Browning Cup Trausnitz

  • von Achim Tomasits / Fotos: Julia Schiller
  • 07. September 2010 um 12:52
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Anfang September lockt es zahlreiche Angler in die Oberpfalz an den Speichersee nach Trausnitz. Die 37 Hektar große Trausnitztalsperre ist für ihren guten Brassenbestand bekannt und bietet den Friedfischcracks beste Voraussetzungen für ein volles Netz. So meldeten sich auch dieses Jahr wieder 46 Koppel zum Browning Cup an. Zwei Tage waren für die Veranstaltung angesetzt und Helmut Wölker vom Browning Team Bayern und seine Mannen organisierten mit dem ortsansässigen Angelverein aus Trausnitz eine interessante Veranstaltung.

Die Angelart konnte frei gewählt werden und bereits am Freitag zum Training sah man unterschiedliche Angeltechniken am Wasser. Überwiegend wird den Fischen hier mit der Feederrute nachgestellt, aber auch Anhänger der Matchrute finden hier gute Bedingungen vor. Des Weiteren gesellt sich zu den bereits erwähnten Angelmethoden noch die Fischerei mit der Whip hinzu, schnelle Teleruten von 5-8 m werden im Nahbereich auf kleine Rotaugen, aber auch auf Skimmer von 100-150g eingesetzt.

Die Trausnitztalsperre dient zur Energieerzeugung und demnach ist mit sehr unterschiedlichen Wasserständen zu rechnen, hiernach kann auch die Angelmethode ausgerichtet werden. Wasserstandsdifferenzen von 3m sind normal und müssen unbedingt beachtet werden, ansonsten kann es vorkommen, dass nicht nur die Füße Wasser abbekommen.

Speziell angefertigter Setzkescher
Speziell angefertigter Setzkescher – trotz großer Länge nicht ausreichend

Normalerweise wird der See gegen 10:00 Uhr morgens zu stauen angefangen, den Vollstand erreicht er dann gegen 16:00 Uhr. In dieser Zeit ist es ratsam die Feederrute einzusetzen. Die vorhandene Strömung bietet optimale Bedingungen für den Fang der Brassen, die Fische reagieren positiver auf das eingebrachte Futter bzw. Köder und es ist mit deutlich mehr Anbissen zu rechnen als bei einem Wasserstillstand. Leider können die Pumpzeiten des Kraftwerks nicht eindeutig bestimmt werden, je nach Strombedarf reguliert der Betreiber den Wasserstand und der Angler muss sich entsprechend anpassen. Wird bei Wasserhöchststand nicht gepumpt, empfiehlt sich der Einsatz der Matchrute. Mit einer entsprechenden Bebleiung – zwei Bleie No. 10 als Bissanzeigerbleie – kann unter Zuhilfenahme des Windes der Köder langsam über den Futterplatz geführt werden und die Fische werden diesen bewegten Köder nicht lange verschmähen. Das verwendete Futter für das Angeln mit der Matchrute differenziert sich nicht gegenüber dem Futter, welches in anderen stehenden Gewässern verwendet wird. Die Ballen sollten beim Schießen mit der Schleuder nicht auseinander platzen und auch nicht sofort an der Wasseroberfläche sich auflösen. Die Gewässertiefe des Speichersees liegt zwischen 3 und 12m Metern und je nach Angelplatz und Tiefe muss die Konsistenz des Futters angepasst werden. Es bringt nichts, wenn wir auf Brassen angeln möchten und das Futter löst sich schon im ersten Drittel in der Absinkphase auf und wird zu weit verstreut. Ein Futterplatz von 1,5m2 mit einem guten Anteil an Caster, geschnittenen Würmern und ein paar Pinkies ist eine gute Basis für den Brassenfang.

Futtermischung Match:                                    Futtermischung Feeder:                                          

2 kg Sensas Matchblend                                       1 kg GEERS Skimmermix
1 kg Sensas Gros Gardons                                   0,2 kg GEERS Absolute
0,5 kg Sensas Feeder Explosive                            0,1 kg Zammataro Birdfood rot
50g Salz                                                             20g Salz
20g Sweetener
Additiv Vanille

Beim Angeln mit der Feederrute setzen die Teilnehmer vornehmlich auf Modelle aus dem Mediumsegment, Ruten mit Wurfgewichten um die 60-80g sind für diesen See ausreichend. Die Distanzen welche beangelt werden liegen in der Regel zwischen 30 – 70m, Versuche mit Wurfweiten an die 100m brachten zwar auch schon Erfolge, aber bei zunehmendem Wind gestaltet sich diese longe Range Angelei doch recht schwierig und die Genauigkeit lässt dann doch sehr zu wünschen übrig. Ab einer Angeldistanz von 50m werden überwiegend Speedkörbe eingesetzt, diese verhalten sich im Flug stabiler als normale Futterkörbe haben aber den Nachteil, dass keine Korrektur der Flugbahn mehr erfolgen kann. Zum verwendeten Futter ist zu sagen, dass es "das Futter" für diesen See eigentlich nicht gibt und viele Futterhersteller gute Fertigfutter auf dem Markt haben und diese nur richtig eingesetzt werden müssen.


Matthias Weigang beim Abschmecken seines Futters
Matthias Weigang beim Abschmecken seines Futters

Am Samstag trafen sich dann die Koppel am Vereinsheim des Fischereiverein Trausnitz zur Auslosung und wer noch kein Frühstück zu Hause bekommen hatte, wurde hier bestens verpflegt. Gefischt wurde in vier Sektoren, wer am ersten Tag in A und B gelost hatte, musste am zweiten Tag in den Sektoren C und D angeln.
Pünktlich um 11:00 Uhr wurde der erste Durchgang gestartet und den Teilnehmern standen fünf Stunden zur Verfügung, um an die Fische zu kommen. Hier und da sah man auch schon nach relativ kurzer Zeit den ein oder anderen Brassen um die 600g über den Kescherkopf gleiten, viele der Angler mussten sich jedoch lange gedulden, bis auch sie in den Genuss des ersten Bisses kamen. Das Beißverhalten der Fische war sehr verhalten und wer nach einer Stunde immer noch keinen Anbiss verzeichnen konnte, wurde schon von Zweifeln gepackt. Richtige Distanz, richtiges Futter, großer oder kleiner Köder, Vorfachstärke, usw., es schießen einem schon viele Gedanken durch den Kopf, wenn überhaupt keine Reaktion der Fische vorhanden ist. Es muss dazu gesagt werden, dass es gerade in diesem See eine Zeit dauern kann, bis die Fische auf dem Platz auflaufen und sich für die Köder zu interessieren beginnen. Wer sich hier aus dem Konzept bringen lässt, wird sicherlich am Ende des Durchgangs nichts Zählbares vorzeigen können.
 
Mitten drin statt nur dabei – der Wasserstand sollte immer beobachtet werden
Mitten drin statt nur dabei – der Wasserstand sollte immer beobachtet werden

Es zeigte sich, dass die tiefen Sektoren A und B zur Staumauer hin schlechter fingen als die etwas flacheren Sektoren C und D. In den vergangenen Jahren war es eigentlich immer umgekehrt und in den tieferen Sektoren wurden die hohen Gewichte erzielt.
Was die verwendeten Köder angeht, muss man sagen, dass in diesem Jahr der Wurm für den Fang von Brassen klar die Nase vorne hatte. Die mit Wurm gefangenen Exemplare waren im Schnitt größer und brachten zwischen 800-1.000g auf die Waage, die mit Maden/ Pinkies gefangenen Fische hingegen nur 300-500g.
An manchen Seeabschnitten ließen sich die Brassen überhaupt nicht blicken und so angelte manch ein Teilnehmer mit der kurzen Whip im Uferbereich auf kleine Rotaugen, welche ein Stückgewicht von 20-50g hatten. Mit dieser Taktik retteten sich noch einige Tandems und erzielten Gewichte von 1.200-2.000g mit diesen Kleinfischen. Hätte man sich von Anfang an auf die Rotaugen konzentriert, wären sicherlich die 5.000g Marke mit diesen Fischen zu knacken gewesen, dazu noch ein oder zwei Brassen und schon würde es das Koppel weit nach vorne spülen. Diese Option ließen jedoch die meisten Teilnehmer außer acht und so waren gerade in den Sektoren A und B einigeen Tandems im ersten Durchgang ohne Fang.

Sicher gelandet – ein Brassen der Gewicht brachte
Sicher gelandet – ein Brassen der Gewicht brachte

Nach fünf Stunden war der erste Durchgang Geschichte und schnell machten sich die Wiegeteams an ihre Arbeit. In Sektor A setzte sich das Tandem Eigelmeier/ Thoma mit 3.080g vor dem Tandem Wenner/ Reindl mit 2.800g. In Sektor B gab es zwei Koppel mit dem gleichen Gewicht an der Spitze, die Tandems Reichelsdorfer/ Fried und  Schranner/ Gröting fingen jeweils 2.140g Fisch. Sektor C gewann das Tandem Weigang/ Klein mit dem Tageshöchstgewicht von 7.440g vor dem Tandem Eitelböß/ Thiel mit 6.180g und in Sektor D setzte sich das Duo Dumberger/ Pfab mit 5.640g vor Barth/ Rösner mit 4.820g durch.

Am Sonntag trafen sich die Teilnehmer bereits um 7:00 Uhr zur Verlosung der Startplätze und machten sich dann zügig zu ihren Angelplätzen auf. Um 9:00 Uhr wurde dann der zweite Durchgang gestartet und den Anglern blieben weitere fünf Stunden Zeit, um sich mit den Fischen auseinanderzusetzen. Der See war an diesem Morgen bei seinem Niedrigststand und die Teilnehmer bauten entsprechend ihre Kiepen auf. "Lieber etwas höher als später abgesoffen", dachte sich manch einer und so blieben die meisten Angler ca. 3-5m vom Wasser weg. Nur was keiner dachte, in fünf Stunden Angelzeit ist das Wasser keinen Zentimeter gestiegen und so musste man zum Keschern der Fische jedes Mal von der Kiepe aufstehen und aufpassen, dass man auf den glitschigen Steinen nicht ins Wasser rutschte. Nicht allen gelang dies!

Tobias Klein mit einem der begehrten Brassen
Tobias Klein mit einem der begehrten Brassen

Wer dachte, dass am zweiten Tag die Fische besser beißen würden, wurde schnell eines besseren belehrt. Durch die fehlende Strömung während den Pumpaktionen und der doch recht kalten Nacht haben sich die Fische es wahrscheinlich anders überlegt und sich an diesem Morgen auf andere Sachen konzentriert. Nur mit viel Mühe konnte man die Fische überlisten und viele Teilnehmer setzten daher schnell auf die kurzen Whips, um wenigstens Kleinfisch in ihre Setzkescher zu bekommen.

Für manch ein Tandem waren die fünf Stunden Angelzeit recht lang und schließlich wurde um 14:00 Uhr der zweite Durchgang beendet. Das Teilnehmerfeld wurde noch mal kräftig durcheinander gewürfelt und selbst wenn man im ersten Durchgang eine nicht so tolle Platzziffer abgriff, mit etwas Glück und Können konnte man dies noch kompensieren und sich in die Top-10 angeln. Letztendlich verdient gewann das Koppel Dumberger/ Pfab vor Reichelsdorfer/ Fried und Eigelmeier/ Thoma.

Ausführliche Ergebnislisten sind hier zu finden www.browningteam-bayern.de/Trausnitz_2010.pdf
 
Das Sieger-Tandem Dumberger/ Pfab mit Helmut Wölker Browning Team Bayern
Das Sieger-Tandem Dumberger/ Pfab mit Helmut Wölker Browning Team Bayern

Die zwei Tage im schöner Oberpfälzer Wald gingen schnell zu Ende und im nächsten Jahr wird dieser Cup bestimmt wieder zahlreiche Teams aus nah und fern an die Trausnitztalsperre locken.

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