Im Test - Browning Champion’s Choice Superfeeder SW

  • von Achim Tomasits
  • 11. Oktober 2012 um 01:59
  • 3

Mit der Champion’s Choice Superfeeder Serie hat die Firma Zebco Europe/ Browning Fishing multifunktionale Feederruten der oberen Klasse auf den Markt gebracht und auf die Bedürfnisse der Feederangler reagiert. Angelehnt an die in England verwendeten Feederruten bestechen diese Ruten durch ihr breites Einsatzgebiet und ihr stimmiges Design. Die Champion’ Choice Superfeeder Serie umfasst drei Modelle, die Stillwater, die Medium und die Superbomb. Die Stillwater wurde für das Angeln auf mittlere Distanzen oder Gewässer mit träger bzw. leichter Strömung, die Medium für starke Strömung und weite Würfe und die Superbomb für das Method-Feedern auf kampfstarke Karpfen im Nahbereich konzipiert. Die Modelle Stillwater und Medium haben eine Gesamtlänge von 3,6m, die Superbomb misst 3,0m.

Browning Champion’s Choice Superfeeder SW


Wir haben uns ausführlich mit der Stillwater beschäftigt und sie extremen Härtetests an den unterschiedlichsten Gewässern unterzogen. Unsere Eindrücke waren mehr als positiv, eine richtig tolle Rute, welche dem Angler jede Menge Spaß bringt.

Technische Ausstattung:
Browning verwendet für diese Rutenserie nur edle Materialen, angefangen von hochwertigem Kohlefasergemisch, welches in seiner Bauweise optimiert wurde, einer top SIC-Beringung und einem Fuji-Rollenhalter. Im Lieferumfang der Stillwater werden drei Glasfaserspitzen in 1, 1,5 und 2 oz – sehr gut abgestimmt auf den Blank – mitgeliefert.

High End SIC-Beringung – nur die besten Einzelkomponenten wurde für diese Rute verwendet.
High End SIC-Beringung – nur die besten Einzelkomponenten wurde für diese Rute verwendet.

 

Die 3-teilige Rute passt spielend in jedes Rutenfutteral.
Die 3-teilige Rute passt spielend in jedes Rutenfutteral.

FUJI-Rollenhalter
FUJI-Rollenhalter


Praxistests:
Unserem 1. Praxistest haben wir an einen mit gewichtigen Brassen besetzten See gestartet und uns entsprechend dem Gewässer und der Zielfischart vorbereitet. Eine Standard-Schlaufenmontage mit normalen Futterkörben von 30-50g sollten für diesen Test ausreichend sein. Als Hauptschnur wählten wir eine Monoschnur mit einem Durchmesser von 0,22mm.  Mit dem angegebenen Wurfgewicht der Stillwater von 80g lagen wir – bei beladenen Körben – also noch nicht an der oberen Grenze dieser Rute. Bereits nach den ersten Würfen waren wir positiv überrascht, zu was dieser doch dünne Blank der Rute alles fähig ist. Browning verspricht wahrlich nicht zuviel, was die Optimierung der Kohlefaserbauweise anbelangt. Ein  Querverbiegen der Rute beim Wurf ist nicht im Ansatz zu erkennen und somit sind zielgenaue Würfe fast schon selbstverständlich. Jeder Angler wird mit einer neuen Rute die ersten Würfe etwas vorsichtiger gestalten, bei der Stillwater haben wir jedoch sehr schnell Vertrauen in die positiven Wurfeigenschaften gefunden und die Rute wahrlich nicht geschont. Wir angelten auf Distanzen von 35, 47 und 60m. Bereits nach kurzer Zeit fanden sich die gewichtigen Brassen an unseren Angelplätzen ein und jetzt ging der Spaß erst richtig los. Die Glasfaserspitzen der Stillwater zeigten auch die feinsten Bisse verwertbar an und der Drill der ca. 1,5 – 2,5kg schweren Brassen war ein Genuss. Die Rute federt die Stöße dieser gewichtigen Schuppenträger exzellent ab und selbst bei den verwendeten 0,12mm Vorfächern konnten die Fische zügig gelandet werden. Diese Rute arbeitet für den Angler und man fühlt sich schnell sicher beim Drill mit der Stillwater.

Für einen weiteren Praxistest wählten wir einen See, welcher mit Karpfen in allen Größen  besetzt ist und dieses Mal kam ein Method-Flatty/ elasticated, zum Einsatz. Zwar bietet Browning mit der Superbomb hierfür einen spezielle Rute an, jedoch wollten wir die Stillwater einem extremen Härtetest unterziehen. Jeder Angler, der sich schon mal mit dieser englischen Art der Feederfischerei auseinandergesetzt hat, weiß, welche Belastungen hier auf die Rute einwirken können. Brachiale Anbisse und ebenso harte Drills stellen die Rute vor  harte Belastungsproben und das genau das wollten wir auch! Als Hauptschnur verwendeten wir dieses Mal eine geflochtene Schnur mit einem Durchmesser von 0,10mm. Liefen zu anfangs nur kleine Karpfen mit Gewichten bis 1kg auf, steigerte sich die Größe der Fische im Laufe der Angelzeit auf bis zu 4kg. Und das Fazit des Tests der Stillwater in diesem Gewässer: Die Rute kam niemals an ihre Belastungsgrenze und wir hatten nie den Eindruck, dass wir die Karpfen durch zu harte Drills verlieren könnten. Die fast durchgängige, parabolische Aktion der Stillwater meistert spielerisch die Fluchten der Karpfen, auch bei Fischen jenseits der 3kg Marke hat man nie den Eindruck, dass die Rute den Geist aufgeben könnte. Auch bei diesem Test bestätigte sich der gute Gesamteindruck der Rute und macht Freude auf mehr.

Well done – auch den Härtetest auf Karpfen hat die CC Superfeeder mit Bravour bestanden.
Well done – auch den Härtetest auf Karpfen hat die CC Superfeeder mit Bravour bestanden.


Die Method-Angelei ist in unseren Gefilden nicht nur bei der Karpfenangelei sehr erfolgsversprechend, auch die Brassen reagieren in einigen Gewässern hervorragend auf den English Style der Feederfischerei und so machten wir uns wieder einmal auf den Weg an ein Gewässer mit gutem Brassenbestand. Das Setup entsprach etwa dem, welches wir auch für die Karpfenangelei verwendeten. Lediglich das Vorfach wurde mit 0,18mm etwas feiner gewählt. Es dauerte eine geraume Zeit doch dann fanden sich die Brassen an unserem Futterplatz ein. Wir verwendeten die 2oz Glasfaserspitze und konnten selbst die zaghaftesten Bisse verwerten. Nicht immer nehmen die Fische bei der Method-Angelei den Köder vehement auf und so ist eine adäquate Bisserkennung immens wichtig. Die homogene Aktion der Stillwater beim Drill ist von aller erster Güte, ein Ausschlitzen der gehakten Fische, z. B. durch einen zu harten Drill, ist somit fast ausgeschlossen. Das Vertrauen in die Rute wurde wieder mal bestätigt, Brasse auf  Brasse glitt über den Kescherkopf  und die CC Superfeeder SW machte einen hervorragenden Job.

Ein weitere guter Fisch mit der CC Superfeeder spielend gelandet.
Ein weitere guter Fisch mit der CC Superfeeder spielend gelandet.


Große Fische hatten wir genug in den vorausgegangenen Tests, vielleicht gab es ja Schwächen mit der Stillwater in der Kleinfischangelei festzustellen. Um genau dies zu prüfen, machten wir uns auf den Weg an den Main. Uns wurde gesagt, dass zu dieser Zeit die Rotaugen anscheinend recht gut an den Haken gehen sollten. Genau das was wir brauchten. Die Stillwater ist für mittlere Distanzen bzw. langsam strömende Flüsse ausgelegt und so wollten wir auch die Rute nicht zu sehr belasten. Wir wählten zwei Distanzen von 20m und 28m und hierzu passende Körbe von 40g. Es gestaltet sich am Main zu dieser Zeit doch recht schwer, selektiv an die Rotaugen zu kommen, da mit der Zunahme der Donaugrundelpopulation die Rotaugen einfach zu langsam für die Aufnahme des Köders gegenüber den Grundeln sind. Man muss schon tief in die Trickkiste greifen, um an den schwarzen Plagegeistern einiger Maßen vorbeiangeln zu können. Hierzu zählt sicherlich die aktive Feederangelei, d. h. man lässt den Futterkorb hüpfen. Hierzu wählten wir die 2oz Spitze und angelten aktiv in einer Futterspur von ca. 6-8m. Besonders die Rotaugen lieben den aktiven Köder und man muss wirklich sehr konzentriert angeln, um die Bisse auch verwerten zu können. Mit der sehr leichten Stillwater ist das alles kein Problem, ihre schnelle Aktion lässt die schnellen Rotaugenbisse sofort erkennen und auch verwerten. Auch wenn eine dieser mittlerweile „sehr beliebten“ Schwarzmeergrundeln sich am Köder vergriff, die Bissanzeige der 2oz Spitze war optimal und der Biss wurde sofort verwandelt. Selbst wenn ein Schwarm Ukis vorbeizog und sich für den absinkenden Köder interessierte, sie hatten keine Chance. Zu schnell ist die Aktion der Rute, um die Bisse nicht verwerten zu können.

Auch die feine Rotaugenangelei war mit der CC Superfeeder ein großer Spaß.
Auch die feine Rotaugenangelei war mit der CC Superfeeder
ein großer Spaß.


Fazit:
Eigentlich testeten wir eine Feederrute mit einem Wurfgewicht von 80g für die Stillwasserangelei und mittlere Distanzen, doch die Rute entpuppte sich als vielseitiger als von Browning selbst beschrieben. Mit der Champion’s Choice Superfeeder SW kann sowohl die Angelei mit Standardkörben auf Distanzen bis zu 60m vollzogen werden, ebenso die Angelei mit Method-Flatties auf Karpfen bzw. große Brassen und auch die filigrane Rotaugenangelei macht mit dieser Rute richtig Laune. Das geringe Eigengewicht von gerade mal 178g ermöglicht ein ermüdungsfreies und spaßvolles Angeln. Ein wahres multifunktionelles Allroundtalent.

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3 Kommentare
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  • Olli1709
    aus Hamburg
    Ring-Grösse
    Hallo! Kann jemand noch etwas zu der Größe der Ringe sagen, da evtl. auch eine Schlagschnur vorgeschaltet wird und ein Schlagschnurknoten durch die Ringe gleiten sollte. LG Olli
  • stasi
    aus Bremerhaven
    high end Sic-Ringe
    Moin Moin KlauBa Da sieht man mal wieder die Liebe zum Detail von Dir. Ich hätte dem keine Beachtung bei gemessen. Aber der Bericht lässt sich trotzdem gut lesen. Gruß Steffen
  • KlauBa
    aus Büttelborn
    high end Sic-Ringe
    Hallo Thomas Nichts gegen diesen gut gemachten Testbericht, ABER..... ein high end Sic Ring besitzt KEINE plangeschliffene Einlage, wie auf deinem Bild deutlich zu erkennen ist. Hochwertige Ringe besitzen runde, bzw. abgerundete Einlagen. Diese sind definitiv schnurschohnender. LG Klaus