Sensas Gold Cup am Silokanal

  • von ct Redaktion
  • 21. Oktober 2010 um 08:33
  • 0
Der Herbst ist Silokanal-Saison. Aan jedem Wochenende kann man an diesem traumhaften Gewässer an mindestens einem Fischen teilnehmen, oft gibt es auch die Möglichkeit Samstag und Sonntag zu fischen. Trotz dieses reichhaltigen Angebots und den großen Starterfeldern sind die Fischen meist ausgebucht. Am zweiten Wochenende im Oktober ist traditionell ein Sensas Fischen am Silokanal. Der Sensas Gold Cup am Silokanal war in diesem Jahr eine besondere Veranstaltung. Der Grund hierfür war, das es ein Angeln kurz vor dem International Anglers Meeting (IAM) war und mit Mückenlarven gefischt werden durfte.

Die Mückenlarven sind in jedem Gewässer eine große Unbekannte und man weiß nie, wie die Fische auf das Einbringen der Mückenlarven reagieren. War beim IAM 2008 die Mückenlarve der Schlüssel zur "Erfolglosigkeit" des starken französischen Sensas Teams um Jean Desque, so sah es 2009 schon anders aus, dort war die Mücke der Schlüssel zum Erfolg.

Das Thema Mückenlarve war dann sicherlich auch ein Punkt, der Angler wie Frank Weise, Uli Lehmann, Harald Windel und auch Marco Beck zur Angel greifen lies. Das Teilnehmerfeld war also durchaus erlesen.

Marco Beck am Silokanal
Marco Beck am Silokanal

In den Tagen vor der Veranstaltung waren die Verhältnisse am Kanal ein grosses Thema. Bedingt durch die vielen Regenfälle sollte der Wasserstand sehr hoch, und die Strömung immens sein. Wie sah es jetzt aber wirklich aus?

Der Wasserstand war wirklich sehr hoch und versetzte die Angler einen Meter weiter nach hinten. Da am Silokanal viel über eine Kante bei genau 13m gesprochen wird, würde man diese mit der Rutenbegrenzung von 13m nicht erreichen, war die Kante doch bei normalen Wasserstand bei 13m, und damit bei dem erhöhten Wasserstand bei 14m und mehr. Würden jetzt keine Brassen beissen? Eigentlich sollte dies so sein, heißt es doch immer, dass Brassen sich nicht auf die Steine stellen.

Dann war da noch die Strömung – diese sollte laut Aussagen der Angler auch sehr stark sein, wollte man seinen Köder blockieren, so sollte man 30 Gramm schwere Lutscher nutzen. Richtig war, dass die Strömung etwas stärker als normal war, aber subjektiv hatte sie im Vergleich zur Vorwoche des Anglertreffs leicht abgenommen und war in etwa so, wie man den Silokanal um diese Jahreszeit kennt.

Fassen wir die Gegebenheiten vor dem Fischen zusammen:

  • Mückenlarven erlaubt – die grosse Unbekannte!
  • Wasserstand hoch – kann man auf den Steinen Brassen angeln?
  • Strömung etwas stärker als normal – sollte kein Problem sein!

Befassen wir uns jetzt mit der Umsetzung der Angler, hier stellt sich immer wieder eine Frage:

  • Gibt es eine Angelmethode die am Silokanal zwingend Erfolg verspricht?

Die Antwort darauf lautet: NEIN!


Saison am Silokanal

Viele Wege führen am Silokanal zum Erfolg, es gilt diese nur richtig umzusetzen. Sicherlich gibt es aber einige entscheidende Randparameter die umgesetzt werden müssen um erfolgreich am Kanal zu fischen. Diese Punkte sind unserer Meinung nach wie folgt:

  • Die Köderpräsentation – Sie ist sicherlich eine der entscheidenden Faktoren für ein erfolgreiches Angeln am Kanal, gerade wenn es auf die Brassen geht, muss der Köder exakt angeboten werden. Ein Köder der über den Grund "stolpert", wird kaum Brassen fangen und lediglich kleine Rotaugen fangen.
  • Das Futter – Es sollte gut bindend sein und die Köder erst am Grund frei geben. Ein Futterball der im Mittelwasser aufplatzt ist ein GAU am Silokanal, zieht er die Fische doch augenblicklich vom Futterplatz.
  • Man sollte sich die Zeit nehmen die Fische sauber auszudrillen – trotz der hohen Gewichte am Kanal geht es oft sehr eng zu, und zwei-drei verlorene gute Fische sind oft der Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten Ergebnis.

Drei Punkte, welche fast allen Anglern vor dem Fischen bekannt sind, sollten unserer Meinung nach beachtet werden. Das ist nicht viel und trotzdem ist es so schwer am Silokanal erfolgreich zu angeln. Warum ist dies so?

Unserer Meinung nach kommt es vor allem auf die Köderpräsentation an. Der Köder muss dem Brassen und großen Rotaugen quasi ins Maul geführt werden. Bei dem einen klappt es gut mit einer leichten 5 Gramm Montage die vermeintlich viel zu leicht für das Wasser ist, bei dem anderen setzt eine 20 Gram Montage diese Bedürfnisse perfekt um. Dann gibt es da noch die berühmte Lang-Lang Angelei am Silokanal, auch diese kann sehr erfolgreich sein, weis der Angler mit ihr umzugehen und kann den Hakenköder richtig "andrifften" lassen. Bei vielen anderen Anglern klappt die Köderpräsentation aber nicht und das gemeine ist, dass man dies am Silokanal kaum merkt, denn auch diese Angler fangen Fische – kleine Rotaugen.

Unser Tipp: Wenn Sie sehen das Ihr Nachbar wesentlich besser fängt als Sie, dann fangen Sie an mit der Montage zu arbeiten. Verstellen Sie die Tiefe und ändern Sie die Bebleiung. Der Fisch ist da und will gefangen werden!

Beim Füttern machen die Angler zu Beginn meistens nichts falsch. Es werden meist zwischen 10 und 15 apfelsinengroße Futterbälle mit Castern und Co auf die 13m Bahn geworfen. Was bedeutet aber die 13m Bahn?

Kurz vor dem Füttern... Die Angler legen die Rute in den Faulenzer oder die Rutenablage, dann folgt das Signal zum Füttern. Die Angler werfen ihre Bälle, meist stromaufwerts in Höhe der Spitze, dort schlagen die Bälle mit guter (oder weniger guter) Präzision ein. Die Bälle tauchen ab und folgen unter Wasser weiter dem Winkel der Flugbahn mit dem sie ins Wasser geworfen wurden. Ein Ball der auf die Spitze geworfen wurde, bleibt dann bei circa 13,5m – 14m Entfernung liegen, mit einer 13m Rute wird es schwierig in dieser Entfernung zu angeln! Unser Tipp: Versuchen sie kürzer zu Füttern!

Zurück zum Golden Cup.... Was war denn nun die richtige Methode, die richtige Montage und der richtige Köder?

Die richtige Methode gibt es nicht! Sowohl die Kopfrute, als auch die Lang-Lang sowie die Bolorute brachten gute Ergebnisse. Aber sicherlich war die Kopfrute die klar dominierende Methode.

Die Bolorute ist bei richtiger Anwendung eine interessante Alternative
Die Bolorute ist bei richtiger Anwendung eine interessante Alternative

Zum Thema, eine richtige Methode gibt es nicht: Christoph Barra konnte am ersten Tag mit Posengewichten von 3gr bis 4gr ein gutes Resultat erzielen, während einige Plätze weiter eine 15gr Montage gute Ergebnisse brachte. Sicherlich war es aber so, dass hauptsächlich mit Gewichten zwischen 8 Gramm und 15 Gramm gefischt wurden. Sowohl runde Flussposen also auch Lollies die langsam nachgeführt wurden brachten dabei die besten Ergebnisse.

Der richtige Köder: Gibt es! Die Mückenlarve war der beste Hakenköder. Obwohl auch Caster und Wurm von den Fischen angenommen wurde, war die Mückenlarve unserer Meinung nach der beste Köder. 3-4 große Mückenlarven am 14-16 Haken, garniert mit einem Caster, oder auch pur, das war in beiden Durchgängen eine gute Köderwahl. Das es anders geht, das bewies der beste Angler der beiden Tage, Oliver Bürger aus Sulingen. Olli fischte 3-4 Mistwürmer am 10er Haken und konnte damit am zweiten Tag in den letzten 30 Minuten 12 Brassen fangen.

In beiden Durchgängen gab es keinen Hauptfisch. Sowohl mit Rotaugen, als auch mit Brassen konnte man in den Sektoren viel Fisch fangen. Die Größe der Rotaugen hing stark von der Köderpräsentation ab, war diese in Ordnung, dann konnte man schöne Rotaugen bis 300 Gramm in guter Stückzahl fangen. Waren die Brassen auf dem Platz, dann fing man diese in Reihe. Die Größe der Brassen lag dabei hauptsächlich bei 400 Gramm bis 500 Gramm, größere Fische waren selten.

Wenn solche Rotaugen beissen stimmt meist alles
Wenn solche Rotaugen beissen stimmt meist alles

Und was war jetzt mit den Mückenlarven, mussten diese ins Futter, oder lockten sie nur kleine Fische an den Platz? Auf diese Frage gibt es keine Antwort! Jeder Angler beantwortete diese Frage individuell. Bei einem Angler waren Mückenlarven im Futter der Ursprung allen Übels, lockten sie doch nur kleine Fische am den Platz, andere Angler schoben lediglich Mückenlarven mit Erde auf den Platz und holten sich damit die Brassen auf den Platz. Sicherlich gilt es beim Einsatz der Mückenlarven flexibel zu sein, wir würden uns jedoch nicht ohne sie an den Silokanal setzen. Ob man nur große Mückenlarven füttern darf, oder ob auch kleine für die Brassen interessant sind, das müssen Sie selber herausfinden.

Gut - besser - die Besten
Gut - besser - die Besten

Fisch ist übrigens zur Zeit reichlich im Kanal. Tageshöchstgewichte lagen bei knapp über 20.000 Gramm in 3 Stunden und hier ist sicherlich noch Platz nach oben. Genauere Ergebnisse finden Sie auf der Seite von Marco Beck unter www.marco-beck.com

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren