2. FTM Matchrutencup am Trebelsee in Ketzin 2012

  • von ct Redaktion
  • 04. September 2012 um 11:43
  • 3

Was für ein verrücktes Angeln. FTMAX hatte zum Matchrutencup an den Trebelsee nach Ketzin geladen und es zeigte sich, dass diese noch relativ jungfräuliche Strecke noch sehr schwer einzuschätzen ist und Prognosen zu den guten Plätzen, den besseren und schlechteren Bereichen von Tag zu Tag über den Haufen geworfen werden müssen.

Die Wasserfläche und der Fischbestand im Trebelsee sind gigantisch, das war bekannt und man konnte davon ausgehen, dass sich Mehrzahl der Fische im vorderen und tieferen Bereich der Strecke aufhalten würden, denn dort wurde aufgrund der kürzeren Wege vermehrt trainiert. Dort lag somit das Futter und kaum ein Angler machte sich freiwillig auf den beschwerlichen Weg jenseits der Plätze 30+.

Soviel zur Theorie, die Brassenschwärme sahen das dann aber (mal wieder) anders. Auf dem Endplatz Nr. 1 war die Welt noch in Ordnung und hätte nicht nach 3,5 Stunden ein Schiff auf Harald Windels Futterplatz geankert, dann hätte er die 50 kg Marke locker geknackt, vielleicht wären es auch über 60 kg geworden. Aber 47.696 Gramm reichten locker zum Sektorengewinn und höchsten Fanggewicht beider Tage. Doch dann wurde es gleich richtig dünn und die Plätze 2 bis 4 blieben alle unter 6 kg. Erst auf der 5 fing Frank Dittmann über 28 kg und auf der 7 Vorjahresgewinner Thomas Hageresch mit  immerhin 24 kg. Dies war ordentlich und in den Erwartungen. Platz 6 wog allerdings am Ende nur 500 Gramm. Schon kurios, vermutlich machten von den auf den ersten 10 Plätzen sitzenden Anglern anglerisch aber auch nicht Alle alles richtig.

Christoph Barra beim Drill
Die Matchruten mussten sich biegen...


Am zweiten Tag tauschten die ersten 31 Angler mit den Plätzen 32 bis 62, so dass in Durchgang 1 natürlich alle Teilnehmer im trainingsgefütterten Bereich bis Platz 31 sitzen wollten und wer dort nun ab Platz 10 saß, der wunderte sich nicht nur in der ersten Stunde, sondern auch noch in der zweiten, dritten und teilweise auch vierten Stunde des fünfstündigen Durchgangs. Die Fische waren nicht da, es gab keine Bisse. Erst in der letzten Stunde waren die Matchruten krumm und nur wer vorher hier und da mal einen Fisch einsammeln konnte, brachte noch ein stattliches Gewicht zur Waage.


Trotz der vielen Fische musste präzise gefüttert werden
Trotz der vielen Fische musste präzise gefüttert werden


Vieles richtig gemacht haben es Jens Marek auf der 30 (34.237 Gramm / Platz 1-B), Christoph Barra auf Platz 19 (32.138 Gramm / Platz 2-A) und Robert Grabowski auf der 39 (29.355 Gramm / Platz 2-B). Auf den Plätzen daneben teilweise weniger als die Hälfte des Gewichts, es schien so, dass die Brassenschwärme auch sehr standorttreu waren und in dem flachen Wasser (Sektor A bis 1,80 Meter, Sektor C  max. 1,20 Meter) kaum hin- und herzogen. Regelmäßiges Füttern war daher trotz ausbleibender Bisse Pflicht, denn irgendwie mussten die Fische ja aktiviert werden und wer immer wieder sein Angelplatz sauber befütterte, wurde irgendwann mit dem Eintreffen eines Fischschwarms belohnt.

Christoph Barra mit einem der kleineren Brassen
Christoph Barra mit einem der kleineren Brassen


Im letzten Sektor (C) mit den Plätzen 41 bis 62 sah alles nach einem Sektorensieg von Thomas Pruchnowski auf dem Endplatz aus, doch vier Plätze neben Thomas standen bei Volker Hübbers überwiegend dicke Brassen mit einem Stückgewicht zwischen ein und zwei Kilogramm. So hatte Thomas gegenüber Volker am Ende zwar die doppelte Stückzahl, doch beim Gewicht lag er über 10 kg vor Thomas und gewann somit den Sektor mit knapp 42 kg. Das waren ordentliche Gewichte dafür, dass allgemein erwartet wurde, dass dieser Bereich, der eigentlich nie beangelt wird, erst am zweiten Tag (wenn alle Plätze gefüttert waren) für überdurchschnittliche Fänge gut sein sollte.

Ein Tag Hopp, ein Tag Flop - Sven Bäse
Ein Tag Hopp, ein Tag Flop - Sven Bäse
 

Johannes Böhm auf Platz 46 kratzte knapp an den 30 kg und wurde dritter.  Die ersten 10 Plätze brachten alle über oder um die 10 kg zur Waage, so dass sich dieser Bereich als fair und gleichmäßig erwies. Zumindest, wenn man nicht zu viel Kraut auf dem Platz hatte. Einige große Krautfelder auch in größerer Entfernung ließen manche Teilnehmer verzweifeln. Entweder konnte kaum geangelt werden, weil das Kraut auch noch in 30 bis 40 Metern Entfernung so dicht stand, dass sich ein Futterplatz nicht beangeln ließ oder die gehakten und teilweise sehr kampfstarken Fische setzten sich im Kraut fest und gingen verloren. So musste Günter Horler auf Platz 54 auf kurze Distanz auf Rotaugen angeln, womit er die Teilnehmer, die auf Brassen angeln konnten aber kaum in Gefahr brachte.

Günter Horler beim Anhieb
Günter Horler beim Anhieb - vergrößern -


Man darf nach diesen Erfahrungen gespannt sein, wie viele Teilnehmer im kommenden Jahr bei gleichbleibenden sehr warmen Temperaturen in dem flachen Wasser rauswaten oder schwimmen, um einen krautfreien Angelplatz vorzubereiten. Wer hinter sich Büsche hatte oder einfach ein paar Meter gewinnen wollte, setzte sich einfach mit der Plattform einige Meter in den Trebelsee, doch insbesondere im hinteren Bereich war der Boden sehr weich und unfreiwillige Bäder waren die Folge.

Farbe und Konsistenz des Futters waren bei den Anglern sehr unterschiedlich, der Wurm war aber bei allen der Köder schlechthin
Farbe und Konsistenz des Futters waren bei den Anglern sehr unterschiedlich,
der Wurm war aber bei allen der Köder schlechthin

Vor dem zweiten Durchgang dann erst mal ein großes Raunen bei der Vergabe der Angelplätze.  Johannes Böhm auf die 1, Harald Windel auf die 58, auf der Volker Hübbers Tags zuvor 42 kg fing und Christoph Barra auf die 60, unweit vom Endplatz. Gute Angler müssen auch ein gutes Händchen haben, der Drops schien gelutscht. Einzige Unsicherheit vielleicht, dass ja am Vortag eigentlich alle Plätze sehr stark befüttert wurden, die Fische aber nicht auf alle Plätze kamen. Gut möglich und wie schon oft an fischreichen Gewässern erlebt, hatten die Fische die ganze Nacht Zeit, sich zu positionieren und dort hin zu schwimmen, wo der Tisch noch reichlich gedeckt war. Also alle Karten neu gemischt?

Johannes Böhm am zweiten Tag auf dem nicht mehr so ergiebigen Platz 1
Johannes Böhm am zweiten Tag auf dem nicht mehr so ergiebigen Platz 1


Die Fische waren in die Strecke gezogen und Plätze, die am Vortag nicht sehr produktiv waren, brachten nun stattliche Gewichte hervor. Robert Grabowski auf der 13 gewann seinen Sektor mit knapp 35 kg und sicherte sich damit den Titel des 2 TFM Matchrutencups während sich Johannes Böhm auf der 1 mit den Rotaugen mühte, nicht konstant auf die Brassen kam und mit 13.609 Gramm nur 10ter wurde. 1.551 Gramm brachte Platz 25 am Samstag und am Sonntag konnte Henric Plaß den Mittelsektor von diesem Platz mit knapp 32 kg für sich entscheiden. Jens Marek auf der 36 fing 22.972 Gramm welches für den 4. Platz im Sektor reichte und ihm in der Gesamtwertung mit 5 Punkten den Vizetitel brachte.

Johannes Böhm    Christoph Barra
Gut gefüllte Kescher bei Johannes und Christoph


Das höchste Gewicht im C Sektor fing Nico Matschulat von der 49 und damit weit vom Ende entfernt mit 25.490 Gramm, wogegen es auf den hohen Endplätzen durchwachsen war. 17.462 Gramm von der 62 für Andreas Pleuss brachten Platz 8 im Sektor, auf der 61 gar nur 9.384 Gramm und Christoph Barra wurde auf der 60 mit 23.810 Gramm Vierter, was in der Gesamtwertung den 3. Platz bedeutete. Die großen Fische von Platz 58 mussten sich über Nacht auch einen neuen Platz gesucht haben – 13 kg für Harald Windel waren am Ende 12 Punkte im Sektor.

Die Sieger der Veranstaltung v.l. Christop Barra, Robert Grabowski und Jens Marek
Die Sieger der Veranstaltung v.l. Christop Barra, Robert Grabowski und Jens Marek


Insgesamt eine sehr gute und hochinteressante Veranstaltung mit vielen Überraschungen, bei der sich die Fische mal wieder unberechenbar zeigten, dazu auf den Plätzen allerdings auch vieles richtig und vieles falsch gemacht werden konnte. Sehr flaches und dazu klares Wasser, kaum Strömung und viel Kraut forderten die Teilnehmer technisch und taktisch.

Doch wie angelte man nun erfolgreich am Trebelsee? Wie man in flachen Gewässern erfolgreich mit der Matchrute angelt haben wir vor Ort mit der Kamera genaustens verfolgt. Wir haben Johannes Böhm und Christoph Barra während des zweiten Durchgangs mit der Videokamera begleitet und Beide zu Montagen, Futter, Technik und Taktik befragt. Das Video findet ihr hier: Erfolgreich am Trebelsee - Das Video

Ein Blick auf die Ergebnisse verrät, dass einige Plätze am zweiten Tag leer blieben.

Ergebnisse (PDF)

Ein Sportfreund aus NRW musste nach dem ersten Durchgang mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, seine Kollegen traten am zweiten Tag verständlicherweise nicht mehr an. Dem Angelkollegen geht es nach unseren Informationen wieder besser, wir wünschen alles Gute, gute Besserung.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
3 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren
  • Praxx
    geiles Fischen
    im BRB gibt es soviele geile Gewässer....
  • nebbet
    aus Werlte
    Matchrutencup
    Super Leistung jungs , da habt ihr es den " Alten Hasen " aber gezeigt . . . :-)
  • Stipper.hb
    aus Schwanewede
    ...
    Mal wieder ein schöner Bericht mit schönen Bildern. Glückwunsch Robert.