Winterzeit - kaltes Wetter, warmes Herz

  • von Thorsten Küsters
  • 05. Februar 2018 um 11:00
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Der Winter ist auch in Deutschland eingekehrt, viele Angler bleiben wegen der Kälte lieber zuhause und warten auf wärmere Tage um wieder angeln zu gehen. Ich frage mich auch des Öfteren, warum ich mich Wochenende für Wochenende nach draußen scheuche, um den geliebten Rotaugen und Brassen nachzustellen. Wenn ich morgens aufstehe, meine Köder samt Futter einräume und meine Haustür öffne, um zu meinem Auto zu gehen, frage ich mich eigentlich jedes mal ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Oft kann ich diese Frage nicht verneinen, da zu dieser Jahreszeit doch ein wenig Verrücktheit benötigt wird. Meistens legt sich dies, wenn man das erste mal am Wasser steht. Für mich hat Wasser eine beruhigende Wirkung, da kann es noch so kalt sein. Angekommen am Gewässer sind dann trotz 4 Grad und eisigem Ostwind auch die letzten Zweifel ausgeräumt und ich bin heiß wie „Holländisches Frittenfett“.

Ich habe mich heute mit meinem langjährigen Freund Jayson Greatorex in Holland verabredet, genauer gesagt befinden wir uns an meinem Winterquartier. Oft ist es so, dass an vielen Gewässerabschnitten nichts bzw. wenig gefangen wird. Hier am Kanal an der deutsch- holländischen Grenze, bedingt durch den regen Schiffsverkehr kann man mit der richtigen Taktik ein paar tolle Fische fangen.

Fertig aufgebaut geht es ans Futter anrühren, hier halten wir es beide sehr einfach. Jayson wird unseren Active Mix aus dem Hause HJG Drescher fischen und ich werde unser Roach mit 300gr. Hanf anrühren. Kurz zum Gerät: Da wir auf kurzen Entfernungen angeln, reichen heute unsere 3.5m XS-Slims von Matrix völlig aus. Wichtig ist im Winter, dass man versucht die Spitze so fein wie möglich zu wählen, um auch die feinsten Bisse erkennen zu können. Auch beim Thema Schlagschnur gehen wir anders als im Sommer vor. Wir fischen heute nur 3m 0,23 Schlagschnur, um auch die feinsten Zupfer erkennen zu können und eine 0.08 Geflochte als Hauptschnur. Als Montage verwenden wir beide eine Fipskonforme Durchlaufmontage. So ist immer gewährleistet, dass bei einem Schnurbruch oder Abriss kein Fisch mit unserem Futterkorb umherschwimmen muss.

Zur Taktik

Jayson hat es heute auf Skimmer abgesehen und ich möchte Rotaugen fangen, dementsprechend sehen unsere Taktiken unterschiedlich aus. Jayson wird mit einem Plastikkorb und Pinkies versuchen Ruhe auf den Futterplatz zu bekommen. Ich werde mit Castern und gekochtem Hanf versuchen Rotaugen zu fangen. Wichtig hierbei ist, dass ich im Gegensatz zu Jayson einen offenen Futterkorb verwende.

Das Angeln

Wir beide füttern jeweils drei Körbe. Jayson mit 3-4 Pinkies im Futter, ich mit Castern und Hanfkörnern. Jayson wartet zwei Minuten bis er den Korb wieder einholt, um den Futterplatz passiv aufzubauen. Ich hingegen leere meinen Korb direkt nachdem der Korb den Gewässergrund erreicht hat, um eine schöne Futterwolke zu erzeugen. Nach der Startfütterung beködere ich mit 3 Pinkies am 16er Superpole mit einem 0.12er Vorfach.

Jayson geht für die dickeren Fische etwas gröber zu Werke und verwendet unseren SW Feeder in 14 an einem 0.14er Vorfach und 2 Maden. Schon nach zehn Minuten kann ich mein erstes Rotauge von gut 200gr. fangen, der nächste Wurf bringt erneut ein schönes Rotauge. Jayson bekommt seinen ersten Biss nach 30 Minuten, direkt ein guter Skimmer der 400gr Klasse. Die Fische haben nun unsere Futterplätze gefunden. Zeitweise geht es Schlag auf Schlag und wir können viele tolle Fische fangen.

Während unsere ganzen Session bleiben wir bei unserer festgelegten Taktik um ein reales Bild davon zu bekommen, ob unsere unterschiedlichen Taktiken funktionieren. Jayson ist der einzige der eine kleine Änderung nach drei Stunden vornimmt. Er wechselt von einem Plastikkorb auf einen Drahtkorb um noch einige Fische aktivieren zu können. Am Ende zahlt sich dieser Schritt aus und er kann neben 7 schönen Skimmern noch einige Prachtrotaugen der 800er Klasse überlisten.

Nach 4 Std. beenden wir unsere Session und können beide ein volles Netz vorweisen. Jayson hat heute mit seiner passiven Methode die deutlich größeren Fische fangen können. Ich hingegen habe deutlich mehr Fische als Jayson aber diese waren deutlich kleiner. Dennoch haben wir fast das gleiche Gewicht im Kescher. Man kann abschließend sagen, das wir trotz Eiseskälte einen tollen und lehrreichen Angel Tag hatten. Wir konnten mit einfachen Methoden und verschiedenen Herangehensweisen, die Fische selektieren. Für uns stand der Spaß im Vordergrund und gelernt haben wir auch noch dabei.

Zum Abschluss durften natürlich die guten Holländischen Diätfritten in Diätmayonaise nicht fehlen.

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