Shimano-Cup 2009 am Silokanal

  • von Achim Tomasits
  • 27. Oktober 2009 um 11:35
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150 Anglerinnen und Angler trafen sich am vergangenen Wochenende zum 4. Shimano-Cup am Silokanal in Brandenburg an der Havel. Angler aus 5 Nationen wollten den gewichtigen Rotaugen und Brassen nachstellen und sich bei dieser gut organisierten Veranstaltung  mit  einigen der besten Angler aus der nationalen bzw. internationalen Szene messen.

Das Zugpferd für dieses Angeln war sicherlich Alan Scotthorne, mehrfacher Weltmeister und ein Meister seines Faches. Aber auch andere Größen wie der amtierende französische Meister Didier Delanoy, die champions-team Mitglieder Ralf Herdlitschke, Andreas Dalcke, Lutz Weißig und weitere zahlreiche deutsche Spitzenangler wollten beim Shimano-Cup kräftig mitmischen.

Bereits ab Mittwoch sah man zahlreiche Teilnehmer des Shimano-Cups am Silokanal sitzen, Trainingssessions gehören einfach mit dazu, schließlich möchte man bestens vorbereitet für das Event sein.
Im Vorfeld sickerte durch, dass es in diesem Jahr nur 4 Sektoren geben würde, 2 unterhalb und 2 oberhalb der blauen Brücke. Die unteren beiden Sektoren A und B sind eher die Sektoren in welchen es gilt, Rotaugen in hoher Stückzahl zu fangen. Fische zwischen 50-150g sind hier die Regel und die kapitalen Rotaugen werden als Bonusfische gerne mitgenommen. Die oberen beiden Sektoren C und D sind hingegen für Großfisch bekannt, Rotaugen zwischen 400-800g sind hier oft anzutreffen und auch Brassen von 300-1000g können hier auf die Futterspur gestellt werden.

schöne Brasse
  Armin Wolf mit einem schönen Brassen

Man sah die verschiedensten Angeltechniken an diesen Tagen, 13m verkürzt, 10m long-long, die Bolorute, die Matchrute und Alan Scotthorne versuchte sich am Freitag mit der 7m Whip im A-Sektor auf die dort massig vorkommenden Rotaugen um die 50 g. Berechnet man, dass man in einer Minute ein Fisch fangen kann und ein Durchgang 3 Stunden dauert, kann man im besten Fall ein Gewicht von 9 kg mit diesen Fischen machen. Sicherlich auch eine Option, falls die größeren Exemplare sich nicht zeigen wollen. 
Der wichtigste Aspekt bei der Auswahl der richtigen Angelmethode ist, Flexibilität. Es gibt im Silokanal nicht DIE Angelmethode, man muss sich auf die Gegebenheiten jeden Tag erneut einstellen. Wer sich das zu Herzen nimmt, nicht mit dem Platz hadert oder es auf andere Umstände schiebt, wird hier sicherlich Sternstunden in seinem Anglerleben erleben können.

Didier Delanoy
Der französische Meister Didier Delanoy

Die Montagen welche an diesem Wochenende hauptsächlich verwendet wurden, waren normale Fließwasserposen von 4-10g, Lutscherposen von 8-15g und an den Boloruten kam man mit Gewichten von 8-12g gut an den Fisch. Bei den Rotaugenmontagen war es wichtig, die Köder bündig und leicht verzögert zu präsentieren. Auch ein entscheidender Punkt war die Bebleiung, unter der Hauptbebleiung waren vier bis fünf No. 4 Schrote im Abstand von 5-7 cm. angebracht, so konnte man mit dem Köder spielen und vor allem die großen Rotaugen ansprechen. Bei der Brassenmontage hingegen kann auf das altbewährte Zweipunktmuster zurückgegriffen werden, Hauptbebleiung und zwei No. 4 kurz hinter dem Vorfach waren die richtige Wahl. Die Vorfachlänge variierte zwischen 22-34 cm und sollten das immer noch zu kurz für die Brassen sein, kein Problem, einfach die komplette Bebleiung 30 cm hochgeschoben und die Pose um diese Länge nachgestellt. Nun liegen ca. 40cm satt auf und die Brassen mögen das am Silokanal sehr gerne.

Angerer
Der Österreicher Kurt Angerer mit stattlicher Brasse

Am Samstag wurde es dann ernst, pünktlich um 8 Uhr ertönte das Hupsignal und die Angler trafen sich zur Verlosung. Bei 150 Mann dauert es zwar schon eine Weile bis auch der letzte Angler sein Los gezogen hat, jedoch ging alles recht zügig von statten und die Angler machten sich auf den Weg zu ihren Plätzen.

Wo würde es die "Stars" hin verschlagen? Alan Scotthorne landete im D-Sektor auf dem Platz 35, Didier Delanoy auf D 30.  Beide im fischreichen Sektor, sicherlich eine interessante Konstellation. Pünktlich um 11:00 Uhr wurde der 1. Durchgang gestartet und auch die Fische hielten sich an diese Zeit. Es wurde sofort Fisch gefangen und gerade in den Sektoren C und D waren hier auch kapitale Fische mit dabei. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass im A-Sektor die niedrigen Platznummern und im B-Sektor die hohen Platznummern sich wohl um die vorderen Plätze messen würden. In den Sektoren C und D war es ausgeglichener, hier konnte auf der gesamten Strecke Fisch gefangen werden und es galt, die Größeren selektiv zu beangeln.

Alan Scotthorne
Alan Scotthorne

So konnte sich in Sektor A Heinz Drescher vom Team Grebenstein NRW mit 11.399g vor Bernd Markwitz, Team Browning Sachsen mit 9.543g und Claus Müller, CM Lockstoffe, mit 9.116g durchsetzen.
Im Sektor B hatte Bernd Grabowski von den Posenkiekern mit 18.332g die Nase vorn. Zweiter wurde hier Enrico Müller vom AV Havelberg mit 13.754g vor Nico Siptrott vom Team Esen mit 11.317g.
Im C-Sektor angelte Thomas Pruchnowski sehr stark und konnte Peer Saddeler, welcher noch näher zur Brücke im vermutlich besseren Bereich saß, auf Distanz halten. Mit 23.760g konnte Thomas den Sektor vor Peer mit 21.280g und Torsten Jenke mit 20.044g für sich entscheiden.
Und was war im D-Sektor? Hier angelte Peter Schuchhardt aus Magdeburg mit 20.222g sehr stark und konnte Alan Scotthorne mit 18.380g auf den 2. Platz verweisen. Dritter wurde Ralf Ingo Buchholz vom Team Shimano Brandenburg mit 17.921g. Didier Delanoy landete mit 15.791g auf Rang 8.

Kampfstarkes Rotauge
Kampfstarkes Rotauge, eine sichere Landung der Fische war nicht immer einfach

Der 2. Durchgang am Sonntag wurde, bedingt durch die Zeitumstellung, eine Stunde früher begonnen. Eine gute Sache wenn man bedenkt, dass einige Teilnehmer über 700 km Anfahrtsstrecke hatten und so doch ein wenig früher nach Hause kamen.
Die Fische ließen sich auch im 2. Durchgang gut fangen und gerade der A-Sektor brachte noch mehr Fisch als am Vortag. Spannend ging es zu und stellenweise entschied ein gefangener Fisch über eine gute Platzierung.
Thomas Pruchnowski konnte auf der B 30 mit 9.006g eine gute 4 angeln, aber Claus Müller legte noch einen drauf und verbesserte sein Vortagesergebnis um eine Platzziffer und sicherte sich mit 23.978g im C-Sektor einen zweiten Sektorenplatz. Ganz eng ging es dann zwischen diesen beiden Anglern her, die Platzziffer 5 stand bei beiden und am Ende hatte Claus mit 328g die Nase vorn und konnte so die 4. Auflage des Shimano-Cups für sich entscheiden. Thomas landete auf dem zweiten und Bernd Markwitz auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung.

Gruppenfoto1. Platz2. Platz3. Platz
Die erfolgreichsten Angler

Zu den Ergebnissen

Viel Spass und Fisch machten diese Veranstaltung wieder zu einem Highlight im Jahreskalender der Friedfischangler und im nächsten Jahr wird dieser Cup sicherlich wieder schnell ausgebucht sein.

Sicher spreche ich im Namen aller Teilnehmer, wenn ich ein dickes Lob an die Veranstalter, Shimano Deutschland und Shimano Brandenburg ausspreche, die Auswertung wurde in Windeseile erstellt und wir Angler wurden bestens versorgt. Auf ein Neues in 2010!
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2 Kommentare
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  • stasi
    aus Bremerhaven
    Wieder tolles Event
    Es hat mal wieder richtig Spaß gemacht, daran teil zu nehmen. Die Organisation war auch dieses mal 1. Klasse. Ich freue mich schon auf den nächsten Shimano Cup 2010 am Silokanal.
  • elbbrasse
    aus Uelzen
    toller Service
    einen Bericht so schnell online zu haben, das ist schon klasse. Schade das man nicht das Mittel der französischen Wertung genutzt hat, um den an sich fairen Kanal, und damit die gesamte Veranstaltung noch besser zu machen