Mit Günter Horler an der Aue - Teil 1

  • von ct Redaktion
  • 24. Mai 2017 um 16:00
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Die Aue ist ohne Zweifel eines der interessantesten Angelgewässer in Deutschland. In jedem Jahr treffen sich hier circa 300 Angler um den alljährlichen Aue Cup zu fischen. Bei diesem Angeln handelt es sich um eine Mannschaftsangeln mit Teams a 5 Personen. Beim Angeln an der Aue handelt es sich im Allgemeinen um ein Kleinfisch angeln, viele Fische wiegen um die 10 Gramm und Fische am 50 Gramm gelten als Bonusfisch. Zusätzlich zu dieser Masse an Fischen gibt es allerdings auch noch richtig große „Boliden“ an der Aue. Bei diesen großen Fischen handelt es sich um Brassen bis 4 Kilogramm und Schleien bis zu 3 Kilogramm. Auf diese Fische kann man nicht gezielt angeln, allerdings sind sie immer „möglich“. Das Fischen an der Aue hat einen hohen technischen Reiz und fordert den erfolgreichen Anglern viel ab. 

Günter Horler

Die Krux an der Aue ist so fein zu fischen das man die kleinen Fische kontinuierlich fängt und trotzdem die Möglichkeit hat die großen Fische anzulocken und am feinen Geschirr auch zu keschern. Einer der besten Aue Angler ist sicherlich Günter Horler, Günter ist einer ( wenn nicht der Beste) Allroundangler in Deutschland, sein größter Titel ist dabei der Titel des Europameisters bei der EM 2008 sowie der Sieg beim IAM am Silokanal. Wir haben uns mit Günter an der Aue verabredet um Günter den ein oder anderen Tipp von der Aue zu entlocken. 

Wir haben uns mit Günter an einer Strecke der Aue getroffen, die nicht dafür bekannt ist, dass es hier viele große Fische gibt, doch er ist trotzdem optimistisch und geht sehr entspannt an unsere Session heran. Der erste Aha Effekt trat beim Aufbau der Kiepe auf, denn Günter suchte sich den Platz seiner Kiepe sehr sorgfältig aus. Er sucht einen Platz für seine Kiepe, der ihm möglichst viele Optionen im Nahbereich gibt. Was können wir darunter verstehen? 

Günter bei der Platzwahl

Günter Horler angelt an der Aue gerne 3 Spuren und eine der wichtigsten Spuren ist die Bahn vor den Füßen. Er sucht sich nach Möglichkeit 3-4 Plätze, diese Plätze sollten die gleiche Tiefe haben und noch wichtiger sollten die Plätze am Kraut UND an Seerosen liegen. Günter erklärt, das die Fische an manchen Tagen lieber zwischen Kraut stehen und an anderen Tagen den Schutz der Seerosen bevorzugen. Um auf Nummer „sicher“ zu gehen, sucht Günter also nach Möglichkeit einen Platz, der beide Optionen bietet.

kurze Bahn an den Seerosen

Günter angelt dazu nicht „hinter“ sondern „in“ den Bereichen, oft in einer Entfernung von weniger als 2 Metern. Er erklärt uns, dass viele Angler probieren die Fische aus ihrem „Versteck“ zu locken und hinter diesen Plätzen zu fangen, dies widerspricht aber dem Instinkt der Fische, denn die kleinen Fische suchen den Schutz der Uferregion. Die Plätze sollten dazu ( wie schon oben beschrieben) gleich tief sein. Diese sucht und lotet Günter unter der Maßgabe aus, dass er die Plätze nur mit einem Kit befischen will. Diese Vielfalt von Optionen garantiert ihm eigentlich immer eine „funktionierende“ kurze Bahn, denn oft ist es so, dass einer der kurzen Plätze nicht funktioniert, während die anderen Plätze unterschiedlich „gut“ funktionieren. Günter lotet seine 0,5 Gramm Montage circa 3cm übertief aus und sucht sich jeweils eine 30cm lange Drift auf jedem Spot. Nach dem Aufbau lässt er diese Bahnen dann „in Frieden“ um möglichst etwas Ruhe in diese Plätze einkehren zu lassen. Wie man sich unschwer vorstellen kann, sitzt Günter quasi auf diesen Plätzen und jede Unruhe ist absolut zu vermeiden. Er probiert während der weiteren Vorbereitungen möglichst wenig Unruhe zu verbreiten und die Kiepe möglichst nicht zu verlassen. Die maximale Entfernung der Plätze liegt übrigens bei 4 Teilen und einer Entfernung von maximal 2 Meter vom Ufer. 

kurze Bahn am Kraut

Günter präpariert jetzt sein Futter und nimmt dazu zwei Pakete Futter aus der Gerätetasche, dazu noch zwei Tüten mit unterschiedlicher Erde. Ich seufze und frage Günter ob es denn wirklich so kompliziert sein muss. Günter versichert mir, dass es „eigentlich“ ganz einfach ist, WENN man denn verstanden hat, „warum“ man „wann“ welches Futter einsetzt. 

Zu Beginn befeuchtet Günter die beiden Futtersorten, die erste Futtersorte aus seinem Sortiment heißt „Speedy Surface“ und ist, anders als der Name vermuten lässt, kein Ukeleifutter sondern ein feines, wenig sättigendes Futter, welches Günter im Uferbereich einsetzen will. 

Günters Futterwahl

Jetzt kommen die beiden Tüten mit Erde dran, in der ersten Tüte ist gut bindende Flusserde abgefüllt, in der zweiten Tüte hat Günter Erde aus den Maulswurfshaufen an der Aue gesammelt, gesiebt und angefeuchtet. Die Erde an der Aue ist sehr sandig, hat wenig Bindung und wolkt leicht. Sie ist der Erde am Gewässergrund sehr ähnlich, die Fische kennen damit diese Erde und fressen sehr zutraulich auf dieser, erklärt uns Günter. 

gesiebte Erde vom Gewässer

Bevor er jetzt mit dem Futter / Erde Gemisch weiter macht, baut er die weiteren Montagen auf. Bei der nächsten Montage handelt es sich um die Montage für die 6m Linie, diese Spur will Günter befischen, wenn die Plätze im Uferbereich abgefischt sind. Auf diese Linie fischt Günter eine Pose in 0,5 Gramm, die Pose hat die Form eine Zigarre. Günter setzt diese Form sehr gerne ein, allerdings nur wenn es die Strömung zulässt. Die Vorteile dieser Form ist vor allem die feine Bissanzeige. Die Hauptschnur ist eine 10er, das Vorfach ein 6er mit einem 22er Haken. Die Pose ist mit 11er Fallschroten in einer Kette ausgebleit. Die Hauptbebleiung bestand aus 10er Schroten und beim Gummizug setzt Günter auf einen neuen Gummizug aus dem Hause Tubertini. Der Gummizug hat eine Stärke von 0,8mm und diese Stärke scheint etwas dick, allerdings hat der Gummizug eine Dehnung von 900% und dehnt sich damit deutlich mehr als ein normaler Gummizug.

Günters Gummizug, ein wichtiger Bestandteil seiner Auetaktik

Der Gummizug ist sicherlich der Schlüssel zum Erfolg um auch die großen Fische der Aue an feinem Gerät zu bändigen. Der Gummizug wird übrigens an einem Puller Kit gefischt, das heißt, dass der Gummizug seitlich an der Rute ausgeführt wird. Diese Kits sind eigentlich zum Fischen auf große Karpfen gemacht, sind allerdings auch ideal für das Fischen mit dem oben aufgeführten Gummizug an der Aue. Für die dritte und damit letzte Bahn, der 11m Bahn setzt Günter zwei weitere Kits auf, alle Kits sind mit oben aufgeführten Gummizug ausgestattet. Die erste Montage ist eine FTM1 Pose in 1 Gramm an 10er Hauptschnur mit 20er Haken an einem Gummizug allerdings in 1,0mm. Mit dieser Montage will Günter alle Fische einsammeln die am Platz sind. Die 2. Montage ist Günters Grossfischmontage, hier nutzt er eine Cralusso Shark Pose in 2,6 Gramm an 10er Hauptschnur und einem 18er Haken am 0,07er Vorfach.

Die Cralusso Shark

Als Fallschrote nimmt er 10er Schrote und die Montage wird 10cm übertieft ausgelotet. Bedingt durch die leichten Bleie werden allerdings keine 10cm auf den Boden liegen und Günter ist sich sicher, dass er jeden Biss an dieser Montage sehen wird. 

Günters Posenwahl für die Aue

Im 2. Teil geht es dann um Günters Futter und Taktik beim Fischen an der Aue

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