Browning Champion´s Tropy 2009

  • von ct Redaktion
  • 06. August 2009 um 17:58
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Spannend bis zum Schluss war es bei der diesjährigen Browning Champion´s Trophy am Oder-Spree Kanal bei Briesen im Osten Brandenburgs. Sicherlich etwas überraschend führte das Team Grebenstein nach dem ersten Durchgang mit 7 Punkten vor dem Team Browning mit 10,5 Punkten und dem favorisierten Sensas Team, das mit 22 Punkten schon etwas Abstand hatte und im zweiten Durchgang erstmal sehen musste, dass es den Platz auf dem Treppchen der besten drei Mannschaften halten würde.


Der Oder-Spree Kanal in der Nähe von Briesen in Brandenburg

Die Firma Browning hatte neben einer perfekt organisierten Veranstaltung tief im Brandenburger Wald ein Traumgewässer für die diesjährige Champion´s Trophy ausgesucht. Nach drei Kilometern über Stock und Stein wurden die Teilnehmer und Besucher mit einer von Seerosenfeldern gesäumten wunderschönen Kanalstrecke belohnt, die ihnen später anglerisch allerdings alles abverlangte. Die üblicherweise feine Kanalangelei auf drei Spuren war diesmal nicht der Schlüssel zum Erfolg und es sollte sich zeigen, wer im Training seine Hausaufgaben gemacht oder einfach nur das richtige Näschen hatte.

     

 Kleinere Fische mussten gesammelt werden...

 

 ... Bonusfische brachten gleich Platzziffern.


So schied die kurze Rute in den meisten Fällen aus, da der Uferbereich teilweise bis auf 11 Meter Länge sehr krautig oder von Seerosen gesäumt war, die dort ein Angeln kaum möglich machten. Ähnlich natürlich am gegenüberliegenden Ufer, wo sich die Matchrute vor den Seerosenfeldern auch nicht durchsetzen konnte. Es blieb also die 13 Meter Bahn, doch auch wenn der Kanal optisch so aussah, als ob es vor Fischen wimmeln würde, in der Mitte der Strecke mussten sich die Teilnehmer etwas einfallen lassen, um erst einmal die Kilomarke zu knacken.


Einige Fische gingen in den Seerosen verloren, da galt es den Fisch lieber schon weiter draußen an die Oberfläche zu holen.

Barsche und Ukeleis wurden nicht gewertet und brachten manchen Angler schier zur Verzweiflung. 60 bis 70 Kleinstbarsche und Ukeleis fing Thomas Engert vom Team Sensas im ersten Durchgang auf der 13 Meter Bahn, bevor er trotz der widrigen Umstände im Uferbereich noch einige lose Pinkies auf die 5 Meter Spur warf und dort immerhin 2 kleine Rotaugen überlisten konnte, die dann aber auch nur eine Platzziffer brachten und den letzten Platz vermieden. Mückenlarven zogen im Mittelwasser die Ukeleis und am Grund die Barsche auf den Platz, doch man konnte in der Mitte der Strecke nicht auf sie verzichten, da die Brassen sich nach den Trainingstagen schon komplett auf Mückenlarven eingestellt hatten und keine anderen Köder mehr nahmen. In den Außensektoren, insbesondere in Sektor E und den hohen Nummern von D lief es allerdings auch mit Pinkies ganz gut auf die kleinen Rotaugen, die es eifrig einzusammeln galt.

     

Marco Beck angelte u.a. mit einem langen Kit über die Spitze ...

 

 ... und wurde von Anfang an mit kleineren Brassen und Rotaugen belohnt.


Zwei Stoppangler relativierten die Außenplätze ein wenig, doch im Bereich der Außenplätze zu sitzen war immer noch ein Vorteil, der von den meisten Teilnehmern genutzt wurde. Dazu zeigte sich wieder einmal mehr, wie wichtig doch ein guter Betreuerstab ist, denn z. B. Tobias Klein vom Browning Team war nach dem ersten Durchgang und 320 Gramm Fanggewicht doch sichtlich überrascht, dass dieses Ergebnis für 2,5 Punkte gut war. „Wenig“ zu fangen hieß also nicht unbedingt hinten im Feld zu landen, wohl dem, der seine Taktik dank guter Informationen darauf ausrichten konnte.
Den Zuschauern wurde alles geboten, was das moderne Friedfischangeln heute ausmacht. Feinste Rotaugenmontagen, ruhigere Präsentationen für die Brassen, feststehende Waggler mit sehr wenig Blei auf der Schnur und natürlich der Trendwaggler „Zoomer“, teilweise auch getunt.

     

Mit Schrumpfschlauch und Posenadapter umgebaute Waggler von Claus Müller

 

Immer beliebter: Zommermonmtagen, bei den der Waggler auf das Blei läuft


Im mit Spitzenanglern gespickten Teilnehmerfeld gab es insbesondere im zweiten Durchgang eine technische Lehrstunde im Kopfrutenangeln von Marco Beck, ein anderer Angler überzeugte mit Instinkt. Während nach der Startfütterung bereits in den Sektoren D und E die ersten Rotaugen und Brassen eingesammelt wurden, war es doch in den anderen Sektoren merklich still. Selbst im A Sektor ging es um jeden Fisch, doch Markus Gerngross im Sektor C vom Team Grebenstein, der schon am Vortag mit 5.500 Gramm das Tageshöchstgewicht erzielt hatte, fing seine Brassen mit der Bolorute mitten im Kanal.


Hatte den richtigen Riecher und fischte mit der Bolorute mitten im Kanal: Markus Gerngross

Eine Taktik, die nur er alleine verfolgte und bis dahin konkurrenzlos war. Das Sensas Team hatte allerdings im 1. Durchgang auch erkannt, dass über die 13 Meter Bahn hinaus erfolgreich gefischt werden konnte und baute zusätzlich lange Kits auf, um über die Spitze zu fischen, doch bis in die Kanalmitte kamen sie nicht, auch wenn diese Taktik immerhin den einen oder anderen Fisch mehr brachte. Markus Gerngross fing regelmäßig seine Fische und die Konkurrenz schaute und staunte. Die Pose ebenso wie die Bebleiung sicher etwas gewöhnungsbedürftig passte seine Angelei zum Erstaunen der Zuschauer und Betreuer der anderen Teams.

     

Erfolgreich: Eine Bebleiung aus Schroten und Schläuchen...

 

 ... und eine Pose, die sehr fein ausgebleit trotzdem gut zu sehen war.


Jan Willi Kupperschmidt vom Browning Team links neben ihm und Lutz Weissig vom Sensas Team zwei Plätze rechts daneben hatten nach der Hälfte der Zeit kaum Fische und noch weniger Gewicht gefangen, bis eines der seltenen größeren Schiffe die Strecke passierte. Die Kanalmitte färbte sich schwarz und die Erfahrung sagte, dass die nächsten 20 Minuten kaum mit Bissen zu rechnen wären. So nutzte Lutz Weissig die Zeit die Bolorute aus dem Futteral zu holen und auch Jan Willi Kupperschmidt verlegte die Angeldistanz seiner Matchrute in die Kanalmitte. Von nun an gab es einen spannenden Dreikampf und rechts und links von Markus Gerngross wurde Boden gutgemacht. Am Ende fehlten Lutz Weissig mit 3560 Gramm nur 40 Gramm zu Markus Gerngross, der mit dem Ableben seiner großen Hakenmücken zu kämpfen hatte und Jan Willi Kupperschmidt mit 4500 Gramm vorbeiziehen lassen musste. Das waren Spannung und erstklassige Angelei mit der Rollenrute pur.


Jan-Willi Kupperschmidt startete in der letzten Stunde ein furiose Aufholjagd

Im E Sektor lieferten sich Peter Schührer vom Sensas Team und Tobias Klein vom Browning Team ein Kopf an Kopf Rennen. Hier waren die Brassen auf Kopfrutendistanz und es ging Fisch um Fisch. Mit 6020 Gramm konnte Tobias dabei knapp und mit 160 Gramm Vorsprung vor Peter den Sektor gewinnen.

     

 Tobias Klein vom Browning Team

 

 Peter Schührer vom Sensas Team


Und was machte das Team Grebenstein? Den Vorsprung ausbauen, verwalten, die Konkurrenz auf Distanz halten? Andreas Diehl wurde auf dem Platz auf dem am Vortag Thomas Engert verzweifelte auch nur 6ter, doch im A Sektor passte das Los und Heinz Drescher brachte am Ende 2,5 Punkte zum Team.


Jochen Drescher mit einem ganz wichtigen Bonusfisch, der erst wenige Minuten vor dem Schluss gekeschert wurde und am Ende zum 4. Platz im Sektor beitrug.

Hier ein Punkte gewonnen, dort ein Punkt verloren, reichte es am Ende für das Team Grebenstein mit 24,5 Punkten zum zweiten Erfolg nach 2005 bei der Browning Champion´s Trophy. Ein sehr starker erster Durchgang und ein ordentlicher zweiter hielten das Team Browning mit 26 Punkten und das Team Sensas mit 37 Punkten auf Distanz und ganz nah am Podiumsplatz war auch das Team Shimano/CM Lockstoffe, dass mit 14 Punkten den besten zweiten Durchgang angelte und mit 39 Punkten vierter wurde.


Browning - Grebenstein - Sensas

In der Einzelwertung erreichten Markus Gerngross vom Team Grebenstein und Marco Beck vom Team Sensas jeweils 3 Punkte, doch mit dem höchsten Gesamtgewicht von 9.100 Gramm aus beiden Durchgängen war Markus Gerngross der erfolgreichste Einzelangler. Nur einen halben Punkt dahinter wurde Tobias Klein vom Team Browning dritter.


Marco Beck - Markus Gerngross - Tobias Klein

Zu den Mannschaftsergebnissen

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