3. Browning-Cup am Trausnitzspeichersee

  • von Achim Tomasits
  • 30. September 2008 um 12:29
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3. Browning-Cup am Trausnitzspeichersee

Klirrende Kälte, gefrorene Autoscheiben und zahlreiche Angler traf man am Sonntagmorgen am Vereinsheim des Fischereivereins Trausnitz an, der 3. Browning-Cup am Trausnitzspeichersee stand an und lockte 46 Tandems in den schönen Oberpfälzer Wald. Die Mannen um Albert Wiederer vom Browning-Team Bayern luden zum dritten Mal Sportfreunde aus Nah und Fern zu diesem hervorragend organisierten Cup ein, die Resonanz steigt von Jahr zu Jahr. Der 28. September ist zwar schon ein recht fortgeschrittener Termin für die Brassenpirsch, doch der See produziert reichlich Fisch und so kann auch noch im Herbst mit einem guten Fang gerechnet werden. Fangen wir aber doch einfach mal von vorne an.

Bereits am Samstag traten wir die Anreise zu unseren Browning-Freunden an um erste Eindrücke vom aktuellen Beißverhalten der Fische erhalten zu können. Natürlich besucht man gute Freunde zuerst zu Hause, Helmut Wölker lud zum obligatorischen Weißwurstfrühstück ein und das bayrische Weizenbier mundete hervorragend. Nach diesem kurzen Stop ging es anschließend an den See um den trainierenden Tandems über die Schultern zu blicken.

Zum Speichersee ist zu sagen, dass der Wasserstand sich sehr differenzieren kann, bis zu drei Meter fällt und steigt das Wasser, je nach Strombedarf der umliegenden Gemeinden. Dies macht den Aufbau der Sitzkiepen bzw. Plattformen immer wieder zu einem Erlebnis, manch ein Angler bekam schon nasse Füße weil er den Hinweisen der Einheimischen nicht Gehöhr schenken wollte.


ct-Redakteur Tobi Klein mit Partner Christian Achhammer beim Training

Am Samstagnachmittag war der Wasserstand fast an der Maximalmarke angelangt und so konnte man bequem aufbauen bzw. auch die gefangenen Fische keschern. Der Einsatz von abgedunkeltem Futter ist bei diesem See auf jeden Fall Pflicht, hellere Sorten schrecken die Schuppenträger zu sehr und das Fangergebnis ist entsprechend schlecht. Als Köder werden gerne Maden, Maden-Caster-Kombi, Pinkies oder auch in seltenen Fällen halbierte Dedrobenas bzw. Mistwürmer verwendet, experimentierfreudig sollte man schon sein, die Fische wechseln ihre Ködervorlieben sehr schnell und dann heißt es wer nicht schnell genug reagiert, fängt keine Fische mehr". 


Johannes Ermer mit einem Rotauge, im Training konnte man diese Fischart noch gut fangen


Gerade in den Trainingssessions wurden verstärkt Rotaugen gefangen, unter diesen Fischen befanden sich schon recht stattliche Exemplare um die 400-500g. Die Brassen ließen auf sich warten, doch nach dreistündiger Angelzeit gesellten sich immer wieder Fische von 600-800g zum Fang hinzu. In diesem See ist es wichtig, die optimale Entfernung zu finden, am besten im alten Flussbett welches sich durch den See schlängelt. Bemühungen mit der Long-Long oder der Matchrute sind eher was für die wärmere Jahreszeit an diesem See, jetzt im Herbst stehen die Fische stellenweise auf 60-80m, die Feederrute war eindeutig bei diesen Bedingungen im Vorteil. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Zugabe von Ködern im Futter, weniger bedeutet hier manchmal mehr. Zu Anfang sollte man nur ein paar wenige Maden/ Pinkies ins Futter mit einbringen, läuft der Fisch an, wird der Köderanteil etwas erhöht. Nur Vorsicht, zu viele Köder und der Fisch ist vergrämt und es dauert eine ganze Weile, bis sich die Schuppenträger wieder einstellen. Vorfachstärken zwischen 0,08 und 0,12mm sind erste Wahl, feindrähtige und leichte Haken müssen sein, ansonsten kann man sich auf lange Beißpausen einrichten. Man kann es aus den vorherigen Zeilen bestimmt schon erahnen, man muss einiges tun um an die begehrten Brassen ranzukommen.

Sonntag 6:30 Uhr am Vereinsheim, eingemummte Angler stehen mit ihren Kaffeetassen in eisiger Kälte vor dem Vereinsheim und fachsimpeln über mögliche Strategien für den heutigen Tag. Eine halbe Stunde später richtet Albert Wiederer seine Worte an die Anwesenden und dann ging es auch schnell an die Verlosung der Startplätze. Dieses Jahr neu war der Sektor D am Camping-Platz, dieser ist einfach zu erreichen und die Unfallgefahr ist weitaus geringer als in dem im Vorjahr ausgesteckten Bereich des D-Sektors. Glitschige Steine sind des Anglers größter Feind, besonders nach einem geselligen Abend unter Freunden.


Hier kann man schön den niedrigen Wasserstand des Sees erahnen

Am Angelplatz angekommen, konnte man den gefallenen Wasserpegel gegenüber dem Vortag bewundern. Bei der Auslosung wurde bereits darauf hingewiesen, dass "weiter oben" besser sei als zu nah am Wasser. Dem Ratschlag folgend, bauten dann die meisten Teilnehmer mit einem gehörigen Abstand zur Wasserlinie auf, dies machte natürlich auch das Keschern der Fische zu einem erlebnisreichen Geschehen. Runter von Kiepe oder Plattform, Fisch ins Unterfangnetz, dann den Fisch in den Setzkescher und abschließend wieder hochgestiegen auf die Kiepe, da sagt einer noch Angeln ist kein Sport.

Das Repertoire der aufgebauten Ruten reichte von der Feeder- über die Matchrute bis hin zur Long-Long Variante. Wie bereits erwähnt, der Fisch stand weit draußen und so kam eigentlich nur die Feederrute in Frage. Futterkörbe von 30-60g schienen – je nach Angeldistanz – die richtigen Korbgewichte zu sein, eine Schlaufenmontage mit 30cm Schlaufe ließ auch vorsichtige Bisse erkennen. Und die Bisse waren sehr vorsichtig! Bei Entfernungen von über 50m empfiehlt es sich Speedkörbe einzusetzen, die Präzision beim Werfen ist einfach besser und gerade bei nicht so großer Aktivität der Fische ist Genauigkeit oberstes Gebot.


Die Taktik scheint aufzugehen – eine schöne Brasse kurz vor dem Kescher

Die Angelzeit war auf fünf Stunden - von 9:00-14:00 Uhr - angesetzt, genügend Zeit um den ein oder anderen Fisch auf die Schuppen legen zu können. Der Angelverein versorgte die Teilnehmer während dieser Zeit hervorragend, Hunger und Durst leidet bei dieser Veranstaltung keiner.

Schnell kristallisierte es sich heraus, dass auf der Straßenseite der A-Sektor wohl die höchsten Fanggewichte bringen würde. Dies war auch schon in den Vorjahren so der Fall, doch jeder war auf den gegenüberliegenden D-Sektor gespannt, dieser neue Sektor lag gegenüber dem A-Sektor und so rechnete jeder auch hier mit guten Fängen.


Albert Wiederer beim Modifizieren seiner Feedermontage

Nach fünf Stunden wurde das Angeln abgepfiffen und die Verwiegeteams machten sich umgehend an ihre Arbeit. Es wurde schön Fisch gefangen, vor allem im A-Sektor. Ein wenig enttäuschend war die Ausbeute im D-Sektor, hier wurde mehr Fisch erwartet.


Cheb-Experte Günter Gröting beim Abwiegen der gefangen Fische

Bei exzellent gegrilltem Spanferkel konnten sich die Angler anschließend stärken und warteten gespannt auf die Auswertung. Was das savoir-vivre anbelangt, ich glaub da können wir von unseren bayrischen Kollegen noch einiges lernen. Essen und Trinken vom Feinsten und das zu Wahnsinnspreisen, das ist positiv gemeint. Wirklich Spitzenklasse!

Die komplette Auswertung kann auf der Seite des Browning-Teams Bayern eingesehen werden.
(Auswertung Link zum Browning-Team Bayern: http://www.browningteam-bayern.de/html/archiv.html)

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Jungs vom Browning-Team Bayern und dem Fischereiverein Trausnitz, eine wahrlich spitzenmäßige Organisation welche ihr da geleistet habt. Respekt! Einen besonderen Dank noch an Helmut Wölker welcher mit Leidenschaft und einer respektablen Energieleistung uns die beiden Tage beleitete. Nebenbei war er noch für das Herrichten und Ausstecken der Angelplätze zuständig und fand trotzdem die Zeit für uns.

Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung über zwei Tage abgehalten werden, jeder versierte Friedfischangler sollte sich diesen Cup gut merken, denn dieses Angeln wird sicherlich schnell ausgebucht sein. Besonders die Abende werden schon zu Legenden, die Gaststätte "Zum schwarzen Bären" mit der Wirtin Bärbl hat mittlerweile schon Kultstatus, original bayrische Küche und eine Wahnsinns-Gaudi sind hier gewiss.


Angler sämtlicher Couleurs sind sich einig – Bärbl ist einfach Spitze!


Bilder: Achim Tomasits und Tobias Klein (www.bowningteam-bayern.de)

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