Aue Cup 2011 in Sulingen

  • von ct Redaktion / Bilder:Jens Quednau
  • 30. Mai 2011 um 16:27
  • 3
Die Zeichen stand auf „Go“ für einen erfolgreichen Aue Cup 2011. Die Fänge bei den Fischen in den Wochen vor dem prestigeträchtigen Aue Cup waren ansprechend, das Wetter stabil und die Angler gute Dinge, dass das Fischen in diesem Jahr an die alte Qualität des Aue Cups anschließen würde. Als Resultat konnten die Veranstalter des ASV Sulingen am Morgen 60 Mannschaften begrüßen und erreichte damit nicht ganz die Teilnehmerzahl der letzten Jahre, sicherlich ein Nebenprodukt des Seuchenjahres 2010. Trotz allem sind 300 aktive Angler, plus Stopper und Betreuer eine beeindruckende Anzahl Angler und ein Indiz für die Qualität des Aue Cups.

Die Strecke
Die Strecke (Slideshow)

Der Aue Cup war in den letzten Jahren meist ein Kleinfischangeln mit einigen wenigen Brassenplätzen. Da man die Brassen nicht gezielt beangeln konnte, wurde Fischen auf die Kleinfische als taktische Marschroute  ausgelegt und ein etwaiger Brassenplatz als Zugabe wahrgenommen. In diesem Jahr hörte man aber von relativ sicheren Brassenfängen, so machten sich viele Angler über die Brassen Gedanken und jeder legte sich eine Brassenmontage in die Kitablage. Brassenmontagen sind in der Aue 14er Hauptschnüre und 8-10er Vorfächer, dazu ein 14er-18er Haken an einem 1mm Gummizug. Wie sahen aber die Montagen für das Kleinfischangeln aus? Da es seit Wochen im Norden keinen ergiebigen Regen gegeben hat, war die Fließgeschwindigkeit der Aue fast gegen null gegangen und es waren also leichteste Montagen in dem gut 1,5-3m tiefen Wasser angesagt. Leicht, das sind Posengewichte zwischen 0,1 Gramm und 0,3 Gramm, zwei Bissschrote der Größe 12 oder 13 mit einem anschließenden „Hauptblei“ als Dreipunktbebleiung. Als Posengewichte in mittleren Gewichten kamen die Größen 0,4 Gramm bis 0,6 Gramm zum Einsatz. Hier sollten die Bissbleie kaum größer sein, lediglich die Hauptbebleiung wurde schwerer gewählt. Oft sah man noch eine „Exotenmontage“ von 1 Gramm in den Ablagen. Als Haken/Häkchen kamen Größen zwischen 20 und 26 zum Einsatz, wichtig ist hierbei das Gewicht der Haken. Sehr leichte, dünndrähtige Haken sind an der Aue immer erste Wahl.

Die Strecke
Windig und kühl - der Aue Cup 2011

Kommen wir aber zum Angeln. Der Wind war an diesem Sonntagmorgen bereits frisch und wehte mit 3-4 Stärken. Beim Aufbau machte es also Sinn sich Gedanken über die Rutenlänge zu machen, fischte man 13m und suchte damit den maximalen Abstand vom Uferbetrieb oder zahlte man dem Wind Tribut und entschied sich für die 11,5m oder sogar die 10m Bahn? Jeder Angler fand hier seine Lösung, ob sie „gut“ oder „schlecht“ war, das hing davon ab, ob es der Angler verstand den Köder richtig anzubieten. Sicherlich war es aber sinnvoll, eher etwas kürzer zu fischen, denn es war davon auszugehen, dass der Wind im Laufe des Fischens noch zunehmen würde.

Futter anbieten

Futter anbieten
 Nicht zuviel Nachfüttern war die Devise

Das Angeln in der Aue ist sehr technisch und neben dem Aufbau des Futterplatzes ist es absolut notwendig den Köder richtig, sauber und ruhig anzubieten. Dieses Anbieten macht an der Aue den Riesenanteil zwischen einem erfolgreichen Angeln und einem „Reinfall“ aus. Bei dem "richtig" gibt es jedoch kein Patentrezept, so muss man doch  schauen, was der Platz an Fisch(arten) hergibt und was die zu beangelde Fischart dann für einen Köder und in welcher Präsentationsmethode angeboten haben möchten.
Mit dem erwarteten Starkwind mit Böen um die 60km/h machten sich alle erfahrenen Angler Gedanken über den Ausgang des Fischens, war  ihnen doch klar, dass man den Schlüssel zum Erfolg (eben das korrekte Anbieten) heute nicht zu 100% drehen konnte.

Andreas Pleuss aus Sulingen - Sektorensieger im Teilsektor B
Andreas Pleuss aus Sulingen - Sektorensieger im Teilsektor B

Der Startschuß ertönte pünktlich zur "Sulinger Ortszeit" und die Köder wurden ausgebracht. Wie jedes Jahr hieß dies, dass ziemlich genau 300 Polecups auf die Sekunde genau Richtung Flussmitte wanderten, eine Choreographie, die das Anglerherz höher schlagen lässt. Ausgebracht wurden hierbei nährstoffarme Futter mit Pinkis und Squatts, dazu wählten viele Angler die Option Erde/Lehm mit geschnittenen Würmern um den Barschen und Gründlingen nachzustellen. Hatten die Angler Seerosen vor den Füßen, so wurde dieser Platz ebenfalls befüttert, auch hier war das Gemisch aus Erde und Würmern meist die erste Wahl.

Hier kann man förmlich sehen, wie gegen den Wind gearbeitet werden musste
Hier kann man förmlich sehen, wie gegen den Wind gearbeitet werden musste

Das Fischen begann dann wie immer! Auf einigen Plätzen gab es Standfisch, diese wurden dann schnell gefangen und es galt darauf zu warten bis sich der Futterplatz aufbaute. Die Angler, welche mehrere Futterplätze befüttert hatten, fischte diese ab und wartetet auf den ersten Biss. Machte man alles richtig, so stellten sich die Bisse nach 5-15  Minuten bei allen Anglern ein. Der Wind hatte zugenommen, aber die Angler hatten noch die Möglichkeit die Plätze einigermaßen sauber zu befischen. Jetzt galt es eine solide Grundlage für das spätere Fischen zu legen und Stückzahl in den Setzkescher zu bringen. Nach circa 90 Minuten dann das typische Spiel, die Bisse nahmen rapide ab und es galt die großen Bonusfische zu fangen. Diese Fische sollten dann wie immer über „Sieg“ und „Niederlage“ entscheiden. Eine weitere Option war, weiter auf Kleinfische zu angeln und das anzustrebende Ziel war in der zweiten Hällfte des Angelns noch möglichst 10 Fische zu ergattern, um sich so für die Teamwertung vor denjenigen zu platzieren, die auf Brassen setzten und keinen Erfolg hatten, was heute meist die Regel war. 3000 Punkte, also zwischen 20 und 30 Fische bedeuteten in den meisten Fällen einen Platz in den Top Ten.

Keep Smiling...
Keep Smiling...

Wie konnte man diese Kleinfische jetzt aber weiter fangen? Die Antwort darauf lautet: „Keine Fehler machen und weiter Arbeiten“. Fehler, dass ist z.B. das permanente Nachfüttern mit Futter. Die Fische in der Aue wollen einfach kein Futter mehr, wer dies missachtet, der raubt sich meist die Möglichkeit auf weiteren Fisch. Der Schlüssel liegt in dem Suchen der Fische, das Ändern der Angeltiefe, genauso wie der ständige Tausch der Posengewichte, sind hierbei das Instrument welches Gewählt werden muss. Da der Wind zum Ende des Fischens die prognostizierten Stärken tatsächlich erreichte, war das Fischen am Ender der 3,5 Stunden wirklich zäh und nur wenige Angler konnten bis zum Schluss fangen.

Britta Bendig - ein starker 5. Platz durch eine der Damen im Feld
Britta Bendig - ein starker 5. Platz durch eine der Damen im Feld

Überraschend blieben die typischen Massenfänge an Brassen aus, sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass der Wind ein ruhiges Anbieten quasi unmöglich machte. Die Fänge waren alles in allem durchwachsen und das obwohl der Fisch auf der Strecke war und eigentlich auch fressen wollte. Aber Aue-Fische sind sehr wählerisch und die Angler konnten es den Fischen in diesem Jahr nicht Recht machen.

Die letzte Stunde kann etwas langweilig sein - Arbeiten ist angesagt
Die letzte Stunde kann etwas langweilig sein - Arbeiten ist angesagt

Trotzdem gab es scheinbar Mannschaften die verstanden hatten, was die Fische in der Aue wollten. Besonders erfolgreich war bei der Umsetzung das Match Team Löhne (Pz 30!), gefolgt vom Team der Sportfischer Cornau (Pz43) und den Stippern aus Espelkamp (Pz71).

Siegesehrung
Siegesehrung (Slideshow)

Sowohl die erstplatzierte Mannschaft aus Löhne, als auch die Jungs aus Espelkamp fischten in diesem Jahr schon ihre Bezirksmeisterschaften an der Aue und haben so bereits einige Stunden an diesem Gewässer verbracht-sicherlich nicht verkehrt und Grund für das gute Mannschaftsergebnis. Die Mannschaft aus Cornau schaffte es erneut vermehrt an die Brassen zu kommen, ein Zeichen dafür, dass mit der richtigen Taktik gezielte Brassenfänge durchaus möglich sind.

Bereits 2 Stunden nach Abpfiff war die Auswertung, dank moderner Computertechnologie, fertig und man konnte nach einigen Gesprächen mit befreundeten Anglern und gut gefüllt mit Gulasch satt den Weg nach hause antreten.


Die Besten des Aue Cups 2011 (Foto: M. Schumm)


Die Fische in der Aue können sich jetzt erstmal von dem Ansturm der Angler erholen, bis im Herbst wieder die nächsten Fischen an diesem wunderschönen, naturbelassenem Gewässer stattfinden. Gut aber, dass der Terminkalender bis dahin weiter gut gefüllt ist.

Alle Ergebnisse auf www.asvsulingen.de (bitte oben rechts den Aue Cup 2011 auswählen)

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3 Kommentare
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  • ct Redaktion
    Bildkorrektur
    hallo allianz andi, die bilder wurden uns vom veranstalter zur verfügung gestellt. sofern du ein bild auftreiben kannst, auf dem alle preisträger zu sehen sind, dann würden wir uns über eine zusendung freuen. wir werden die bilder dann umgehend tauschen. danke und grüße ct redaktion
  • allianz andi
    aus lohne
    bitte bild korrektur
    liebes ct team, wenn man schon bei diesem schwierigen angeln als preisträger mit dabei ist, wäre es nett wenn auch alle auf dem bild zu sehen sind........ich weiss es waren mind 3 fotografen dort, also überprüft nochmal die bilder........die leute die links standen haben ja auch ein anrecht drauf veröffentlicht zu werden, da der aue cup ja das event in unserer regio ist....
  • Martin88
    Anmerkung
    Wer die Ergebnislisten über Firefox anschauen möchte, könnte Probleme bekommen, da hier die Ergebnisse aus 2010 angezeigt werden. Besser über den Explorer einloggen - dort gibt es keine Probleme. Gruss