Aue Pokal in Sulingen 2010

  • von Jan Käbler
  • 09. Juni 2010 um 00:09
  • 0
In diesem Jahr blicken viele Augen gebannt in den Landkreis Diepholz, wo bei Sulingen die Große Aue den Austragungsort für den diesjährigen Anglertreff für Vereinsmannschaften geben wird. Doch neben dem wichtigsten Angeln im Kalender für deutsche Vereinsmannschaften richten die Sulinger auch das größte Mannschaftsangelevent in Deutschland und vermutlich auch ganz Europa aus. Insgesamt 65 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet zeigten Interesse am Vergleich an der Aue und so stiefelten am 06.05.2010 325 Beinpaare diesen Niederungsbach entlang. Wenn wir am Anfang des Jahres noch fragten:"Quo vadis Angelszene Deutschlands?" können wir jetzt die Antwort geben: "Ad Sulingen venimus, ad Aue grandum!!


Die große Aue in Sulingen im Bereich des Sektors B


Wie immer an der Aue konnte man sich gut mit Vorabinformationen über die momentane Situation erkunden, denn im Vorfeld fand das Angeln in Ströhen und auch ein VDSF Bezirksangeln statt und wie man es nach dem langen Winter erwartet hatte, waren die Fänge sehr sehr bescheiden. 15 Fische mussten gefangen um eine Top Ten Platzierung zu erreichen und dabei lagen die Fanggewichte zwischen 200 und 300 Gramm. Auch fanden 2 Wochen vor dem Angeln noch Landesverbandsangeln der Bundeslandes Nordrheihn-Westfalen statt, bei dem die Teilnehmer an 2 Tagen ein Gesamtfanggewicht von unter 11 Kilo zur Waage brachten. Wie üblich wurden bei diesem Angeln auch Mückenlarven gefüttert und damit übernahmen, wie schon bei den LV der Niedersachsen in den vergangenen Jahren die Barsche und Gründlinge das Zepter über Strecke. Den Anglern war damit klar, dass man dieses Angeln sehr vorsichtig und defensiv angehen musste, aber auf der anderen Seite waren die Temperaturen in der Woche zuvor zum ersten Mal konstant über 20°C gewesen und die Abstecker berichteten von starker Aktivität der großen Brassen die sie bei ihrer Tätigkeit beobachten konnten.


So nah und für viele doch so fern

Wie sieht also das Angeln an der Aue aus: Die Montagen mussten fein in der Bebleiung abgestimmt sein und leichte Tragkräfte haben. Posentragkräfte von 0,2 Gramm bis 0,8 Gramm versprachen Erfolg und diese mussten dann penibel so ausgebleit sein, dass maximal die Antennenspitze aus dem Wasser hervorlugte, denn es gab nur wenig Fische zu fangen und diese mussten dann auch gelandet und nicht durch den Widerstand der Antenne beim Anbiss verschreckt werden. Als ideal erwiesen sich Posen mit Stahlantenne, kombiniert mit den kleinsten und dünndrätigsten Hakengrössen, welche in der Hakenbox zu finden waren und dann an Vorfächer gebunden, die eine Stärke zwischen 0,06mm und 0,08mm nicht überschritten. Das Ganze sollte an feinen Gummizügen 0,4-0,6mm gefischt werden. Doch damit riskierte man einen der rar auftretenen Brassen zu verlieren, wenn dieser erstmal gehakt war und insbesondere in den Endplatzbereichen der Sektoren A, D und E oder aber in den bekannten Brassenkurven, konnte man häufiger die Verzweiflungsschreie der Angler hören die in diesem Moment den Fisch verloren hatten, der sie ganz nach vorne gespühlt hätte. Auch hier galt es also die richtige Mischung zu finden, beziehungsweise das Gespür zu haben(dazu später mehr), wann die Brassen auf dem Platz waren.


Mit einem Brassen dieser Gewichtsklasse konnte man sich sicher in den vorderen Plätzen wiederfinden

Während der Startfütterung wurde fast ausschließlich gecuppt, nicht viel mehr als 3 taubeneigroße Bälle eines mageren Futtermixes sollten ausgebracht werden. Dem Futter wurden circa 10-30 Pinkis oder Squatts beigeben und wer am Anfang zuviel oder gar aus der Hand fütterte, der zerstörte seinen Platz für das gesamte Fischen. Die Angler welche noch auf die vorhandenen Kaulbarsche oder den ein oder anderen Brassen spekulierten schnitten noch einige wenige, sehr fein geschnittene Rotwürmer ins Futter um diese Fischarten anzulocken.
Soviel, sogut zur der den meisten Lesern bestimmt bekannten Herangehensweise an das Fischen an der Aue. Doch was lockt diese 325 Angler jedes Jahr wieder an einen Bach, der 60-80% seiner Angler mit einem Fanggewicht unter 500g wieder nach Hause schickt. Ist es die Hoffnung einmal in einer der Brassenkurven zu sitzen oder ist es das gute Wetter mit dem die Sulinger uns Anfang Juli meist an der Aue begrüßen. Vielleicht ist es aber auch die Hoffnung der benachbarten Vereine einmal einen der großen Favoriten an der Aue, wie den Vorjahressieger AC Suletal, die Lokalmatadoren vom ASV Sulingen selbst oder eines der regionalen Top Teams aus Cornau zu schlagen.


Elena Mahler von der Stippergruppe Hemmoor fischte konzertiert zum Sektorensieg

Um es vorweg zu nehmen: All diese eben genannten Teams hatten in diesem Jahr ihre Probleme und so konnten die freundlichen Sportskameraden vom ASV Kirchdorf, die jedes Jahr ihre Strecke für dieses Angeln zur Verfügung stellen sich darüber freuen mit ihrem Platz 6 zumindest alle Sulinger Teams hinter sich gelassen zu haben. Mit unter den Top 5 platzierten sich lokale Vereine aus Diepenau(Platz 5), Cornau(Platz 4), die im E Sektor einen Nichtfänger hatten, sonst wäre es noch weiter nach vorne gegangen und Lübbecke(Platz 2). Den Bronzerang vom letzten Jahr verteidigte das Hunte Team aus Oldenburg. Matchwinner war in diesem Jahr die Stippergruppe Hemmoor, welche in allen Sektoren eine Top Ten Platzierung vorweisen konnte, sicherlich eine starke Leistung bei Sektorengrößen von 65 Anglern. Mit Frank Mahler, Elena Mahler, Michael Schlichtmann, Bernhard Müller und Jan Käbler stellten sie ein Team, das aus den Landesverbandsangeln in Niedersachsen an der Aue in den letzen beiden Jahren alle Erfahrungen einbrachte, um in diesem Jahr erfolgreich zu sein. Doch kommen wir zurück zum oben erwähnten Instinkt: Dem genauen Leser wird aufgefallen, dass mit Elena Mahler eine Frau im Team vertreten war. Als es morgens zum Gewässer ging, fand sich Elena neben dem Sulinger Sportwart Gerd Baich wieder, der von Beginn des Angelns mit netten Kommentaren in Richtung Nebenplatz stichelte. Doch Elena ließ dies eiskalt und sie netzte nach ca. 1h zwei Brassen ein von denen einer ein Gewicht von 7 Pfund gehabt haben soll. Dies ließ die Kommentare von rechts verstummen und Gerd zeigte sich als fairer Sportsmann und erzählte diese Geschichte vor der versammelten Anglerschaft. Mit insgesamt 24 Fischen und einer Punktzahl von 7950 Punkten legte Elena damit den Grundstein für den Erfolg der Stippergruppe, welche insgesamt die Platzziffer 24,5(7+4+4+1+8,5) erziehlte und damit weit vor Lübbecke(PZ 52,5) und dem Hunte Team(64,5) lag.


Die Mannschaftssieger von der Stippergruppe Hemmoor

Für einen weiteren Aufseher sorgte Ralf Gerdes, der in einer für Deutschland untypischen Art mit 11m quer zur Uferkante fischte. In England, an den Karpfenseen, ist dies üblich um zum Beispiel die vordere Kante vor einen freien Platz zu beangeln. Ralf erreichte mit seinen 11m ein Seerosenfeld, vor dem er die nötige Stückzahl fangen konnte, was zu 5390 Punkten und Platz 2 im Sektor hinter Elena führte. Ob diese Methode bei einem Anglertreff dem Angler jedoch nicht Ärger mit dem Schiedsgericht einbringt, bleibt abzuwarten.
Die Sektoren B und C welche im Bereich der Strecke für den Anglertreff liegen wurden größtenteils über die Stückzahl entschieden. So reichten im Sektor B 50 Fische für den Sektorengewinn und 20-30 Fische für eine Top 5 Platzierung und im Sektor C sogar nur 15 Fische um unter die Top 5 zu gelangen. Der C Sektor wurde von Bernd Hoffmann mit einer Punktzahl von 16780 gewonnen, darunter 6 Brassen.
In den Brassenregionen des A Sektors konnten diese besonders gut mit Mais überlistet werden. Jan Schnieder fing 14 Fische mit einem Gewicht von 23,2 kg, was den Sektorengewinn bedeutete.
Der Sektor E das Sorgenkind aus dem letzten Jahr zeigte sich von einer besseren Seite, doch auch hier gab es wieder Streichergebnisse und so gab auch das Sportfischerteam Cornau hier den Gesamtsieg her. Eine Platzziffer 10 hätte zum Sieg gerreicht, doch die notwendigen 880 Punkte konnten nicht erreicht werden.


Die Podiumsplätze gingen nach Lübbecke und Oldenburg an das Hunte Team

Ein Dank geht von dieser Stelle auch nochmal an das Team um Gerd Beich und Bodo Gehrke, welche eine fantastische Arbeit leisteten und auch an die unterstützenden Firmen Tubertini und Geers (in Person von Udo Friedrich) und natürlich Benjamin Hoffmann, der wie im letzten Jahr 5 Plattformen zur Verfügung stellte. So konnten pro Sektor 18 Erinnerungsgaben ausgegeben werden, auch diese Zahl sucht ihresgleichen.
Wir freuen uns nun auf den kommenden Anglertreff und werden berichten, wie sich die Spitze der deutschen Angler im Drahtseilakt zwischen Kleinfischkampf und Großbrassenjagd schlägt und hoffen auf viele Besucher ad Aue grandum.

Die Ergebnisse sind auf der Website des ASV Sulingen zu finden...
Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren