Geeste Rive Cup 2013 & Frank Mahler im Interview

  • von ct Redaktion
  • 19. November 2013 um 12:52
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Es gibt Fischen, über die wir schon seit Jahren berichten, dazu gehört auch das Fischen am Ende des Jahres an der Geeste am Stadtrand von Bremerhaven. Dieses Fischen, bekannt unter dem Namen Rive Cup, fand in den letzten Jahren immer Anfang Dezember statt und war damit potentiell gefährdet für Nachtfröste und Schneefall. Aus diesem Grund hat das Organisationsteam um Markus Malicki und Dusko Stupar vom Fishermens Partner Spaden  das Fisch in diesem Jahr erstmals um einen Monat nach vorne geschoben. Mit diesem Termin sollte man frostsicher sein, aber im Norden liegt man damit auch in der Saison der Herbststürme. Nachdem Sturmtief „Christian“ den Norden genau 1 Woche vor dem Fischen „auseinander“ genommen hatte, hoffte man, dass der Rive Cup 2013 unter einen guten Stern liegen würde.

Die Organisatoren von rechts: Markus Malicki und Dusko Stupar
Die Organisatoren von rechts: Markus Malicki und Dusko Stupar

Lag er aber auf dem ersten Blick und Petrus schickte den nächsten Herbststurm mit angesagten 9 Windstärken Richtung Bremerhaven. Einige Angler kapitulierten vor diesen Vorhersagen und blieben zu Hause, ein paar wetterfeste Norddeutsche machten sich aber trotzdem auf den Weg. Der Rive Cup ist traditionell gut besetzt, in diesem Jahr traf man unter anderem Harald Windel, Roland Wittwer, Lothar Ernst und Carsten Röschl an der Geeste.

2013 ist sein Jahr - Matrixmann Carsten Röschl
2013 ist sein Jahr - Matrixmann Carsten Röschl

Kommen wir zu den äußeren Bedingungen. Die Geeste liegt als künstlicher Kanal in einem tiefen Bett, der Abhang zum Ufer ist an der Geeste sehr steil ( und rutschig), kommt der Wind aus dem Rücken, so liegt die Geeste fast wie ein Ententeich da und die Teilnehmer hatten Glück. Der Wind kam aus dem Rücken, und konnte man ohne Probleme die 13m Bahn fischen und dabei sogar eine Stahlantenne einsetzen.

Die Geeste liegt in einem tiefen Bett und ist daher windgeschützt
Die Geeste liegt in einem tiefen Bett und ist daher windgeschützt

Die Geeste ist bezüglich der Fänge eigentlich immer sehr stabil, wichtig ist traditionell eine saubere Köderführung und das richtige Befüttern des Futterplatzes.

Gefischt wurde in 4 Bereichen der Geeste, jeder Bereich ist etwas unterschiedlich, daher wurden die Sektoren dann noch einmal in Untersektoren aufgeteilt. Dadurch war ein ziemlich faires Fischen gegeben und jeder Angler konnte sich „wehren“.

Das Fischen an der Geeste ist als ziemlich technisch zu definieren, es gilt beim Fischen flexibel zu sein und auf das stetig verändernde Beissverhalten der Fische richtig zu reagieren. Bei den Posen kamen Posengewichte von 0,7 Gramm bis maximal 3 Gramm zum Einsatz, bei den Hakengrößen konnte man mit einem 18 Haken beginnen, musste aber zum Ende des Fischens mit dem Haken deutlich kleiner werden. Es ist an der Geeste durchaus normal, dass man minutenlang mit einer 18 Haken angelt und keinen Fisch fängt, dann wechselt man auf einen kleineren und leichteren Haken und die Pose geht mit dem ersten Einsatz unter. Genauso verhält es sich mit den Posen. Generell sollte jede Pose sehr sauber austrahiert sein, die Fische der Geeste nehmen den Köder sehr vorsichtig auf und eine nicht sauber ausgebleite Pose zeigt quasi keinen Biss an. Sicherlich ein ebenso wichtiger Faktor ist das Füttern an der Geeste, dies ist jetzt nichts Geestetypischer, trotzdem gehen wir auf das Thema ein.

Die Matchrute geht immer und er kann es: Ralf Gerdes
Die Matchrute geht immer und er kann es: Ralf Gerdes

Patrick Kleene, sicherlich einer der besten Angler im nordwestdeutschen Raum, wenn es um das feine Fische mit der Kopf- und Matchrute geht, hat direkt nach dem Fisch klar gestellt, dass die Fische die ganze Zeit am Futterplatz stehen. Hat man seinen Platz überfüttert, dann sind die Fische immer noch da, verhalten sich aber satt und träge und sind nur durch eine perfekte Köderführung zu überlisten. Generell wird das Fischen mit der Zeit immer schwieriger, mit dem richtigen Futterrythmus und vor allem der richtigen Menge an Ködern, kann man sich das Fischen aber deutlich vereinfachen.  Obwohl Patrick die Geeste gut kennt und scheinbar vieles richtig gemacht hat, vermutete er, dass auch er seinen Platz mit Ködern überladen hat. Als Resultat musste er am Ende des Fischens, mit einer Pose mit Stahlantenne und einem 22 Haken, den Fischen nachstellen. Die Fische waren dadurch nicht kleiner, sondern einfach nur unglaublich wählerisch und träge. Wenn wir über den Einsatz der Köder sprechen, dann reden wir bei Patrick über ein handvoll Köder während des gesamten Fischens und das obwohl er an die 60 Fische gefangen hatte und sicherlich eine Vielzahl mehr am Grund seine Köder gefressen hat.

Leicht chaotisch - aber ein brillianter Angler, Patrick Kleene
Leicht chaotisch - aber ein brillianter Angler, Patrick Kleene

Wer jetzt denkt, dass wir das Erfolgsrezept für die Geeste Preis gegeben haben, der irrt sich, denn jeder Sektor ist unterschiedlich und wir haben auch von Sektoren gehört, bei denen die Angler zum Ende mit der Wahl ihrer Posen immer schwerer geworden sind, da der Fisch immer stärker auf dem Platz eingelaufen war. Die Geeste ist halt sehr abwechslungsreich und reizvoll, eben immer eine Reise wert.

War gut vorbereitet auf das Fischen - Organisator Markus Malicki netzt ein
War gut vorbereitet auf das Fischen - Organisator Markus Malicki netzt ein

Wenn wir ein Setup für das Fischen empfehlen sollten, dann würde es wie folgt aussehen:

  • Kopfrute 11,5m (13m ist meistens nicht botwendig)
  • Montagen ca. 0,7 Gramm bis circa 3 Gramm (Hauptgewicht meist um die 1,0 -1,5 Gramm )
  • Gummizüge 0,8 bis 1,0 (hauptsächlich 0,8)
  • Matchrute 6 Gramm Zoomer oder je nach Wind 6-10 Gramm feststehend
  • Whip 4-5m für die kurze Bahn (geht nicht überall, wenn, dann aber meist richtig gut)
  • Dunkles, nicht zu nährstoffreiches Futter (wenn es schwierig wird mit Erde versetzt)
  • Bündig fischen, bzw. 3-4 cm aufliegen lassen
  • Hakengröße 18 zum Anfang, zum Ende meistens kleiner werden
  • Wer genau werfen kann, der kann dies auch tun, im Allgemeinen sollte man aber Cuppen

Gute Köder sind wichtig, man braucht aber keine Massen
Gute Köder sind wichtig, man braucht aber keine Massen

Im diesen Jahr gab es übrigens eine Neuerung, es konnten Köder vor Ort gekauft werden, besonders die Caster hatten eine wirklich sehr gute Qualität. Wenn dieser Service beibehalten wird, dann kann sich jeder Angler dort mit Ködern eindecken und muss nicht nach der Arbeit loshetzen und hoffen, dass der örtliche Händler Köder auf Lager hat.

Gemütliche Atmosphäre im Klubhaus
Gemütliche Atmosphäre im Klubhaus

Die Ehrung der Angler fand danach wie immer im Vereinsheim statt, die Atmosphäre ist hier immer wirklich nett und gemütliche. Abgerundet wird das Event dann mit einem scharfen Essen "Made in Serbien"!


Interview mit Frank Mahler

 

CT: Hallo Frank, herzlichen Glückwunsch zum Sektorensieg an der Geeste beim Rive Cup 2013. Wie hast du dich auf die Veranstaltung vorbereitet?

Frank Mahler (FM): Hallo, danke schön.

Trainiert habe ich in den Tagen zu vor aus zeitlichen Gründen leider nicht. Ich kenne die Geeste nun schon seit einigen Jahren, u.a. haben ich dort 4 Durchgänge des Team Niedersachsen und andere lokale Veranstaltungen gefischt. Die Geeste ist meiner Meinung nach das beste Wintergewässer im Bereich Bremerhaven, Cuxhaven, Stade.

Da ich nicht trainieren konnte habe ich mir aber natürlich vor der Veranstaltung von den einheimischen Bremerhavener Stippern Infos eingeholt.

CT: Welche Ruten hast du aufgebaut?

FM: Da ein starker, böiger Wind vorhergesagt wurde, habe ich die Mivardi Evolution 9000 plus 4 Kits aufgebaut, dazu eine Mivardi Matchrute Prima Division Match in 4,20m, bestückt mit einer Squadra Hi Speed 40. Das wars.

CT: Du hast keine Speedrute bzw Telestippe aufgebaut?

FM: Nein, natürlich weiß ich, man kann im Uferbereich auf 3 bis 8m an einigen Plätzen sehr gute Ergebnisse fischen. Allerdings habe ich mich wegen des Windes dazu entschieden, auch hier die Kopfrute zu fischen. Auch kann ich mit der Steckrute meinen Köder deutlich besser anbieten.

CT: Wie sahen deine Montagen aus?

FM: 3 Kits habe ich mit der MT 2 Spezial (www.match-tackle.de) in den Gewichten 0,8 ; 1,0 und 1,4gr aufgebaut. Die MT 2 ist meiner Meinung nach eine der besten Posen bei Wind, da sie wirklich sehr stabil im Wasser steht. Außerdem ist die Pose perfekt für die Heben und Senken Methode. Alle Montagen ausgestattet mit 4 Punkt Bebleiung, Vorfachlänge 15cm

Das 4. Kit habe ich mit der DINO Pose CHI-CHI in 2 Gramm (tragende Plastik Hohlantenne, ideal auch bei Wind) aufgebaut, eigentlich zu schwer für das Wasser aber es gibt manchmal auch Brassen, die den Köder gerne etwas ruhiger angeboten haben möchten. Vorfachlänge 22 cm.

Die Matchrute war mit einem Exner Blue Match in 8gr ausgestattet, als Slider montiert. Evtl. hätte man auch feststehend fischen können aber durch die steile Böschung hinter den Angelplätzen und weil man relativ weit am anderen Ufer fischen muss, habe ich mich für den Slider entschieden. 4gr auf der Schnur, 37cm Vorfachlänge.

CT: Dein Futter?

FM: Sensas Noire Fine Mouture für die Kopfrute mit Lehm (Argile schwarz)

Für die Matchrute:

  • 2 Teile Sensas Fine Mouture
  • 2 Teile Sensas Gros Gardons

Beide Futtersorten schwarz gefärbt.

CT: Nun aber endlich zum Angeln, wie und was hast du gefüttert?

FM: Ich persönlich finde, es wird mittlerweile im Stillwasser bei der Anfangsfütterung zu viel gecuppt. Gerade wenn ich die Anfangsfütterung nur auf einen Punkt cuppe, habe ich nur einen sehr kleinen Futterplatz, den die Fische nur langsam finden.

Daher habe ich 8 mandarin große Bälle im Gemisch 30% Futter, 70% Argile (Lehm) auf die Kopfrutenbahn geworfen. In den Bällen nur wenige Pinkies und Caster. In der Mitte des Angelplatzes habe ich dann einen Hot Spot mit dem Pole Cup angelegt, ein Ball Futter pur mit reichlich Pinkies und Caster.

Matchrute: 8 Bälle des o.g. Futters, pur mit relativ vielen Ködern. Ich ging davon aus, dass auf meinem Platz die Kopfrute oder die kurze Bahn erfolgversprechend ist, daher habe ich auf die Match "alles oder nichts" gefüttert.

Kurze Bahn (ca. 6m vom Ufer, hier war eine Kante von etwa 10cm)

2 Bälle von dem Kopfrutenfutter plus wenigen Pinkies, ebenfalls geworfen. Zuerst habe ich die 13m Bahn gefüttert, dann die kurze und zuletzt die Matchrutenbahn.

CT: In welcher Tiefe bist du angefangen zu angeln?

FM: Sofern ich keine anderen Infos habe oder im Training etwas anderes herausgefunden habe, fange ich grundsätzlich bündig zum Grund an.

CT: Nun weiter zum Angeln...

FM: Angefangen bin ich mit der Kopfrute auf der 13m Bahn. Der erste Biss kam nach ca. 10 Minuten, eine kleine Güster auf der 1 Gramm Montage. In der ersten halben Stunde kamen die Bisse eher spärlich, daher fütterte ich das erste Mal nach ca. 40 Minuten nach. Mein Nachbar, der junge Maurice Ahring hatte in etwa die selbe Schlagzahl wie ich.

Nachdem ich auf der 13m Bahn nach gefüttert hatte wechselte ich das erste Mal auf die kurze Bahn, auch hier konnte ich gleich kleine Güstern fangen, diese waren aber zu klein und lagen um die 15 bis 20 Gramm.

Danach probierte ich die Matchrute aber ohne Erfolg. So wechselte ich wieder auf die Kopfrute und nun konnte ich in einem guten Rhythmus Güstern und kleine Brassen zwischen 50 und 150 Gramm fangen. Bester Köder waren 2 Pinkies. Allerdings fing auch Maurice kontinuierlich seine Fische, wobei ich das Gefühl hatte, seine Fische waren etwas kleiner als meine.

Nach ca. 1,5 Stunden wurde es dann ruhiger auf meinem 13m Platz, ich versuchte es vorne nochmals aber auch dort war es zu ruhig. So entschied ich mich erstmals die schwere 2 Gramm Montage einzusetzen, den 18er Fiume Haken B400 beköderte ich mit 2 Maden und legte das Vorfach ca. 15cm auf. Nach ca. 10 Minuten kam dann ein Biss und ich konnte einen ca. 1kg schweren Brassen einnetzen, dieses war der einzige Fisch dieser Größe im Sektor. Ich versuchte es dann nach ca. 20 Minuten weiter, verlor danach allerdings 3 Güstern in folge vor dem Kescher mit dieser Montage, das 1mm ZIM Gummi war für die kleineren Fische natürlich zu stark, so wechselte ich wieder auf die MT 2 in 1,4gr mit dem 0,8mm ZIM Gummi und fischte bündig. Nun war ich wieder im Rhythmus und konnte nahezu drei Stunden regelmäßig meine Fische fangen. Den Futterrhythmus erhöhte ich zwischenzeitlich auf alle 10 Minuten.

Auch Maurice neben mir fing kontinuierlich seine Fische aber, wie ich dachte und hoffte waren sie weiterhin kleiner als meine.

CT: dann kam das Wiegeteam...

FM: Genau, das Wiegeteam kam aus der Richtung von Maurice und ich ging natürlich zu ihm, 4810 gr .Das war bis dato Platz 1 bei uns im Sektor. Meine Waage blieb dann bei 6380gr stehen. Da wir aber in der Mitte des Sektors saßen und unter anderem auch Markus Malicki und Thomas Cyborra bei mir im Sektor saßen, war ich mir  nicht sicher ob es reichen würde. Es reichte aber am Ende dann doch.

CT: Möchtest du noch etwa slos werden?

FM: Der Rive Cup ist seit Jahren eine hervorragende Veranstaltung, mit netten Leuten, guter Bewirtung, einer sehr guten Organisation, einem Top Gewässer und schönen Preisen. ich freue mich jedes Jahr auf den Rive Cup. Vielen Dank an die Veranstalter.

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