AC Donaufischer Cup in Ilkofen

  • von Achim Tomasits
  • 15. Juni 2010 um 11:52
  • 2
70 Koppel fieberten schon seit Wochen dem Cup des AC Donaufischer entgegen und das aus einem ganz bestimmten Grund, hier lassen sich Traumgewichte realisieren und die Größe der zu erwartenden Fische übersteigt das Normalmaß um einiges. Brassen bis 5kg, Alande - in Bayern als Nerfling bekannt - bis 3kg oder auch kapitale Rotaugen jenseits der 1kg Marke lockten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Österreich wieder zahlreiche Matchangler an die fischreiche Donau.

Einige der Teilnehmer reisten schon ein paar Tage vor der Veranstaltung an, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen und sich optimal vorzubereiten. Die Gegend um Regensburg bietet nicht nur für uns Angler ein wahres Eldorado, auch die Sehenswürdigkeiten und die bekannte bayrische Gastfreundlichkeit sind alle Mal eine Reise wert.

Die Wetterprognosen für das Wochenende verhießen nichts Gutes, es war ordentlich Regen angesagt und die einheimischen Angler prophezeiten einen steigenden Wasserpegel. Anfang Juni kann in dieser Gegend immer mit Unwettern bzw. starkem Niederschlag gerechnet werden, die Fische reagieren hierauf recht sensibel und so war man doch sehr gespannt, wie sich das Beißverhalten entwickeln würde.

Am Mittwoch goss es wie aus Kübeln und die Angler mit angepasster Regenkleidung waren klar im Vorteil. Die Wasserverhältnisse waren hier aber noch im Normalbereich und es wurde auf der gesamten Strecke gut Fisch gefangen. Vornehmlich bissen Alande, Rotaugen und Rußnasen, ein Fisch welcher vornehmlich in den südlicheren Gefilden anzutreffen ist. Die stattlichen Brassen ließen sich an diesem Tag nicht zum Anbiss verleiten. Geangelt wurde mit 13m Poles - einige Angler versuchten auch die 11m Variante - und Feederruten der Mediumklasse. An den langen Stangen sah man Montagen von 1-10g, je nach Strömungsverhältnissen bzw. welcher Fisch angesprochen werden sollte. Die Strömungsposen brachten im verzögerten Trieb doch erheblich mehr Fisch als die stumpf angebotenen Lutscherposen. Eine Dreipunktbebleiung ist gerade für die im Auslauf stehenden Alande sehr gut. Der Köder steigt beim stark verzögerten Führen der Pose hoch und reizt die Alande zum Anbiss. Wer dann noch kontinuierlich Caster geschossen hat, wird nicht lange auf einen langen Gummi warten müssen. Die verwendeten Elastiks differenzierten sich von Angler zu Angler doch sehr stark,  einige wählten einen 0,9 Vollgummi, andere wiederum entschieden sich für  einen 1,8-2,1m Hollow auf zwei Teile eingebaut. Wichtig ist die Gesamtabstimmung des Materials, ein zu stark gespannter Gummi wird schnell mit Fischverlust bestraft.

Ein schöner Aland
Ein schöner Aland aus der Donau

Die Feederangler benötigten an diesem Tag Korbgewichte bis 100g auf der 40m Bahn, normalerweise waren aber Körbe mit 80g auf der fischreichen 30m Bahn ausreichend. Bei zu vielen Fehlbissen muss das Vorfach entsprechend angepasst werden, Längen von bis zu 1,5m sind nicht selten. Der Fisch hat einfach mehr Zeit den Köder zu inhalieren bevor er den Wiederstand des Futterkorbes bzw. der Schlaufenmontage spürt. Bei den bereits genannten Entfernungen ist eine monofile Hauptschnur der Stärke 0,22mm mit etwas Dehnung völlig ausreichend. Durch die schweren Futterkörbe ist es jedoch zwingend erforderlich eine Schlagschnur vorzuschalten. Eine gute 0,28-0,30mm Mono bietet genügend Reserve für das Auswerfen der Futterkörbe und sollte man auf scharfe Kanten oder auch Muschelbänke treffen, auch genügend Abriebfestigkeit. Die Vorfachstärken variieren zwischen 0,14mm für Rotaugen und Rußnasen bis hin zu 0,18mm für die kampfstarken Alande und die gewichtigen Brassen.

Der Donnerstag war wettermäßig ebenfalls ein durchwachsender Tag, starke Bewölkung wechselte sich mit Regen ständig ab, den Fischen schien das Wasser von oben aber nichts auszumachen. Wieder dominierten an diesem Trainingstag die Alande und Rotaugen das Geschehen. Ein 2kg Aland an der 13m Pole ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, das Gummi bis zum Ende aus der Rute, schlägt dieser Fisch mit seiner ganzen Kraft und Schnelligkeit, Adrenalin pur ist angesagt! Am Ende der beiden Trainingstage konnten Gewichte bis zu 35kg erzielt werden, gute Aussichten für den ab Samstag stattfindenden 1. Durchgang.

Kleine Brassen wurden ufernah gefangen 
Kleine Brassen wurden hauptsächlich ufernah gefangen

Freitag, der Tag der Wahrheit. Allen Beschwörungen zum Trotz gingen die Voraussagungen der heimischen Angler und der Wetterexperten in Erfüllung, steigendes Wasser. Die Donau verlor ihren Charme und wer am Morgen ans Wasser kam, traute seinen Augen nicht. Eine lehmig braune Brühe mit unzählig vielem Treibgut schoss durch das Flussbett und animierte nicht gerade zum Angeln. Viele der angereisten Angler ließen sich trotz der aussichtslosen Umstände dazu verleiten, ihre Gerätschaften auszupacken und den Fischen nachzustellen. Kurzum, es war an diesem Tag nur einigen wenigen vergönnte, überhaupt Fische an den Haken zu bekommen. Die Feederangler gingen fast durch die Reihe lehr aus und nur wenige der Stippangler konnten durch langes experimentieren einige Fische ansprechen. Die meisten Schuppenträger konnten auf den kurzen Bahnen von 3-7m überlistet werden, hier war natürlich der Angelplatz von bedeutender Wichtigkeit. Nur dort wo das Treibgut nicht im Uferbereich angespült wurde, war es überhaupt möglich, auch ufernah zu angeln. Leider war dies bei vielen Angler nicht der Fall und so blieben auch bei den Stippern viele ohne Fang.

Treibgut und trübes Wasser
Viel Treibgut und trübes Wasser waren am Freitag an der Strecke anzutreffen

Die Voraussagen für Samstag differenzierten sich doch sehr stark, einige sprachen von fallendem Wasserpegel, andere wiederum prophezeiten einen steigenden Wasserstand. Nach langen Diskussionen entschloss sich der Veranstalter zwei der vier Sektoren in Seen zu legen und so wurden jeweils ein Stipp- und Feedersektor an die Donau und an zwei Seen gelegt. Angelte der eine Angler am ersten Tag in der Donau, saß der Koppelpartner am See und am zweiten Tag wurde das ganze gerade umgekehrt praktiziert. Dass die Verlegung von zwei Sektoren vollkommen das Richtige war, konnte am nächsten Morgen in den gecancelten Sektoren gesehen werden. Das Wasser war nochmals um einiges gestiegen und die Sektoren waren unfischbar. Welcher Aufwand die Verlegung und das Finden eines geeigneten Gewässers bzw. das Herrichten der Plätze in diesem kurzen Zeitrahmen für eine Manpower benötigt, kann sich jeder gut vorstellen. Reinhard Eder und die Jungs des AC Donaufischer waren bis tief in die Nacht beschäftigt, um den Teilnehmern adäquate Angelmöglichkeiten zu präsentieren, Respekt!

Alex Quell und Matthias Weigang 
Schlechte Voraussetzungen und trotzdem gut gelaunt - Alex Quell und Matthias Weigang

Am Samstag wurden schnell die neuen Modalitäten der Veranstaltung bekannt gegeben und dann ging es nach der Verlosung ans Wasser. Die Angler, welche in der Donau saßen, waren an diesem Tag sicherlich ein wenig im Nachteil, da die Wasserverhältnisse dort doch sehr extrem waren. Im Stippsektor A an der Donau wurden neben den langen Stangen auch Whips bis 7m bzw. Speedruten von 3-5m zusätzlich aufgebaut. Wie sich später zeigen sollte, wurden doch die meisten Fische eher auf den kürzeren Bahnen gefangen. Wer kontinuierlich kleine Mengen Futter und Köder auf den kurzen Bahnen einbrachte, wurde auch mit Fisch belohnt. Selbst beim Angeln mit den kurzen Speedruten vergriffen sich nicht nur Ukeleien am Köder, selbst Alande und Rotaugen waren im Uferbereich zu fangen. Bei den Futtermischungen der Stippangler setzten viele auf ein dunkles bzw. rotes Futter für die schwere Fütterung und zusätzlich ein wolkenbildendes Ukifutter. Die Taktik hat bei den erfolgreichen Stippangler so ausgesehen, dass nach der Anfangsfütterung ca. 1 Stunde lang versucht wurde, die einzelnen Bahnen nach den gewichtigeren Fische abzusuchen. Hatte sich der gewünschte Erfolg nicht eingestellt, wurden die kurzen Speedruten zum Einsatz gebracht. Waren vor den Füßen kleine Krautfelder im Wasser, waren die Fangaussichten wesentlich besser. Mit leichten Montagen von 0,5-3g konnten dort die unterschiedlichen Wassertiefen abgesucht werden und mit 2 Pinkies am 18er Haken und 0,08mm Vorfach war es sehr interessant einen der kampfstarken Alande zu bändigen.

Kurze Speedruten im A Sektor
Kurze Speedruten waren im A Sektor an der Donau Pflicht

Der Feedersektor B an der Donau war sehr schwierig zu beangeln, viel Treibgut ließen ein längeres Liegenlassen des Futterkorbes nicht zu und so konnte nicht effizient eine Spur bearbeitet werden. Da in den Feedersektoren aber auch die Stippangelei erlaubt war, stellten viele Angler das Feedern ein und versuchten mit den kurzen Stippruten überhaupt den ein oder anderen Fisch zu fangen. Dieser Sektor brachte dann auch das geringste Fanggewicht aller Sektoren zu Tage, der Sieger brachte 2.800g zur Waage.

In den See-Sektoren C und D wurde etwas besser gefangen, wobei auch hier einige Plätze von der Gewässerstruktur im Vorteil waren. Karpfen und Brassen von 1-2kg waren hier die Regel, ab und zu kamen aber - gerade bei den Karpfen – Exemplare bis 4kg vor.  An manchen Seeabschnitten jedoch musste man um jedes Fischlein kämpfen und so angelten hier die Teilnehmer vor den Füßen auf kleine Barsche von 10-30g. Im Vorfeld wurde festgelegt, dass im Feedersektor D Karpfen mit maximal 2.000g gewertet werden, im Stippsektor C hingegen wurden die Karpfen mit ihrem reellen Gewicht gewertet.

In Sektor C wurde mit typischen Seemontagen den Rotaugen, Brassen und vor allem den Karpfen nachgestellt. Schlanke Posen von 0,2-1g waren bei dem ca. 1,5m tiefen Wasser die beste Wahl und sollten so ausgebleit werden, dass nur 1cm der Antenne noch aus dem Wasser ragt. Die Fische in diesem See waren stellenweise sehr vorsichtig und ließen den Köder bei zu viel Widerstand sofort wieder los. Kleine Mengen Futter mit dem Polecup ausgebracht und der regelmäßige Einsatz der Madenschleuder brachte die Fische auf den Platz, wer zu massiv fütterte vergrämte die Fische und es gestaltete sich sehr schwierig die Fische wieder auf den Platz zu bekommen. Feinste Vorfachstärken von 0,06-0,08mm brachten zwar mehr Anbisse, doch die Gefahr des Schnurbruchs beim Anbiss eines Karpfens war einfach zu groß. Es galt also eine optimale Abstimmung seiner Montagen zu finden und seine Gerätschaften entsprechend abzustimmen, nur so konnte der Fischverlust minimiert werden. Die rasanten Fluchten der Karpfen stellten Angler und Material auf eine harte Probe, nur mit bestem Material und der entsprechenden Drilltechnik konnten Aussteiger minimiert werden.

Sektor D war ein schwieriger Sektor, die kampfstarken Karpfen hielten sich doch eher in einem begrenzten Bereich im See auf und blieben auch dort die beiden Tage. Die gegenübersitzenden Angler konnten den drillenden Kollegen zuschauen, sich wehren konnten sie sich aber nicht. Lediglich Kleinfisch war dort zu fangen, zu wenig um vorne mitzuangeln. Einige der Feederangler setzten auf schwebende Köder, die Karpfen waren sehr aktiv im Mittelwasser und attackierten vehement diese Pop-Ups. Im Vorfeld wurde vereinbart, dass eine maximale Angeldistanz von 25m einzuhalten ist. Die verwendeten Futterkörbe mussten also nicht allzu schwer sein, 20-30g waren völlig ausreichend um auf die gewünschte Distanz zu werfen und die Schnur straff zu bekommen.

Schöne Ausbeute aus dem D-Sektor
Schöne Ausbeute aus dem D-Sektor

Der 2. Durchgang am Sonntag gestaltete sich ähnlich wie der 1. Durchgang mit dem Unterschied, dass der Pegel der Donau sank und das Wasser nicht mehr so extrem lehmig braun war. Die Fänge - besonders im A-Sektor - waren wesentlich besser, wenn auch nicht mit den Fängen der Vorjahre vergleichbar. Man musste um jeden Fisch kämpfen und eine verlorene Brasse bedeutete gleich mehrere Platzierungen. Eine exzellente Vorstellung lieferte Ralf Töpper ab, er angelte auf der 5m-Bahn 16kg Fisch, hauptsächlich Alande. Er schoss regelmäßig Caster und angelte in dieser Köderwolke, was an diesem Tag wohl die beste Wahl war. Der Sektorensieg unterstrich seine bravouröse Leistung.

Die Seen verhielten sich wie am Samstag, auf den bereits am Vortag fischreichen Plätzen waren die Angler erfolgreich, auf den anderen Plätzen gestaltete es sich äußerst schwierig Fische anzutreffen. Im Feedersektor musste man sich auf eine Strategie festlegen und die hieß, gezielt auf Karpfen zu angeln. Nur wer von den gewichtigen Burschen einige im Netz hatte, war auch auf den vorderen Platzierungen anzutreffen.

Peter Hackl mit stattlichem Fisch
Austria meets Amur - Peter Hackl mit stattlichem Fisch


Nach dem 2. Durchgang wurde die Ergebnisliste nochmals kräftig durchgemischt, zu unterschiedlich waren die Resultate gegenüber dem Vortag. Und so wurde der Cup des AC Donaufischer erstmalig mit einer hohen Gesamtpunktzahl von 31 gewonnen. Ralf Töpper und Richard Hendlmayer gewannen den Cup knapp vor dem punktgleichen Koppel Felix Scheuermann und Simon Räbel, dahinter platzierten sich Heppe Baumgärtner und Hans Auer vom Team Mosella Niederbayern auf dem Treppchen.

Richard Hendlmayer und Ralf Töpper
Richard Hendlmayer und Ralf Töpper
Felix Scheuermann und Simon Räbel
Felix Scheuermann und Simon Räbel
Hans Auer und Heppe Baumgärtner
Hans Auer und Heppe Baumgärtner
Mit auf den Bildern: Reinhard Eder und Christian Schranner vom AC Donaufischer

Ergebnisse (Top 10):
Name 
Plz 
  Gesamtgewicht 
Töpper/ Hendlmayer
 31 
 23.660g 
Scheuermann/ Räbel 
 31 
 21.000g 
Baumgärtner/ Auer  
 37 
 18.860g 
Nöding/ Würfel 
 37 
 14.900g 
Betz/ Quell
 39 
 29.340g 
Hornicek/ Wiepl
 39 
 23.720g 
Weinand/ Deiss
 42 
 23.400g 
Strangmüller/  Hackl
 42 
 19.100g 
Eder/ Michelhanns 
 43 
 18.000g 
Pfeffer/ Dostal         
 44 
 25.860g 

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2 Kommentare
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  • relixbo
    aus Witten
    sauber ralf glückwunsch! hey hey wickie :) sag ich da mal
  • Garlic_96
    Servus, schöner bericht . Neulich traf ich ein Paar Welsangler die sich in Kehlheim an der Donau Stationiert hatten sie mussten das Angeln dort abbrechen weil der Wassenstand in inerhalb von 24 Stunden um ich glaube 1.30 m gestiegen ist. WOW als ich das hörte war ich erstmal Baff.