2. Grebenstein Koppel-Cup

  • von Björn Bauersfeld
  • 27. November 2009 um 03:15
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Am vergangenen Wochenende fand der 2. Grebenstein-Koppel-Cup am brandenburgischen Silokanal statt. Die 2. Auflage dieses Events erfreute sich größter Beliebtheit, so konnte die Firma Grebenstein als Veranstalter am Samstagmorgen zur Verlosung der Startplätze 75 Koppeln begrüßen. Bereits im Vorfeld kündigte sich ein hochkarätiges Teilnehmerfeld an; mit Harald Windel, Rene Bredereck, Ralf Herdlitschke, Frank Weise und Rainer Wenzel waren gleich 5 aktuelle CT-Mitglieder mit von der Partie, dazu gesellten sich weitere nationale Spitzenangler wie u. a. Thomas Pruchnowski, Marco von Holten, die luxemburgischen Top-Angler Romain Koenig und Frank Meis sowie die Brüder Wolfsfeld: Daniel und Serge! Auch die Zweit- und Drittplatzierten des diesjährigen Anglertreffs Einzel, Heiko Schmidt und Thomas Liss, die Drittplatzierte der Damenkonkurrenz Uta Megow sowie der Sieger des Anglertreffs der Jugend, Christoph Barra, durften natürlich nicht fehlen.

Der größte Clou allerdings gelang wieder einmal der Familie Drescher: Vater Heinz reiste zum ersten Mal mit seinen 4 Jungs Stefan, Michael sowie dem bereits bekannten Brüderpaar Jochen und Guido an. Beim nächsten Mannschaftswettbewerb wäre sicher eine reine „Drescher-Mannschaft“ nicht unmöglich!

Nach einer kurzen Ansprache und Begrüßung der Teilnehmer versprach die anschließende Verlosung einige interessante „Duelle“ in den 3 unterschiedlichen Sektoren an den beiden kommenden Tagen. Aufgrund der Ergebnisse verschiedenster Veranstaltungen der vergangenen Wochen wurden die Sektoren linksseitig der bekannten „blauen Brücke“ (Sektor A und B) und gegenüber an der Manufaktur (Sektor C) abgesteckt. Diese Sektoren waren nochmals in Untersektoren unterteilt, um eine gerechtere Wertung zu ermöglichen.

Die Strecke
Der Silokanal in Brandenburg

Bei „frühlingshaften“ Temperaturen und viel Sonne bis zu 18 Grad Celsius (Thomas Liss ließ sich dazu hinreißen „oben ohne“ aufzubauen) bauten nahezu alle Teilnehmer ihr Tackle identisch auf: Pole bis 13,0 Meter, Boloruten und „Lang-lang-Ruten“ (10 Meter). Die Montagen an den Kopfruten reichten von 4 g. bis zu 20 g., es wurden Fließwasserposen zwischen 4 und 8 g. aufgebaut und sog. „Lutscherposen“ zwischen 10 und 20 g, galt es doch Rotaugen zwischen 300 g. und 700 g. und Brassen zwischen 300 g. und 1.000 g. zu überlisten.

Pünktlich um 11.00 Uhr konnte am Samstag der erste Durchgang beginnen und nach einem heftigen „Futterbombardement“ wurden gleich die ersten Fische eingesammelt.

Anfütterung
„Massive“ Anfangsfütterung allerorts

Im Sektor A (direkt oberhalb der „blauen Brücke“) war es entscheidend im Verlauf des Durchgangs an die größeren Rotaugen zu gelangen. Hier war es wichtig, den Köder bündig und nur leicht verzögert anzubieten. Nicht ganz unwichtig war hierbei die Art der Bebleiung, um entsprechend mit dem Köder „spielen“ zu können. Drei bis fünf Schrote No. 4 oder 5 im Abstand von 6-8 cm unter der Hauptbebleiung sollte dabei hilfreich sein. Eine erfolgreiche Montage, die sicher jeder noch vom kürzlich stattgefundenen IAM bekannt war. Aber auch der Einsatz der Bolo-Rute war in diesem Sektor erfolgversprechend.

Die Koppel Frank Weise / Steffen Pfeiffer setzte hauptsächlich auf die beringte Rute und konnte den ersten Teilsektor A mit 24.778 g. knapp vor der Koppel Christian Goerke / Erich Grabowski (23.537 g.) für sich entscheiden. Den zweiten Teilsektor A gewann die Koppel Björn Bauersfeld / Martin Zetzloff mit 27.270 g. vor dem Duo Ingolf Stern / Dirk Alker, die 25.371 g. zur Waage brachten.

Im B-Sektor hingegen kamen sehr oft altbewährte Brassenmontagen zum Einsatz. Die klassische Zweipunktbebleiung war bei vielen Teilnehmern zu sehen. In diesem Bereich des Silokanals wurden auch vermehrt längere Vorfächer bis zu 37 cm eingesetzt, galt es doch hier fast ausschließlich Brassen zu fangen.

Brasse
Eine der sehr begehrten Brassen im Sektor B

Den ersten Teilabschnitt des Sektors B gewannen die „Drescher-Brüder“ Jochen und Guido mit 40.759 g. vor Jörg Schwarze / Thomas Czyborra (34.582 gr.). Den zweiten Halbsektor dominierten Harald Windel und Marco von Holten ebenso souverän mit dem Tageshöchstgewicht von 48.396 g. Zweiter wurde hier die Berliner Koppel Rainer Wenzel und Heiko Schmidt, die 42.884 g. fangen konnten. Besonders bemerkenswert an dieser Stelle der Umstand, dass Harald und Marco nicht auf einem der begehrten 5 letzten Plätze im linken Sektor saßen.

Harald Windel und Marco von Holten
Harald Windel und Marco von Holten fingen das höchste Gewicht der Veranstaltung

Im Sektor vor der Manufaktur (C-Sektor) kam es zu einem sehr interessanten Duell: auf der einen Seite die international erfahrene Koppel Ralf „Ernie“ Herdlitschke und René Bredereck und auf der anderen Seite die Mischung aus größter Erfahrung und riesigem Talent: Olaf „Opa“ Laser und Ramon Willich. Das Los bescherte den vier Vereinskameraden (Fishing-Team Brandenburg) dann auch noch die Startplätze direkt nebeneinander im ersten Teilabschnitt des Sektors. Nach vier Stunden setzte sich die Koppel Olaf Laser / Ramon Willch mit etwas mehr als 6,5 kg-Vorsprung durch und gewann den Teilsektor mit 35.766 g. vor Ralf und René.

Jörg Rott
Jörg Rott mit einer für den C-Sektor typischen Brasse

Im zweiten Untersektor gab es eine Demonstration von nahezu perfektem Rotaugen- und Brassen-angeln. Die luxemburgische Koppel Romain Koenig und Frank Meis beherrschte den Sektor nach Belieben und setzen sich schließlich mit sage und schreibe 17.100 g. Vorsprung (!) vor Markus Orlowski / Ralf Gerdes durch. Die Luxemburger brachten 42.084 g. zur Waage, während die Waage bei Orlowski / Gerdes bei 24.975 g. stehen blieb.

Frank Meis und Romain Koenig
Die weitere Anreise hat sich gelohnt: Frank Meis und Romain Koenig aus Luxemburg

Nach dem ersten Durchgang gingen nunmehr 6 Koppeln, bedingt durch die Untersektorenregelung, mit jeweils einem Punkt in den zweiten Tag. Der 2. Durchgang am Sonntag wurde eine halbe Stunde früher angesetzt, da einige Teilnehmer noch 600 bis 700 km Rückfahrt am Sonntagabend vor sich hatten.

Der Sektor A zeigte sich analog zum ersten Tag: viele Rotaugen und zwischendurch mal eine Brasse von bis zu 500 g. Nach einer Stunde setzte – vor allem im ersten Teilabschnitt – eine längere Beißpause ein, was viele Teilnehmer in diesem Bereich dazu bewog, die Bolorute einzusetzen. Am Ende des 4-stündigen Durchgangs konnten erneut Björn Bauersfeld und Martin Zetzloff mit annähernd 23 kg ihren Untersektor für sich entscheiden. Auf Platz 2 landete hier die erfahrene Koppel Peer Saddeler und Thomas Pruchnowski mit 19.460 g.

Peer Saddeler und Thomas Pruchnowski
Jahrelange Koppelerfahrung: Peer Saddeler und Thomas Pruchnowski

Nachdem bei Bauersfeld / Zetzloff nun die Idealplatzziffer 2 zu Buche stand, galt hier natürlich der Blick in den 2. Teilbereich: wie erging es der ebenfalls am ersten Tag erfolgreichen Koppel Weise / Pfeiffer? Die Frage war schnell beantwort, Frank Weise und Steffen Pfeiffer konnten den A2-Sektor sehr deutlich mit etwas mehr als 33 kg gewinnen. Sie setzten dabei am Sonntag erneut fast ausschließlich auf die Bolorute. Einen identischen Zieleinlauf gab es in diesem Sektor auch am zweiten Tag, wiederum belegten Christian Goerke und Erich Grabowski hier Platz 2 mit 26.350 g. Somit war klar, dass Weise / Pfeiffer aufgrund des höheren Gesamtfanggewichts bei gleicher Platzziffer (PZ 2) den Sektor A vor Bauersfeld / Zetzloff gewonnen hatten.

Frank Wiese und Steffen Pfeiffer
Frank Weise und Steffen Pfeiffer setzten erfolgreich auf die Bolorute

Auch im B-Sektor wiederholten sich die Ereignisse des Vortags. Den ersten Untersektor gewannen erneut die Bremer Koppel Harald Windel und Marco von Holten (45.261 g.) vor Helmut Rein / Fred Glockemann (37.993 g.). Im zweiten Teilabschnitt „duellierten“ sich auf den mittleren Plätzen (B2:06 und B2:07) die am Vortrag siegreichen Jochen und Guido Drescher mit den Bremern Heiko Wellbrock und Patrick Hille. Am Ende behielt das Brüderpaar mit 45.078 g. die Oberhand, Heiko und Patrick belegten an diesem Tag Platz 2 mit 42.635 g. Somit erfolgte die Vergabe des Gesamtsektorensiegs auch letztendlich über das Gewicht, Harald Windel und Marco van Holten sollten hier mit etwas mehr als 93 kg bei gleicher Platzziffer (ebenfalls Idealplatzziffer 2) die Oberhand behalten vor Jochen und Guido, die an beiden Tagen zusammen 85.837 g. fingen.

Jung, dynamisch, erfolgreich: Jochen und Guido Drescher
Jung, dynamisch, erfolgreich: Jochen und Guido Drescher

Gegenüber im C-Sektor vor der Manufaktur mussten letztendlich zwei Fragen beantwortet werden: konnten die sympathischen Luxemburger Romain Koenig und Frank Meis ihr dominierendes Ergebnis vom Vortag wiederholen und wie ging das vereinsinterne Duell zwischen Laser/Willich und Herdlitschke/Bredereck aus?

Die Luxemburger wiederholten ebenfalls ihr Vortagesergebnis und gewannen Teil 1 des Sektors mit 30.136 g. vor Jürgen Lagershausen und Ivo Vince, die am ersten Tag noch knapp hinter der zweitplazierten Koppel den dritten Platz belegten. Während im C2-Sektor alle Augen auf das erwähnte „Stallduell“ gerichtet waren, konnten etwas entfernt davon die „Nordlichter“ Thomas Vielmeier und Ingo Frerichs mit 37.588 g. diesen Untersektor gewinnen. Ralf Herdlitschke und René Bredereck konnten sich für den ersten Tag revanchieren und belegten mit 36.927 g. vor Laser / Willich Platz 2 in diesem Teilabschnitt. Demzufolge musste im C-Sektor nicht das Gesamtfanggewicht über den Sektorensieg entscheiden, Romain Koenig und Frank Meis gewannen ebenfalls mit Platzziffer 2 den gesamten Sektor nach 2 Tagen vor Olaf Laser und Ramon Willich (PZ4); diese allerdings behaupteten ihren 2. Platz aufgrund des höheren Fanggewichts vor Herdlitschke / Bredereck.

Olaf Laser / RamonWillich 
René Bredereck / Ralf Herdlitschke
Lieferten sich über beide Tage interessante Duelle:
Olaf Laser/ Ramon Willich und René Bredereck/ Ralf Herdlitschke


Bei der anschließenden Siegerehrung im nahegelegenen Axxon-Hotel erhielten die 8 erfolgreichsten Koppeln in den jeweiligen Sektoren wertvolle Erinnerungsgaben aus dem Hause Colmic.

Hier zunächst die drei Erstplatzierten der einzelnen Sektoren:

Sektor A:
1. Frank Weise / Steffen Pfeiffer
PZ 2
58.552 Gramm 
2. Björn Bauersfeld / Martin Zetzloff
PZ 2
50.200 Gramm 
3. Christian Goerke / Erich Grabowski 
 PZ 4 49.887 Gramm 


Sektor B:
1. Harald Windel / Marco van Holten
 PZ 2
93.657 Gramm 
2. Guido und Jochen Drescher
 PZ 2
85.837 Gramm 
3. Helmut Rein / Fred Glockemann
 PZ 5
80.244 Gramm 


Sektor C:
1. Romain Koenig / Frank Meis
PZ 2
72.220 Gramm 
2. Olaf Laser / Ramon Willich
PZ 4
71.039 Gramm 
3. Ralf Herdlitschke / Rene Bredereck
PZ 4 66.019 Gramm 

Nachdem wir nun die 5. und somit letzte Veranstaltung der diesjährigen Grebenstein-Challenge hinter uns gebracht haben, stehen die 30 Finalisten fest. Diese werden in den kommenden Tagen separat für das vom 07. bis 09. Mai 2010 in Potsdam stattfindende Finale eine Einladung erhalten. In diesem Jahr haben 288 Angler an mindestens einem der Events der Veranstaltungsreihe teilgenommen. Hie zunächst die Top Ten der Grebenstein-Challenge 2009:

01. Björn Bauersfeld
02. Martin Zetzloff
03. Heiko Wellbrock
04. Guido Drescher
05. Patrick Hille
06. Jochen Drescher
07. Lothar Ernst
08. Ivo Vince
09. Jörg Zurek
10. Jürgen Lagershausen


Die gesamten Ergebnislisten, jede Menge Bilder vom Koppel-Cup und die Endauswertung der Grebenstein-Challenge 2009 findet Ihr unter

www.grebenstein.com

Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und jedem Teilnehmer unserer Eventreihe für seine Teilnahme, sein faires und freundschaftliches Verhalten zu danken!!!
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