Sensasfinale 2009 am Silokanal

  • von ct Redaktion
  • 21. Oktober 2009 um 10:51
  • 8
Das waren 125 Angler, ein Kanal, viele Fragen und dann doch wieder die alten Hasen mit den richtigen Antworten. Der Silokanal im Stadtgebiet Brandenburg ist eines der besten Gewässer in ganz Europa und so lockt er auch in diesem Herbst und Winter wieder hunderte Angler nach Brandenburg. Auch am dritten Wochenende im Oktober wollten wieder knapp 200 Leute an dem Sensas Finale teilnehmen. Die Startplätze waren sehr begehrt und sicher konnten sich nur die Angler sein, die eine Startkarte für das Finale bei einem Fischen der Sensas Challenge ergattern konnten.

Der Silokanal
Der Silokanal - ein Gewässer der Extraklasse

Einige Angler reisten bereits am Freitag an um sich mit der Strecke vertraut zu machen oder einfach nur das Fischen an diesem bemerkenswerten Kanal zu genießen. Hier noch eine Info für alle Gäste an der Strecke: Alle Angler die nicht in einem DAV Verein in Brandenburg organisiert sind, müssen eine Tageskarte für den Kanal lösen. Die wohl bekannteste Kartenvorverkaufsstelle ist "Fishing Pro" in der Upstallstraße Nr. 12 in der Stadt Brandenburg.

Das Wetter war an diesem Freitag nicht ganz ohne, einige Tage zuvor war der schöne Frühherbst vorbei und das Thermometer fiel Nachts bereits unter die 0 Gradmarke, tagsüber lagen die Temperaturen bei 4 Grad und als Sahnehäubchen gab es auch noch Dauerregen. Eine grosse Unbekannte am Silokanal ist die Strömung. Vor 2 Wochen war diese noch sehr moderat, jedoch an dem Freitag präsentierte sich die Strömung in den Sektoren C bis E als sehr, sehr beachtlicht, und nicht nur das, sie wechselte auch ständig. Konnte man teilweise die Pose mit 15 Gramm Lutschern blockieren, so musste man größtenteils 25 Gramm fischen und teilweise wären so gar 40 Gramm notwendig gewesen um den Köder blockiert anzubieten. In den Sektoren am Stahlwerk sah die Sache anders aus, bedingt durch die grössere Breite verringert sich die Fliessgeschwindigkeit auf 10 – 20 Gramm für ein blockiertes Anbieten. Im Sektor am Parkplatz waren dann wieder ähnliche Gewichte wie im Sektor C bis E nötig.

 

Gute Laune am Silokanal und das nicht ohne Grund!

Im Training wurde dann gut gefangen. Der Sieger des IAM 2009, Nico Matschulat, konnte sowohl mit der Bolorute sowie mit der Kopfrute einige gute Fische fangen, und zwar sogar die eher untypischen Brassen im Sektor A. Nico fischte mit Gewichten zwischen 5 und 8 Gramm relativ leicht, sicherlich eine Posenwahl die nicht jeder Angler wählen und angeln kann. In den Sektoren D und E konnten die Angler wesentlich mehr größere Fische landen, es konnten mehr Brassen sowie große Rotaugen gefangen werden. Die Fische bissen hier auf alle Methoden, besonders erfolgreich war jedoch die long-long-Rute und die Kopfrute.
Fische waren also mehr als ausreichend auf der Strecke, doch es waren auch die Kleinigkeiten, die das Sensas Finale zu einer gelungenen Veranstaltung machten. So gab es eigens für das Finale Sensas T-Shirts mit dem Aufdruck "Sensas Finale 2009", bei der Vergabe der Plätze war die Platznummer auf einem Zubehörteil aus der Sensas Serie vermerkt, das jeder Teilnehmer sicherlich gebrauchen konnte und behalten durfte und um lange Loszeiten zu vermeiden, wurden von jedem Teilnehmer die Plätze für beide Tage gelost. Die Strecke wurde dann Sonntagmorgen so angepasst, dass natürlich keiner schon am Samstag wusste, wo er nun am Sonntag genau saß. Die Fische wurden gehältert und umgesetzt, viel besser geht es nicht.

 
Es ist nicht unwahrscheinlich das Lutz Weissig hier gerade ein Caster beködert

Am Samstag begann das Fischen nachdem zuvor 5 Minuten lang den CIPS Regeln konform gefüttert werden konnte. Schnell zeigte sich das der Fisch relativ beißfreudig war, ob mit der Kopfrute, der Bolo oder der long-long, man konnte mit jeder Methode Fische fangen. In Sektoren A und B fing die long-long-Rute zum Anfang gute Fische. Die Fische waren deutlich grösser als die auf der Kopfrute. Nach einer Stunde war der Spuk der grossen Fische auf der long-long jedoch vorbei und es galt mit der Kopfrute die Fische auf der Kopfrutenspur sauber zu beangeln und zu fangen. Der Hauptfisch in diesen Sektoren war ganz klar das Rotauge, dieses galt es im freien Trieb mit einem bündigen Köder zu fangen. Als Köder waren 3 bis 4 Maden genauso erfolgreich wie 2 bis 3 Caster. Zu kleine und zu wenige Köder am Haken brachten kleine Fische und damit zu wenig Gewicht. Die Posen für den freien Trieb auf der Kopfrute lagen zwischen 2-3 Gramm im strömungsärmeren Bereich am Stahlwerk, und bis zu 6 Gramm in den Bereichen links und rechts vom Stahlwerk. An der long-long musste mit ungefähr 10 Gramm gefischt werden. Mit diesen Posengewichten konnte maximal ein extrem leichtes Verzögern im Trieb vollzogen werden, dieses reichte jedoch aus um die Rotaugen zu fangen. Machte man alles richtig, konnte man schöne Rotaugen bis zu 700 Gramm fangen. Der Schnitt der Rotaugen lag zwischen 100 Gramm und 150 Gramm. Neben den unberingten Ruten zeigte auch die Bolorute wieder ihre Stärke in diesen Sektoren. Wer diese Methode beherrschte, und auf 18-20 Meter sauber im Trieb fischte, konnte die Sektoren A und B sicherlich gewinnen. Wichtig war es keine Weitenjagd zu veranstalten und dort zu fischen wo man sauber und regelmäßig füttern konnte. Als Belohnung winkten dann größer Fische als auf der Kopfrute.


Angler in Aktion - ein typisches Bild für den Silokanal

Die Sektoren C bis E waren links der blauen Brücke. Für Silokanalkenner heißt dies, eine andere Welt beginnt. Angelt man unterhalb der Brücke auf 10 Kilogramm Gesamtgewicht, so sollte man oberhalb der Brücke eher 15-20 Kilogramm auf die Waage bringen, denn hier fängt das Brassenland im Silokanal an. Dementsprechend bauten die Teilnehmer hier schwerere Montagen auf, da es oftmals galt den Köder stark verzögert oder gar blockiert anzubieten. Konkret bedeutete dies, das viele Gewichte zwischen 12 und 18 Gramm für das verzögerte Fischen und Lutscher bis zu 30 Gramm für das blockierte Fischen montiert wurden. Nach der Startfütterung wurden sofort schöne Rotaugen gefangen, diese galt es auch hier leicht und im Trieb zu fangen. Als Methode dominierte in diesen Sektoren ganz klar die Kopfrute. Nach einer Stunde wurden dann die ersten Brassen in den Sektoren oberhalb der Brücke gefangen, die dort sitzenden Angler bekamen dies natürlich mit und vernahmen damit den Startschuss zum Brassenangeln. Die leichten, erfolgreichen Montagen wurden aus der Hand gelegt und man stellte auf verzögertes oder gar blockiertes Fischen um. An diesem Tag sollte dies jedoch ein Fehler sein! Die Brassen ließen sich nicht in großer Stückzahl fangen und man blieb gewichtsmäßig hinter den Rotaugenanglern, die Rotaugen bissen weiter und hatten ein erfreulich hohes Gewicht und Fische bis zu 800 Gramm konnten gelandet werden. Die ganz hohen Gewichte blieben dann an diesem Tag auch aus und das Tageshöchstgewicht in den „Brassensektoren" lag bei „nur" 16 Kilogramm. Dies konnte von Champions-Team Angler Lutz Weißig zur Waage gebracht werden. Genau wie Lutz konnten auch Ralf Herdlitschke und „Mr. Silokanal" Uli Lehmann ihre Sektoren gewinnen. Ralf nahm sich mal wieder das Recht heraus nur mit der Bolo in den Stangensektoren zu fischen - gewonnen hat er diesen trotzdem!


Uli Lehmann mit "modischen" Cap in seinem Element

Der 2. Durchgang, der Sonntag, brachte dann überraschender Weise etwas geringere Gewichte. In den Sektoren gegenüber des Stahlwerkes reichte ein Gewicht von unter 6 Kilogramm um zu gewinnen, lediglich im A Sektor konnte ein höheres Gewicht gefangen werden. Oberhalb der blauen Brücke blieben die Gewichte etwas unter den Ergebnissen des Vortages, jedoch war das Feld sehr dicht zusammen. Mit unter 20 Kilo wurde gewonnen, mit 10 Kilo war man jedoch im hinteren Drittel des Feldes.


Champions-Team Angler Benjamin Hoffmann mit einer kleinen Brasse

Sensasfinale 2009, das war ein Silokanal der den Anglern vieles abverlangte. Die Strömung schwankte während des Fischens stark und das typische Beissverhalten der Brassen war an diesen Tagen nicht zu vernehmen. Die Extraklasse des Silokanals zeigte sich trotzdem an hand der guten Fanggewichte und dem gleichmäßigen Schnitt der Fanggewichte. An diesem Kanal kann man auf fast jeden Platz seinen Sektor gewinnen, wenn man den ihn  richtig liest und die Erkenntnisse umsetzen kann. Diese These belegen die drei Silokanal-Asse Uli Lehmann, Ralf Herdlitschke und Lutz Weissig mit den Plätzen 1, 2 und 4.


Ein positiv Verrückter und Sieger des Sensasfinals 2009 - Uli Lehmann

Das man auch als Auswärtiger vorne mitfischen kann, das zeigte Thomas Cohrs aus Hannover, Thomas fischte zwei starke Durchgänge mit der Bolorute und landete auf einem starken 6. Platz der Gesamtwertung.
Die erfolgreichsten Angler: 1. Ulli Lehmann, 2. Ralf Herdlitschke, 3. Peter Gilsbach, 4. Lutz Weißig, 5. Jens Büttner, 6. Thomas Cohrs, 7. Benjamin Hoffmann, 8. Alexander Haupt, 9. Sigmund Fitzner, 10. Lars Lamprecht, 11. Frank Rössler, 12. Eckhard Piesker, 13. Ralf Gehrke, 14. Uwe Koopmann, 15. Olli Flam, 16. Sven Brehe, 17. Heiko Schmidt, 18. Martin Nordiek, 19. Bernd Hoffmann, 20. André Krüger, 21. Jürgen Lagerhausen


Die drei Erstplatzierten des Sensasfinale 2009: Herdlitschke - Lehmann - Gilsbach

Nach der Veranstaltung ist Sven Brehe, Mitarbeiter der Firma Sensas, eine Setzkeschertasche, ein Setzkescher in 4m und ein Kescherkopf abhanden gekommen. Möglicherweise hat sich da jemand beim Bepacken seines Autos vertan, vielleicht aber auch bewusst zugepackt. Wie auch immer, die Sachen müssen zu Sven wieder zurück und wir vermitteln in diesem Fall gerne (auch anonym) unter der Adresse champions-team@gmx.de. Die Angelwelt ist zu klein, um mit den Sachen Spass am Wasser zu haben.
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8 Kommentare
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  • borchi
    Ergebnisliste
    Hallo, diese müsstest Du beim Veranstalter anfragen...
  • Sandangler
    aus UM
    Ergebnisse
    Prima Berichterstattung. Wie kommen wir denn nun an die Ergebnislisten ran?
  • Garlic_96
    suba schöner bericht
  • CptHaddock
    aus Berlin
    Prima!
    Und dann dieser Super-Bericht auch noch rechtzeitig vor dem Shimano-Cup! Großes Lob
  • borchi
    Bericht
    sicherlich kann man den Bericht ausführlicher gestalten, uns ging es aber vor allem darum einen zeitnahen Bericht zu den Gegebenheiten am Kanal zu bringen. Viele unserer Leser werden am Shimano Cup und einige auch am IAM teilnehmen, diesem Umstand wollten wir mit der zeitnahen Veröffentlichung Rechnung tragen.
  • pathfinder1966
    aus Celle
    Sensas Finale 2009
    Zum ersten Mal nahmen Mitglieder vom Sensas Team Celle am Sensas Finale teil. Die Begeisterung welche aus Eurem Bericht hervortritt, können wir nur alle teilen. Wir danken den Organisatoren, allen voran Marco Beck mit seiner Frau Astrid und Sven Brehe für eine rundum gelungene Veranstaltung. Gerne kommen wir 2010 wieder. Axel,Sensas Team Celle
  • Martin88
    Ergebnislisten
    Schöner Bericht! - Wie kommt man als Teilnehmer an die Ergebnislisten?
  • Schrotti
    Weiter so
    Super Berichterstattung. Schnell und detailiert - einfach spitze!