Shimano Cup 2008 am Silokanal

  • von Jan Käbler
  • 06. November 2008 um 16:39
  • 0
Der Silokanal in Brandenburg an der Havel ist im Herbst Austragungsort vieler Fischen, so dass fast jedes Wochenende ein Gemeinschaftsangeln stattfindet. Neben dem Bollmann-, Plötzen- und Nebelpokal reiht sich der Shimano Cup in eine Reihe von großartigen Events.


Anfangsfütterung im D Sektor im ersten Durchgang

Zum 25./26.10. hatte Shimano Marketing Chefin Petra Krichel zusammen mit Ausrichter Team Shimano Brandenburg und der Fishing-Pro GmbH Angelsport eingeladen, und die 175 Startplätze waren innerhalb von 1,5 Stunden vergeben. Mit Alan und Sandra Scotthorne, Jan van Schendel mit weiteren Anglern des Team Shimano Holland, dem Europameister Günter Horler, Harald Windel und Michael Schlögl mit weiteren Anglern aus dem Team Mosella Germany und Vorjahressieger Helmut Klug hatten sich einige internationale und nationale Spitzenangler angekündigt. Claus Müller und sein Team Shimano/C.M. Lockstoffe brachten die „jungen Wilden“ vom ASG Köllerbach mit an den Silokanal, und auch viele lokale Größen aus dem Berliner und Brandenburger Raum waren mit dem Team Shimano Brandenburg, Moritz Mosella Team Brandenburg und dem AV Greppin am Start.
Im Hinblick auf das in der folgenden Woche stattfindende IAM konnte man außerdem mehrere nationale und internationale Teilnehmer als Zuschauer an der Strecke ausmachen, die sich ein Bild von den momentanen Bedingungen machen wollten.


Michael Schlögl konnte sich am ersten Tag über einen Platz im fischreichen Bereich freuen


Schon am Freitag fanden sich im Gegensatz zu den vorherigen Jahren viele Angler an der Strecke ein,
und man musste zum Teil schon im Training weitere Wege auf sich nehmen, um an den Angelplatz zu kommen. Durch die vielen Trainierenden wurden viele Plätze aber auch schon vorgefüttert, so dass die Fische besonders in den fischreichen Sektoren D und E über Nacht auch auf die 13m Distanz kamen, wo sie im Training zum Teil erst nach 4 Stunden gefangen werden konnten. Außerdem zeigte sich im Training, dass schon viele der schwergewichtigen Winterrotaugen aus den umliegenden Gewässern in den Silokanal gezogen waren, so dass stattliche Exemplare mit bis zu 500-700g Einzelgewicht gefangen werden konnten. Es galt also beim Angeln auf Rotaugen die größeren Fische anzusprechen, außerdem den Einlauf der Brassen nicht zu verpassen und möglichst viele von den Kiloexemplaren einzunetzen.

In den unteren Sektoren A bis C waren solche Fische als Bonusfische anzusehen. Somit galt es hier kontinuierlich Fische zu fangen und die größeren davon, insbesondere auf der Bolo-, bzw. Matchrutendistanz einzusammeln.


Claus Müller beim Keschern eines weiteren guten Brassens


Tag 1

Um 8.00 Uhr begrüßte Petra Krichel die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmer. Im Vergleich mit den Vorjahren wurde eine Änderung eingeführt: Alle Angler, die am ersten Tag in die fischreichen Sektoren D und E losten, mussten am Sonntag zuerst aus den Sektoren A-C losen. So konnte niemand durch Losglück zweimal in die oberen Sektoren losen, und 2/3 der Teilnehmer hatten die Chance einmal im fischreichen Bereich zu angeln. Mit Sicherheit eine gute Neuerung.


Die Bolorute war in den Sektoren A bis C eine gute Wahl

In den Sektoren A bis C dominierte am ersten Tag klar die Bolognese-, bzw. Matchrute, wobei viele die Kopfrute zur Sicherheit mit aufbauten und auch am Anfang befischten, um die Standfische zu fangen. Im Verlauf des Angelns wurden jedoch auf der weiter draußen liegenden Distanz die größeren Fische kontinuierlicher gefangen. Allein Alan Scotthorne schaffte es, verkürzt auf 9 Meter. durch genaues Schießen von Hanf und Castern viele Fische auf eine kürzere Bahn zu stellen und dort auch kontinuierlich zu fangen. Dies brachte ihm ein Gewicht von 7875g bei über 100 Fischen ein, somit die 4 im Sektor C von einer niedrigen Platzziffer.


Gummi zu lang, oder Kescherstab zu kurz?

Um die drei vorderen Ränge kämpften die Angler, welche die hohen Platzziffern gelost hatten C30-C34. Es war auf jeden Fall sehr wichtig, sich auf eine Angelentfernung festzulegen, diesen Platz kontinuierlich aufzubauen und konzentriert zu befischen. Häufiges Wechseln der Bahnen führte eher dazu, dass die anderen Bahnen unregelmäßiger befüttert wurden. Dadurch entstanden Beißpausen beim Wechseln der Bahnen. Besser war es, nach 2 bis 3 fischlosen Trieben die Präsentationsart zu wechseln und sich durch exzessives Nachfüttern die Fische wieder auf den Platz zu stellen. Die Jungs aus dem Saarland zeigten zum Teil ihre Klasse mit der Matchrute im strömenden Gewässer.   


Alan Scotthorne sammelte auf der Packlage die kleinen Fische ein

In den Sektoren D und E dominierte am ersten Tag die Kopfrute, bzw. Whip mit 9 auf 9 oder 10 auf 10. Im D Sektor hatten sich mit Günther Horler, Michael Schlögl, Claus Müller und Steffi Bloch einige hoch gehandelte Namen gesammelt. Doch auf Platz D2 zeigte Nebelpokal - Gewinner Karl-Heinz Tabaka seine Klasse mit der Lang Rute und gewann mit dem Tageshöchstgewicht von knapp unter 26kg diesen Sektor. Im Gegensatz zu den Trainingsergebnissen, wo auf der 13m Spur hauptsächlich kleine Fische gefangen wurden und die Brassen sich z.T. erst  nach 3h einstellten, konnten am ersten Tag auch die größeren Fische von Anfang an überlistet werden. Bedingt durch das am Vortag eingebrachte Futter waren die Fische über die Nacht näher ans Ufer gerückt, bzw. waren neu auf die Strecke gezogen, so dass fast jeder Angler in den Sektoren D und E Gewichte von über 10kg zur Waage bringen konnte. Den E Sektor gewann Oliver Nietze vom Faps Team Hamburg mit 23.700g vom Platz E 13.


Mais und Caster durften in keinem Futter fehlen

Tag 2

Im Gegensatz zum Vortag hatte der Wind über Nacht stark aufgefrischt, und ordentliche Wellen schoben über den Silokanal. Auf der vom Wind gekräuselten Wasseroberfläche war es zum Teil recht schwierig die Posenantennen bei Sonnenlicht von vorne zu erkennen. Bei diesen Bedingungen zeigte sich, wer sein Gerät am besten beherrschte. Aufgrund des gegen die Strömungsrichtung wehenden Windes konnte die Bolopose zwar gut verzögert werden, doch musste für Auswurf und Führen viel Kraft eingesetzt werden, was viele Angler sicherlich am Abend spürten.

Bedingt durch die erfolgreichen Fänge der Vortage auf der Bolorute entschieden sich die meisten der anwesenden Teilnehmer in den Sektoren A-C für diese Angelmethode. Lediglich auf den unteren Nummern im Sektor A sah man vermehrt Angler mit der Kopfrute. In diesem Bereich war der Wind wegen der Öffnung des Silokanals zum Quenzsee so stark, dass das Angeln mit der Bolo Rute nahezu unmöglich war. Nur wenige hingegen versuchten ihr Glück mit der Matchrute, was bei diesen Bedingungen sicherlich auch einen Versuch Wert gewesen war.


Carsten Röschl vertraute auf die Kopfrute

Um sich auf den vorderen Plätzen in diesen Sektoren zu platzieren, mussten zwischen 5 und 8 Kilogramm gefangen werden. Die Fische waren in die Strecke gezogen, so dass auch die hohen Nummern alle Chancen hatten.

In den oberen Sektoren zeigten sich wieder einmal das Potential des Silokanals und auch seine Ausgeglichenheit. Auf jedem Platz konnte bei richtiger Taktik und Technik gewonnen werden, und der Fisch lief massig auf der Strecke ein. Dass das Gerät richtig abgestimmt sein musste, zeigten die vielen Aussteiger mit denen die Angler zu kämpfen hatten. Hier unterschieden sich diejenigen, die am Ende vorne lagen von denen, die zu viele der größeren Rotaugen und Brassen verloren. Das Tageshöchstgewicht kam wiederum aus dem Sektor D. Auf Platz D3 fing Shimano Team Brandenburg Angler und Ausrichter Jan Malecki mit 30.580 Gramm das Höchstgewicht der gesamten Veranstaltung und toppte damit noch die Leistung seines Teamkollegen Karl-Heinz Tabaka vom Vortag.

 
Harald Windel

 

 
Uli Lehmann

 


Lars Lindemann

                                        
Über beide Tage hinweg jedoch war Harald Windel vom Mosella Germany am besten mit den Gegebenheiten des Silokanals klargekommen. Mit der Platzziffer 4,5 platzierte er sich vor Uli Lehmann aus Falkensee (PZ 6) und Lars Lindemann vom Team MSD Tubertini (PZ8). Der Veranstalter Shimano hatte einige Preise im Zelt am Elisabethhof aufgebautm und so kamen die besten 50 Angler zu einer feinen Erinnerungsgabe. Insbesondere natürlich Harald Windel, der sich über eine Einladung zum Shimano Masters nach Holland freuen durfte.


Gruppenfoto mit den erfolgreichsten Anglern

Am Ende war der Shimano Cup 2008 wieder ein Highlight dieses Angeljahres und es wird auch schon darüber nachgedacht die Veranstaltung noch attraktiver zu machen. Eine längere Angelzeit und die Aufteilung in Halbsektoren sind dabei Überlegungen.

Ergebnisse

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren