Güstern im Mittelwasser mit Thorsten Küsters

  • von Thorsten Küsters
  • 27. September 2017 um 14:00
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Ich habe mich heute auf die 260km lange Reise nach Langebos/NL gemacht, an einen See der einen Tollen bestand an Brassen und Güstern hat. Oft wenn ich alleine oder mit ein bis zwei freunden losziehe, setzte ich mir aufgaben bzw möchte ich dinge, die nicht so oft vorkommen aber trotzdem International benötigt werden trainieren. Genau diese Voraussetzungen finde ich hier, ich möchte heute mit der Feederute Fische im Mittelwasser fangen. Der Anreiz darin ist, das Bisse im absinken nicht einfach zu verwerten sind, deshalb sollte man solche Dinge ab und zu trainieren, man weiß nie wann man es das nächste mal braucht.

Das Gewässer:

Der See hat eine Durchschnittliche Tiefe von zwei bis zweieinhalb Metern. Am Ufer befindet sich ein ca. zwei Meter breiter Schilfrand der hervorragende Bedingungen bietet, wo Fische im Frühjahr Laichen können aber auch dem Fisch Schutz bieten vor Räubern wie Hecht, Zander und Co.

Nach dem loten habe ich nun auch die tiefsten Zonen ausfindig gemacht. Von 14m bis 30m habe ich eine Tiefe von 2,5m, danach wird es stetig flacher, so das ich auf 40-60m nur zwei Meter Wassertiefe habe. Der Boden selbst ist Sandig und fast überall gleich, so das die Wahl des Futterplatzes eigentlich relativ einfach ist. Beginnen werden wir also auf 28m, direkt vor der Kannte im tieferen Teil, um eine möglichst lange Absinkphase zu haben.

Tackle und Montage:

Ich habe mich heute für ein Relativ simples Tackle entschieden. Es soll einfach gehalten werden um ein schnelles, verhedderungsfreies angeln zu ermöglichen. Als Rute kommt heute unsere neue Horizon XS Slim in 3.3m zum Einsatz. Als Spitze nehmen wir unsere ultrafeine 0,5 Oz, die wir ebenfalls neu im Programm haben. Gerade im Mittelwasser können Bisse sehr fein erfolgen aber auch sehr stark sein - die optimale Wahl, um beidem gerecht zu werden, denke ich. Kommen wir zur Montage. Gerade hier ist es wichtig, diese so einfach wie möglich zu halten. Warum? Wir wollen heute schnell angeln und werden hoffentlich auch viele schnelle Bisse bekommen. Verhederungen müssen so gut wie es geht vermieden werden, jeder Tüddel kostet Zeit und zwangsläufig auch Fisch. Die Entscheidung fällt auf eine Seitenarmmontage von 10cm Länge, diese ist nahezu verhedderungsfrei und sehr sensibel. Mit dem Haken werden wir während des Angelns experimentieren und gucken welche Größe die beste heute sein wird. Fest steht aber jetzt schon, dass ich unseren Super Pole Fischen werde. Ich habe selten so ein Vertrauen in einen Haken gehabt wie in diesem - für mich der beste Haken, wenn es um die schnelle und feine Angelei geht. Er ist leicht, bleibt lange scharf und ich finde die Bissausbeute bei diesem Haken einfach besser. Vertrauen ist nun mal das wichtigste. Beginnen werden wir unsere Session mit einen Open End Drahtfutterkorb in der Größe L in 20gr. um erstmal eine ordentliche Wolke zu erzeugen und dann im Laufe der Angelns schauen was am besten funktioniert.

Futter und Köder:

Auch beim Futter halten wir alles einfach, einfach! Zwei Kilo Skimmermix werden wir heute anmixen, hinzu geben wir 200 gr Ready to Use Partikel Gelb um ein Paar gröbere Partikel zu haben, die den Grund des Bodens erreichen sollen. Warum wir das wollen dazu später mehr. Der Rest des Futters darf und soll sich direkt nach aufkommen an der Wasseroberfläche aus dem Korb lösen.

Des weiteren hab ich 500gr Roten Mückentrenner mit im Gepäck, der für ordentlich Wolkenbildung sorgen soll, falls die Wolkenbildung vom Futter nicht stark genug ist oder die Bisse nachlassen sollten. Als Köder haben wir heute 500ml Caster, 250ml Pinkies und Maden, 100gr Würmer zum schneiden und ein paar Mistwürmer für den Haken. That's it!

Ready to go!!

Zu Beginn füttere ich drei ganz lockere Körbe mit jeweils 3-5 Pinkies und Castern. Keiner der Körbe erreicht den Grund, sondern alle Körbe werden direkt ein bis zwei Sekunden nach dem Einschlag entleert. Wir wollen eine schöne Futtersäule erzeugen um die Fische auf unseren Futterplatz aufmerksam zu machen. Jetzt knüpfe ich mein Vorfach von 60cm an und beködere mit zwei Maden am 16er Superpole und einem 0.125er Vorfach. Die ersten 15min bekomme ich keine Bisse, wichtig ist bei dieser Art des Angelns, das ständige einbringen von Futter um unsere Futtersäule aufrecht zu erhalten. Dies mache ich auch und werfe wirklich alle 30-40 Sekunden wieder neu, nach 20 min bekomme ich die ersten Bisse. Ihr dürft natürlich drei mal raten, was ich mit den ersten drei Bissen gemacht habe? Klar alle drei verschlagen!!

Sofort Wechsel ich auf einen 14er Superpole an einem 0.14er Vorfach und siehe da, die ersten Fische landen im Netz. Dennoch bleibt die Bissausbeute sehr schlecht und ich kann nur einen Von 4 Bissen verwerten. Diese Ausbeute ist natürlich sehr schlecht aber genau darum sind wir hier, um es zu üben. Einige Würfe weiter habe ich meine Bissausbeute verbessert und bekomme jetzt von 5 Bissen 2-3 in meinen Setzkescher, trotzdem bin ich noch nicht zu frieden. Ich wechsle nun auf einen 15gr leichten Plastikkorb in klein, in der Hoffnung das dieser noch langsamer absinkt und so die Fische noch mehr Zeit haben den Köder zu nehmen. Genau diese Maßnahme in Verbindung mit meinem wechseln des Vorfaches und Haken ermöglicht mir eine Bissausbeute von 4 Fischen bei 5 Bissen, besser ging es leider nicht. Die Fische hier haben ein durchschnittliches Gewicht von 80gr und jeder der diese Größe an Güstern kennt, weiß wie schnell und verrückt einen solche Bisse machen können.

Zwischendurch habe ich auch meinen Hakenköder gewechselt, von zwei Maden auf ein Wurmstück von 5mm und einem Stück Berkley Kunstmade, dies Kombi hält länger am Haken und ermöglicht mir 3-6 Fische zu fangen ohne den Hakenköder zu wechseln. Jetzt habe ich meinen Rhythmus gefunden und kann wirklich Gas geben. Wichtig, immer wachsam auf die Spitze schauen, voller Fokus auf die feinen Bisse und dann hieß es schnell anschlagen und reinkurbeln wie ein Feuerwerk, abhaken und ab dafür neu rein und wieder wachsam sein. Mit dieser Taktik kann ich zeitweise sogar 2 Fische die Minute fangen, eine tolle Angelei welche einem alles abverlangt und mir persönlich unglaublich viel Spaß macht.

Fazit:

Angeln im Mittelwasser kann unglaublich anspruchsvoll sein und sollte auch bei euch auf der Trainingsagenda stehen. Als bestes erwies sich heute ein 80cm langes Vorfach in der Stärke 0.14 um dieses etwas steif zu halten, so konnte man die Bisse deutlich besser erkennen. Der optimale Haken war heute ohne wenn und aber die Größe 14, hier war eine gute Bissausbeute gegeben, kleinere Haken waren heute sehr schlecht und es gab viele Fehlbisse. Als bester Futterkorb stellte sich ein kleiner Plastikkorb heraus, wo das Futter nur ganz leicht angedrückt wurde, so das es maximal 1 Sekunde im Korb blieb. Blieben die Bisse im absinken aus, wurde der Korb in der Mitte mit Rotem Mückentrenner gefüllt und direkt an der Oberfläche leer gezogen, dies brachte dann sofort wieder Bisse. Als Köder war heute ohne wenn und aber ein kleines Stück Wurm in Verbindung mit einem Stück Berkleymade trumpf. Mit dieser Wahl konnte man richtig schnell angeln und brauchte nur alle 3-6 Fische neu beködern, was eine enorme Zeitersparnis war.

Achja und dann noch die Sache mit den Partikeln!!

Nach 5 Std war mein Futter komplett verbraucht und ich hatte nichts mehr in meiner Feederbox was mir Fische im Mittelwasser hätte liefern können. Der Trumpft war, das meine Partikel schneller sinken als meine Köder, so konnte ich gewährleisten, das trotzdem Partikel den Boden erreichen. Genau diese Trumpfkarte habe ich die letzten 3 Würfe ausgespielt und konnte trotz Futtermangel noch drei Bonusfische von 500gr fangen. Diese kleinen Brassen haben meine Partikel, die es bis zum Boden geschafft haben gefressen und das ungestört vom Trubel im Mittelwasser! Alle drei konnte ich auf drei kleine Mistwürmer fangen, bis wirklich all meine Köder aufgebraucht waren.

Mit 14890gr und fast 187 Fischen war es ein fantastischer Angeltag der nach Wiederholung geradezu schreit!

Thorsten Küsters beim Feedern auf DVD gibt es hier:

http://www.champions-team.de/shop/de/produkt/DVD-Teamwork-mit-Thorsten-K%C3%BCsters-und-Jens-Koschnick-featuring-Jens-Koschnick-Ralf-Herdlitschke

 

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