Infight... Die neue Tubertini Light Feeder II im Härtetest

  • von Thomas Schwarz
  • 08. März 2017 um 09:00
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Wenn man ausschließlich positive Resonanzen bezüglich neuer Ruten erfährt, möchte man sich darüber natürlich auch gerne sein eigenes Bild machen. Ich nehme also wieder die Gelegenheit wahr, mit Matthias Weigang, einem der erfolgreichsten und vor allem innovativsten Feederangler der letzten Jahre an den See zu gehen und meine beiden neu erworbenen Tubertini Light Feeder II zu testen. Um es vorwegzunehmen, die Vorschusslorbeeren über diese Rute waren nicht übertrieben, denn sie ist ein weiteres Sahnestück, welches in Zusammenarbeit mit Matthias und der italienischen Edelmarke Tubertini entstanden ist. In gewohnt kompromissloser Manier sind in den Bereichen Qualität und Verarbeitung ein weiteres Mal eindeutige Maßstäbe gesetzt worden. Aber davon möchte ich mich nun selbst überzeugen. Das Wetter ist eher durchwachsen, es weht ein leichter Westwind und die Temperatur liegt ziemlich genau auf dem Gefrierpunkt. Der See ist jedoch ruhig, nicht allzu tief und die Ruten in 3,00m Länge reichen völlig aus. Ich möchte möglichst leicht fischen und baue daher zwei Varianten auf, eine Rute als klassische Feeder-Montage mit einem kleinen 15g Cage Feeder und eine als Method-Montage mit einem 15g Flat.

Die Tubertini Light Feeder II

Für´s klassische Feedern verwende ich eine 0,75oz-Spitze und als Hauptschnur die Tubertini Gorilla UC4 in 0,16mm, dazu als Vorfach die Tubertini Flourine in 0,10mm mit einer Länge von 1m, dazu ein barbless-Haken in Größe 18.

Die Rute zum Method-Feedern rüste ich mit einer 1oz.-Spitze aus, als Hauptschnur die Tubertini Gorilla UC4 in 0,20mm, dazu ein ca. 10cm Vorfach in 0,16mm und einem barbless-Haken Größe 14.

Beide Montagen sind sogenannte Freilaufmontagen, damit der Fisch sich bei einem Schnurbruch direkt vom Korb befreien kann. Es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob durch diese Montagen der sog. „Selbsthak-Effekt“ ausbleibt. Aber einerseits habe ich mit dieser Montage noch nie Probleme gehabt, den Fisch sauber zu haken bzw. zu landen. Andererseits ist es wesentlich schonender für den Fisch, dass er bei Schnurbruch nicht den Korb mit sich zieht und dieser sich eventuell noch an Ästen oder Seerosen verfängt. Bei dem ohnehin schon enormen Angeldruck an den zahlreichen kommerziellen Gewässern sollte die Schonung der Fische immer im Vordergrund stehen und dies ist auch der Grund, warum an sämtlichen Commercials ausschließlich Barbless-Haken (widerhakenlos) zu verwenden sind.

Nachdem wir unseren Sitzplatz mit allen notwendigen Utensilien eingerichtet haben, starte ich den ersten Wurfversuch mit der Light Feeder II. Ich orientiere mich auf der gegenüberliegenden Uferseite an einen markanten Punkt, den ich immer anwerfe. Den Gewässergrund suche ich nach tieferen Stellen und sauberen Flächen ab, in dem ich den Korb langsam ziehe und die Rutenspitze beobachte. An den für mich besten Stellen clippe ich die Schnur im Lineclip an meinen Tubertini Concept 3500-Rollen ein und messe die Entfernung zwischen meinen aufgebauten Banksticks. So ist gewährleistet, dass ich von der Entfernung her immer den gleichen Platz treffe, sollte die Schnur mal reißen. Wenn es dann doch mal passiert, neue Montage, ablängen, fertig.

Aufgrund der aktuellen Temperaturen entscheiden wir uns vorsichtig zu Füttern und verwenden fürs Feedern eine Mischung 1 Teil Dark Mix und 1 Teil Competition Mix aus der Next Generation Serie. Bereits jetzt, nach den ersten Auswürfen mit der feinen Rute wird deutlich, dass sie nicht nur sehr präzise sondern vor allem äußerst feinfühlig zu händeln ist. Der Griff liegt sehr gut in der Hand und die Leichtigkeit der Rute macht das Auswerfen sehr angenehm. Nicht nur optisch, sondern auch vom Wurfverhalten her eine ganz tolle Rute, die sich beim Wurf sehr gut auflädt und den Korb ohne Kraftanstrengung in Richtung Angelplatz katapultiert. Als der Wurf durch den Schnurclip begrenzt wird, puffert die tolle Aktion der Rute den Schlag sauber ab und der Korb trifft möglichst leise auf die Wasseroberfläche.

Nach der Startfütterung hänge ich das Vorfach ein, bestücke den Haken mit Ködern und eine weitere Ladung Futter wird in Richtung Angelplatz geschickt. Nachdem der Futterkorb den Gewässergrund erreicht hat, wird die Schnur nur leicht gespannt, damit der Korb nicht unnötig vom Platz gezogen wird. Dank der feinen Rutenspitze gelingt dies spielend. Bei mir tut sich zunächst noch nichts, aber nach 10 Minuten hat Matthias die erste schöne Brasse am Haken. Beim Drill zeigt die Rute deutlich, was in ihr steckt. Die starken Schläge der gewichtigen Brasse werden sauber abgefedert und als der Fisch die Wasseroberfläche erreicht, lässt er sich ohne Gegenwehr bis an den Unterfangkescher ziehen. Ein paar Minuten später kann ich ebenfalls die erste Brasse einnetzen.

So fängt der Tag gut an und nach 2 Stunden bzw. einigen gefangenen Brassen ändern wir unsere Angelmethode und steigen auf`s Method-Feedern um. Als Futter haben Matthias und ich eine Mischung aus je 1 Teil Method Master Green, Method Basic Mix und Pellet Super Crush Black gewählt, übrigens alles Bestandteile der Next Generation Method Serie, in der Hoffnung, aufgrund der fischigen Note des Futters den ein oder anderen kapitalen Karpfen überlisten zu können. Das Futter wird leicht angefeuchtet, bis ein gewisser Klebe-Effekt eintritt. Ich lasse es ein paar Minuten ziehen und gebe es dann durchs Sieb, damit in dem Futter keine großen Futterklumpen vorhanden sind. Der Mischung füge ich als Kontrast noch ein paar Virus Micro Pellets in 1mm hinzu, die nicht extra angefeuchtet werden müssen. Als Köder verwende ich zunächst die Next Generation Betain-Boilies und ich beginne mit den orangefarbenen Scopex-Boilies. Matthias setzt auf die neuen Bread Punch Boilies und beginnt mit den gelben Leckerbissen in der Geschmacksrichtung Pineapple.

Drei gefüllte Method-Körbe erreichen zur Startfütterung meinen Futterplatz und nun hänge ich mein Method-Vorfach ein. Den Boilie habe ich auf ein Boilie-Spieß gezogen, lege diesen in die Mould, Futter drauf, pressen - fertig. Ab damit auf den Futterplatz. Nach einigen Minuten sind erste Bewegungen an der Spitze zu erkennen, die sich aber lediglich als sogenannte Schnurschwimmer äußern. Bei Matthias sieht das ganze schon anders aus, denn plötzlich kann der erste Karpfen dem Pineapple-Leckerbissen nicht widerstehen und die Rutenspitze macht einen schnellen und deutlichen Bogen. Beim Drill  biegt sich der schlanke Blank bis ins Griffteil durch und federt sämtliche Schläge zuverlässig ab. Nun wird deutlich, dass der durchdachte Rutenaufbau mit vollem Erfolg umgesetzt wurde. Die Rute hat eine hervorragende und durchgehende Aktion. Der daraus resultierende Halbkreis, den die Rute beschreibt, ist wirklich toll anzusehen. Selbst bei größeren Exemplaren und dünnen Vorfächern muss die Bremse der Rolle nur sehr wenig geöffnet werden. Auch bei mir laufen so langsam die ersten größeren Karpfen ein und so komme ich auch in den Genuss, die Tubertini Light Feeder II in Aktion erleben zu dürfen. Die Rute federt wirklich nahezu alle Schläge eines gewichtigen Karpfens ab und ich habe immer das Gefühl, Herr der Lage zu sein…übrigens ein sehr gutes Gefühl, wenn man seinem Tackle vertrauen kann und das nicht nur bei einem Trainingstag.

Den Angeltag beenden Matthias und ich nach einigen weiteren schönen Fischen. Ich bin sehr zufrieden, denn es wurde deutlich, dass die Rute auch größeren Karpfen ohne Zweifel gewachsen ist. Die herrliche Aktion sorgt immer für Zuversicht im Drill. Auch aufgrund der starken Schnur konnte unglaublich viel Druck auf den Fisch ausgeübt werden. Gewichtige Fische werden direkt nach dem Biss gestoppt und können sauber ausgedrillt werden, wenn sie einmal so richtig in Fahrt sind.

Fazit:

Kompromisslos, kampfstark, feinfühlig und präzise…mit diesen Worten lässt sich die Tubertini Light Feeder II kurz und knapp beschreiben. Ein weiteres Schmuckstück aus der italienischen Edelschmiede, die ihresgleichen sucht und in allen relevanten Punkten, welche eine Top-Feederrute ausmachen, überzeugen kann.

Die Nachfolgerin der beliebten Tubertini Light-Feeder besticht nicht nur durch ihr Äußeres, sondern vor allem durch ihre ungeahnte Feinfühligkeit und Präzision. Ich denke, mit der Tubertini Light Feeder II wird das Angeln mit dem Futterkorb in kurzen und mittleren Distanzen zu einem reinen Vergnügen. Generell ist diese Rute nicht nur für kleinere, sondern auch für größere Fische bestens geeignet und wird damit spielend fertig. Das hat sie mir heute eindrucksvoll bewiesen. Ebenso ist sie aufgrund ihres enorm schnellen Blanks auch für die schnelle Angelei auf Rotaugen oder Skimmer sicher erste Wahl. Ein weiteres Highlight der Rute ist der geteilte Griff, der ein Verrutschen der Rute bei heftigen Bissen verhindert. Ohne Übertreibung konnte ich heute feststellen, dass die Tubertini Light Feeder II eine äußerst hochwertige Rute ist, mit der man sich beim Angeln auf das Wesentliche konzentrieren kann – sie macht richtig Laune!

Die Ruten sind im Fachhandel in 4 Längen erhältlich:

Länge Gewicht Wurfgewicht Teile Transportlänge
2,70m 125g 10-50g 2+3 1,40m
3,00m 130g 10-50g 2+3 1,60m
3,30m 135g 10-50g 2+3 1,70m
3,60m 145g 10-50g 2+3 1,82m

Zum Lieferumfang gehören 3 Carbon Spitzen in den Stärken 1 oz, 1,5 oz und 2 oz. Optional ist darüber hinaus eine 0,5 oz-Spitze erhältlich. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass diese Spitzen mit allen anderen Ruten der Light-Serien kompatibel sind.

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