Matrix Masterclass - Keeping An Edge

  • von Matrix
  • 19. Juli 2017 um 13:30
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Shaun Little diskutiert die Veränderungen der Margin Angelei (Margin zu dt. eigene Ufer) an Commercials und gibt seine erfolgreiche Taktik preis mit der er in den letzten zwölf Monaten konsistent gute Ergebnisse erzielen konnte.

Wenn es um "match winning commercial methods" geht gehört das Margin Angeln zur absoluten Top Methode. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass bei den meisten Match Win Siegergewichte an Commercials, in der Sommerzeit in den UK, grundsätzlich ein Teil des Gewichts aus Fischen aus den Margins besteht.

Grundsätzlich halten sich in den Margins durschnittlich größere Fische auf als in anderen Bereichen des Angelplatzes. Deshalb sind die Margins auch so effektiv. Manchmal jedoch funktioniert diese Strategie erst richtig gut gegen Ende der Session. Manchmal ist es sogar so, dass man nach Abpfiff des Matches die Fische in der Uferregion fressen sehen kann obwohl man fünf Minuten vor Schluss dort nie einen Fisch gesehen hat bzw. einen Biss oder Indikation hatte.

Ich bitte um Verzeihung wenn die mehr erfahrenen Angler das hier lesen und denken, dass ich ohnehin offensichtliche Statements ablege. Allerdings denke ich es ist notwendig, dass man sich diese beiden Gedanken im Hinterkopf behält bevor man sich eine Taktik für die Margins zurechtlegt. Man muss vorbereitet sein Fische zu fangen die Größer als der Durchschnitt sind, man muss allerdings den Futterplatz auch so vorbereiten das er nicht zu spät in der Session zum leben erweckt.

Wo wird geangelt?

Endplätze bieten noch mehr Möglichkeiten in den Margins zu angeln

Zu entscheiden wo man in den Margins angelt, ist einer der wichtigsten Entscheidungen die man richtig treffen muss. Die Wassertiefe, ob die nahe gelegene Seitenkante einen weichen oder harten Untergrund hat und ob Vegetation den Fischen Schutz bietet, all dies sind Schlüssel Grundüberlegungen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch über Effizienz nachzudenken. Wie ich bereits gesagt habe läuft die Margin Line meist erst in der Schlussphase richtig an und produziert viele Fische. Von daher ist es wichtig, dass alles am richtigen Platz ist und ihr so schnell wie möglich Fische fangen könnt. Das bedeutet der Abroller muss so eingestellt sein, das ihr den drillen könnt während ihr die Rute über den Roller führt ohne nach hinten schauen zu müssen. Von den oben genannten Punkten, ist der mit Abstand wichtigste die Tiefe in der ihr angelt und die Qualität der Kante an der ihr euren Köder anbietet.

Das beste Szenario ist ein flacher oder leicht fallender Grund (so dass die Köder nicht wegrollen wenn ihr euren Futterplatz füttert) in einer idealen Wassertiefe so nah wie möglich am gegenüberliegenden Ufer oder vor Pflanzen.

Lenkt die Fische schnell von Ufer weg um sie zu drillen Ein weitere Margin Brocken im Kescher von Shaun F1´s und Karpfen werden auf die Erd Taktik reagieren


Natürlich ist die 1 Millionen Euro Frage in welcher Tiefe soll man jetzt angeln?

Es gibt drei Schlüsselkonzepte um diese Frage zu beantworten:

Erstens wie klar ist das Wasser? Generell wenn das Wasser klar ist, sollte man evtl. in etwas tieferem Wasser fischen, weil es sein kann das die Fische nicht ins flach Wasser kommen wollen ohne jegliches Selbstvertrauen. Zweitens ist die Fischgröße entscheiden und wie oft erwartet ihr die Fische an eurem Futterplatz? Angelt ihr in einem fischreichen Gewässer erwartet ihr, dass viele Fische auf eure Fütterstrategie reagieren. Rechnet also damit, dass die Fische zum Fressen auch ins weniger als 30 cm tiefe Wasser kommen um zu fressen. Versucht also Schnurschwimmer und fehlgehakte Fische auf ein Minimum zu reduzieren.

Im Gegenzug, wenn ihr nur auf eine Handvoll Fische angelt, ist größere Wassertiefe häufig besser, da die Fische dort mit mehr Selbstvertrauen fressen.

Ich denke eine gute allgemeine Regel ist das man versuchen muss am Futterplatz eine Competition bzw. den Futterneid der Fische erwecken. Je mehr Competition ihr für euren Köder erwartet, je flacher könnt ihr die Tiefe wählen, in der ihr eure Fische fangen könnt.

Der Dritte Punkt ist die Distanz zum Futterplatzes und ob dieser dem Fischen Schutz bietet und somit dort wohlfühlt.

Man muss Punkte 1 und 2 berücksichtigen, aber grundsätzlich ist es so, das je weiter man von jeglicher Unruhe entfernt ist bemerken kann, dass die Fische weniger scheu sind und selbstbewusster fressen.

Erinnert ihr euch an meine vorherigen Bemerkungen, dann ist die Effizienz mit der ihr Fische fangen könnt ebenfalls sehr entscheidend für den Erfolg in den Margins. Das gleiche gilt auch für die Wahl der Futterstelle. Wählt einen Futterplatz in einer Entfernung so ruhig wie möglich so nah wie möglich damit ihr nur so viel wie nötig eurer Rute nach hinten schieben müsst.

Was Füttern?

Entschuldigt wenn dieser Artikel bisher mehr aus Fragen als Antworten besteht, aber das was ich klar machen möchte ist, dass es keine allgemein gültige Formel für effektives Margin Angeln gibt. Es ist wichtig, dass ihr jede Entscheidung gründlich überlegt bevor ihr euch für einen Platz entscheidet damit ihr auch das Maximum erzielen könnt. Nachdem ihr euch entschieden habt wo ihr angelt, müsst ihr euch entscheiden welche Köder ihr füttern wollt. In vergangenen Jahren, war ich ein großer Fan davon Grundfutter in den Margins zu füttern. Es schien als wenn es größere Fische anlockt und ermöglicht einen großen Hakenköder über dem Grundfutter anzubieten. Vorteil von Grundfutter ist auch, dass wenn der Köder in der richtigen Wassertiefe über Grundfutter in den Margins angeboten wird, die Bisse eindeutig und klar sind und somit die Zahl an Schnurschwimmern und falschgehakten Fische reduziert werden kann. Aber über die vergangen Jahre, haben die Fische definitive dazu gelernt. Aus irgendeinem Grund, ist das Angeln mit Futter in den Margins nicht mehr so effektiv wie ursprünglich. Ich habe darüber auch mit vielen sehr guten und erfolgreichen Anglern gesprochen und die haben mir von ähnlichen Probleme berichtet. Häufig kommen die Fische auf den Grundfutter Futterplatz, halten sich dort aber nicht lange auf bzw. lassen sich nicht richtig nieder, was zu Schnurschwimmern und faulgehakten Fischen führt. Das ist der Grund dafür warum ich mein Gedanken gemacht habe um eine alternative zu kreieren.

Soil Secrets...

Der Wechsel zu Erde in den Margins kann die Fangrate verbessern

Warum ist Grundfutter so effektiv gewesen, weil es dem Angler erlaubt hat Fische anzulocken, sie fressen konnten ohne sie zu schnell zu sättigen. Das führte dazu, dass der Futterneid der Fische geweckt wurde. Zugleich war oder ist auch dies die Achilles Sehne dieser Fütterstrategie. Weil das Grundfutter häufig eine geringe Dichte hat, sehr hell ist und leicht vom Boden aufgewirbelt werden kann wenn sich viele Fische nur kurz am Futterplatz aufhalten um die Köder zu plündern und danach wieder davon schwimmen. Die Folge ist ein sehr unruhiger verwirbelter Futterplatz und damit einhergehend eine Vielzahl an Schnurschwimmer und fehlgehakte Fische.

Kürzlich habe ich über meinen erfolgreichen Lauf berichtet durch Angeln eines Erd-Wurm Mixes am gegenüberliegenden Ufer von Inseln. Diese Fütterstrategie hat mir geholfen die Fische am Grund zu halten und dadurch sehr effizient fangen zu können. Da meine bisherige Strategie mit Grundfutter in den Margins nicht mehr so gut funktionierte, hatte ich mich dazu entschieden den Erd-Wurm Mix auch mal in den Margins zu testen.

Mein Erd-Mix besteht aus folgenden Zutaten. Zunächst schneide ich 250 mL Würmer sehr fein, dazu füge ich 1.2 L Maulwurfshügelerde, 100 mL gemahlene Expanderpellets, 150 mL Caster, 100 mL Micropellets.

Mischt man diese Zutaten zusammen erhält man einen feuchten Mix den man zu einem Ball formen kann oder lose im Cup füttern kann was eine Vorteil ist wenn man in den Margins eine etwas steilere Kante vorfindet an der man seinen Köder anbieten muss. Wenn ich das Gefühl habe etwas mehr Köder zu füttern (besonders gegen Ende der Session interessant wenn die Fische anfangen richtig zu fressen) füge ich dem Mix eine Handvoll Micropellets und Caster hinzu. Einfacher geht’s nicht.

Trotzdem gibt es einen signifikanten strategischen Unterschied ob ich meinen Erd-Mix am gegenüberliegende Ufer von Inseln füttere oder in den Margins.

Wenn man am gegenüberliegenden Ufer angelt, angelt man in einem Bereich des Sees in dem der Fisch sich Wohlfühlt und auch sein will, bzw. Hin flüchtet wenn der Angeldruck zu groß ist. Im Verlauf des Angelns zieht der fisch sich mehr und mehr dorthin zurück. Deswegen füttere ich dort meistens kleinere Portionen und häufiger und versuche die Fische einzeln anzulocken.

Im Gegensatz dazu, wenn man in den Margins angelt, versucht man die Fische in einen Bereich zu locken, wo sie im späteren Verlauf des Tages erst sich zum Fressen einfinden, weil Angler häufig kurz vor Schluss ihrer Session die Köder ans nahegelegene Ufer werfen.

In den Margins füttere ich daher meistens einen großen Cup voll meines Erd-Mixes der mit vielen Ködern versehen ist und fische dann längere Zeit darüber bevor ich nach füttere. Idealerweise möchte man ein paar Fische am Futterplatz haben die sich um die Köder streiten, wodurch man sie schnell fangen kann. Daher glaube ich weniger häufig dafür Mengenmäßig mehr zu füttern ist der richtige Weg zum Erfolg. Das Gemisch lockt einige Fische auf deinen Futterplatz, weckt den Futterneid an und halt Sie lang genug am Futterplatz um sie zu fangen.

Das ist genug um die Fische in die Margins zu locken. Seid positive und füttert einen großen Cup des Erd-Mixes in den Margins

Ein weiterer Vorteil von meinem Erd-Mix gegenüber von Grundfutter ist, das er sehr schwer ist und somit die Fische besser am Grund hält. Außerdem ist der Nährwert geringer, wodurch der Mix Fische länger am Futterplatz halten kann.

Die Kunst des Timings...

Ganz wichtig für den Erfolg in den Margins ist beherzigt folgenden Rat: "Versucht nicht ein totes Pferd zu peitschen!"

Zu Beginn füttere ich 200 mL meines Erd-Mixes und biete darüber dann meinen Köder an. Wenn ich innerhalb von 10 Minuten keinen Biss habe, füttere ich die Spur und Wechsel die Angelstelle. Ungefähr 30 Minuten später versuche ich mein Glück in den Margins. Die Zeitspanne kann variieren, denn es hängt davon ab wie gut ich woanders fange. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Margin sich entfalten zu lassen bis die Fische selbstbewusst fressen bevor man sie letztlich beginnt zu plündern. Meine Montagen halte ich sehr einfach. Ich verwende 0.165 mm Matrix Power Micron Hauptschnur in Verbindung mit einem 0.145 mm Vorfach an dem ein 16er Carp Bagger Haken gebunden ist. Ich verwende ein 14er Matrix Hollow Elastic, das weich genug ist damit ein gehakter Fisch aus meine Futterplatz schwimmen kann ohne viel Unruhe am Futterplatz zu erzeugen. Gleichzeitig aber genug Reserven hat den Fisch schnell unter Kontrolle und in Kescher Reichweite zu bringen. Ich verwende eine untersetzte Pose mit einer Bulkmontage genau über der Schlaufe, an gebunden mein 12 cm Vorfach gefestigt ist. Dies gewährleistet, dass mein Hakenköder möglichst schnell zum Grund gelangt.

Eine einfache Bulkmontage liefert positive Bisse Robuste Schwimmer sind wichtig in den Margins Shaun entfernt den Wurmkopf und spießt das gebrochene Ende auf

Das Ergebnis...

Es ist immer einfach in den Margins zu angeln wenn man keinen Wettkampf fischt, und es hat nicht länger als seine Stunde gedauert um der Kamera ein volles Netz an Fische zu präsentieren. Ich habe einen Cup meines Mixes zu meiner Rechten gecuppt. Dort ist es 45 cm tief und es liegt dort eine schöne Kante vor. Gestartet habe ich mit einem ganzen Wurm am Haken, womit ich direkt einen 8 Pfund Spiegelkarpfen, darauffolgend mehrere Karpfen und einige große F1´s fangen konnte.

Happiness is bagging in the margins Auch kleinere F1s nehmen große Würmer als Hakenköder

Es stellt sich immer die Frage wann man Nachfüttern soll wann nicht. Die Antwort ist versucht euren Angelplatz zu lesen.  Wenn ihr keine Indikationen mehr bekommt, füttert einen weiteren Cup des Erd-Mixes. Allerdings wenn ihr Indikationen auf eurem Futterplatz erkennen könnt, habt Geduld und wartet bis der Fisch euren Hakenköder findet.

Ein schöner Fang, alle mit der günstigen aber sehr effektiven Taktik überlistet

 

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