Cornau Cup an der Hunte

  • von Jörg Heise
  • 29. Mai 2011 um 05:29
  • 8
Am 22. Mai 2011, eine Woche nach dem Ströher Angeln und eine Woche vor dem Sulinger Fischen ging es wieder in den Diepholzer Raum, zu einem nicht ganz unbekannten Gewässer des letzten Jahrzents – der Hunte nahe Cornau.

In den letzten Jahren sind die Fischen an diesem naturbelassenen Gewässer ein wenig eingeschlafen, denn die Fänge wurden sehr mager und so mancher Sektor ging mit einer handvoll Fische zur Waage. Gründe suchte man in der Kormoranproblematik, aber auch in den zahlreichen Welsen, welche von einigen Vereinen zahlreich besetzt wurden. Spricht man mit den Welsanglern, so hat sich die Hunte zu einem Geheimtipp für diese Unterwassermonster entwickelt und nicht selten kommen Angler von weit her um eines dieser Wesen zu fangen.
Fanden in der Vergangenheit vermehrt regionale, kleinere Fischen auf Bezirksebene oder im Jugendbereich statt, so wurden auch diese vor drei Jahren stark reduziert und man fand sich seltener an der Hunte wieder.
In diesem Jahr sollte es also wieder eine Neuauflage des sonst gut besuchten Cornau Cups geben und die Veranstalter um den Sportfischereiverein Cornau luden hierzu ein, um in einem Hegefischen festzustellen, ob der Bestand an Weissfischen sich wieder erholt hat.
 
Früh morgens – noch war es ruhig um das Veranstaltungsteam
Früh morgens – noch war es ruhig um das Veranstaltungsteam

Befragt man „Dr. Google“ nach Informationen rund um die Hunte, so findet man schnell eine Menge an Daten, welche „ausgewertet“ werden können. So auch zahlreiche Auswertungslisten aus früherer Zeit. Dem aufmerksamen Leser fallen sofort die Sprünge der Ergebnisse zwischen den einzelnen Plätzen innerhalb der Sektoren auf. Wenn eine handvoll Angler im Schnitt zehn Fische fängt und dazwischen einer sitzt, welcher das dreifache, gar das fünffache fängt, dann verlangt das nach Aufklärung. Interessant auch der Aspekt, dass die wenigsten Endplätze/-bereiche wirklich genutzt wurden vom Angler und stattliche Gewichte auch aus der Mitte erzielt wurden. Viele Teams waren sich unschlüssig, welcher Weg der Schlüssel zum Erfolg sein würde und auch die Trainingsergebnisse der ansässigen Angler brachten wenige Erkenntnisse. Unterschieden sich die Fänge doch zwischen vereinzelten Brassen um die 4kg und einer handvoll Barsche oder sogar stattlichen Rotaugenfängen. Beim Ausstecken wurden dann sogar noch reichlich Alande ab 2 Pfund aufwärts gesichtet.

Trotz aller Unklarheiten trafen sich 35 Mannschaften á 4 Angler früh am Morgen zu einem reichlichen Frühstück und kurzem Smalltalk aus NRW, Hamburg, Bremen und Niedersachsen. Leider konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden, denn die Veranstalter mussten schon auf Sektoren von benachbarten Vereinen ausweichen und einigen musste abgesagt werden. Im kommenden Jahr haben noch einige Mannschaften mehr ihr Kommen zugesagt, so dass es sicherlich hilfreich sein wird, frühzeitigt zu melden.

Ohne viel Gerede wurde gelost und anschliessend ging es mit Führungsfahrzeugen über Stock und Stein in einen schier unendlichen Wald/Wiesenbereich, durch jenen die Hunte sich schlängelt.

Grandiose Kulisse an einem ruhigen flecken Erde
Grandiose Kulisse an einem ruhigen flecken Erde

Die Region Diepholz beinhaltet ein grosses Moorgebiet, was zur Folge hat, dass sich die Gewässer hier sehr stark unterscheiden können innerhalb weniger hundert Meter. Hilfreich sind auch vorsichtige Bewegungen, denn der moorige Untergrund überträgt den Lärm deutlich besser, als eine Steinpackung. Zwar muss man sich nicht auf Zehenspitzen fortbewegen, aber seine Kiepe auf die Böschung zu knallen und den Beistelltisch an den Platz zu werfen, ist hier weniger angebracht.

Sektor A

Sektor A

Das Sorgenkind der Veranstalter. Im Vorfeld wurden hier nur sehr wenige Fische gefangen und man hoffte, dass doch ein paar Fische ins Wiegenetz wandern würden. Wohl dem, der möglichst weit aussen saß, denn dort waren die Aussichten ein wenig besser, auch wenn man hier um jeden Fisch hart kämpfen musste. Im Mittelsektor galt es überhaupt einen Fisch zu fangen. Schaut man auf die Auswertungsliste, so kann man erkennen, dass aus allen Bereichen Fische kamen, aber auch welche, die es nicht verstanden an den Fisch zu kommen. 19 x oF ist sicherlich kein wünschenwertes Ergebnis, aber immerhin stehen dem auch 16 Fänger gegenüber. Wer hier variabel alle möglichen Spuren nach Aländern und Barschen absuchte, der wurde belohnt. Ein stures Fischen auf einem Futterplatz war der falsche Weg und führte seltener zum gewünschten Fisch.
(Die Punktewertung: 1 Punkt/Gramm + 20 Punkte/Fisch)
  1. Norbert Prochnow – Aschen – 7 Fische / 1032gr – 1172 Punkte
  2. Jens Nietfeld – Sulingen I – 3 Fische / 610gr – 670 Punkte
  3. Uwe Seipel – Delmenhorst II – 4 Fische / 454gr – 534 Punkte
Sektor B

Sektor B

Der Sektor B hingegen brachte deutlich mehr Fische zu Tage, lediglich ein Nichtfänger wurde hier verwogen. Dabei durften es gerne 50 Fische sein, wenn man wirklich oben stehen wollte. Das Gewicht der Fische war in diesem Teilabschnitt deutlich geringer und so musste hier etwas feiner zu Werke gegangen werden. Die Fische lagen hier um die 10gr, wobei man vom Rotauge, Aland, Barsch bis hin zum Gründling auch Güstern und Ukeleis fand.
  1. Lutz Drabner – Stipper Team Syke – 59 Fische / 549gr – 1729 Punkte
  2. Florian Ficht – SFV Bremen – 58 Fische / 476gr – 1636 Punkte
  3. Frank Behrens – Matchteam Barenburg – 57 Fische / 471gr – 1611 Punkte
Sektor C

Sektor C
Idylle und Fische – was will man mehr?

Auch hier konnten vermehrt Fische gefangen werden, allerdings mit einem etwas anderem Durchschnittsgewicht. Der Fisch war hier etwas grösser und wohl dem, der die Grösseren in ausreichender Stückzahl selektieren konnte. Wer hier über drei Stunden konstant seine Fische fangen konnte, durfte sich über ein volles Netz freuen. Dabei ging es um den Aspekt, seine Bahnen sauber abzufischen und stetig zu wechseln, um die herumschwimmenden Fische auch zu erwischen, denn oftmals waren sie genauso schnell wieder vom Platz verschwunden, wie sie auch gekommen waren.
 
Lukas Reichenbach aus Rostock mit dem weitesten Anreiseweg
Lukas Reichenbach aus Rostock mit dem weitesten Anreiseweg
  1. Philipp Schröder – Sulingen Junioren – 38 Fische / 1190gr – 1950 Punkte
  2. Günter Will – ASV Ströhen – 21 Fische / 1500gr – 1920 Punkte
  3. Ingo Vogelsang – Matchteam NRW Garbolino – 29 Fische / 880gr – 1460 Punkte
Sektor D

Sektor D - der fischreichste Sektor
Der fischreichste Sektor

Betrachtet man das Bild, so mag man denken, dass die Jungs, welche möglichst weit am Stau saßen doch deutliche Vorteile denen mittig der Strecke  haben müssten – falsch gedacht. Auch hier konnten sich die Endplätze nicht behaupten und so fand man mittig der Strecke wieder vereinzelt Angler, welche es schafften, deutlich mehr als Andere zu fangen. So gestaltete sich der Sektor D auch als fischreichster Sektor, lag der Schnitt doch bei über 20 Fischen und um die 800gr.
  1. Bastian Husemeier – Match Team Löhne – 51 Fische /1530gr – 2550 Punkte
  2. Martin Kinne – ASV Sulingen I – 48 Fische / 1540gr – 2500 Punkte
  3. Herbert Renze – Spro Team Meppen – 44 Fische / 1370gr – 2250 Punkte
Sektor D - der fischreichste Sektor

Schnell fand man sich wieder am Treffpunkt zusammen und gespannt wurde auf die Siegerehrung gewartet, welche auch zügig kam. Zum Dank der gekommenen Mannschaften hielt der Bürgermeister des Dorfes und gleichzeitig auch Präsident des ansässigen Fischereivereins eine unterhaltsame Rede und lud zum nächsten Fischen in 2012 ein.

Die Top 3 der Mannschaftswertung sicherten sich auf der 3 das Redworm Riders Team aus Lohne, welche bei der Verlesung der Mannschaften ein schallendes Gelächter hervorriefen. An zweiter Stelle das Junioren Team aus Sulingen, welche mit einer Mischung aus heimischen Anglern der Region und Jungs direkt aus Sulingen, aber mit der nötigen Gewässerkenntnis einen hervorragende Leistung hinlegte. An der Spitze konnte sich das neuformierte Team vom ASV Sulingen I erneut durchsetzen und bestätigte die Mannschaftsleistung letzter Woche in Ströhen.

Gruppenfoto
Von links nach rechts: AC Suletal (5.), ASV Sulingen I (1.), Junioren Sulingen (2.),
Redworm Riders Lohne (3.), es fehlt: ASV Ströhen (4.)

Ein besonderer Dank galt den Ausrichtern um Uwe Koopmann, Matze Martens, Didi Oelstrom und Bernd Hoffmann. Frühzeitig im Jahr machte man sich Gedanken über das „wie“ und man fand im Team 49 weitere Helfer. Die eigenen Kinder und Frauen kümmerten sich um Frühstück und Bewirtung. Von der Begrüßung, bis hin zur Platzanfahrt und dem Wiegekomando, sowie dem leckeren Essen war alles sehr professionell geplant und man sah, dass eine Menge Arbeit und Freizeit in dieses Fischen geflossen ist, zumal man selbst nicht mitfischte. Auch waren die Preise geschickt gewählt und man fand nur hochwertiges Gerät, welches man wirklich am Wasser gebrauchen kann. Sicherlich ein Aspekt, den sich so manch Veranstalter mal überlegen sollte, denn nicht immer ist ein 9m Karpfenprügel erstrebenswert.

Doch was nutzten die Recherchen im Vorfeld letztendlich? Auch in diesem Jahr gab es zwar Tendenzen zwischen einzelnen Gewässerabschnitten, aber immer wieder durchbrach ein Angler mit einer sehr guten Leistung aus einem vermeintlich schlechteren Bereich das Feld und nur selten konnten sich die Endplätze durchsetzen. Variables Fischen auf mehreren Spuren, von der 3m-Bahn zur 13m Bahn, brachte den Erfolg. Dabei kam eine große Artenvielfalt zum Vorschein und wer sich richtig auf seinen Platz einstellen konnte und sauber lotete, war später vorne dabei. Eine handvoll Futter reicht vollkommen aus, wobei das nachfüttern in geregeltem Maße auch nicht fehlen darf. Superfein, wie an der Aue, musste nicht zu Werke gegangen werden. Leichte Posen unter 0,8gr, Haken um die Grösse 18 an einem 0,08er Vorfach und einem möglichst kleinen Blei vor dem Vorfach waren angebracht. Lediglich in der dritten Stunde durfte es eine Ecke feiner werden. Schnelles Fischen in der ersten Stunde und konstantes Fangen und Suchen in den letzten zwei Stunden waren ein weiterer Schlüssel zum Erfolg.

Zur Mannschaftswertung

Alles in allem eine gelungene Neuauflage, welche nach einer Wiederholung schreit!
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8 Kommentare
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  • titus
    aus Vechta
    Speedrute
    Hunte und Speedrute zwei Welten begegnen sich. Muss Martin aber recht geben wenn dann verkürzte Rute. Aber am 26.6 kann Brassenhalfter es uns ja beim Reddig Cup mal zeigen. Matze seine 107 Fische vom Vorjahr hat er zumindest nicht mit der Speed erangelt.
  • borchi
    Speedrute
    musst nur wissen wie die Speedrute funktioniert ( ich weiß es aber leider nicht). Frag mal Schliggi, der riecht zwar nicht gut, weiß aber mit der Speedrute an dem Bach umzugehen.
  • Martin88
    Speedrute
    Hee Dr., in Sulingen funzt die Speedrute? Dann nimm mal lieber die verkürzte Rute, da biste genauer und schneller.. Wie an der Hunte auch ;-). Gruss
  • borchi
    Distanz
    das ist ja überschaubar.... 49er... welcher 49er bist Du denn?
  • Brassenhalfter
    Cornau-Cup
    Die Strecke von Suligen bzw. Barenburg (Maschmann) nach Cornau ungefähr 20 km Richtung Diepholz. Beste Grüße von den 49er.
  • borchi
    Essen....
    och, das Essen finde ich immer gar nicht so wichtig, bin da eher zum Fischen :-) Um ein Gefühl für die entfernung zu bekommen. Wie lange fährt man von Sulingen nach Cornau? Danke und Grüße
  • Brassenhalfter
    Cornau Cup
    Es war hervorragend organisiert, das Essen war super und reichlich, eine gelungene Veranstaltung. Die Speedrute funktioniert, aber nicht so gut wie in Sulingen. Mücken waren nicht erlaubt.
  • borchi
    Cornau Cup
    Die Veranstaltung liest sich sehr gut, Kompliment an die Veranstalter. Geht die Speedrute auf der kurzen Bahn ähnlich gut wie in der Aue? Ach ja, sind dort Mücken erlaubt?