittelwasser aufnehmen, mit dieser Methode geradezu garantiert.", schwärmt mir der englische Angel-Gentleman vor und erklärt mir ohne weitere Zeit zu verlieren die weiteren Details der Angelart.

"Was mich persönlich derart an dieser Methode fasziniert ist aber nicht die Fangaussicht an sich. Besonders beeindruckend finde ich, dass diese Angelei ganz ohne Schnickschnack wie irgendwelche Perlen, Zwirbeleien oder durchdachte Montage-Schemata auf der Schnur auskommt. Diese Art und Weise des Fischfangs ist einfach, effektiv und zudem auch noch besonders günstig. Alles, was man dafür benötigt, ist eine feine Matchrute mit parabolischer Aktion nebst einer gut übersetzten Rolle, welche wiederum mit einer 0,12er gut sinkenden, monofilen Hauptschnur bespult sein sollte. Dann noch eine Handvoll Schrotbleie, einen Peacock-Waggler und ein rund 20 cm langes Vorfach mit einem recht dünndrahtigen, leichten Hakenmodell. Die Kosten sind dafür also sehr überschaubar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich einst diese Peacock-Waggler - daher auch der Name - aus Pfauenfedern selbst gebaut habe. Heute bestehen diese allerdings vornehmlich industriell gefertigt aus Hartschaum oder Balsa-Holz."

"Das war dann sicher unmittelbar nach dem Krieg, nehme ich an?", spotte ich ihm provokant mit breitem Grinsen zu. "So in etwa! Die Methode kam in etwa um die Zeit auf, als ihr damals kapituliert habt.", gibt er trocken und mit deutlich wahrzunehmender Ironie in der Stimme zum Besten. "Es lag wohl doch eher daran, dass man früher einfach mehr Zeit investieren musste, wollte man auf die Friedfisch-Pirsch gehen. Und auch daran, dass man damals nicht einfach in ein gut sortiertes Angelgeschäft gehen konnte und sich nach Herzenslust eindecken konnte. Damals gab es schlichtweg solche Posen ab Werk nicht und man musste sich vor dem Angeln erst einmal ein paar Stunden in den heimischen Angel-Keller zurückziehen und Basteln, was das Zeug hält.", klärt mich Bob auf, während er sich daran macht, die Montage des Angeltages zu knüpfen.

Nachdem er die Hauptschnur im Handumdrehen durch die Ringe seiner 3,60 m langen Matchrute gefädelt hat, kommt als erstes der Peacock-Wagglers an seiner Öse auf die Hauptschnur. Rund einen Meter über dem Ende der Hauptschnur, aber natürlich unter dem Posen-Öhr bringt Bob sodann drei kleine No.8-Schrotbleie auf der Hauptschnur an. Auf diesen drei Bleien ruhe nachher die Pose und sorge dafür, dass sich die Montage im Wurf nicht verfange. Sodann knüpft Bob ins Ende der Hauptschnur einen kleinen Schlaufenknoten, in den später das Vorfach eingeschlauft werde. Zugunsten der Sensibilität der Montage verzichte er dabei bewusst auf die Verwendung eines Micro-Trollingwirbels, verrät er mir. Angesichts dessen, dass aufgrund der kleinen Ködergröße von einer Made, Caster oder Pinkie es ohnehin nicht zu Verdrallungen des Vorfaches beim Einholen der Montage kommen werde, könne man sich das Anbringen eines Wirbels nämlich getrost sparen.

Sicherer Ruhepol: Das Gewicht des Wagglers ruht auf drei kleinen Schrotbleien.

Unmittelbar über diesem Schlaufenknoten bringt Bob sodann ein No.10-Schrot auf die Hauptschnur, dass später auch den feinsten Hebebiss zuverlässig anzeigen soll. Rund 25 cm darüber kommt sodann ein weiteres No.9-Schrot auf die Hauptschnur. Dabei sei immens wichtig, immer mindestens fünf Zentimenter mehr an Abstand einzuhalten, als das verwendete Vorfach lang sei. Denn andernfalls überschlage sich das Vorfach in der Regel so unglücklich, dass es sich immer in diesem zweiten Schrot über dem Bissblei verheddere. Das macht Sinn.

Ein weiteres Schrot der Größe No.9 kommt sodann in gut zehn Zentimeter Abstand zum vorherigen Blei auf die Schnur, dann ein weiteres, dann ein weiteres,... Dies wiederholt sich solange, bis die drei No.8-Schrote vom Anfang erreicht sind. Und fertig ist die Montage für den heutigen Angeltag auch schon. Oberhalb des Wagglers bringe er dann später noch ein passendes No.8-Schrot für die Tiefeneinstellung an, dazu aber dann bei Zeiten mehr, vertröstet er mich.

Auf die Frage, nach der richtigen Gewichtsklasse der Pose und den passenden Schrot-Größen, hat er nur eine Antwort für mich parat: "Das ist Erfahrung, die man erst in einem hohen Alter wie dem meinen haben kann. Nein, mal im Ernst, es kommt wirklich auf viele Umstände an. Sowohl Wind und Wetter müssen dafür berücksichtigt werden, aber auch die Angeltiefe und -weite darf nicht zu groß sein. Es sollte gelten: So schwer wie nötig und so leicht wie nur möglich. Da ich bei dieser Angelei aber ohnehin auf geringe Distanz zum Ufer fische - Kleinfische fängt man eben nur selten auf Distanz - und zudem vorwiegend in den oberen zwei Dritteln des Gewässers, ist heute ein mit fünf Gramm vorbebleiter Peacock-Waggler und diese Montage mit feinen Schroten ideal, um ein natürliches Sinkverhalten des Köders am Haken zu garantieren. Wenn man alles richtig macht, können die Fische unter Wasser den Unterschied zu einem Partikel ohne Haken und einem mit Haken nicht mehr ausmachen und packen besonders sorglos zu.", verrät mir der Serien-Weltmeister vergangener Tage.

Perfekt austariert: Die Pose sollte auch beim Angeln mit fallendem Köder penibel ausgebreitet sein, um wirklich keinen Anbiss zu verpassen. Dabei deutlich zu erkennen: Das Einschlagen der Partikelköder auf dem Wasser

Während sich Bob nun der Vorbereitung der Angelköder (Maden, Pinkies, Caster, Hanfkörner) widmet und auch eine kleine Madenschleuder auf seiner seitlichen Ablage bereit gelegt hat, wage ich in einem unbeobachteten Moment einen ersten Test-Wurf mit der Montage des Meisters. Schon der erste Wurf sorgt allerdings dafür, dass ein heilloses Durcheinander an der Montage entsteht, ich die Rute nur allzu gerne mit einem peinlich berührten Lächeln wieder an Bob zurück reiche und er sodann unter lauten englischen Fluchen seine Erfahrung im Lösen besonders verworrener Montagen zum Besten geben kann. Angesichts der nunmehr eher bedrückten Situation - welche sicherlich auch Sie angesichts dieser unbedeutenden Lapalie meinerseits nicht im Geringsten nachvollziehen werden können - nehme ich in der Folge lieber wieder die Rolle des stillen Beobachters ein und störe nicht weiter den Ablauf.

Bob nimmt endlich zum ersten Mal Platz auf seinem Thron, greift lässig die Matchrute mitsamt der angesichts der Entwirrungsversuche von vorhin schon etwas lädierten Montage und bringt den Waggler mit einer fast schon elegant wirkenden, flüssigen Wurf-Bewegung auf eine beeindruckende Distanz von gut 25 Meter. Beeindruckend für mich weniger aus Sicht eines Feederanglers. Wohl aber deswegen, da mein erster Testwurf von vorhin auf gut 8 Metern Wurfdistanz eher unkontrolliert auf der Wasseroberfläche eingeschlagen war. Im Gegensatz zu meinem plumpen Versuch, rieselt die Montage vom Bob geradezu majestätisch auf die Oberfläche und jedes einzelne Schrotblei ist beim Eintreffen als wohl definierter Punkt im Gewässerspiegel auszumachen. "Es gehört halt doch schon ein wenig mehr dazu, als bei Deinem geliebten Feederangeln, nicht wahr?!", fragt er bei mir eher rhetorisch mit einem Augenzwinkern nach. So what, geschenkt. Auch angesichts der gut zwanzig Minuten, die er für das Entwirren der Montage nach meinem Testwurf gebraucht hatte, sei ihm der platzierte Treffer auf mein Angler-Ego vergönnt.

Was das Friedfischherz begehrt: Maden, Pinkies, Caster und auch gequollene Hanfkörner eignen sich vorzüglich für die Verwendung in der Köderschleuder.

Nachdem die Montage auf die Oberfläche eingetroffen ist, kurbelt Bob einige Meter Schnur ein. Nur um dann sogleich den Rollenbügel wieder zu öffnen und das Ablaufen der Schnur von der Rolle zu beobachten. "Das mache ich, um in etwa die Gewässertiefe einschätzen zu können. Erst, nachdem ich mir in grobes Bild der Tiefe gemacht habe, kommt ein weiteres No.8-Schrot auf die Schnur zur Einstellung der Angeltiefe. Ich schätze die Tiefe hier auf gut 3,50 Meter.", erklärt er mir den soeben beobachteten Ablauf. Die Antwort auf meine Frage danach, woher er das zu wissen glaube, kennen Sie bereits genauso gut wie ich. Richtig: Jahrelange Erfahrung, die eben nur ein Angel-Rentner wie er haben könne. Langsam ist sein Humor wohl ebenso auf Betriebstemperatur.

Er erklärt mir weiter, dass es extrem schwer sei, die Tiefe mit dieser Art des Ausloten zu finden. Daher empfiehlt er blutigen Anfängern (Anm. des Red.: vor allem also mir) die Verwendung eines dicken SSG-Schrotes, welches man am Haken anbringen kann. Wenn der Schwimmer untergehe und nicht mehr zu sehen sei, dann sei die eingestellte Angeltiefe eben zu gering gewählt. Freilich müsse man das vorhin erwähnte Schrot für die Tiefeneinstellung dann aber auch davor angebracht haben. Letzen Endes müsse man die Tiefe aber nicht auf den Zentimeter genau wissen, weil man ja ohnehin nur in den oberen Schichten des Gewässers angeln werde. Gleichzeitig sei dies aber wenig aussichtsreich in einem See mit über fünf Metern Tiefe. Denn dort, bekomme man die kleinen Silberlinge nur schwer vom sicheren Gewässergrund weg.

Nach einigen weiteren Testwürfen, welche zu meiner Begeisterung kein einziges Mal eine Verhedderung der Montage zu Tage bringen, kommt dann endlich das kleine No.8-Schrot rund einem Meter über dem Waggler auf die Schnur. "Wir gehen hier am besten systematisch vor und beginnen daher von unten nach oben auf der Suche nach den begehrte Schuppenträgern. Mit zunehmender Angelzeit sollte man sich dann aber weiter in Richtung Oberfläche orientieren. Dies, weil die Fische sich durch meine Art der Fütterung immer weiter nach oben orientieren werden und daher nahe dem Grund denklogisch der schlechteste Ort wäre, um den Köder anzubieten.“

Und ab geht die wilde Fahrt: Bob füttert fast ununterbrochen mit der Madenschleuder nach. Und ab geht die wilde Fahrt: Bob füttert fast ununterbrochen mit der Madenschleuder nach. Und ab geht die wilde Fahrt: Bob füttert fast ununterbrochen mit der Madenschleuder nach.

 Endlich das lang ersehnte Stichwort "Fütterung". "Ja, was fütterst Du denn heute für ein jahrzehntelang erprobtes, geheimes Futter?", frage ich neugierig bei Bob nach. Seine einsilbige Antwort enttäuscht mich jäh: "Keines!" Wie, keines? Ganz einfach, diese Art des Angelns komme ganz ohne Grundfutter aus. Alles, was eingebracht werde, seien lose Partikel. Dafür in regelmäßigen Abständen und stetig in kleinen Mengen. Idealerweise müsse mindestens einmal  pro Minute etwas auf die Wasseroberfläche rieseln. Abwechslung sei dabei Trumpf. Maden, Caster, Pinkies oder Hanfkörner dürften es dabei gerne sein. Eben alles, was sich gut mithilfe einer Madenschleuder in Richtung Schwimmer schießen lasse.

Gesagt getan. An den feinen 16er Haken kommt eine einzelne Made und die Montage wird erneut gekonnt auf Entfernung gebracht. Unmittelbar nach dem Eintreffen auf der Oberfläche und nachdem Bob die Hauptschnur mit ein paar schnellen Kurbelschläge bei gleichzeitig ins Wasser eingetauchter Rutenspitze auf Tiefe gebracht hat - dies, um die Schnur der Oberflächendrift zu entziehen -, hat er auch schon die Madenschleuder mit ein paar Maden gefüllt und die kleinen Krabbler punktgenau auf ihre Flugreise gen Schwimmer abgefeuert. 30 Sekunden später erneut zwei Schläge mit der Rolle, um den Köder am Haken wieder etwas Leben einzuhauchen und diesen sodann erneut verführerisch absinken zu lassen. Wieder fliegen Maden in Richtung Waggler.

Je leichter desto besser: Kleine Köder wie eine einzelne Made sinken besonders verführerisch ab und provozieren deutlich mehr Bisse als deftige Happen.

"Bei der Fütterung muss man sich übrigens von der Vorstellung verabschieden, besonders punktgenau füttern und angeln zu müssen. Wichtiger ist es, einen Korridor durch stete Fütterung zu schaffen, durch welchen man dann immer wieder den Köder mit ein paar Rollenschlägen hindurch lupfen kann. Fast wie beim Faulenzen auf Zander. Auf, ab, auf, ab - Biss! Früher oder später kommen die Bisse nämlich nur im Absinken. Wenn man denn immer fleißig Partikel durch die Luft schießt.", beruhigt mich Bob nach gut 15 Minuten ohne auch nur ein Anzeichen für eine Aktivität am Platz. Wohlwissend, dass der See vor uns mir aus diversen Ansitzen als wahre Goldgrube für Kleinfisch bekannt ist. Für mich ist die Wartezeit also kein gutes Indiz für einen baldigen Fangerfolg nebst aussagekräftigen Fangbildern. Das lässt den Meister an der Matchrute aber natürlich kalt. Gut, für ihn steht auch kein lukratives Autoren-Honorar auf dem Spiel.

Als ich bereits darüber nachdenke, ob der Arbeitstitel nicht eher in die Richtung "Pleiten, Pech und Pannen - ein Weltmeister am Rande der Verzweiflung" lauten hätte sollen, setzt Bob einen blitzschnellen Anhieb und reißt mich abrupt aus meinem Peacock-Blues. Die feine Matchrute biegt sich recht ordentlich angesichts der Gegenwehr des Fisches am Haken und wenig später gibt das Gewässer vor uns das erste Rotauge des Tages frei. Ein willkommener Silberling, der dann direkt von meiner Linse aus auf die Speicherkarte meines Fotoapparates wandert. So weit so gut, das Abendbrot ist schon mal gesichert.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer: Mit Fleiß und Ausdauer bei der Fütterung ist der erste Fisch des Tages jedoch nur eine Frage der Zeit.

"Jetzt kommen wir langsam dahin, wo wir hinwollen!", wahrsagt Bob während er mit einer Made neu beködert und seine Routine abspult. Kaum ist die Pose auf dem Wasser eingeschlagen, rieseln dieses Mal Hanfkörner über sie hinweg. Da sich die Pose gar nicht mehr aufstellt, quittiert der alte Hase sofort mit einem Anhieb. "Haha, sagte ich doch. Die Fische sind jetzt wohl da!", spricht er und netzt eine schöne Rotfeder ein.

Wenn's mal läuft, dann läuft's: Bob präsentiert eine weitere stattliche Peacock-Brasse.

"Jetzt ist es wichtig, die Angeltiefe zu verringern. Denn nicht ist schlimmer, als zu tief zu Angeln, während die Fische bereits weiter oben nach Fressbarem gieren.", schwört er mir ein und schiebt das kleine Schrot über der Pose für die Tiefeneinstellung unmittelbar ans Posenöhr, sodass er nun rund einen Meter unter der Oberfläche angelt. Und tatsächlich, nun geht es Schlag auf Schlag. Kaum ist die Pose auf der Oberfläche taucht diese auch schon ab. Rotaugen, Brassen und Rotfedern geben sich an Bobs Angelstelle die Klinke in die Hand.

Nicht nur schneller, sondern zugleich fischschonend: Kleiner Fische hebt man am besten gefühlvoll aus dem Wasser und erspart ihnen damit unnötigen Kontakt mit Keschermaschen.

Zu beobachten ist jedoch trotz den Bissen am laufenden Band, dass Bobs Anhieb erst kommt,  nachdem ein weiteres Mal gefüttert wurde. Denn nicht sei schlimmer, als im Eifer des Gefechts zu vergessen, die gierigen Silberlinge bei Laune zu halten. Denn so schnell wie sie gekommen seien, seinen diese wieder weg, sobald keine Nahrung mehr auf die Oberfläche einprasselt, erklärt mir Bob.

Kann sich sehen lassen: Der Lohn für die Mühen von Fütterungsautomat Bob.

"Tja, mindestens genauso schnell, wie ich bald weg sein werde, wenn Du Dich nicht mal langsam aber sicher etwas ranhältst, Dein Netz voll machst und ich dann endlich meine wohlverdiente Leberkäse-Semmel bekomme", ermahne ich ihn.

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