Brwoning Champion´s Trophy 2008 - die anglerischen Aspekte

  • von ct Redaktion
  • 15. Juli 2008 um 09:11
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Nachdem die Maas als Veranstaltungsort der Browning Champions Trophy  2008 abgesetzt wurde sollte das Fischen in dem nur wenige Kilometer entfernten Julianakanal in der Nähe der niederländischen Ortschaft Echt stattfinden. Der Julianakanal hat den Ruf eines schwierigen Gewässers und so nutzen die angereisten Teams den Donnerstag Abend und den Freitag um den Kanal kennenzulernen und eine erfolgversprechende Taktik für die beiden Durchgänge zu finden. Am Donnerstag Abend trainierte das Sensas Team am Ende der Strecke und sammelte dort erste Eindrücke. Es war Fisch im Kanal zu fangen, jedoch nicht konstant, denn jeder Fisch musste geduldig und präzise befischt werden. Am Freitag platzierte sich das Sensas Team am Anfang der Strecke und probierte die am Vortag gewonnen Erkenntnisse zu verfestigen und neue Erkenntnisse dazu zu gewinnen. Dies gelang dem Team am Anfang der Strecke in Höhe des Steinwerkes jedoch nicht, denn einige Angler blieben ohne Fang während andere nur einen Barsch oder ein kleines Rotauge fangen konnten. Auf den Plätzen am Ende der Strecke saß am Freitag das Team Mosella, die einzelnen Mitglieder konnten im Gegensatz zum Team Sensas am Anfang der Strecke einige gute Fische fangen. Christian Panno aus dem Team Mosella konnte insgesamt 8 gute Brassen zum Biss verleiten, verlor aber 6 von ihnen im Drill durch einen Vorfachbruch.


Christian Panno mit einem "Trainingsbrassen"

Damit war sich das Team Mosella einig, daß es sich bei dem Fischen um ein Brassenfischen handeln würde und die Taktik wurde dementsprechend darauf abgestimmt. Einige Plätze weiter zu Mitte der Strecke hin saß das Team Colmic/Grebenstein, dieses Team kam am Freitag ebenfalls sehr gut mit der Strecke zurecht und konnte einige schöne Fische fangen, auffällig beim Team Grebenstein war, dass dieses Team ausschließlich auf 11,5m gefischt hatte.

Nach dem Training war es klar, dass es sich bei der Browning Champions Trophy 2008 um ein schwieriges Fischen handeln würde in dem es wichtig war einen Fisch zu fangen. Ein offener Punkt war das eingebrachte Futter auf der Strecke, wie würden die Fische darauf reagieren? Ein weiterer Punkt war die Gewässerstruktur und die damit verbundene Montagenauswahl. Der Gewässergrund war auf der ganzen Strecke relativ unsauber, es war fast unmöglich eine saubere Drift zu finden auf der man den Köder völlig ohne Probleme anbieten konnte. Die mit Beton vergossene Steinschüttung zog sich bis auf die 13m Bahn und weiter hinaus, die Steinschüttung war dazu gespickt mit großen Steinen welche ein weiteres Problem für die Köderpräsentation darstellten. Damit nicht genug, auf dieser Steinschüttung lebte ein weiteres Problem der Angler; Muscheln.


Das richtige Werkzeug- Posen mit einer Tragkraft von 1-6 Gramm

Diese Muscheln beschädigten oft das feine Vorfach, diese feinen Beschädigungen waren für das Auge kaum erkennbar waren jedoch die Ursache für viele verlorenen Fische, welche die Angler durch Vorfachbruch verloren. Es galt also das Vorfach nach jedem Hänger zu kontrollieren und zu wechseln, eine Vorfachstärke  von 0,08mm schien zu gering zu sein, auf ein 10er oder gar 12er Vorfach war die Anzahl der Bisse jedoch wesentlich geringerer.

Samstag, Tag 1 der Veranstaltung:

Bei schönen Wetter wurden die Plätze ausgelost, das sicherlich brisanteste Duell fand auf den Plätzen A1 und A2 statt. Auf Platz A1 saß der frisch gebackene Europameister Günter Horler und auf Platz A2 platzierte sich kein geringer als Marco Beck vom Team Sensas. Dieses kleine Duell war sicherlich das Duell welches die größte Aufmerksamkeit der Zuschauer und Betreuer auf sich zog. Die Anfangsfütterung der beiden war dann gleich ein Schauspiel, nachdem Beide einige große Bälle aus Futter und Erde mit der Hand eingeworfen hatten begann diese beiden nationalen Spitzenangler ihre Köder mit dem Polecup einzubringen.


Europameister Günter Horler beim Cuppen

Gerade dieses Cuppen ging mit einer Geschwindigkeit von statten, welche die Zuschauer staunen lies, sicherlich ein Beispiel für die perfekte Technik der beiden Angler, welche Ihnen meist einen Vorteil gegenüber den weniger technischen Angler bringt. Auffallend bei dieser Anfangsfütterung war das Günter einiges mehr an Futterkugeln gesetzt hatte, sicherlich ein Tribut an den Endplatz und der Annahme das das Team davon ausging das es sich bei dem Fischen um ein Brassenfischen handeln würde. Nachdem das Startsignal ertönte war dann aber erstmal Ruhe angesagt, weder bei Günter, noch bei Marco, noch auf der Strecke konnte man Fische sehen. Dann nach circa 10-15 Minuten konnte man die ersten Fische auf der Strecke sehen, Marco konnte einen kleinen Barsch fangen, einige Plätze weiter konnte der Geers Angler Markus Orlowski ein schönes Rotauge fangen. Dann war aber wieder Ruhe, wie im Training war ein kontinuierliches Fangen nicht möglich. Dieses Bild veränderte sich auch während des gesamten Durchganges nicht, die von Mosella prognostizierte Brassen blieben aus, lediglich 1 Brassen wurde gefangen, diesen Brassen konnte Marco Beck fangen. Marco gewann damit seinen Sektor deutlich vor Christoph Ohligschläger vom Team Shimano und Holger Beil vom Team Ultimate. Günter Horler wurde mit einem Barsch von  40 Gramm Siebter, den achten Platz belegte Mathias Weigand mit einem Barsch und 10 Gramm. Im Sektor B wurde dann noch wesentlich schlechter gefangen, diesen Sektor gewann Thomas Engert vom Team Sensas mit einem Rotauge von 760 Gramm, den zweiten Platz belegte Frenk Bosten vom Team Fly-Olympus und Marco von Hoolten vom Team Mosella. 6 Angler blieben in dem Sektor ohne Fisch. Im Sektor C sahen die Ergebnisse dann schon wieder etwas besser aus, hier blieben nur 3 Angler ohne Fisch. Gewonnen hat diesen Sektor Axel Feld vom Team Tubertini vor Axel Heuser vom Team Maver und Ralf Rosarius vom Team Fly-Olympus. Im Sektor D war das Ergebnis dann wieder sehr schlecht, 8 von 11 Anglern blieben ohne Fisch. Gewonnen hat den Sektor Olaf Gottsacker vom Shimano Team vor den punktgleichen Anglern Heiko Schmidt und Martin Mariko der Teams Browning und Sensas. Im Sektor E konnte Roberto Mazzasette zwei Brassen fangen und gewann den Sektor mit 2200 Gramm vor Uwe Henninger vom Team Grebenstein und Jan Willi Kupperschmidt vom Browning Team. Im Sektor F konnte Maik Osterwald vom Team Sensas das höchste Tagesgewicht fangen, mit 3700 Gramm konnte Maik den Sektor deutlich für sich entscheiden, den zweiten Platz belegte Helmut Kaufmann vom Team Fly-Olympus und Jürgen Opladen vom Team Grebenstein.


Marco Beck mit seinem Fang aus Durchgang 1

In der Teamwertung führte nach dem 1. Tag das Team Sensas vor dem Team Fly-Olympus und dem Browning Team. Obwohl das Browning Team das einzige Team mit 6 Fängern war reichte es nicht zum ersten Platz, im Team waren einfach zu viele Fänger mit einem kleinen Barsch. Das Fly-Olympus Team überraschte sicherlich auf den ersten Blick, auf den zweiten Blick jedoch nicht mehr sonderlich da die Mitglieder des Team des öfteren am Juliana Kanal fischten. Das Team Sensas führte aufgrund der sehr guten Einzelergebnisse ( 3 erste Plätze) das Feld an. Nach dem erste Durchgang war es klar das es sich bei dem Fischen um eine kleine Glückslotterie handeln würde bei dem es galt ein Rotaugen oder Brassen zu fangen, die kleinen Barsche reichten nicht für ein gutes Ergebnis. Die Fische des Juliana Kanals waren enorm kampfstark so das viele Fische im Drill verloren gingen. Der Kanal forderte am 1. Tag viele Opfer, unter anderem blieben die Champions-Team Angler Ralf Herdlitschke, Peter Schührer, Harald Windel und Thomas Pruchnowski ohne Fang.

Sonntag, Tag 2 der Veranstaltung:

Am Tag 2 hatten alle Teams ihre Taktik auf die Rotaugen ausgerichtet. Die Teams setzten auf Rotaugenfutter und viel Caster und Hanf als Futterzusatz, auf die Mücken wurde jedoch nicht verzichtet da diese zusätzlich die Barsche an den Platz lockten. Die Anfangsfütterung wurde  sparsamer gesetzt und die Montagen etwas leichter gewählt, Rotaugenangeln eben.

Im Sektor A saß mit Maik Osterwald vom Team Sensas ein Angler auf A1 der am 1. Tag seinen Sektor gewinnen konnte. Platz A1 war sicherlich eine hohe Bürde für den Nachwuchsangler und kein geringerer als Günter Horler konnte am 1. Tag aus diesem Platz kein Kapital ziehen. Auch Maik Osterwald hatte anfangs auf diesem Platz Probleme, konnte den Sektor dann aber durch einen schönes Rotauge gewinnen, Platz 2 belegte Thomas Brede vom Team Ultimate vor Lars Lindemann vom Team Tubertini.7 Angler blieben im Sektor A ohne Fang, unter anderem erwischte es Wolfgang Lorenz vom Champions Team. Den Sektor B gewann Ulli Prehn vom Browning Team mit starken 1400 Gramm vor Jürgen Opladen vom Team Grebenstein und Holger Beil vom Team Ultimate. In diesem Sektor erwischte es Ralf Herdlitschke vom Team Mosella als Nichtfänger. Der Sektor C wurde vom amtierenden Europameister Günter Horler gewonnen werden, Platz 2 belegte der niederländische Internationale Eddy van de Hoogen vom Team Ultimate und Peter Bruchmüller vom Team Shimano. Im Sektor D konnte mit Thomas Engert der zweite Angler seien Sektor gewinnen der bereits am Vortag einen Sektorensieg verbuchen konnte. Am zweiten Tag konnte Thomas seinen Sektor mit  1380 Gramm vor Jan Willi Kupperschmidt vom Team Browning  und Harald Windel vom Team Mosella gewinnen.


Thomas Engert mit seinem Fang von Tag 2

Im Sektor E gab es ein enges Rennen zwischen Mirek Laskowski vom Team Ultimate, Marco von Hoolten vom Team Mosella und Peter Schührer vom Team Sensas. Am Ende hatte Mirek Laskowski dann die Nase vorn, Marco von Hoolten verlor einen Brassen und belegte damit den 2. Platz, Platz 3 ging an Peter Schührer vom Team Sensas.


Mirek Laskowski -Team Ultimate- Sektorensieger am 2. Tag

Im Sektor F waren die Ergebnisse dann wieder sehr durchwachsen, gewinnen konnte den Sektor Michael Luft vom Team Maver vor Marco Beck vom Team Sensas und Thomas Pruchnowski vom Team Geers. Um ein Gefühl für die Fänge in diesem Sektor zu bekommen, Thomas Pruchnowski konnte mit einem Barsch von 80 Gramm den 3. Platz im Sektor belegen. Christian Panno vom Team Mosella verlor hier kurz vor Schluss einen Brassen, dieser Brassen hätte den Sektorensieg bedeutet.


Wurde Tag 1 vom Team Sensas dominiert, so war am Tag 2 ein anderes Team der Matchwinner. Das Team Ultimate konnte den 2. Tag mit der Platzziffer 19 für sich entscheiden, den zweiten Platz der Tageswertung belegte das Team Sensas, Platz 3 ging an  das Team Browning. Enttäuschte das Team Mosella am ersten Tag mit einem 8. Platz, so konnte sich das Team am zweiten Tag mit einem 4. Platz etwas besser positionieren.

Was war nun wichtig bei der Browning Champions Trophy 2008? Die Rotaugen stellten sich nie auf das Futter, es schein so als ob sie durch das Gewässer vagabundierten und immer nur für eine kurze Zeit auf das Futter reagierten. Einige Angler cuppten ihr Futter auf die 11,5m Bahn und fischten dann auf 13m, dieser „Trick“ schien zu funktionieren. Bedingt durch die ständig wechselnden Wasserständen war es unmöglich präzise zu fischen, ein Großteil der Fische wurde dann auch in den kurzen Phasen gefangen in denen das Wasser nicht strömte und der Wasserstand für kurze Zeit gleichmäßig blieb. Während dieser Phasen galt es auch das Futter einzubringen, ein hoher Anteil an Caster und Hanf war ein probates Mittel um die Fische an den Platz zu locken. Die Bebleiung war ein weiterer wichtiger Punkt beim Fischen, wie wir von einigen holländischen Anglern erfahren konnten ist es im Juliana Kanal förderlich das Hauptblei möglichst weit vom Vorfach zu platzieren, im Herbst und Winter sollte das Hauptblei dann wieder nach unten verschoben werden. Es war wichtig die gehakten großen Fische zu fangen, ein verlorener Fisch war meist nicht zu kompensieren, aus diesem Grund waren Vorfachstärken von 0,09mm bis 0,10mm die richtige Wahl.


Die Sieger der Browning Champions Trophy 2008- Team Sensas


Platz 2 - Team Ultimate


Platz 3 - Team Browning

Im Endklassement setzte sich das Team Sensas verdient vor dem Überraschungszweiten vom Team Ultimate durch, sicherlich ein großer Erfolg für das Team um Mirek Laskowski, der dritte Platz der Gesamtwertung ging an das Browning Team. Das Sensas Team war durch die beiden starken Durchgänge der verdiente Sieger der Browning Champions Trophy, das Team stellte zusätzlich die ersten drei Plätze der Einzelwertung. Den dritten Platz mit der Gesamtplatzziffer 3 belegte Marco Beck, der zweite Platz ging an Thomas Engert mit der Idealplatzziffer  2. Der Einzelsieger der Browning Champions Trophy ist etwas überraschend Maik Osterwald, Maik konnte an beiden Tagen seinen Sektor gewinnen und hatte dazu das höchste Gesamtgewicht. Von der Seite des Champions Teams einen herzlichen Glückwunsch an das Team Sensas und Maik Osterwald.


Die drei Erstplatzierten der BCT 2008; Marco Beck - Thomas Engert  und Sieger Maik Osterwald


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