Ovens Cup 2006

  • von Uli Prehn und Rüdiger Hansen
  • 02. November 2006 um 14:00
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Wurde der Ovens Cup schon oft durch widrige Witterungsverhältnisse negativ beeinflusst, so war Petrus beim 14. Ovens Browning Cup ein Anhänger der Petri Jünger. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 C° erschwerte lediglich ein teils heftiger Ostwind das Fischen. Blättert man in den Annalen des Ovens Cup, so findet man Sturm, Hochwasser, Nachfröste und wahrscheinlich sogar Schnee. Die diesjährigen Bedingungen waren also schon fast ideal und komplettiert wurden die guten äusseren Bedingungen durch ein starkes, namhaftes Feld.
Am Start waren Angler wie Mosella Mann Harald Windel aus dem Champions Team, KOC Sieger Mathias Weigand von Browning, der Cheb Gewinner Lars Lindemann (MSD Team/Tubertini) und natürlich Rüdiger Hansen und Uli Prehn (beide Browning). Aus dem Ausland war das Team vom Browning Team Denmark angereist, zusammen mit den starken Teams aus Schleswig Holstein, Mosella Bremervörde oder auch dem Sieger des FAPS Cups Team Milo Bremen versprach es ein enges Rennen zu werden. Würde man den Seriensiegern, dem Browning Team Schwabstedt, dieses Jahr ein Bein stellen können? Die Dichte der startenden Mannschaften war sicher nie so hoch wie dieses Jahr, verbarg sich in diesem Feld eventuell noch ein Geheimfavorit?

Sicherlich würde auch das Losglück seinen Teil zur Antwort auf diese Frage beisteuern, gefischt wurde nach der französischen Wertungen mit unterteilten Sektoren (Halbsektoren). 2 Sektoren wurden in der Treene, 3 Sektoren in der Eider ausgesteckt. Eine Besonderheit beim Ovens Cup ist die Vorgabe der Angelarten in den Sektoren. In den Treene Sektoren durfte nur mit bleitragender Pose gefischt werden, in einem Eider Sektor durfte nur gefeedert werden.
Dazu war ein Eider Sektor der schwimmenden Pose vorbehalten und ein Eider Sektor war beliebig befischbar. In den vergangenen Jahren war es meist so, das der Ovens Cup an der Eider entschieden wurde. Hier galt es sich keine Fahrkarte einzufahren, dementsprechend hoch war hier die Anzahl der Posenspezialisten. Nach der Ausgabe der Startkarten machte sich der Tross der Angler auf um die Angelplätze einzunehmen. Die Anfahrt zur Treene und zur Eider gestaltet ist relativ problemlos, durch Mithilfe der Landwirte und der Polizei konnte die Angler mit ihren Pkws meist bis dicht an die Angelplätze fahren.

Kommen wir zur Veranstaltung, die Sektoren waren hier wie folgt aufgeteilt:

Sektor A: Treene Pose
Sektor B: Treene Pose
Sektor C: Eider beliebig
Sektor D: Eider Feeder
Sektor E: Eider Pose

Sektor A und Sektor B: Viele Angler gehen die Treene wie folgt an. Es werden 4 Spuren befischt, die Spur hinter den Seerosen, die 8m Spur, die 13m Spur sowie eine Match/Bolospur am gegenüberliegenden Ufer. Die drei kurzen Bahnen werden allesamt mit dunklen, nährstoffarmen Futter per Polecup gefüttert. Füttern aus der Hand gilt als tödlich in der Treene und es ist wichtig an dem Fluss mit äußerster Vorsichtig zu agieren. Auf die Matchrutenspur auf der gegenüberliegenden Flussseite wurden circa 20 Bälle helles Futter, welches mit Castern und Würmern durchsetzt war, geschossen. Es galt diese Spur nur einmal zu befüttern und dann erst einmal nicht zu befischen.


Mathias Weigand

In den beiden Sektoren wurden Anfangs die Standfische auf den unterschiedlichen Bahnen gefangen, insbesondere vor den Seerosenfeldern wurden kleine Barsche und Rotaugen gefangen. Es galt flexibel die Bahnen zu befischen, biss auf der 13m Spur kein Fisch mehr, so wurde die 8m Spur befischt. Die ganz kurze Spur erwies an diesem Tag als nicht so ergiebig, vermutlich war das Wetter noch zu gut.
Nach circa 3 Stunden konnten auf einigen Plätzen Brassen gefangen werden, diese bissen jedoch sehr selektiv auf Wurm. Wurden Würmer allerdings zu stark in die Fütterung eingebracht, so wurden die Wollhandkrabben zur Plage. Zum Ende des Fischens stellte sich entgegen den Erfahrungen heraus, dass das Füttern von Hand dieses Mal kein Problem darstellte und die Fische sogar positiv auf die Einwurfgeräusche reagierten. Ein Platz in der Treene erwies sich an diesem Tag als der Platz schlechthin. Ein Angler konnte hier 47 Kilogramm Fische erbeuten, ein Ergebnis von dem sicherlich jeder Angler träumt.

Den Sektor A gewann Jan Willi Küpperschmidt vom Browning Ovens Team 1, Jan konnte von der Platznummer 17 41 Fische mit zusammen 30980 Gramm fangen. Den zweiten Platz belegte Ingo Peate vom Team Sulingen 2 mit 54 Fischen und 2800 Gramm, vor Georg Wahle mit 38 Fischen und 20780 Gramm Gewicht.

Im Sektor B gab es eine „Ecke“ in welcher die Brassen massiv standen. Den Vogel abgeschossen hat dabei Jörg Battermann vom Team VNS Goslar 2. Jörg saß auf der Platznummer 63 und konnte hier 61 Fische mit einem Gesamtgewicht von 47880 Gramm fangen, den zweiten Platz in diesem Sektor belegte Herbert Renze vom Team Tubertini Meppen mit 112 Fischen und 7640 Gramm. Der dritte Platz kam dann wieder aus der „Brassenecke“. Auf der Platznummer 62 konnte Martin Zeltzloff vom Browning Team Bielefeld 36 Fische mit einem Gewicht von 28120 Gramm fangen.

Sektor C: Der „beliebige“ Sektor, hier hat man die Qual der Wahl. Setzt man auf die Brassen und damit die Feederrute, oder probiert man über die Kleinfische und die 100 Punkte Wertung am Gewicht der zu erwartenden Brassen vorbei zu kommen?

Die richtige Antwort darauf können nur der jeweilige Platz und der Verlauf des Angelns geben. Hat man einen „Kleinfischplatz“ oder bekommt man die Brassen auf der Feeder zum „Laufen“. In diesem Jahr schien die Kleinfischangelei der Schlüssel zum Erfolg zu sein, hatte man einen Platz mit einem Seerosenfeld dann konnte man in den 5 Stunden weit über 100 Fische jenseits der 10cm Marke fangen.
Das Angeln mit der Feederrute gestaltete sich dafür sehr schwierig, Futterkörbe der 120 Gramm Klasse konnten nicht gehalten werden. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Fische bei der starken Strömung und den schweren Korbgewichten sehr vorsichtig bissen. Viele Bisse konnten nicht verwertet werden. Der Anhieb ging bei vielen Anglern ins Leere, eine Ursache hierfür war nicht zu finden. Auch der ausgewiesene Feederexperte Mathias Weigand konnte keine Antwort auf diese Frage finden, ein ständiges Wechseln von Hakengröße, Vorfachlänge und Köder brachte keinen Erfolg.
Bisse hatte er zwar genug, verwerten konnte aber auch er sie nicht. Mathias hat aber seine ganze Klasse eindrucksvoll bewiesen und konnte dann, an dem für ihn unbekannten Gewässer antizipieren, dass es nur über die Kleinfische gehen würde. Ein weiteres Problem für viele Angler war der Verlust von gehakten Brassen an den scharfen Muschelbänken. Es war einfach zum Haare raufen, hakte man endlich einen Fisch, so war er nicht über die Kante zu bekommen, wohl dem der auf die Kleinfischangelei gesetzt hatte. So gewann diesen Sektor dann auch ein „Kleinfischangler“. Jörg Düwel vom Team Tubertini Meppen konnte 160 Fische mit einem Gewicht von 3520 Gramm fangen, den zweiten Platz belegte Olaf Kaden mit 24 Fischen und 15700 Gramm. Dritter wurde der Schleswig Holstein Spezialist Ralf Siebert vom Team Mosella Bremervörde mit 156 Fischen und 3580 Gramm


Rüdiger Hansen

Sektor D: Der „Feedersektor“. In diesem Sektor durfte nur mit schwimmender Pose geangelt werden. Hier zeichnete sich ein Duell zwischen der unberingten Kopfrute und der Bolorute ab. Konnte die Bolorute mit höheren Stückgewichten aber niedrigeren Fangzahlen mit den hohen Stückzahlen der Kopfrute/Whip mithalten? Die Bolo wurde in 25m-35m Entfernung mit einer 6-12 Gramm Montage gefischt, es wurden hier vor allem kleine Güstern, kleine Brassen und Rotaugen gefangen. Wichtig war es an der Bolo die richtige Montage zu fischen, fischte man zu schwer oder zu leicht, so wurden keine Fische gefangen, bzw. die Stückzahl ging beträchtlich zurück. Am besten umsetzen konnte dies Stefan Kruse vom Browning Team Niedersachsen, Stefan fing 144 Fische mit einem Gewicht von 9460 Gramm. Der zweite Platz ging ebenfalls an einen Browning Angler, der Däne Peter Hansen (Browning Team Denmark) konnte 109 Fische mit einem Gewicht von 3440 Gramm fangen. Dritter in diesem Sektor wurde Werner Dittman vom Team Tubertini Meppen mit 51 Fischen und 17500 Gramm.

Sektor E: Der „Posensektor“ und somit auch meist der Großfischsektor. Aus diesem Sektor kommen traditionell immer die höchsten Fanggewichte. Gefischt wurde meist in Entfernungen zwischen 30m und 50m. In dieser Entfernung galt es die Fische zu finden und zu halten. Viele Angler setzten auf sehr grobes Futter, welches einen hohen Anteil an Lebendködern enthielt.
Ein wichtiger Faktor beim Feedern ist natürlich die Strömung. Am Samstag herrschten an der Eider eher schwierige Verhältnisse. Strömte die Eider beim Aufbau fast gar nicht, so setzte pünktlich zum Start eine teilweise heftige Strömung ein. Schnell wechselten die Angler auf Korbgrößen bis 150 Gramm, und selbst diese Gewichte konnten nicht gehalten werden.
Um den Köder trotzdem ruhig präsentieren zu können, wechselten die Angler die Entfernungen und fischten um bis zu 10m kürzer. Auf dieser Entfernung konnte mit Körben zwischen 80 Gramm bis 120 Gramm gefischt werden.

Das Erkennen der Bisse gestaltete sich zusätzlich als sehr schwierig, die Fische nahmen den Köder einmal kurz auf und ließen ihn dann sofort wieder los, einen Anschlag zu setzen war fast unmöglich. Zur Mitte des Fischens setzte die Strömung kurz aus um dann nach einigen Minuten wieder in die entgegengesetzte Richtung abzufließen.
Bei diesem „ablaufenden“ Wasser konnten einige Angler die Fische auf ihren Platz ziehen und ihr Ergebnis positiv verändern. Letztendlich wurde dieser traditionelle „Großfischsektor“ dieses Mal jedoch über die Stückzahl gewonnen. Gewonnen wurde dieser Sektor von Bastian Hölger vom Team Mosllea Bremen. Bastian konnte mit der Pickerrute auf dichter Distanz 100 Fische mit einem Gewicht von 4080 Gramm fangen. Dicht gefolgt von einem „Dickfischangler“ und zwar Svenn Tannert vom SAV Bredstedt. Sven fing 38 Fische mit einem Gewicht von 10200 Gramm. Dritter wurde Maos Petersen vom Browning Team Denmark mit 73 Fischen und 5640 Gramm Gewicht.


Ehrengaben der Firma Browning

Bei den nun folgenden Ehrungen der Mannschaften wurde es spannend. Konnte das Browning Ovens Team seine 4jährige Siegesserie um ein weiteres Jahr verlängern? Die Ergebnisse der einzelnen Sektoren versprachen ein enges Endklassement. Wer würde dieses Jahr die Nase vorne haben? Rüdiger Hansen, der die Ehrung der Mannschaften vornahm, fand zum Ausgang des Fischens die richtigen Worte. Nicht der Beste sondern der schlechteste Angler einer Mannschaft würde das Rennen entscheiden. Ein klassisches Beispiel für diese Aussage ist das Tubertini Team Meppen.
In den Sektoren B, C, D und E hatte sich dieses Team die hervorragenden Platzziffern 1,1,6 und 2 erfischt- Eigentlich hätte mit diesen Platzziffern ein souveräner Sieg herausspringen sollen, wäre da nicht die Platzziffer 22 in Sektor A gewesen! Letztendlich sprang dann „nur“ Platz 3 für das Team heraus. Gleichmäßiger und damit erfolgreicher fischten die Teams von Sagenhaft Schleswig Holstein und dem Team Hansa aus Hamburg. Diese beiden Teams hatten als schlechteste Platzziffer eine 11 und gleichmäßig gute Ergebnisse in den anderen Sektoren. Das Rennen um den großen Wanderpokal machte dann das Hansa Team.
Mit einer 4, 4, 11, 2 und einer 3 und damit der Platzziffer 24 gewann das Team den 14. Browning Ovens Cup. Den zweiten Platz belegte das Team von Sagenhaft Schleswig Holstein mit 29 Punkten und den Platzziffern 6, 8, 3, 1 und 11.


das Sieger Team

Die Firma Browning unterstützte diesen Event nun das 14. Jahr mit Sachgaben aus ihrem Sortiment und erhöht damit die Attraktivität dieser Veranstaltung wiederholt.


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