Praxistest - Die Black Viper Serie von Browning

  • von Achim Tomasits
  • 04. Dezember 2013 um 10:22
  • 4

Browning Black Viper MK 12, MK 13, MK 13S, MK 14 und MK 14S

Black Viper – bei diesem Namen denken viele bestimmt an ein sehr giftiges Reptil oder auch an einen Sportwagen von Dogde, falsch! Die Firma Browning wählte diesen Namen für eine in 2013 neu erschienene Feederrutenserie. In dieser Feederrutenserie gibt es für jeden Einsatzbereich die entsprechende Rute, abgestimmt auf die jeweiligen Zielfische und die zu beangelnden Distanzen.

In diesen Praxistests beschäftigte ich mich mit fast der kompletten Black Viper Serie, bis auf die MK 11 und die MK 15.

Die Browning Black Viper MK 12, MK 13, MK 13S, MK 14 und MK 14S im Praxistest

Technische Ausstattung:

Die dreiteiligen Feederruten der Black Viper Serie sind mit 3-Steg SIC-Ringen bestückt, welche durch ihre Stegform die Wurfeigenschaften positiv unterstützen. Auch die Anordnung der Ringe unterstreicht die gute Performance der Black Viper Serie. Hier haben sich die Entwickler bei Browning einige Gedanken gemacht.

Das verwendete Carbongemisch der Blanks wurde in zahlreichen Testphasen optimiert und auf die jeweiligen Bedürfnisse individuell angepasst.

Auch der solide Rollenhalter hält die Spulen bombensicher an der Rute und die Flucht zu der Beringung ist so wie sie sein sollte. Jeder Rute der Black Viper Serie ist mit 3 unterschiedlichen Feederspitzen ausgestattet.

Geeignete Ringe für weite Wurfdistanzen
Geeignete Ringe für weite Wurfdistanzen

Ansprechendes Design – Viper-Schriftzug im Handteil
Ansprechendes Design – Viper-Schriftzug im Handteil

Praxistests:

Die MK 12 ist für mich eine Feederrute, welche ihre Stärken in der Angelei auf kurzen Distanzen von 20 – 60 Metern hat. Auch für die feine Rotaugenangelei liefert dieses Modell exzellente Eigenschaften und ist absolut prädestiniert für die feine Feederangelei. Bei einer Länge von 3,60m und einem maximalen Wurfgewicht von 80 Gramm kann diese Rute aber durchaus weit mehr. Die parabolische Aktion federt sehr gut auch Schläge gewichtiger Fische ab und  bringt dem Angler jede Menge Spaß mit ihrem Drillverhalten.

Die MK 12 wird mit 3 Glasfaserpitzen in 0,75, 1 und 1,5 oz. ausgeliefert. Ein kleines Manko für mein Empfingen ist, dass die Ringe der Spitzen dieser Ruten etwas klein ausfallen. Bei der Verwendung eines Mikrowirbels muss dieser nach einer Angelsession entfernt werden, da die Montage sonst nicht durch die Ringe der Spitzen durchläuft. Dieses kleine Problem kann aber dahingehend behoben werden, indem man einfach die Spitzen der MK 13 verwendet. Die Firma Browning hat ein recht großes Repertoire an Feederspitzen in ihrem Programm, für jeden Geschmack bzw. Anwendungsbereich findet man die passenden Spitzen. Außerdem verwendet man bei der Angelei mit der MK 12 auf kurzen Distanzen hauptsächlich monofile Hauptschnüre, so dass die Montage schnell neu angebracht werden kann und nur ein minimaler Schnurverlust zu verschmerzen ist.

Die MK 13 und die MK 13S weisen eine Länge von 3,90m auf und unterscheiden sich in ihren Wurfgewichten. Die MK 13 hat ein Wurfgewicht von 100 Gramm und die stärkere Variante, die MK 13S legt da noch mal 40 Gramm oben drauf. Diese beiden Feederruten wurden für mittlere Weiten konzipiert, haben aber trotzdem enorme Kraftreserven, welche auch den Einsatz schwerer Futterkörbe zulassen. Die MK 13 S hat einen etwas stifferen Blank und arbeitet mehr aus ihrem kräftigen Rückrat. Die MK 13 ist in ihrer Aktion homogener und besticht durch ihre parabolische Aktion, ohne jedoch schwabbelig zu wirken.

Für einen aussagekräftigen Praxistest entschied ich mich für ein passendes Gewässer, welche den Anforderungen der MK 12 und den beiden MK 13 gerecht wurden. Auch sollte natürlich der Fischbestand gut gemischt sein, Rotaugen, Skimmer und gewichtige Brassen sollten gleichermaßen zu fangen sein. Der erste Test fand an einem langsamfließenden Abschnitt des Mains statt. Ich wusste, dass dort mit Rotaugen und weiteren Fischarten zu rechnen ist. Die MK 12 verwendete ich auf einer Bahn in 25m Entfernung und wollte gezielt den Rotaugen nachstellen. Der gewählte 30g Korb blieb gut an einer Kante liegen und bereits nach kurzer Zeit ließen die Rotaugen sich nicht lange bitten. Ich war positiv überrascht, welche sensible Bissanzeige die MK 12 aufweist ohne jedoch zu weich zu wirken. Die Anschläge drangen ohne Probleme durch und so glitt ein Rotauge nach dem anderen über den Kescherkopf. Die verwendete 0,22mm monofile Schnur fand ich an diesem Tag für optimal, da nach einer kurzen Beisspause die Spitze der MK 12 sehr vehement nach unten gerissen wurde. Am anderen Ende tobte eine Barbe, welche ich an dem gut abgestimmten Gerät sicher landen konnte. Geschätzte 5 Pfund brachte der Fisch auf die Waage und die MK 12 meisterte diesen Drill ausgezeichnet. Sicherlich sollte diese Rute nicht selektiv auf kampfstarke Barben eingesetzt werden, sollte dennoch einmal sich eine dieser Kraftbündel am anderen Ende befinden, keine Angst, die MK 12 arbeitet sauber und wird auch mit diesen Gesellen fertig.

Nach etlichen Rotaugen und weiteren zum Teil stattlichen Fischen entschloss ich mich, die beiden Black Viper MK 13 und MK 13 S zu testen. Hier wählte ich eine Distanz von 52m, ein sauberer Untergrund ließ mich diese Weite wählen. Der Futterkorb musste angepasst werden und ich brauchte einen 70g Korb an die MK 13 an. Vorsorglich verwendete ich an der dieser Rute eine Rolle mit geflochtener Schnur, eventuell musste ich ja noch ein Stückchen weiter raus, um an die Fische zu kommen. Die Wurfeigenschaften der 3,9m langen Rute sind meines Erachtens sehr gut, dies ist auch auf die gute Abstimmung des Blanks zurück zu führen. Das gute Handling wird noch durch einen optimierten Abstand des Rollenhalters zum Griffende unterstützt. Sicherlich hat hier jeder Angler seine individuellen Wünsche, für mich ist die Grifflänge der MK 13 auf jeden Fall optimal.

Im Drill macht die MK 13 eine gute FigurIm Drill macht die MK 13 eine gute Figur

Die MK 13 S wartete noch auf ihren Einsatz, also die Ruten kurz ausgetauscht und die differenzierenden Eigenschaften zu der Black Viper MK 13 analysieren. Durch das Wurfgewicht von 140g hat die MK 13 S ein stifferes Rückgrat, welches seine Stärken bei der Verwendung schwerer Körbe erst richtig ausspielt. Ich wechselte den 70g Standardkorb durch einen 100g Speedkorb aus, um die Wurfeigenschaft auf größere Weiten zu testen . Bei einer Länge von 3,90 ist die MK 13 S nicht gerade als Weitwurfmaschine einzuordnen, dennoch können Weiten bis zu 80m problemlos angegangen werden. Die Aufladung des Blanks beim Auswerfen ist bemerkenswert und katapultiert den Futterkorb ohne große Kraftanstrengung auf die gewünschte Weite. Das Drillverhalten der MK 13 S unterscheidet sich gegenüber der MK 13, gerade beim Einsatz feiner Vorfächer verzeiht die MK 13 den ein oder anderen Drillfehler eher als die größere Schwester. Die MK 13 S findet ihr optimales Einsatzgebiet meines Erachtens nach in fließenden oder auch in stehenden Gewässern, wo mit größeren Fischen gerecht werden kann und keine Extremweiten erforderlich sind.

Ich habe die Black Viper MK 12, MK 13 und MK 13 S auch noch in stehenden Gewässern getestet. Gerade in brassenträchtigen Gewässern, in welchen auch der ein oder andere kampfstarke kapitale Fisch einsteigen kann, spielen diese Ruten ihr Können sehr gut aus. Das geringe Gewicht und die Homogenität dieser Ruten machen richtig Laune und bringen jede Menge Spaß.

Black Viper MK 12 – Spaßfaktor garantiert
Black Viper MK 12 – Spaßfaktor garantiert

Die MK 13 hat gute Dienste geleistet
Die MK 13 hat gute Dienste geleistet

Jetzt standen noch Tests mit der MK 14 und der MK 14S aus. Diese beiden Ruten sind die Weitwurfraketen der Black Viper Serie und mit einer Länge von 4,2m entsprechend auf große Weiten ausgelegt. Die MK 14 wird mit Carbonspitzen in 2, 4 und 5 oz., die MK 14S mit Spitzen in 3, 4 und 5 oz. ausgeliefert. Das Wurfgewicht der MK 14 wird mit 120g angegeben, aber meiner Meinung nach sind da noch Reserven da. Ich war doch sehr positiv überrascht, mit welcher Leichtigkeit der verwendete 80g Speedkorb auf eine Distanz von 90m flog, ich habe nicht einmal voll durchgezogen und das 0,10er Geflecht schoss auf diese Distanz.

Die MK 14 in Aktion – weite Würfe garantiert!
Die MK 14 in Aktion – weite Würfe garantiert!

Nach mehreren Testwürfen legte ich mich auf eine Distanz von 86m fest, hier fand ich einen sauberen Untergrund und eine kleine Kante befand sich ca. 1m kürzer, hier sollte auch der ein oder andere Fisch zu fangen sein. Durch die Leichtigkeit beim Wurf kann mit der MK 14 der Korb auch auf größere Weiten zielgenau eingebracht werden. Es dauerte nicht sehr lange, bis die Fische meinen Futterplatz gefunden hatten. Nach einigen Rotaugen war es dann soweit: Ein großer Fisch hatte mein Madenbündel genommen und zerrte brachial am anderen Ende der Schnur. Die MK 14 federte die Fluchten souverän ab und nach einer kurzen Drillzeit landete eine gut sechspfündige Barbe im Unterfangnetz. Es sollte nicht die Einzigste an diesem Angeltag bleiben. Nachdem die Fische doch recht zahlreich am Angelplatz waren, beschloss ich, die MK 14S zum Einsatz zu bringen, um die Futter- bzw. Ködermenge dem Fischaufkommen anzupassen. Ich verwendete einen 100g-Speedkorb mit 5 x 12 Maschen. Das Wurfgewicht der MK 14S wird mit 160g angegeben, also noch genügend Luft nach oben dachte ich mir. Ich musste mich beim Werfen etwas umstellen, denn der stiffere Blank der MK 14S differenziert sich zum Blank der MK 14. Das Vertrauen in die Rute ließ den Futterkorb sicher und leicht auf den Futterplatz fliegen und die Fische bekamen reichlich Nachschub an Fressbarem. Das Vorfach wählte ich jetzt ein wenig stärker, da durch die härtere Aktion der MK 14S ich die großen Fische nicht verlieren wollte. Das 0,22mm Vorfach ließ den Barben keine Chance und die Fische konnten sicher gelandet werden. Das Drillverhalten der MK 14 S ist gerade bei kapitalen Fischen exzellent, die Kraftreserven der Rute sind enorm und lassen in keinem Moment des Drills Schwächen erkennen.

Ich wollte die Rute auch noch unter dem maximalen, angegebenen Wurfgewicht testen und so wechselte ich den 100g-Speedkorb gegen einen 140g-Korb. Rechnet man hierzu noch das Futter, so kommt man ca. auf 160g, was dem angegebenen Wurfgewicht der Rute entspricht. Selbst unter maximaler Belastung arbeitet die Rute hervorragend und man hat nie den Eindruck, dass diese Powerrute nachgeben würde.

Die Bisserkennung der MK 14S hat funktioniert – ein kleines Rotauge auf Distanz gefangenDie Bisserkennung der MK 14S hat funktioniert – ein kleines Rotauge auf Distanz gefangen

Fazit:

Mit der Black Viper Serie setzte die Firma Browning gute Akzente auf dem Feederrutenmarkt, die Produktentwickler der Firma Browning haben wirklich gute Arbeit geleistet und eine Top-Serie zu einem angemessenen Preis auf den Markt gebracht.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
4 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren
  • Achim Tomasits
    @borchi Genau, richtig erkannt. Die unqualifizierten Kommentare von Klaus widersprechen jeder Grundlage. Er sollte sich doch besser mit dem Sortiment von Michael Schlögel auseinandersetzen, denn dieses präsentiert/ repräsentiert er ja schließlich auch! Den Rest klär ich mit ihm direkt am Wasser (oder wo sonst auch)! Und Borchi, die Ruten sind auf jeden Fall ihr Geld wert und m. E. lohnt es sich, sich die ein oder andere Rute aus der Range sich zuzulegen. Gruß Achim
  • borchi
    Bin etwas schwer von Verstand.... Was hat den der Test mit dem Verkauf der Ruten zu tun? Hätten die Ruten zurück zu Browning gehen müssen? Hätte man die Ruten behalten müssen? Ich denke, dass jeder Test subjektiv ist, oder kann hier irgend jemand einen vollkommen objektiven Bericht schreiben? Vielleicht kennst Du ja aber auch die Ruten und findest, dass der Test "falsch" ist, bzw. die Ruten nichts taugen. Da ich mir ernsthafte Gedanlen mache eine der Ruten zu kaufen, würde ich mich freuen, wenn Du mich an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.
  • KlauBa
    aus Büttelborn
    Wie objektiv kann eigentlich dieser "Test" sein, wenn der Verfasser diese Ruten anschließend öffentlich zum verkauf anbietet ? Stimmt mich doch etwas nachdenklich !!! Gruß & frohes Testen weiterhin Klaus
  • borchi
    Ich habe vor Jahre mal eine Milo MK2 gefischt, diese Rute scheint ähnlich zu sein. Kann das jemand annähernd bestätigen?