Bericht zum 1. Shimano Cup

  • von Michael Borchers
  • 25. Oktober 2006 um 14:17
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Am vergangenen Sonntag fand am Silokanal in Brandenburg bei spätsommerlichen Temperaturen der bestens organisierte 1. Shimano Cup statt.

Die Veranstaltung war schon frühzeitig ausgebucht und das Teilnehmerfeld sehr gut besetzt. Neben den champions-team Mitgliedern Harald Windel, Thomas Pruchnowski, Stefan Posselt, sowie u.a. Claus Müller, Markus Thönes und Sascha Leder aus dem Saarland, waren u.a. auch Peer Saddler und Lars Lindemann vom MSD Team aus dem Ruhrgebiet am Start.


Thomas Pruchnowski Claus Müller 

Absoluter Höhepunkt der Veranstaltung war jedoch die Teilnahme des mehrfachen Einzel- und Mannschaftsweltmeisters Alan Scotthorne aus England, der sich bereits am Samstag zusammen mit Claus Müller und weiteren Trainingsgästen einen Eindruck von den Gegebenheiten am Silokanal machte.

Bedingt durch die noch unerwartet hohen Temperaturen waren die großen Rotaugen noch nicht im Silokanal und insbesondere im A Sektor wurden am Sonntag überwiegend Rotaugen von 80 bis 200 Gramm gefangen. Diese dafür in hohen Stückzahlen, wobei in der letzten Stunde auch die Brassen auf die Plätze kamen. Wer hier seinen Futterplatz mit dem regelmäßigen Füttern von Würmern und Castern vorbereitet hatte, konnte in der letzten von vier Stunden noch einige der bis zu 800 Gramm schweren Brassen einnetzen.

Andreas Pleuß  

Wie auch in den anderen Sektoren war es sehr wichtig, mit der Kopfrute so weit wie möglich im Kanal zu angeln. Das hieß, dass mit der 13 Meter Kopfrute bestenfalls auf einer Plattform geangelt wurde und die beiden hinteren Füße gerade noch auf der trockenen Packlage standen, denn auf der vom Ufer entfernten 13 Meter Spur gab es noch eine Kante, die es zu überangeln galt. Gerade am Anfang, wo die Bisse noch sehr zahlreich und stürmisch kamen, waren die Teilnehmer mit den 9 oder 10 Meter langen Telestippen klar im Vorteil und konnten sich schnell einen kleinen Vorsprung erangeln. Dies galt anfangs für alle Sektoren, wobei der B Sektor am Stahlwerk nicht so ausgeglichen war und dort die Plätze mit den höheren Nummern (ab Platz 20) klar im Vorteil waren.


 Guido Hampel

Aus dem C Sektor hinter der Brücke waren bekanntermaßen die höheren Gewichte zu erwarten, da es dort mehr Brassen in teilweise auch höheren Stückgewichten zu fangen gibt. Thomas Pruchnowski ging auf Platz C 36 als Favorit ins Rennen, doch im Verlauf des Angelns verlor er zu viele gute Fische, so dass es am Ende nur zu einem 28ten Platz in der Gesamtwertung reichte. Guido Hampel vom Shimano Fishing Pro Team konnte dagegen auf der C 10 seinen Heimvorteil nutzen und fing mit 22140 Gramm das Tageshöchstgewicht.

Generell galt es auch im C Sektor in den ersten ein bis zwei Stunden kontinuierlich die Rotaugen zu fangen und dann langsam auf die Brassen umzustellen. Zu früh versuchten viele Teilnehmer mit Würmern und schweren Montagen die Brassen zu fangen und ließen die zahlreichen Rotaugen außer Acht.

 

Und der Weltmeister? Vor dem Angeln sagte uns ein nicht unbekannter Teilnehmer, dass Alan Scotthorne auch nicht anders angeln würde als wir oder die weiteren Teilnehmer. Eine Einschätzung, die dann doch nicht so ganz zutraf.

Bereits nach 15 Minuten war klar, dass hier jemand am Werk war, dessen Kopfrute anscheinend die Verlängerung seines rechten Arms war und der gerade spielerisch mit ihr umging. Alan Scotthorne angelte einerseits mit einer Leichtigkeit und andererseits mit äußerster Disziplin und Präzision. Dabei weder hektisch, noch besonders schnell aber kompromisslos.


der Meister beim Einnetzen Harald Windel 

Sobald sein Köder die Wasseroberfläche erreichte, war er bereit, den nächsten Biss zu verwerten. Im unverzögerten Trieb fütterte er auf die Rotaugen und später auch auf die Brassen bei jedem Einsatz, ohne auch nur einmal Fühlung zur Pose aufzunehmen, wobei ein nicht unerheblicher Wind wehte. Er setzte die Pose mit äußerster Präzision ein, erreichte dadurch sicherlich eine optimale Köderpräsentation und wechselte den Köder nach jedem Trieb ohne Biss. Es schien alles so selbstverständlich und einfach und man hatte den Eindruck, dass auch Alan Scotthorne ein bisschen die Zeit vergessen würde, denn während seine Nachbarn vermehrt Brassen fingen, ließ sich der Weltmeister nicht aus der Ruhe bringen und fing ein Rotauge nach dem anderen. Als er dann doch nach 2,75 Stunden die 3 Gramm Montage gegen die 6 Gramm Montage tauschte, fing er die restliche Zeit mit der etwas tiefer gestellten und leicht verzögerten Montage fast ausschließlich Brassen.

Eine eindrucksvolle Vorstellung, die sicherlich mehr Zuschauer verdient hätte und einige gestandene Angler im Publikum mit großen Augen, Anerkennung und Bewunderung zurückließ.


 Alan ScotthorneAlan Scotthorne 

Hier gilt ein großer Dank an die Firma Shimano und Petra Krichel, die diesen Event ermöglicht haben. Viele Angler haben hier die Chance ausgelassen, einem Angler der Extraklasse an einem Gewässer in Deutschland über die Schulter zu schauen, denn selten gab es in 4 Stunden so viel zu lernen, wie bei dieser eindrucksvollen Demonstration.

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