Mosella Feeder-Finale 2009

  • von Achim Tomasits
  • 15. Oktober 2009 um 11:42
  • 3
Wie in jedem Jahr stand zum Abschluss der Feeder-Saison das Mosella-Finale an, 28 Tandems hatten sich bei diversen Veranstaltungen in Deutschland und Holland für dieses Event am 10. und 11. Oktober qualifiziert. Nachdem in den letzten Jahren die Fänge an der Mosel bei Wehlen nicht gerade prächtig waren, entschloss man sich, in diesem Jahr den Germersheimer Hafen als Austragungsort zu wählen. Da sich normalerweise die Brassenschwärme aus dem Rhein im Oktober in den doch ruhigeren Bereich des Hafens zurückziehen, eine sicher nicht schlechte Wahl des Austragungsortes. Leider hatte der Rhein in dieser Zeit extrem Niedrigwasser und dementsprechend auch das gleiche Bild im Hafenbereich, über weite Flächen herausschauende Steinpackungen zeugten von der Wasserarmut.

Steine02Weigang/ KleinKrawzyk/ Pasternak
Der extrem niedrige Wasserstand ist hier gut zu erkennen

Die Steinschüttung forderte den Teilnehmern alles ab, es war in manchen Bereichen sehr gefährlich seine Kiepe oder seine Plateau ordentlich aufzubauen. Die Steine waren spiegelglatt und so musste man höllisch aufpassen, um sich nicht samt seinem aufgebauten Tackle im Wasser wieder zu finden.

Die meisten der qualifizierten Tandems absolvierten bereits im Vorfeld einige Trainingssessions und konnten gute Fänge erzielen. Der Hauptfisch im Hafen war eindeutig die Brasse oder besser gesagt, Skimmer. Fische von 150-400g, hier und da aber auch Exemplare um die Kilo-Marke. Leider ist der Germersheimer Hafen in zwei Bereiche geteilt, das alte und das neue Hafenbecken. Der neue Bereich im Hafen wurde erst letztes Jahr fertig gestellt und weist eine Wassertiefe von 3-4m auf. Im alten Hafenbereich hingegen findet man Wassertiefen von 8-12m vor, und hier zogen sich die Fische im Laufe der Woche immer mehr zurück.

Michael ZammataroZammataro01
 Michael Zammataro beim Einnetzen eines Brassens

Die Angelzeit für die beiden Durchgänge wurde auf fünf Stunden festgesetzt, ausreichend Zeit für die Teilnehmer, um den ein oder anderen Fisch zu überlisten. Geangelt wurde in zwei Sektoren, wie schon beschrieben, im alten und neuen Hafenbereich. Einige Einheimische machten den Teilnehmern schon mal richtig Mut: Wer in dem Übergangbereich zwischen alten und neuem Hafen – sprich Sektor A und B – sich wieder finden sollte, würde sich mit den Brassen nicht auseinandersetzen müssen. Schlechte Prognosen für ca. sechs Plätze. Hier wurde nämlich der Aushub des neuen Hafenbereiches abgekippt und dementsprechend hielt sich die Wassertiefe sehr in Grenzen.

Am Samstag begrüßte dann Michael Schlögel im Namen der Fa. Mosella die anwesenden Angler und teilte die Modalitäten für das Finale mit. Schnell wurden die Plätze verlost und pünktlich um 11:00 Uhr wurde der 1. Durchgang gestartet. Ca. eine Stunde vorher öffnete der Himmel seine Pforten und es goss wie aus Kübeln.

Tanja/Felix
Tanja und Felix Scheuermann im Dauerregen

Die meisten der Teilnehmer setzten auf dunkle Futtersorten, hier und da konnte man dann noch einen Spekulatius-Smell erhaschen. Bei den Ködern vertrauten die Angler auf Maden, Caster und Pinkies. Versuche mit Wurm scheiterten bereits bei den Trainingseinheiten. Die Vorfachstärken variierten zwischen 0,08 – 0,14mm, als Hauptschnur wurde von den meisten Anglern eine Geflochtene in den Stärken 0,08 – 0,10mm verwendet.
Die zu beangelnden Entfernungen differenzierten sich in den beiden Sektoren sehr stark, fing man im A-Sektor die Fische auf ca. 65-85m direkt hinter einer Kante, so reichten im B-Sektor Entfernungen zwischen 30-50m aus. Schnell kristallisierte sich im 1. Durchgang heraus, dass im B-Sektor eindeutig mehr Fische zu fangen waren. Es war schnell zu erkennen, dass auf den trainierten Plätzen Standfische vorhanden waren und diese ließen sie auch recht zügig an den Haken locken. In anderen Bereichen hingegen war von den Brassen nichts zu sehen und man musste sich abmühen überhaupt an Fisch zu kommen. In diesen Bereichen galt es das ein oder andere Rotauge zu erhaschen, um nicht ohne Fang aus dem 1. Durchgang heraus zu gehen. Nach fünf Stunden wurde der Durchgang beendet und das Wiegeteam nahm umgehend seine Arbeit auf. Im Sektor A konnte sich das Tandem Weigang/ Klein mit einem Gesamtfanggewicht von 1.600 g und im B-Sektor das Tandem Zammataro/ Kukielka mit 8.770g durchsetzen.

Fang Zammataro/ Kukielka
Fangausbeute Zammataro/ Kukielka 1. Durchgang

Der zweite Durchgang am Sonntag wurde von 9:00 – 14:00 Uhr festgelegt und nach Verlosung der Startplätze kam es zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Sektorensieger. Die Koppel Weigang/ Klein und Zammataro Kukielka fanden sich im Sektor B auf den Plätzen B4 und B5 wieder. Für die Zuschauer sicherlich ein besonderer Leckerbissen, denn so konnte man diese beiden Top-Teams im direkten Vergleich beobachten.

Text??
Ein guter Brassen für Tobias Klein

Das Koppel Zammataro/ Kukielka konnte von Beginn an sofort Fische fangen während bei Weigang/ Klein die erste halbe Stunde doch eher „tote Hose“ angesagt war. Sicherlich kein Beinbruch bei einer fünfstündigen Angelzeit, jedoch wird man unter diesen Umständen sicherlich ein wenig nervös. Weigang/ Klein ließen sich jedoch nicht aus ihrem Konzept bringen und gegen Mitte des 2. Durchganges konnten beide Angler die Brassen auf ihre Futterplätze ziehen. Die Aufholjagd hatte begonnen.

Text??
Spannung bis zum Schluss und Gratulation für das Siegerduo

Nach Beendigung des 2. Durchganges waren alle sehr gespannt, wie der direkte Vergleich beider Sektorensieger vom Vortag ausgegangen war. Spannung pur war beim Abwiegen der Fänge angesagt, schlussendlich konnte sich das Tandem Zammataro/ Kukielka mit 5.360 g gegen Weigang/ Klein mit 4.630g durchsetzen. Somit stand auch der Gesamtsieger des Mosella Feeder-Finales 2009 fest. Die Titelverteidiger vom Vorjahr Zammataro/ Kukielka konnten ihren Erfolg wiederholen und sind somit auch die neuen Champions des Feeder-Finales. Wieder einmal setzten sich die im Vorfeld gehandelten Favoriten durch, der 2. Platz ging an das Koppel Weigang/ Klein und der 3. Platz an das holländische Tandem del Wolters/ Poels.

Gesamtsieger Zammataro/ Kukielka
Gesamtsieger Michael Zammataro/ Mathias Kukielka
Weigang/ Klein
Wolters/ Poels
2. Platz Tandem Weigang/ Klein 3. Platz del Wolters/ Poels

Einen besonderen Dank an dieser Stelle an Michael Schlögel und sein Team, die Organisation des Finales war wieder einmal top und es gab in keinster Weise irgendwelche Ungereimtheiten. Jeder der schon einmal ein derartiges Event organisiert hat, weiß wie viel Arbeit im Vorfeld von Nöten ist, um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können.

Schwer hingegen ist die Auswahl eines für ein Finale adäquaten Gewässers, es sollte eine gleichmäßige und faire Strecke sein und den Teilnehmern ungefähr gleiche Fangaussichten unterbreiten. Sicherlich werden z. B. Endplätze an Fließgewässern immer einen Vorteil mit sich bringen oder wird es an Stillgewässern bevorzugte Standplätze der Fische geben, nur von der Gewässerstruktur sollte eine faire Strecke gewählt werden. Mitunter war dies im Germersheimer Hafen nicht der Fall, vielleicht auch bedingt durch den sehr niedrigen Wasserstand. Michael Schlögel hat alle Teilnehmer aufgefordert, sich über mögliche Austragungsorte Gedanken zu machen und diese Vorschläge will er auf jeden Fall eingehend prüfen.

Ergebnisse (Top 10):
Platzziffer
   Gewicht
 1. Zammataro/ Kukielka 
2
14.130g
 2. Weigang/ Klein
3
6.280g
 3. del Wolters/ Poels
4
5.050g
 4. Seibel/ Hasch
6
3.330g
 5. Hoffmann/ Dietsch
7
6.350g
 6. Ohligschläger/ Bense 
8
 1.790g
 7. Scheuermann/ Scheuermann  
9
3.290g
 8. Krawzyk/ Pasternak
10 5.230g
 9. Schuster/ Conrnicus
11
  4.420g
10. Haselmeyer/ Lottig
13 2.960g

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3 Kommentare
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  • Garlic_96
    schöner berich und herzlichen glückwunsch an die gewinner
  • Brasem
    aus Würselen
    Organisation??
    War als Zuschauer auf der Strecke und hörte bereits am ersten Tag, dass auch Plätze ausgelegt wurden, die von vorneherein aufgrund sehr geringer Tiefe als chancenlos gelten. Wenn das so ist, kann alles prima geklappt haben....aber eine gute Organisation sieht anders aus. Just my opinion! Gruß Brasem
  • Chris
    aus Dormagen
    Finale
    Alles in allem war es eine gelungene Veranstalltung Die Kameradschafft war super und wir hatten viel spass miteinander ...... Ich fand es persöhnlich nur schade das im 2ten Durchgáng die Sektoren nicht getauscht worden sind ! Danke noch an den ansässigen Verein für die tolle Betreuung rund um das ganze Angeln (Plätze markieren ,Abwiegen ,Abtransport des fang's usw.) Gruß Chris