5. Mosella-Tandem-Feeder-Cup in Eixendorf

  • von Achim Tomasits
  • 05. Mai 2010 um 10:33
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Am 1. und 2. Mai stand das erste Ticket-Angeln für das Mosella-Finale am Eixendorfer Stausee im Oberpfälzer Wald an. Am Staussee in Eixendorf wird in diesem Jahr nicht nur ein Qualifikation Angeln, sondern auch das Finale ausgetragen. Der See ist für seinen guten Brassenbestand bekannt und spätestens nach der Browning-Champions-Trophy 2006 ist dieses Gewässer auch weit über die Grenzen Bayerns ein Begriff für den ambitionierten Friedfischangler. 80 Tandems waren bei dieser Veranstaltung gemeldet, der Veranstalter hätte locker noch 50 Tandems mehr aufnehmen können, so groß war die Nachfrage. Vier Tickets für das Feeder-Finale konnten gewonnen werden, auch dies ist ein Aspekt, warum so viele Angler bei diesem Cup mitangeln möchten.

Friedfischcracks aus vielen Teilen unserer Republik und auch aus dem benachbarten Österreich fanden den Weg an dieses Traumgewässer, um den zahlreich vorkommenden Brassen nachzustellen. Der Hegeauftrag des Fischereivereins Neunburg vorm Wald muss zwingend nachgekommen werden, der Bestand an Brassen ist einfach zu groß und die daraus entstehenden Probleme für das Gewässer sind nicht zu übersehen. Das Team Mosella Niederbayern arbeitet schon über Jahre hinweg gut mit dem ortsansässigen Verein zusammen und hängt sich mächtig ins Zeug, um diese Veranstaltung zu einem exzellenten Saisonstart werden zu lassen.

Bereits am Mittwoch reisten die ersten Teams an und vergeudeten nicht lange die Zeit in ihrer Unterkunft. Eine adäquate Vorbereitung muss sein, die Wassertemperaturen sind doch recht niedrig und dementsprechend verhält sich auch der Fisch. Angefangen von den Wassertiefen wo sich der Fisch aufhält, welchen Köder er bevorzugt, welches Futter, welche Vorfachstärken, usw., das sind alles Fragen, welche man durch konsequente Vorbereitung am Wasser etwas filtern kann und die einem sicherlich beim späteren Vergleich nützlich sein werden.

Brassen im Drill
Brassen im Drill – der Fisch der Begierde

Am Samstag trafen sich die Angler zur Verlosung der Startplätze für den 1. Durchgang und Christian Unterholzner vom Team Mosella-Niederbayern begrüßte die angereisten Angler. Die Modalitäten besagten, dass nur Brassen, Güstern und Kreuzungen dieser beiden Fischarten in die Wertung kamen. Für manch einen Angler war dies nicht ganz einfach diese zu fangen, der See beherbergt nebenbei auch stattliche Rotaugen, Alande, Schleien und kampfstarke Karpfen. Gesellten sich diese Fische an den Futterplatz, hielten sich die Brassen diskret im Hintergrund und ließen den anderen Fischen den Vortritt. Es war also darauf zu achten, wie man die Brassen selektiv beangeln kann. Bedeutend ist sicherlich auch der Angelplatz, die Brassen ziehen noch nicht sehr viel im See herum und man findet die Brassenschwärme eher konzentriert in manchen Bereichen.

Geangelt wurde in vier Sektoren, diese differenzierten sich jedoch stellenweise zu den Vorjahren. Es wurden zusätzliche Bereiche ausgewählt, um fairere Bedingungen für die Teilnehmer zu schaffen und dies ist auch hervorragend gelungen! Nach einer sehr gut dimensionierten Aufbauzeit von zwei Stunden, folgte um 12:00 Uhr der Startschuss für den 1. Durchgang. Die Angelzeit wurde auf 5 Stunden festgelegt, gerade für die Feederangelei ein super Zeitraum, denn meistens "laufen" die Fische an diesem See erst nach 2-3 Stunden am Angelplatz auf.

Höchste Konzentration war angesagt
Höchste Konzentration war angesagt, schließlich wollte man keinen Fisch auslassen

Standfische wurden recht schnell eingenetzt, doch dann kristallisierten sich die Plätze heraus, bei denen die Fische doch in größeren Stückzahlen vorkamen. Es ist immens wichtig, den Köder nicht zu groß zu wählen, 2 Pinkies am 18 Haken waren hier nicht die schlechteste Wahl. Bei den Futtersorten sah man ein breites Spektrum, manche setzten auf gelbes und nährstoffarmes Brassenfutter, andere Angler auf dunklere Varianten mit Lebkuchen/ Spekulatius Aromen. Wichtiger jedoch war das Finden der richtigen Distanz, zahlreiche Kanten und Untiefen galt es zu finden und diese dann auch genau anzuwerfen. Verfehlte man die Angelstelle blieben die Bisse aus und es gestaltete sich recht schwierig, die Fische wieder zum Anbiss zu verleiten. Auch der Einsatz von zu vielen Ködern im Futter vergrämte die Fische und es dauerte eine ganze Weile, bis die Schuppenträger den Hakenköder wieder zur Kenntnis nahmen. Eine dezente Zugabe von einigen Pinkies und zwei bis drei geschnitten Würmern jeden dritten Wurf war ausreichend.

Michael Zammataro
Michael Zammataro mit einem schönen Brassen

Es galt höchst konzentriert die Spitze der Feederrute im Auge zu behalten, die Bisse erfolgten recht vorsichtig und wer den Anschlag zu früh setzte, konnte den Fisch nicht haken. Hatte der Fisch den Köder entdeckt, spielte dieser stellenweise eine geraume Zeit an diesem herum und der Angler musste sich geduldig zeigen, um dieses "Herumzupfen" auch verwerten zu können. Manche Fische hingegen hatten wohl weniger Scheu den Köder hart zu attackieren, vornehmlich stattliche Güstern ließen die Feederspitzen sich zum Halbkreis krümmen. Die Fischgröße variierte doch sehr stark, es wurden Brassen bis zu 1.300 Gramm aber auch Skimmer um die 150 Gramm erbeutet. Seltsamerweise bevorzugten die größeren Exemplare kleinere Hakenköder, die Skimmer hingegen zogen sich schon mal zwei große Dedrobenas rein.

Kurt Angerer
Kurt Angerer mit einem Skimmer

Nach dem 1. Durchgang und dem Abwiegen der einzelnen Sektoren ergab sich folgendes Ergebnis (Top 12):

Tandem
Gewicht
PZ
Artmann/ Heide    
 19.340g  1
Schlögl/ Zammataro
  19.180g
 1
Brugger/ Endhammer
  12.530g
 1
Angerer/ Färber
 11.460g
 1
Greich/ Detter
13.390g
 2
Lentner/ Schmajkal 
  10.890g
 2
Gleissner/ Stamm 
   9.960g
 2
Weigang/ Klein
9.920g
 2
Bader/ Bader
12.660g  3
Dumberger/ Pfab
10.590g
 3
Lenhard/ Ziegler
  9.860g
 3
Volkmann/ Stelzle
 7.340g  3

Alles in allem konnten 424,43 kg Fisch in diesem Durchgang gefangen werden, ein Schnitt von 5,3 kg/ Tandem, kein schlechter Wert.

Der 2. Durchgang wurde auf Sonntag 8:30 Uhr gelegt, die Auslosung fand um 6:30 Uhr statt. Dem ein oder anderen Angler stand noch der anstrengende 1. Durchgang ins Gesicht geschrieben, vielleicht war es aber auch die harte Vorbereitung in den Unterkünften. Dem bayrischen Bier kann man schwer widerstehen! Nichtsdestotrotz waren alle Tandems anwesend und die Verlosung ging rasch über die Bühne. Die Hoffnung auf mehr Fische als am Vortag bliesen die Nachwehen des Vortages schnell weg und die Angler machten sich schnell auf in ihre gelosten Sektoren.

Tandem Scheuermann/ Ohl
Tandem Scheuermann/ Ohl bei der Vorbereitung auf den 2. Durchgang

Schnell stellte es sich heraus, dass die Fische die Köder doch ein wenig besser als am Vortag annahmen. Besonders im A-Sektor versammelten sich einige Brassenschwärme und der Fisch konnte auf manchen Plätzen von Anfang an gefangen werden. Erwischte man die Distanz der Mitstreiter vom Vortag, welche auf dem Platz gesessen hatten, konnte schon mit dem ersten Futterkorb mit einer krummen Spitze gerechnet werden. Die Taktik sollte wie am Vortag heißen, wenig Köder im Futter und mit zwei unterschiedlichen Distanzen beginnen.

Tandem Bader/ Bader
Das Tandem Bader/ Bader war das erfolgreichste Team

Schnell verflog die Zeit und nach fünfstündigem Ansitz auf die Schuppenträger wurde um 13:30 Uhr das Angeln beendet. Das Verwiegen flutschte wieder vom Feinsten und die Fische wurden alle in benachbarte Seen umgesetzt. Die Ergebnisliste wurde nochmals kräftig durchgemischt uns so kamen folgende Resultate zustande (Ticket-Gewinner):

Tandem
Gewicht
PZ
Bader/ Bader
31.220g  4
Schlögl/ Zammataro
27.280g
 4
Angerer/ Färber
21.700g
 4
Fölsner/ Michalsky
26.520g
 6
Dumberger/ Pfab
19.570g
 6

Da das Tandem Schlögl/Zammataro bereits für das Finale qualifiziert waren, rutscht somit das Tandem Dumberger/Pfab nach.
Das gefangene Gesamtgewicht betrug im 2. Durchgang 496,27 kg, ein Schnitt von 6,2 kg/ Tandem. Insgesamt fanden 920,7 kg Fisch den Weg in andere, von Kormoranen geschädigte Gewässer.

Ausführliche Ergebnislisten können auf der Homepage des Teams Mosella Niederbayern eingesehen werden.

www.team-mosella-niederbayern.de


Die Gesamtsieger

Die Gesamtsieger des 5. Mosella-Tandem-Feeder-Cup in Eixendorf

Die Tage verflossen wieder wie im Flug und auch wenn es nicht für alle Teilnehmer ein erfolgreiches Wochenende war, das Treffen alter Freunde und der Spaß zusammen Angeln zu können entschädigt für vieles. Ein großes Kompliment an dieser Stelle noch an die Mannen des Teams Mosella Niederbayern für die geleistete Arbeit und für die hervorragende Abwicklung.

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