Frühlingsfischen mit dem Team Ultimate Deutschland

  • von Achim Tomasits
  • 11. Juli 2009 um 06:30
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Vom 20.-21. Juni lud das Team Ultimate Deutschland zum Frühlingsfischen an den Main bei Wertheim ein. 12 Mannschaften folgten dem Aufruf von Holger Beil und trafen sich am Samstag in Wertheim-Urphar im neuen Angelladen Fisherman´s Partner von Uwe Ahrens.

Das Frühlingsfischen wird traditionsgemäß als Mannschaftsangeln veranstaltet, vier Sektoren mit unterschiedlichen Charakteren und genauso unterschiedlichen Fangaussichten.

Die beiden Sektoren A und B in Mondfeld sind für ihre Barben berüchtigt, einige zerbrochene Top-Sets bewiesen wieder einmal mehr, dass diese Streckenabschnitte ihrem Ruf als "Polekiller" gerecht werden. Der Main ist in diesen beiden Abschnitten ca. 100m breit und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von 2,5-4m. In den beiden Sektoren kommen bei den vorhandenen Strömungsverhältnissen vornehmlich diverse Lutscherposen von 8-20g zum Einsatz, aber auch einfache Strömungsposen von 6-10g werden - hauptsächlich zum Beangeln der gewichtigen Rotaugen - verwendet. Die Montagen sollten schon einen Durchmesser von 0,18 – 0,20mm, in Verbindung mit den dazugehörigen Vorfachstärken (0,14-0,18mm), aufweisen. Die Hakengröße variiert zwischen 14 und 8, aber eines sollten die verwendeten Haken sein – extrem robust. Ein 2,1mm Hollow auf zwei Teile im Top-Set stärkt die Wahrscheinlichkeit, die gehakte Barbe auch landen zu können. Meistens liegt die Erfolgsquote der Landung der starken Barben bei ca. 60 %, je nach Größe der Fische. Eine Barbe jenseits der 4kg-Marke macht ordentlich Dampf und weiß ganz genau, in welche Richtung sie ihre Fluchten  ausüben muss, nämlich in die Flussmitte. Irgendwann ist dann auch der stärkste Gummi an seiner Leistungsgrenze angelangt und die Barbe verabschiedet sich. Beim Futter setzten die Teilnehmer auf schweres und gut bindendes Futter zum Einbringen vieler Lebendköder. Auch sah man viele "Madenkuchen" in den Futterwannen der Angler, nicht nur die Barben stehen darauf.


Ossi Pachl vom SAC Mühlheim  
Ossi Pachl vom SAC Mühlheim im barbenträchtigen A-Sektor
 
Sektor C in Bettingen ist eher ein Abschnitt für die Rotaugenangelei, kapitale Exemplare dieser Gattung erreichen Gewichte von bis zu 750g. In diesem Abschnitt wurden Posen mit Tragkräften von 4-10g eingesetzt und die Montagen auf die Rotaugen abgestimmt. Eine 14er Hauptschnur mit einem 12er Vorfach lassen einem auch noch einen kleinen Spielraum für den Fall, dass andere gewichtige Fische, wie z. B. große Döbel, sich am Köder vergreifen. Ein Köderkombi von Maden-Caster ist die richtige Wahl für die kämpferischen Mainrotaugen und auch die hier selten vorkommenden Barben lieben diese Köder.

Sektor C
Sektor C birgt stattliche Rotaugen

Der D-Sektor musste kurzfristig verlegt werden, der FV Trennfeld benötigte den fixierten Gewässerabschnitt für ein vereinseigenes Angeln, da im Vereinssee die Algenblüte so stark auftrat, dass dort ein Angeln unmöglich war. Somit wurde in einem Bereich unterhalb der Schleuse geangelt, welcher bei den Anglern nicht so beliebt ist. In diesem Sektor wurden Posengewichte von 1-4g, bei den Lutschern auch mal etwas schwerer, eingesetzt. Durch das ständige schleusen sind die Strömungsverhältnisse sehr unterschiedlich und für die Teilnehmer ist dieser Bereich nicht leicht zu beangeln. Flexibilität und gutes Anpassungsvermögen sind hier gefragt.

Sektor C unterhalb Schleuse
C-Sektor unterhalb der Schleuse in Trennfeld

Nach einer kurzen Begrüßung durch Holger Beil und Björn Schmidt, wurde am Samstag Morgen schnell die Verlosung der Sektoren vorgenommen und ab 12:00 Uhr war dann der Startschuss für den 1. Durchgang. Die Fänge hielten sich in Grenzen und es war schnell klar, dass die prognostizierten Gewichte nicht gefangen werden. Gerade in den Sektoren A und B waren die Barben nur in bestimmten Abschnitten der Sektoren zu Gange und wer 2-3 Stück dieser Fische überlisten konnte, lag schon recht gut im Rennen.

Eine Plage im Main sind mittlerweile die Schwarzmeergrundeln, diese nicht heimischen Laichräuber fressen alles was ihnen vors Maul kommt. Durch die Schifffahrt in den Main eingebracht, sind diese Fische nicht mehr aufzuhalten und dezimieren den heimischen Fischbestand drastisch.

Im C-Sektor war das Angeln auf Rotaugen angesagt und einige Angler konnten hier auch schöne Fänge um die 6-7kg erzielen. Ein wichtiger Aspekt war auch hier das kontinuierliche Nachfüttern mit kleinen Futtermengen und als Rotaugenmagnet erwies sich das Einbringen von Hanf mit der Futterschleuder. Besonders gut kam hier Markus Fischer vom Team Sensas Jagsttal zurecht, er bewies wieder einmal mehr, dass die Rotaugenangelei am Main sein Metier ist.

Holger Beil 
Holger Beil vom Team Ultimate Deutschland

Im D-Sektor waren die Fangerfolge eher durchwachsen, die Bolorute war hier die eine Möglichkeit, um an die Fische zu kommen. In diesem Sektor standen die Barben nicht unmittelbar auf der 13m-Bahn. Der Bereich unterhalb der Schleusenkammer ist die Kinderstube der Barben und einige Teilnehmer mussten sich mit Exemplaren unter dem Schonmaß von 40cm auseinandersetzen. Eine weitere Option war das Angeln auf die gewichtigen Döbel, hierzu wurde 50cm über Grund und stark verzögert geangelt, das regelmäßige Schießen von Castern brachte hier und da einige der Dickköpfe an den Tag.

Die Bolorute
Die Bolorute – eine Option im D-Sektor

Am Sonntag wurde die Angelzeit von 9:30 – 13:30 Uhr festgelegt und die Plätze in den einzelnen Sektoren neu zugelost. Die Wettervorhersage für Sonntag war nicht so rosig, jedoch hielt sich das Wetter bis kurz nach dem Angeln, bevor der Himmel seine Pforten öffnete.

Die Fänge in den Sektoren waren vergleichbar wie am Vortag, einzig die Sektoren B und C brachten mehr Fisch, das Tageshöchstgewicht wurde im Sektor B erzielt. Im D-Sektor, unterhalb der Schleusenkammer, war es hingegen sichtlich schwerer die Fische zum Anbiss zu verleiten. Es musste schon tief in die Trickkiste gegriffen werden, wollte man erfolgreich den Durchgang gestalten. Es dauerte stellenweise recht lange, bis die Fische am Platz eingelaufen sind und dann galt es, die wenigen Fische auch zu fangen. Gezieltes, sparsames Nachfüttern war der Schlüssel zum Erfolg. Das Futter durfte nicht so stark gedrückt werden und sollte sich bereits im Mittelwasser auflösen. In diese Futterwolke hinein präsentierte man dann seinen Köder und ließ ihn langsam zum Grund absinken.

Nach Ende des Angelns trafen sich die Teilnehmer wieder bei Uwe's Angelladen und warteten gespannt auf die Auswertung. Das Feld wurde nochmals kräftig durcheinander gemischt und so kam es zu folgendem Ergebnis:

Team
 PZ
 Gewicht
Team Sensas Jagtstal3340.630
SAC Mühlheim
34
49.060
Team Berkley 
40 26.910
Nidda Browning 
 4632.020
Ultimate Deutschland
 50
 21.850
JR Tackle
 51 21.540
Team Shakespeare
 51 18.820
Uwe's Angelladen
 56
24.480
Stipperfreunde Nordhessen
 57
16.280
Richerharther Stipper
 60 20.490
Stipper Gemünden
 63 16.400
Ederfischer
 79 7.610


Die Mannschaftssieger  
Die Mannschaftssieger und der Gewinner der Kanone

Eine Besonderheit bei diesem Angeln ist, dass die Mannschaft, welche am schlechtesten abgeschnitten hat, eine Kanone sein Eigen nennen darf. Eine tolle Idee und ein besonderer Anreiz für das kommende Frühjahrsfische des Team Ultimate Deutschland.

Gewinner der Kanone
Björn, Holger und die Gewinner der Kanone

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