1. Mosella Feeder Tandem Cup am Elbe-Havel-Kanal

  • von Achim Tomasits
  • 01. Juni 2010 um 10:53
  • 0
Vielen Anglern ist der Elbe-Havel-Kanal zwischen Burg und Niegripp durch zahlreiche Veranstaltungen ein Begriff. Ob Landesverbandsangeln oder auch Anglertreffs, viele passionierte Stippangler sind mit diesem Gewässer vertraut und konnten den guten Fischbestand an diesem Kanal bereits kennen lernen. Am 22. Mai blieben jedoch die Poles, Match- und Boloruten in ihren Futteralen, Mosella und der Fischereiverein Burg luden zum 1.Mosella Feeder Tandem Cup. Michael Schlögl suchte und fand mit dem Elbe-Havel-Kanal eine faire Angelstrecke und der ortsansässige Verein kümmerte sich um die notwendigen Modalitäten.

Der Kanal ist für seinen guten Fischbestand bekannt und vor allem die auch bei den Feederanglern beliebten Brassen sind hier in guter Stückzahl und Gewichten zu fangen. 50 Tandems aus dem gesamten Bundesgebiet folgten der Einladung und machten sich auf den stellenweise langen Weg nach Sachsen-Anhalt.

Bereits im Laufe der Woche konnten zahlreiche Teams an der Strecke bei ihren Trainingssessions beobachtet werden und Eindrücke über das Beißverhalten der Fische gesammelt werden. Der Wettergott meint es in diesem Jahr bis jetzt nicht ganz so gut mit uns, auch an den Trainingstagen öffnete der Himmel seine Schleusen und stellenweise wurden in der Region bis zu 60 Litern Regen pro Quadratmeter verzeichnet. Das einzig gute daran ist die Tatsache, dass der Elbe-Havel-Kanal sehr hochwasserresistent ist. Der Elbe sah man den tagelangen Regen gewaltig an, der Kanal hingegen veränderte seinen Wasserstand in diesen Tagen nicht.

Der E-H-K ist an der gewählten Angelstrecke um die 54m breit und weist eine durchschnittliche Tiefe von 4m auf, Strömung ist nur bei den Schleusaktivitäten festzustellen. Mit einer leichten Feederrute um die 3,60-4,00m und einem Wurfgewicht von 60-80g ist man an diesem Gewässer gut aufgehoben. Einige Angler setzten auf monofile Hauptschnur in den Stärken 0,20-0,25mm ohne Schlagschnur, andere wiederum versuchten es mit einer 0,10er Geflochtenen und einer monofilen Schlagschnur in genannter Stärke. Jeder Angler hat da so seine Vorlieben, die zu beangelnden Entfernungen können jedoch ohne weiteres durchgehend mit einer guten Monofilen gemeistert werden.

Ein guter Brassen – Stückgewichte von 1.500g sind nicht selten
Ein guter Brassen – Stückgewichte von 1.500g sind nicht selten

Der Fischbestand in diesem Kanal setzt sich hauptsächlich aus Brassen, Rotaugen und Barschen zusammen, hier und da können aber auch stattliche Alande gefangen werden. Die Brassen kommen in Gewichten von 600-1000g vor, mit Ausreißern bis 2.000g kann aber auch gerechnet werden. Mit einem 0,12mm Vorfach und einem 12 Haken ist man gut gewappnet und kann die Fische sicher landen. Beim Futter setzten viele der Teilnehmer auf abgedunkelte Mischungen mit einem nicht so hohen Sättigungswert, standen die Fische auf dem Platz wurde der Lebendköderanteil erhöht und so konnten die Fische an der Angelstelle gehalten werden. Caster und Wurm durften in den Köderboxen auf keinen Fall fehlen, aber auch Maden und Pinkies reizten die Fische zum Anbiss. Befanden sich jedoch keine Brassen am Platz konnte durch die Zugabe von zu vielen Ködern - wie z. B. geschnittenen Würmern oder auch Maden - einiges schief laufen. Die gefräßigen kleinen Barsche gaben sich dann ein Stelldichein und es gestaltete sich recht schwierig, diese Plagegeister wieder loszuwerden. Die Taktik war daher klar, erst wenn die Brassen am Platz auftauchten wurde der Lebendköderanteil erhöht. In den Trainingseinheiten stellte sich heraus, dass die Brassen gut auf gedippte Köder reagierten. Fischige Dipps funktionierten hervorragend, aber auch Leberaromen wie z. B. der Mega-Leber-Dipp von Zammataro verleiteten die Fische zum Anbiss.

Barschalarm – wieder einer dieser nimmersatten Gesellen
Barschalarm – wieder einer dieser nimmersatten Gesellen

Die Taktik der Teams sah bei allen ungefähr gleich aus, es wurde auf zwei Distanzen angefangen zu angeln. Einer versuchte in der Kanalmitte, der andere an der gegenüberliegenden Schüttung an den Fisch zu kommen. In Weiten ausgedrückt, 26-28m kurze Bahn, 38-42m die lange Bahn. Es musste ein sauberer Untergrund gesucht werden, welches aber nicht sonderlich schwer fiel. Nur auf einigen Plätzen an der Strecke musste mit leichtem Pflanzenbewuchs am Gewässergrund gerechnet werden, diese Pflanzenteppiche waren aber in der Regel nicht sehr groß und einen halben Meter kürzer sah die (Unterwasser-) Welt schon wieder ganz anders aus. Der freie Untergrund ist wichtig, da die Fische sehr auf Bewegung reagierten. Durch die schwachen Strömungsverhältnisse musste man mit dem Köder spielen, ein leichtes Ziehen an der Schnur oder auch ein kurzes Rucken an der Rute verleitete den ein oder anderen Brassen zum Anbiss.

Solche gewichtigen Rotaugen waren eher selten an den Haken zu bekommen
Solche gewichtigen Rotaugen waren eher selten an den Haken zu bekommen

War am Freitag noch Kaiserwetter mit Temperaturen um die 24 Grad, mussten am Samstag Morgen doch wieder die Windbreaker ausgepackt werden. Wie würde sich dieser Wetterumschwung auf das Beißverhalten auswirken? Schnell wurden die Plätze verlost und die Angler machten sich auf den Weg und bereiteten sich für den anstehenden Vergleich vor.

Auch die Feederangler benötigen einiges an Tackle
Auch die Feederangler benötigen einiges an Tackle

Um 9:45 Uhr wurde das sechsstündige Angeln gestartet, ausreichend Zeit die Setzkescher mit den begehrten Brassen zu füllen. Doch bereits nach kurzer Zeit wurde klar, dass es sich sehr schwierig gestalten würde, überhaupt an Fisch zu kommen. Wie von einigen E-H-K Experten bereits prognostiziert, war der Fisch hauptsächlich auf den Außenplätzen zu finden. Nach den Aussagen der heimischen Angler befände sich noch zu wenig Fisch um diese Jahreszeit im Kanal, es war einfach zu lange kalt. Nichtsdestotrotz mühten sich die Teilnehmer um jeden Fisch und griffen tief in die Trick- bzw. in die Dippkiste.
Die Brassen schienen in den Innensektoren nicht existent zu sein, viele Teams blieben stellenweise sogar ohne Fang. Selbst die Rotaugen waren nicht bereit, den Hakenköder anzunehmen und zumindest für ein wenig Gewicht zu sorgen.

Sicher keschern war gefragt, gerade in den Innensektoren zählte jeder Fisch
Sicher keschern war gefragt, gerade in den Innensektoren zählte jeder Fisch

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt und bei einem sechsstündigem Angeln ist genügend Zeit, die Fische auf den Angelplatz zu bekommen. Besonders interessant zu beobachten war, dass bei den Schleusaktivitäten und der damit zusammen hängenden stärkeren Strömung, die Fische auf einmal reagierten und sich für den (bewegten) Köder interessierten. Leider waren diese Schleusintervalle zu kurz, nach ca. 5 Minuten war der Spuk auch wieder vorbei und der Angler musste sich wieder auf längere Beißpausen einstellen. Veränderungen wie z. B. ein dünneres Vorfach, ein kleinerer Haken oder auch die Verwendung eines kleineren Futterkorbes brachten auch keinen Erfolg.
Nach Beendigung des Angelns sah man viele lange Gesichter, es war auf vielen Plätzen einfach nichts zu holen. Das Tageshöchstgewicht wurde auf dem Endplatz im A-Sektor erzielt, 14.400g konnte das Tandem Steinberger/ Laukaitis zur Waage bringen. Im B-Sektor war das Höchstgewicht mit 5.100g - gefangen vom Tandem Hoffmann/ Ditsch - eher bescheiden, hier werden in späteren Monaten höhere Gewichte erzielt.

Michael Schlögl bei der Bekanntmachung der Fangergebnisse
Michael Schlögl bei der Bekanntmachung der Fangergebnisse

Auch bei diesem Angeln gab es vier Tickets für das Mosella Feeder Finale, folgende Tandems kamen in den Genuss, eines davon zu gewinnen:

Steinberger/ Laukaitis
Hoffmann/ Ditsch
Schwab/ Fischer
Pankow/ Schulz

(Bilder zu den Gewinnern sind auf der Homepage von Michael Schlögl zu finden)

Ergebnis (Ehrengaben):
Tandem Platz 
Gewicht
Steinberger/ Laukaitis
A 1 
14.400g
Hoffmann/ Ditsch 
B 25 
5.100g
Schwab/ Fischer  
A 2 
10.800g
Pankow/ Schulz
B 24 
4.840g
Remdisch/ Ohl 
A 9 
8.250g
Heinze/ Reinke
B 14 
3.650g
Rein/ Gellert 
A 8 
  7.800g
Hasselmeyer/ Lottig 
B 10 
2.750g
Hesse/ Moss
A 18 
6.600g
Jambor/ Huber 
B 16 
2.550g
Weitz/ Lindner 
A 4 
5.350g
Sönksen/ Scheffler 
B 18 
  2.350g
Brüning/ Röhrich 
A 17 
4.150g
Anderson/ Gröning 
B 6 
2.300g
Zammataro/ Czeikal
A 25 
2.700g
Ehrlich/ Stark
B 21 
1.900g
Klose/ Zaun 
A 14 
2.220g
Esslinger/ Tomasits
B 1 
  1.850g


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