Feeder Basics Teil 5 - Montagen und Schlagschnüre

  • von Jamie Harisson
  • 11. April 2017 um 08:30
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Wenn es ein Thema gibt, zu dem ich in den Sozialen Netzwerken mehr gefragt werde, als zu allen anderen, dann dürften das die Montagen sein. Bis vor einigen Jahren habe ich für das Feederangeln in Stillgewässern immer eine fixierte Paternoster-Montage benutzt - und damals haben wir der Montage auch nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt! Diese Methode wurde nur geändert an schnell fließenden Gewässern, denn ich hatte gelernt, dort freilaufende Montagen zu benutzen.

Seitdem haben wir erkannt, dass die gewählte Montage einen großen Einfluss darauf haben kann, wie der Köder präsentiert wird und darauf, wie effizient wir Bisse erkennen und treffsicher anschlagen können. Dazu kommt, dass wir hier in UK viele private Angelgewässer haben, wo nur bestimmte Montagen erlaubt sind. So sind wir ständig auf der Suche nach der besten Balance zwischen der effektivsten Montage und dem Bemühen, keine Regeln zu brechen.

Ihr werdet begeistert sein, wie viel einfacher das Auswerfen mit einer balancierten Montage wird - unabhängig von der Distanz.

Montagen

Während ich es liebe, mit neuen Montagen zu experimentieren und zuhause gern mit Schnur und Verbindungen herumspiele, lassen sich die Montagen, die ich in Europa und UK benutze, doch grob in zwei Kategorien einteilen: fixierte Paternoster und freilaufende Montagen.

Fixierte Montagen

Diese Montagen werden manchmal auch als 'Paternoster* bezeichnet, was im Allgemeinen nur bedeutet, dass der Feeder an einer Stelle der Hauptschnur fixiert ist. Das Vorfach ist dann normalerweise als Seitenarm an der Hauptschnur montiert. Wie bei allen Montagen gibt es auch hier kleine Variationen, aber das Prinzip bleibt das gleiche und ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die eine fixierte Montage bevorzugen - einfach deshalb, weil sie bei korrektem Setup praktisch verknotungssicher ist.

Es gibt einige Abwandlungen dieser Montage, die nur ein paar zusätzliche Knoten aufweisen, aber keinerlei zusätzliches Gerät oder Bleie benötigt. Das macht sie sehr schlank, solche Montagen sind sehr effizient, wo Kraut ein Problem ist, weil sich dieses nirgendwo an der Schnur festsetzen kann. Feststehende Montagen können außerdem der Favorit sein, wo sich Äste und andere Hindernisse im Wasser befinden. Verhakt sich der Feeder beim Drill an einem solchen Hindernis, ist es dank der festen Montage oft möglich, die Schnur zu lockern und dem Fisch ein Wegschwimmen zu ermöglichen, wobei der Feeder wieder freikommt. Versucht man das mit einer freilaufenden Montage, würde das Vorfach nur frei durch den Wirbel am Feeder laufen und der Korb weiterhin festsitzen.

Bezüglich der Bissanzeige gibt es bei den festen Montagen zwei Punkte, an denen Widerstand entsteht, wenn der Fisch den Köder aufnimmt und sich damit vom Feeder weg bewegt. Nehmen wir an, ihr fischt die Montage auf leichte Spannung, so dass die Rutenspitze in Richtung Feeder gebogen ist. Der Fisch wird beim Wegbewegen Widerstand gegen den Feeder und die Rutenspitze spüren und viele Angler sehen die fixierte Montage deshalb als die beste an für die meisten Situationen, denen wir beim Feederfischen begegnen.

Freilaufende Montagen

Wenn man zurück blickt, ist es interessant zu sehen, wie viele Variationen dieser Montage im Laufe der Jahre ausprobiert worden sind. Es ist auch offensichtlich, dass wir immer wieder zurückkehren zu dem Aufbau, den wir schon vor Jahren benutzt haben! Da die internationalen Wettkampfregeln diese Montage vorschreiben, wurde sie in den letzten fünf Jahren von allen europäischen Teams sehr genau untersucht in dem Versuch, die effektivste Version zu finden und sich dadurch einen Vorteil zu sichern. Diese Weiterentwicklung zu beobachten war faszinierend und ich bin sicher, dass wir noch über Jahre hin viele kleine Verbesserungen und Veränderungen sehen werden,  besonders wenn die strengen Regeln gelockert würden.

Heute werden sowohl in UK als auch in Europa hauptsächlich freilaufende Montagen benutzt.

Ein Grund dafür, dass ich diese Montage bevorzuge ist, dass ich Bisse hier besser erkennen kann. Wenn der Fisch den Köder nimmt, ist der Biss an der Rutenspitze direkt zu sehen und man kann durch Justieren der Schnurspannung viel besser einstellen, wie viel Widerstand der Fisch spüren soll. Dies sind die kleinen Veränderungen, mit denen wir während eines Fischens experimentieren und eine so flexible Montage wie die freilaufende erlaubt es, die an dem jeweiligen Tag effektivste Variante zu finden. Manchmal kommt es darauf an, welche Fischart gefangen werden soll und gerade Brassen und Güstern bevorzugen es oft, bei der Köderaufnahme keinen Widerstand zu spüren. Die freilaufende Montage erlaubt es, sich darauf einzustellen, genauso wie auf kleine, schnell beißende Fische, für die wir die Schnur unter Spannung setzen und die Rutenspitze biegen müssen. Der Gedanke dahinter ist,  durch die Spannung eine Art 'Bolt Rig' zu kreieren, an dem sich der Fisch durch die Spannung beim Biss selber hakt.

Abseits der internationalen Wettkampfregeln kann man diese Montage sogar noch effektiver machen,  besonders wenn der Fisch gut frisst. Man setzt einfach einen Stopper oder ein Blei einige Zentimeter über den gleitenden Wirbel; dadurch entsteht ein 'hartes' Bolt Rig, bei dem die Distanz, die der Seitenarm zum Bewegen hat, genau justiert werden kann. So kann man die beste Einstellung gut während des Fischens herausfinden. Eine sehr gebräuchliche Montage hier in UK an schneller fließenden Gewässern ist eine freilaufende, bei der der Wirbel mit dem Seitenarm in einer Schlaufe der Hauptschnur angebracht wird. Das heißt, der Fisch kann nach dem Biss nur ein paar Zentimeter ziehen, ehe der Wirbel das Ende der Schlaufe erreicht. Das wird den Fisch stoppen und dafür sorgen, dass er durch das Momentum sofort gehakt wird.

Insgesamt ist die freilaufende Montage die flexibelste. Wenn ich unsicher bin, wie ich an einem bestimmten Gewässer oder bei einem Angeln fischen soll, werde ich immer diese wählen.

Schlagschnüre

Wie schon einmal erwähnt, ist es sicher nicht zwingend erforderlich, beim Fischen mit geflochtener Schnur Schlagschnüre zu benutzen. Unserer Erfahrung nach ist es allerdings empfehlenswert. Ich glaube, es gibt mehrere Gründe, eine Schlagschnur zu benutzen und ich denke es ist notwendig, diese zu erklären. Es wird euch helfen zu verstehen, was wir von einer Schlagschnur erwarten, damit ihr für euch die richtige Wahl treffen könnt.

Zum einen kreiert ihr, abhängig vom gewählten Material, einen Puffer beim Auswerfen. Dies kann sehr wichtig werden beim Auswerfen von schweren Feedern an Flüssen oder auf größere Entfernungen. Doch Vorsicht, ein zu weiches Material kann sogar gegen euch arbeiten, es schluckt Energie beim Werfen und macht die Montage unbalanciert. Die Grundidee ist, eine Schlagschnur zu benutzen, die stärker ist als die Hauptschnur, da sie den Hauptteil der Belastung beim Auswerfen trägt. Je härter und weiter geworfen wird, desto mehr Belastung liegt auf der Schlagschnur, das ist unvermeidlich. Deshalb solltet ihr sichergehen, dass das gewählte Material der Schlagschnur genug Stabilität und Haltbarkeit bietet, um wiederholtes Auswerfen zu überstehen.

Heute werden sowohl in UK als auch in Europa hauptsächlich freilaufende Montagen benutzt.

Über die Jahre haben wir mit Dutzenden von verschiedenen Schnüren experimentiert. Man kann sicherlich für jede Anforderung eine in Art und Stabilität spezifische Schlagschnur aufbauen, aber ich habe mich entschieden, immer den gleichen Aufbau zu benutzen, egal wo ich fische. Ich glaube einfach, dass es keinen Unterschied macht und indem ich eine Schnur benutze, von der ich weiß, dass sie allen Belastungen stand hält, habe ich die Gewissheit, dass ich ihr in allen Situationen vertrauen kann. Meine Denkweise ist einfach: warum soll ich ein Risiko eingehen und eine leichtere Schlagschnurbenutzen? Ich weiß, dass einige der besten Angler Europas Matrix Carp Master als Schlagschnur benutzt haben und einige nutzen die Daiwa ST, aber mein Favorit ist die Shimano Technium. Ich habe viele Monate lang mit der Carp Master gefischt und sie hat mich nie enttäuscht, aber ich benutze die Technium, weil sie, auch wenn mein Angelplatz frei zu sein scheint von Kraut und Hindernissen, vom Design her eher grob ist. Damit ist meine Montage so stark, wie sie nur sein kann. Benutze ich allerdings als Hauptschnur eine Mono, ist meine erste Wahl die Carp Master.

Der Grund, warum eine Montage mit Schlagschnur so gut zu werfen ist, liegt darin, dass die Schlagschnur dicker ist als die Hauptschnur und sie dadurch die Hauptschnur mitzieht und ein gleichmäßigeres Auswerfen ermöglicht. Dieses Konzept erlaubt die Nutzung einer relativ dünnen Hauptschnur, wodurch weniger Reibung an der Spule entsteht - was wiederum weitere Würfe möglich macht. Wenn ich eine Mono als Hauptschnur verwende, wäre mein typisches Setup eine 4-6 Pfund Carp Master Hauptschnur mit einer 8 m langen 8 Pfund Technium Schlagschnur. Für geflochtene Hauptschnur würde ich die gleiche Schlagschnur benutzen, aber mit einer 0.10 oder 0.08 Matrix Submerge Braid als Hauptschnur.

Länge der Schlagschnur

Dies ist ein Detail, mit dem wir in letzter Zeit sehr viel herum experimentiert haben. Auch hier habe ich meine Schlagschnüre zur einfacheren Vorbereitung und Verwendung standardisiert. Der Richtwert für die Länge einer Schlagschnur war immer, beim Wurf 3 bis 5 Wicklungen davon auf der Rolle zu haben. Dies würde für jede Rutenlänge eine andere Schlagschnurlänge bedeuten. Meine Schlagschnüre sind durchweg alle 8 Meter lang und meiner Meinung nach passt diese Länge bestens zu all meinen Ruten. Natürlich bedeutet das, dass bei einer Rutenlänge von 3,3 Metern mehr Windungen der Schlagschnur auf der Rolle sind, als es bei 4 Metern wären, aber ich finde das perfekt. Der Grund dafür ist etwas schwierig zu erklären, aber ich werde es versuchen.

Mit einer Rute von 3,3 Metern Länge fische ich normalerweise eine Distanz von bis zu 40 Metern und 8 Meter Schlagschnur sind ein großer Prozentsatz dieser Entfernung. Fische ich aber mit einer 4 Meter langen Rute, kann die Distanz bis zu 90 Metern betragen, wodurch der Anteil der Schlagschnur an der Distanz erheblich geringer ist. Normalerweise benutze ich Schlagschnüre in Verbindung mit geflochtener Hauptschnur, die keinerlei Dehnfähigkeit hat. Monoschnur hingegen würde dem Setup etwas mehr Dehnfähigkeit verleihen. Der Grund, warum ich auf kürzere Distanzen gern etwas mehr Schlagschnur habe, ist einfach, dass ich so etwas mehr Dehnfähigkeit habe und die Montage nicht zu 'direkt' ist. Auf kurze Distanz kann diese 'Direktheit' ein Risiko sein, da eure Reaktion und der Anhieb schneller erfolgen. Wir sehen auch einen Trend, dass die besseren Fische zunehmend auf kürzere Distanz gefangen werden, deshalb macht es für mich absolut Sinn, etwas zusätzliche Dehnfähigkeit als Versicherung zu haben.

Knoten und Aufbewahrung

Als ich anfing, mein Feederangeln ernst zu nehmen, habe ich das Internet und viele Zeitschriften durchforstet auf der Suche nach dem einfachsten und effektivsten Knoten, um Schlagschnur an die Hauptschnur zu knoten. Seither habe ich bei vielen Top-Anglern viele verschiedene Knoten gesehen, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich meinen Knoten für ebenso gut halte wie alle anderen. Allerdings ist es der kleinste, den ich bisher gesehen habe. Ich habe von Dean Barlow gelernt, diesen Knoten zu binden; es ist grundsätzlich eine Variante des Albright-Knotens und, wie schon erwähnt, der kleinste, den ich kenne. Das bedeutet, dass er sehr leicht durch alle Rutenringe gleitet, dabei weniger Reibung produziert und dadurch das Werfen sehr geschmeidig macht. Ich habe immer eine Auswahl von 8-Meter-Schlagschnüren dabei, um vorbereitet zu sein auf Schnurbeschädigungen, und die beste Methode, diese Schnüre ohne Knicke aufzubewahren, sind in meinen Augen die für Vorfächer gedachten Schaumstoffrollen.

Montagen werden sich immer weiter entwickeln, solange wir Spitzenleistungen in unseren Gemeinschaftsfischen anstreben. Während die meisten von uns ähnlich oder sogar identische Montagen verwenden, sind es die besten Angler, die schnell Wege finden, sie während des Fischens anzupassen, um sie so effektiv wie möglich zu machen. Das Wissen über Montagen ist wichtig, aber nur Zeit am Gewässer in den unterschiedlichsten Konditionen bringt euch das Verständnis, das ihr braucht, um in der heutigen konkurrenzstarken Matchszene mithalten zu können.

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