Mosella Cup Henstedt

  • von Georg Wahle
  • 28. August 2006 um 17:37
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Der Mosella-Cup in Hennstedt erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit, auch im Jahr 2006 durfte Georg Wahle am 12./13.08.2006 150 Angler bzw. 30Teams aus dem norddeutschen Raum begrüssen.

Befischt wurde die Eider, die Eider ist ursprünglich im Bereich Hennstedt ein Tidenfluss gewesen, seit den 30iger Jahren ist dieser Tidenhub jedoch durch ein Sperrwerk reguliert. Durch die nicht berechenbare Sperrwerkstätigkeit kann die Eider zwischen einem stehenden Gewässer und ein schnellfließenden Fluss mit Tidenhub wechseln. Die Tiefe der Eider liegt in diesem Bereich zwischen 4,5m und 7,5m, wobei eine Scharkante im Bereich zwischen 25m und 35m liegt, in diesem Bereich fällt das Wasser über eine Muschelbank von 2,5m bis auf die Höchstwassertiefe ab.
Die Breite der Eider schwankt in diesem Bereich zwischen 150m und 300m. Die Eider verfügt über einen hervorragenden Fischbestand, bei den Friedfischen überwiegt hier ganz klar der Brassen. Rotaugen, Güstern und Aland kommen ebenfalls vor, spielen aber für die „normalen“ Veranstaltungen keine Rolle. Die Durchschnittsgewichte der Brassen haben sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt, fing man früher nur Brassen zwischen 200 Gramm und 400 Gramm, so sind die Durchschnittsgewichte heute zwischen 500 Gramm und 1000 Gramm zu sehen, vereinzelnd werden auch Fische bis 2500 Gramm gefangen.


 die Eider 


Bedingt durch eine stabile Wetterlage und den guten Fängen in den Tagen vor dem Fischen, sind die Teilnehmer guter Hoffnung in das Fischen gegangen und haben sich auf Eidertypische Fanggewichte zwischen 10.000Gramm und 25.000Gramm gefreut. Nach der Begrüßung durch Organisator Georg Wahle und der anschließenden Einweisung in die Besonderheiten der Wegstrecken zu den Angelplätzen, erfolgte die Vergabe der Mannschaftskarten. An der Strecke zeigte sich schnell, das es sich an diesem Tag um ein schwieriges Fischen handelt würde. Zusätzlich zu einem starken Platzregen wies die Eider ihr ungünstigstes Fliessverhalten auf, das Wasser stand. Stehendes Wasser bedeutet in der Eider schwieriges Angeln und Fanggewichte die sich erfahrungsgemäß zwischen 4000Gramm und 6000 Gramm einpendelten.

Der erste Durchgang- Samstag 12 August

Die Eider ist ein typischer Feederfluss, es gilt in circa 35m bis 55m Entfernung zu angeln. Warum so weit hinter der Scharkante? Nun, zu einem stehen die Fische aus ausgezeichneten Raubfischbestand der Eider an dieser Kante und außerdem verliert man zu viele Fische an den scharfkantigen Muschelbänken. Der Brassen steht aber von sich aus direkt an dieser Kante, für die Angler bedeutet dies, das er den Fisch auf seinen Angelplatz weiter draußen im Strom zu füttern.
Um den Fischen die Zeit zu geben sich auf das Futter zu stellen, gibt es bei diesem Fischen die Besonderheit das 30 Minuten vor Beginn des Fischens mit dem Füttern begonnen werden darf. Hierzu werden großvolumige Futterkörbe 10-15 Mal auf den Futterplatz ausgeworfen. Die letzten 20 Minuten vor dem Fischen empfiehlt es sich nicht mehr zu füttern um den Fischen die nötige Ruhe zu geben sich auf den Platz einzustellen.
Es werden von fast allen Teilnehmern grobe, sehr nährstoffreiche Futtersorten gefischt. Die Farbe des Futters spielt nach der Meinung vieler keine grosse Rolle, man sieht sowohl Gelbe, als auch Rote und weiße Futtermischungen, und alle Farben fangen bei richtiger Anwendung. Vielmehr sind die Lebendköder über den Erfolg eines Fischen ausschlaggebend, 500ml Caster und 250 Gramm Würmer sind für eine erfolgreiche Session zwingend erforderlich, nur mit der Futtermischung hält man die Fische bei einem Hegefischen nicht am Platz.

Nach dem Beginn des Fischens wurde schnell einige Standfische gefangen, erfolgreich waren Feedermontagen mit Körben zwischen 30 Gramm und 50 Gramm, die Vorfachlängen variierten zwischen 80cm und 100cm, Hakengrößen wurden zwischen 10 und 18 eingesetzt.


 

Als Köder setzen die einheimischen Angler auf Maden oder Rotwürmer, wobei der Rotwurm seit einigen Wochen der Made überlegen ist. Nachdem die Standfische schnell gefangen wurden, zeigte sich der weitere Verlauf des Fischens als sehr kompliziert.
Es galt Köder als auch die Präsentation ständig zu variieren. Temporär brachte ein leichtes Zupfen des Köders den Fisch, dann wiederum war der ruhige, stationäre Köder erste Wahl. Auf der Strecke sah man dann, Eider untypisch, dann einige Angler mit der Kopfrute Rotaugen fangen. Hier waren aber hohe Stückzahlen notwendig um auf Gewicht zu kommen. Wie sich im nachhinein heraus stellte, war die Kopfrute in den meisten Fällen die falsche Wahl.
Zu allem Überfluss ging während des Fischens in einiger Entfernung ein heftiges Gewitter nieder, der damit verbundene Abfall des Luftdrucks verschlechterte das Beissverhalten der Fische dann noch weiter. Dieser negative Trend im Beissverhalten änderte sich erste in der letzten halben Stunde des Fischens, in diesen Minuten gelang es vielen Teilnehmern noch einmal an den Fische zu kommen. Das Verwiegen der Fische brachte dann auch für die Eider eher ernüchternde Ergebnisse, auch wenn sich hier wieder viele bekannte Namen in der Spitzengruppe wieder fanden.

Der zweite Tag- Sonntag 13 August

Dieser Tag startete mit leichten Nebel, bei der Ankunft am Gewässer hellte sich jedoch die Miene vieler Teilnehmer merklich auf. Die Eider strömte, und zwar mit einer beachtlichen Geschwindigkeit. Zusammen mit der nun stabilen Wetterlage war man sich sicher das es heute zu guten Fangergebnissen kommen würde. Auch an diesem Tag wurde wieder 30 Minuten vor Beginn des Fischen mit der Fütterung begonnen. Wie am ersten Tag wurden 10-15 Körbe mit groben, nährstoffreichen Futter ausgebracht die zusätzlich mit Lebendködern durchsetzt waren.

Die eingesetzten Montagen waren an diesem Tag, bedingt durch die Strömung, schwerer als am Vortag. Es wurden Körbe zwischen 70 Gramm und 80 Gramm gefischt, dort wo sehr harter Grund es zuließ wurden auch Körbe der 100 Gramm Marke gefischt, den auch in der Eider gilt, „je ruhiger der Köder, desto größer die Fische“.
Schnell war an diesem Tag klar, das sich der Fluss von seiner besten Seite zeigen würde. Wie gewohnt wurde schnell der „Standfisch“ gefangen, dann nach 20 Minuten waren überall die Ruten „krumm“, die Brassenschwärme standen voll auf dem Futter. Nun zeigten sich die Könner der Feederfischerei, wie ein Uhrwerk wurden alle 2-3 Minuten der Korb ausgebracht. Bedingt durch die grossen Körbe war eine höhere Frequenz nicht nötig, wird diese Frequenz komplett durchgefischt, so wurden am Ende des Fischens circa 5 Liter Futter und zusätzlich 1-2 Liter Köder ausgebracht. Bei den hohen gefischten Korbgewichten und den Wurfweiten ist dies Schwerstarbeit für Gerät und Angler.

Nach dem das Fischen das 4 Stunden beendet wurde trat wieder die Wiegekommission in Aktion. Schnell zeigte sich, das an diesem Tag wesentlich mehr Fisch gefangen wurde. In vielen Sektoren und in der Gesamtaddition haben sie die Fanggewichte vom ersten zum zweiten Tag verdoppelt.

Die gefangenen Fische wurden dankbar, vom Tierpark Eeckholt und von Storchenvater Rolf Zietz, entgegen genommen

Nach Auswertung der Ergebnisse über beide Tage wurden die erfolgreichsten Angler proklamiert, es wurden sowohl die besten Einzelangler als auch die besten Teams mit wertvollen Preisen des Sponsors Mosella geehrt.

Den Preis für den erfolgreichsten Einzelangler konnte Organisator Georg Wahle an den Angler Uwe Seewald vom Team Milo Bremen überreichen, Uwe konnte über beide Tage die Platzziffer 4 erfischen bei einem Gesamtgewicht von 30050 Gramm, der 2 Platz ging an Dennis Klan vom ASV Hennstedt, Dennis fischte ebenfalls die Platzziffer 4 jedoch ein Gesamtgewicht von „lediglich“ 27450 Gramm. Platz 3 ging an den Angler Gerald Kautzinski vom Angelspezi Heide. Platz 2 und Platz 3 zeigten das die ortsansässigen Vereine Ihren Heimatvorteil nutzen konnten.

Anschließend wurden die Mannschaftsergebnisse bekannt gegeben, hier war der Heimvorteil noch deutlicher. Platz 1 ging mit der Gesamtplatzziffer 74 an das Team vom ASV Hennstedt, den 2. Platz errang das Team vom ASV Pahlen / Dörpling mit der Gesamtplatzziffer 94 vor dem Team von Milo Bremen mit der Platzziffer 96.


Die vorderen Platzierungen der Einzelwertung: von Links : Gerald Kautzinski, Uwe Seewald, Dennis Klan und der Veranstalter Georg Wahle

Besonders erfreut war der Organisator über das gute Abschneiden der heimischen Jugendgruppe, im gesamten Raum Schleswig Holstein wird aktiv an der Jugendarbeit gearbeitet. Erste Erfolge sind zu sehen....

Anm. der Red.: Wir vom Champions Team wünschen uns, das die aktive Jugendarbeit in Schleswig Holstein Vorbild für viele andere Regionen in Deutschland ist, und hoffen das die „Nordlichter“ diesen Weg weiter gehen.

Zum Abschluss möchten wir allen Helfern danken. Vor allem den Teammitgliedern vom Angelspezi Heide. Ein Dank auch an die Frauen des ASV Hennstedt für die Bewirtung der Gäste.


Der Veranstalter und das Siegerteam: von Links: Georg Wahle, Sandor Klan, Olaf Kaden, Dennis Klan, Dirk Henschen, Mike Schmidt

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an die Firma Mosella ohne die es kaum möglich gewesen währe diese Veranstaltung in einem solchen Rahmen durchzuführen. Wir wünschen uns und allen Angelfreunden dass der gute Geist noch lange über dieser Veranstaltung wacht. Wir freuen uns auf Euer kommen zur nächsten Veranstaltung.

Euer

Georg Wahle

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