Praxistest: Shimano Commercial Feederruten im Vergleich

  • von Markus Howanietz
  • 27. Mai 2013 um 09:20
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Die Luft wird wieder wärmer, die Vögel singen und unsere Umgebung wird täglich ein wenig grüner. Kurzum: der Frühling schickt seine ersten Vorboten und vertreibt die Tristesse des langen Winters. Dennoch haben wir es uns von CT nicht nehmen lassen und haben in der kalten Jahreszeit einen sehr ausführlichen Langzeittest unter schwierigsten Bedingungen vollzogen.

Diesmal haben es gleich vier Produkte in unseren Test geschafft. Zwei Commercial Feederruten der Firma Shimano sowie jeweils passende Rollen mussten den winterlichen Härteeinsatz überstehen.

Rollen sowie Ruten stammen aus unterschiedlichen Preiskategorien, und so durften die günstigeren Modelle zeigen, wie sie mit der Topklasse mithalten können.

Viel Spaß beim folgenden Test! 

Teil 1: Testbericht Commercial Feederruten

Lieferumfang:

Shimano BX Beastmaster Multi 9-11 Commercial Feeder

  • Stofffutteral
  • Rute, 2-teilig (siehe spätere Anmerkungen)
  • 2 lange Spitzenteile
  • Neopren Klettbänder

Shimano Speedmaster Commercial Multi 9-11 Feeder

  • Stofffutteral
  • Rute, 2-teilig (siehe spätere Anmerkungen)
  • 3 lange Spitzenteile
  • Neopren Klettbänder
  • Ausgleichsgewichte

 

Shimano BX Beastmaster Commercial 9-11

Nach dem Öffnen des Rutenfutterals bin ich ziemlich überrascht. Anders als erwartet liegen nicht die üblichen zwei Rutenteile plus kurze Wechselspitzen vor mir, sondern eine ganze Reihe einzelner Teile. Nachdem ich sie ein wenig sortiert habe, wird klar wie kompromisslos Shimano die Rute gestaltet hat. Sie weist ein Konzept auf, was als modular bezeichnet werden kann. Modular deshalb, weil neben einem kurzen Griffstück noch zwei Mittelteile sowie zwei vollwertige Spitzenteile geliefert werden.

Die Rutenlänge ist variabel und wird durch die beiden Mittelteile festgelegt. Verwendet man das kürzere, entsteht eine 9ft (2,77m) Rute, wird das längere gewählt, entsteht eine 11ft (3,36m) Feederrute. Was auf den ersten Blick zumindest bekannt erscheint, ist in Wirklichkeit aber unheimlich geschickt realisiert worden. Während bei anderen Ruten ein kurzes Behelfsstück einfach zwischengesteckt wird, wurden hier tatsächlich zwei vollständige Rutenteile, inklusive Ringe, mitgeliefert. Diese werden direkt in das kurze Griffstück gesteckt und bilden damit ein durchgehendes Griffteil.

Dies ist im Griffbereich Teils mit EVA, teils mit Kork überzogen. Das EVA ist dabei angeschliffen worden und schmiegt sich perfekt dem Unterarm an. Für einen besseren Halt sind zusätzlich noch Vertiefungen für die Finger der Wurfhand erzeugt worden.

Beastmaster Steckverbindung   Beastmaster Griff

Die Mittelstücke vervollständigen das Griffteil , das ergonomisch geformt ist.

Ist die Hochzeit aus Griffstück und Mittelstück vollzogen, kann nun das passende Spitzenteil montiert werden. Hier wird erneut die Kompromisslosigkeit im Aufbau der Rute deutlich. Der BX Beastmaster liegen nicht nur die üblichen kurzen Wechselspitzen, sondern gleich zwei komplette Spitzenteile bei. Diese bestehen aus jeweils einem Spitzenstück, in das eine Spitze in 1lbs bzw. 2lbs fein säuberlich eingespliesst worden ist. 

Beastmaster Spitze

Sauber eingespliesste Spitze

Daraus resultiert jeweils ein durchgehendes Spitzenteil in 170cm Länge! Durch diesen Kniff, in Kombination mit der geschickten Erzeugung des Griffstücks, gelingt es effektiv die Anzahl der Steckverbindungen im Aktionsbereich auf insgesamt eine zu reduzieren. Dies soll eine durchgehende Aktion der Rute ohne störende Übergänge unterstützen.

Neben dem außergewöhnlichen Konzept der Rutenteilung kann die Rute mit ihrem schlanken, fast zierlichem Blank begeistert. Dieser ist an der stärksten Stelle (der Steckverbindung im Griffteil selber) nur 12,7 mm schlank und somit nicht einmal fingerdick. In glänzendem Schwarz lackiert wirkt die Rute ansprechend und sehr filigran. 

Beastmaster Blank

Die rote Wicklung zeigt an: hier haben wir es mit einer commercial feeder zu tun

Dieser Eindruck wird durch die Beringung unterstützt. Unabhängig von der Länge verfügt die Rute über einen kleinen Dreistegring als Führungsring. Die restlichen, perfekt gewickelten Zweistegringe (9ft-14 Ringe bzw. 11ft-16 Ringe) sind sehr fein ausgeführt und erinnern eher an Matchrutenringe klassischer englischer Ruten.

Beastmaster Leitring   Beastmaster feine Beringung

Robuster Leitring und eine eher Matchruten typische Beringung

Letztendlich verstärkt sich dieser Eindruck nochmals, sobald die Rute zum ersten Mal in die Hand genommen wird. In 9ft wiegt sie mit der 1oz Spitze gerade einmal 145g (2oz-146g) und in 11ft federleichte 166g (2oz-167g).

Die Verarbeitung kann Shimano typisch rundum als tadellos bezeichnet werden. Die Rute wirkt hochwertig, und auf den ersten Blick findet sich nicht der Ansatz eines Kritikpunktes.

Beastmaster Hakenöse
Selbst kleine Details -wie die Hakenöse- wurden sauber verarbeitet

 

 Mit einer Transportlänge von 173cm dürfte die Rute in jedes handelsübliche Futteral passen.

Das angegebene Wurfgewicht liegt bei maximal 50g. 

 

Shimano Speedmaster Commercial Multi 9-11 Feeder

Was bei der günstigeren Rute in unserem Test begonnen hat, wird bei dem Topmodell der Commercial-Reihe wie selbstverständlich fortgeführt. Auch hier setzt Shimano auf das kompromisslose, modulare Multifunktionsprinzip. Der Speedmaster liegen allerdings sogar drei vollwertige Spitzenteile in 0,75lbs, 1,25lbs und 2,25lbs bei, die mit denen der Beastmaster austauschbar sind. 

Speedmaster Bausatz

Drei vollwertige Spitzen sowie ein 9ft und 11ft Mittelstück werden mitgeliefert

Alle ermittelten Längen sind komplett mit dieser identisch.

Erste größere Unterschiede sind am Griffteil zu finden. Beim Topmodell ist dies komplett mit sehr gut verarbeitetem Kork überzogen, das leicht angeschliffen ist und angenehm in der Hand liegt.

Griffvergleich

Unterschiedliche Griffteile: oben Speedmaster, unten Beastmaster

Abgeschlossen wird dieses mit einer optisch ansprechenden und demontierbaren Endkappe. Hier kann der Angler die mitgelieferten Ausgleichsgewichte per Gewinde einsetzen und somit die Rute, unabhängig von der verwendeten Rollengröße und Rutenlänge, immer ins Gleichgewicht bringen. 

Speedmaster Endkappe    Speedmaster Ausgleichgewichte

Endkappe aus Metall,  in der Ausgleichgewichte montiert werden können

Ein weiterer kleiner Unterschied findet sich in der Beringung. Beim 11ft Mittelstück setzt Shimano auf gleich zwei Dreistegringe statt nur einem.

Obwohl der Blank mit 13,05mm geringfügig stärker ist als der der Beastmaster –somit sind die Mittelstücke bzw. Griffstücke nicht miteinander austauschbar-  ist die Speedmaster nochmals ein ganzes Stück leichter als die „kleine Schwester“. Sie wiegt mit dem 0.75oz Spitzenteil in 9ft beinahe schwerelose 126g (1,25oz-128g, 2,25oz-131g) und in 11ft äußerst geringe 148g (1,25oz-150g, 2,25oz-153g).

Bei der Lackierung setzt Shimano auf Understatement. Der Blank ist optisch sehr schlicht gehalten und wirkt, zusammen mit der feinen silbernen Beschriftung, sehr edel und enorm hochwertig.

Speedmaster Blank

Wunderschöner, dennoch schlichter Blank 

Dies gilt ebenfalls für die komplette Rute an sich. Bis ins kleinste Detail ist die Verarbeitung auf höchstem Niveau und kann absolut überzeugen.

Das empfohlene Wurfgewicht liegt ebenfalls bei 50g.

Vorbereitung:

An den ausgewählten Ruten finden die bereits erwähnten Shimano Rollen in der 3000er Größe Einsatz. Für kleine bis mittlere Distanzen wird eine 0,16mm Schnur aufgespult. Auf die Ersatzspulen kommt eine 0,25mm für den Einsatz auf große Fische. Die Ruten werden erst einmal im Stofffutteral gelassen und sicher in einem Hardcase verstaut. Gerade derartig feine Ruten sollten so sicher wie möglich transportiert werden. 

Praxisbericht:

Zum ersten Einsatz kommen die beiden Commercial Feederruten in einem kleinen Hafen eines Ruhrgebietskanals. Das Wetter ist nicht besonders angenehm, und Temperaturen um den Gefrierpunkt werden das Angeln nicht gerade einfach gestalten. Beide Ruten werden in jeweils 11ft Länge montiert, da die anvisierte Wurfentfernung bei ca. 30m liegt. Ein wenig Bewegung durch Schleusentätigkeit und vorbeifahrende Schiffe ist immer gegeben, dennoch erscheint mir die 1,25oz Spitze bei der Speedmaster und die 1oz Spitze bei der Beastmaster unter diesen Umständen ausreichend zu sein. Trotz der Wurfentfernung möchte ich versuchen möglichst leicht zu fischen und wähle die 0,16mm Schnur mit einem 15g Korb.Ein 18er Haken an einem 0,10mm Vorfach rundet das leichte Equipment ab.

Nachdem der Angelplatz hergerichtet ist, starte ich den ersten Wurfversuch mit der Beastmaster. Der anvisierte Angelplatz, auf einer imaginären Linie zwischen Ein-und Ausfahrt des Hafens liegend, wird auf Anhieb getroffen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier der lohnenswerteste Platz liegt. Die Schnur clippe ich im Lineclip ein und zähle die Umdrehungen, mit der die Aernos diese einzieht. Ich komme auf 43, was in etwa 32m entspricht. Anschließend wird die Wurfweite auf das zweite Testobjekt übertragen, indem ich einfach am Ufer die Länge mit beiden Körben in der Hand abschreite und dann die Schnur im Lineclip der Stradic befestige. So ist gewährlistet, dass der gleiche Platz zuverlässig getroffen wird.

Aufgrund der aktuellen Temperaturen entscheide ich mich vorsichtig zu Füttern und setze zu Beginn nur fünf kleine Körbe eines mageren Mixes. Hierbei hinterlässt die Beastmaster schon einen ersten positiven Eindruck. Nicht nur optisch erinnert diese Rute an die englischen Klassiker, sondern sie verhält sich auch beim Wurf so. Bis ins Griffteil lädt sich der Blank beim Wurf auf und lässt den Korb lässig und ohne Kraftanstrengung in Richtung Angelplatz fliegen. Als der Wurf durch den Schnurclip begrenzt wird, puffert die weiche Aktion den Schlag komplett ab. Der Griff liegt angenehm in der Hand und die leichte Rute macht das Werfen zur Freude.

Nach der Startfütterung wird das feine Vorfach in die Schnellwechselperle eingehängt und  eine weitere Ladung Futter wird in  Richtung Angelplatz geschickt. Langsam nehme ich Kontakt zum Futterkorb auf um diesen nicht unnötig vom Platz zu ziehen. Dank der feinen durchgehenden Spitze gelingt dies spielend. Nach 10 Minuten ohne Biss lege ich einen weiteren Korb Futter nach und erneuere die Köder. Leider bringt auch dies noch keinen Erfolg. 10 weitere Minuten später wird wieder mit neuem Futter auf den Platz aufmerksam gemacht.

Plötzlich zittert die feine Spitze ein wenig, gefolgt von einem kurzen Ruck. Das erste Mal hole ich zum Anhieb aus, der leider ins Leere geht. Animiert durch dieses erste Anzeichen von Fischaktivität greife ich nun zur Speedmaster. Schon zuvor habe ich mir vorgenommen die Ruten im 30 Minuten Rhythmus zu wechseln um ein Gefühl für beide Ruten im direkten Vergleich zu erlangen. Also wird die Beastmaster zur Seite gelegt und der Korb an der Speedmaster gefüllt.

Beim Wurf wird direkt deutlich, dass diese zwar den gleichen modularen Aufbau aufweist, aber eine ganz andere Charakteristik besitzt. Die Rute verfügt über einen Blank der deutlich schneller und straffer ist.Er schwingt kein bisschen nach, und Wurfbewegungen werden perfekt umgesetzt. Der Korb wird förmlich Richtung Angelstelle hinauskatapultiert. Dabei wird deutlich, dass der Korkdurchmesser sehr gut gewählt wurde. Die Rute liegt federleicht und richtig gut in der Hand.

Direkt nach dem Absinken erfolgt erneut ein Biss, der mit einem schnellen Anhieb gekontert wird. Diesmal sitzt der Haken. Kurze, nervöse Rucke Richtung Wasser signalisieren einen Fisch am anderen Ende der Leine. Diese bringen die Speedmaster aber nicht sonderlich ins Wanken. Kurz darauf durchbricht ein kleines Rotauge um 100g die Wasseroberfläche. Nicht groß, aber ein winterlicher Fangerfolg!

Leider stellt sich danach wieder Stille ein und außer ein paar lästigen Schwarzmeergrundeln ist an diesem Tag nichts mehr zu holen.

Ein weiterer Ansitz erfolgt, als der Winter kurz Pause macht und der Frühling stark verfrüht an die Tür klopft. Zwar regnet es seit Tagen ununterbrochen, doch erleichtern die aktuellen Temperaturen von beinahe 10°C die Entscheidung loszuziehen. Ich befinde mich wieder einmal an meinem Hausgewässer und baue mein Angelgerät an einem, von Schiffen, stark frequentierten Kanalabschnitt auf. Hier konnte ich bereits häufiger ein paar schöne Rotaugen überlisten.

In unmittelbarer Entfernung zu meinem gewählten Platz befindet sich eine große Schleusenanlage, die immer wieder für kräftige Bewegung im Wasser sorgt. Nach dem Aufbau entscheide ich mich für die kurze Bahn auf ca. 25m. Ein 20g Maschenkorb soll das Futter zügig zum Boden bringen und erst dort freilassen.
Die sehr weiche Aktion der Beastmaster Commercial hat mich zum Nachdenken gebracht. Offensichtlich ist sie mehr Commercialrute als zuvor angenommen. Ihre tolle durchgehende Aktion ist bestens für große Fische an der Lauf- und Festbleimontage geeignet.

So begeisternd diese aber auch ist, für die Angelei auf kleinste Winterrotaugen ist sie nur bedingt prädestiniert. Die Rute ist für die ganz spitzen Bisse der Winzlinge einfach nicht schnell genug. Aus diesem Grund setze ich an der Beastmaster heute eine Laufmontage mit sehr kurzem Vorfach, von nur 10cm Länge, ein. Auf der Ablage liegend wird eine etwas stärkere Vorspannung erzeugt. Dadurch haken sich Fische zu einem hohen Prozentsatz selber, bevor sie überhaupt mitbekommen, dass der Köder einen Haken hat.
Was in der Theorie ein wenig seltsam klingt, funktioniert in der Praxis wunderbar. Besonders wenn doch etwas größere Fische auflaufen, schlägt die Rute wild aus und signalisiert die Fluchten, der bereits gehakten Fische zuverlässig. Sie braucht einfach nur angehoben werden und der Drill kann beginnen. Hier offenbart sich die Paradedisziplin der Beastmaster.

Bis ins Griffteil biegt sich der schlanke Blank durch und federt alle Fluchtversuche der Fische zuverlässig ab. Nun wird deutlich, dass der besondere Rutenaufbau mit vollem Erfolg umgesetzt wurde. In der nicht enden wollenden Aktion der Rute gibt es keine wahrnehmbaren Versteifungspunkte. Der daraus resultierende Halbkreis, den die Rute beschreibt, zaubert mir bei jedem Fisch ein ungläubiges Lächeln ins Gesicht. Selbst bei größeren Exemplaren und dünnen Vorfächern muss die Bremse nur sehr selten geöffnet werden. Die Rute feedert nahezu alles weg.

Die Shimano Speedmaster hingegen versehe ich wieder mit einer ganz normalen Laufmontage. Ich möchte sehen, wie sie sich im Alltag unter CIPS-Regularien (internationales Reglement bei EM und WM) schlägt.  Diese besagen, dass der Korb frei auf der Schnur laufen muss. Mein Vorfach beträgt die erlaubte Mindestlänge von 50cm.

Zuerst lege ich noch einmal drei Futterkörbe mit frischen Ködern vor. Die Rotaugen sind in Beißlaune und ich versuche mit ein paar Castern die größeren an den Platz zu locken. Kaum liegt die Speedmaster auf ihrer Ablage, beginnt die Rutenspitze zu zittern und ruckt immer wieder einmal nervös Richtung Wasser. Der Fisch ist also noch immer da, packt aber jetzt  nicht mehr richtig zu. Ich kontrolliere den Köder und streue zusätzlich ein paar große Maden übers Futter. Dies bringt die Wende.

Sofort zeigt sich starker Widerstand an der Rute und der Blank der Speedmaster geht ansatzlos in die parabolische Aktion über. Immer wieder werden kräftige Schläge des Fisches direkt bis ins Handteil übertragen und doch sicher von der Aktion der Rute abgefedert.

Nach kurzem, aber heftigen Drill durchbricht ein schönes Rotauge die Oberfläche, gibt sich aber noch nicht geschlagen. Eine letzte Flucht wird gestartet.

Aber auch diese wird gemeistert und ein schönes Rotauge kann sicher gekeschert werden.

Speedmaster im Drill
Speedmaster kontra Rotauge Speedmaster siegt.
 Ein spannender Drill beginnt...

Nach ein paar weiteren schönen Fischen beende ich zufrieden den Angeltag.

Neben mehreren Testläufen am Kanal mussten die Testruten noch harte Einsätze am Karauschensee sowie am Karpfenteich hinter sich bringen. Hier wurde deutlich, dass sie auch richtig großen Fischen gewachsen waren. Besonders die Beastmaster machte ihrem Namen alle Ehre und blieb auch bei Karpfen deutlich über 10 Pfund stets gelassen. Dabei zeigte sie enormes Rückgrat und wurde mit allem spielend fertig, was ihr vorgesetzt wurde. Die herrliche Aktion sorgte mehr und mehr für Zuversicht im Drill und ließ nie Zweifel am positiven Ende aufkommen. An starker Schnur konnte unglaublich viel Druck auf den Fisch ausgeübt werden. Gewichtige Fische wurden direkt nach dem Biss gestoppt und kamen somit nie richtig in Fahrt. Dadurch verkürzte sich die Drillzeit enorm, und während der Testphase wurde trotzdem kein einziger Fisch verloren.

Zu beachten ist, dass sowohl Beastmaster als auch Speedmaster für relativ schmale Carpodroms gebaut wurden und somit keine Weitenjäger per se sind. Die Beastmaster ist für ungezwungene Würfe bis ca. 35-40m, die Speedmaster bis ca. 50m zu empfehlen.

Natürlich wurden beide Ruten auch in 9ft im Nahbereich um 20m eingesetzt. Die Wahl des kurzen Mittelstückes ließ sie dabei enger zueinander rücken. Was der Beastmaster in 11ft nicht so recht gelingen wollte, war nun gut möglich. Der Blank wirkte zwar nochmals weicher, aber auch unwahrscheinlich leicht und eine ganze Spur schneller. Somit kann die Beastmaster auch hervorragend auf kleine Fische mit dem leichten Grundblei eingesetzt werden. Nachdem die Speedmaster bereits in 11ft begeistern konnten, war es kaum verwunderlich, dass sie auch in 9ft eine exzellente Figur machte.

Generell ist sie aber nicht nur für kleinere, sondern auch für größere Fische bestens geeignet. Zwar bietet sie kein ganz so enormes Rückgrat wie die Beastmaster, aber mit Fischen bis 7-8 Pfund wird sie spielend fertig. Dies konnte am Karpfensee eindrucksvoll bewiesen werden.   

Speedmaster Karpfendrill

Auch am Karpfensee eine Augenweide- Speedmaster in Aktion

Fazit:

Die Shimano BX Beastmaster Multi 9-11 Commercial Feeder bewältigt beinahe jede Aufgabe und zwingt auch richtig große Brassen und Karpfen in die Knie. Ihr leichter Blank und die saubere Verarbeitung machen sie zu einer sehr guten Rute für moderne, englische Methoden. Dabei verkörpert sie den Aspekt „feine Rute für große Fische“ wirklich ausgezeichnet. Sie ist gleichzeitig filigran und doch enorm stark. Um diesen Spagat zu vollziehen, ist der Blank komplett auf eine durchgehende, weiche Aktion ausgelegt, was sich in der Praxis ausgesprochen gut bewährt hat.

Die Shimano BX Beastmaster Multi 9-11 Commercial Feeder ist eine tolle Rute für denjenigen, der sich an der Großfischjagd versuchen möchte und auf der Suche nach einem ehrlichen „Bestienbezwinger“ (Beastmaster) mit exzellenten Eigenschaften ist.

Die hohe Verarbeitungsqualität, die bezaubernde Leichtigkeit und ihre besondere Multifunktionalität machen sie, auch für anspruchsvolle Angler, zu einer tollen Rute. Aufgrund des besonderen Längenkonzepts erhält der Käufer im Grunde gleich zwei hochwertige Ruten für unterschiedliche Einsatzbereiche des Feederns.

Der Preis von ca. 140 € (angefragter Händlerpreis) erscheint für die gebotene Leistung absolut angemessen.

Shimano ist es mit der Speedmaster Commercial Multi 9-11 Feeder gelungen eine Rute zu bauen, die einen von der ersten Minute an in den Bann zieht und nicht mehr loslässt. Leichtigkeit und Schnelligkeit sowie ihr trotzdem kraftvoller Blank machen sie zu einer Rute, die uneingeschränkt überzeugen kann und die bei jedem Wurf und jedem Fisch Freude bereitet.

Die herausragende Verarbeitungs- und Materialqualität sowie das schlichte, aber edle Design überzeugen bis ins kleinste Detail und machen sie zu einer absoluten Traumrute.
Auch anspruchsvollste Angler werden mit dieser feinen Rute mehr als zufriedengestellt. Hier wird faszinierender Rutenbau auf höchstem Niveau geboten!

Egal, ob beim entspannten Fischen am heimischen Kanal oder beim höchst konzentrierten Einsatz bei EM und WM, sie ist der ideale Begleiter für den ernsthaften Feederangler, wenn feine Methoden im Vorteil sind.

Im Handel wird die Speedmaster Commercial Multi 9-11 Feeder für ca. 210€ angeboten. Davon ist sie jeden einzelnen Cent wert!

Wie bereits zu Beginn erwähnt haben es auch zwei passende Rollen in unseren Test geschafft. Hier geht es zum zweiten Teil, wo die Shimano Aernos 3000SFA und Stradic 3000 SFD genau unter die Lupe genommen werden.

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