Halbfinale der Sensas Challenge am 16.10.2005 in Toul

  • von Stéphane Fortun
  • 24. Oktober 2005 um 17:18
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Halbfinale der Challenge Sensas am 16.10.2005 in Toul
( Nähe Nancy, Frankreich)

Vorab einige Worte zur Challenge Sensas.

Die Challenge Sensas wurde vor 11 Jahren ins Leben gerufen, um den „Team Spirit“ beim Angeln zu fördern. Im Winter und Frühjahr werden in Frankreich Angeln organisiert, bei denen 4er Teams teilnehmen können. Je nachdem wie viele Teams am Start sind, qualifizieren sich nur die ersten 2 bis 3 Mannschaften für das Halbfinale. Jean Desque von der Firma Sensas hatte die Idee, dass sich die Angler bei einer reinen Mannschaftswertung ihr Wissen und ihre Kenntnisse mit den Team-Kollegen teilen müssen, um als Team Erfolg zu haben.
Für den einzelnen Angler werden keine Preise oder Ehrungen vergeben, sondern nur für die Mannschaft, ähnlich unserem jährlich stattfindenden Anglertreff für Mannschaften. Wenn also ein einzelner Angler gut ist, dann bringt es ihm nichts, denn die anderen 3 Kollegen müssen auch erfolgreich sein.
Diese „alte“ Einstellung von Einzelgängern mit geheimen Tricks gehört damit zur Vergangenheit und die „Challenge Qualifications“ sind mittlerweile sehr begehrt.
Man lernt sehr viel und es ist die Möglichkeit ein lehrreiches Wochenende mit den Mannschaftskollegen zu haben und auch neben Leuten zu Angeln, die man sonst nur in der Nationalmannschaft sieht.

Wenn man sich also auf der ersten Ebene erfolgreich platziert hat, wird man zum Halbfinale eingeladen. Insgesamt gibt es vier Halbfinals die, in vier unterschiedlichen Regionen Frankreichs, Mitte Oktober stattfinden.
Ende Oktober steigt dann das Finale, welches diesmal in der Nähe von Paris stattfindet. Zusätzlich zu den ca. 50 qualifizierten Mannschaften werden noch 10 – 12 ausländische Teams mit den besten internationalen Anglern eingeladen. Als „normaler“ Angler freut man sich somit, neben einem Will Raison oder Philippe Skoba sitzen zu dürfen.

Der Vize-Weltmeister beim Training

Zum Halbfinale:

Am 16.10.05 hat das Halbfinale für die östliche Seite von Frankreich stattgefunden. Der genaue Ort heißt Toul (ca. 30km westlich von Nancy), wo die Moselle fließt. Zwei Sektoren waren dabei in der Moselle beim Pierre la Treiche und zwei weitere Sektoren in der kanalisierten Moselle, in Gondreville.

Gondreville    Pierre la treiche

In den zwei erstgenannten Sektoren in der Moselle waren die Fische in „relativ“ guter Beißlaune.

Beim Training wurden Fische auf alle Bahnen gefangen: auf der 5m, auf der 13m und noch dazu auf der Bolo oder mit der Matchrute auf eine Entfernung von 20 – 25 Meter. Auf der Kopfrute ging die Tiefe von 4,5m bis 5,5m. Posen von 1 bis 2 Gramm Tragkraft waren im Einsatz.

Die Hauptfische waren Rotaugen, jede Menge Barsche bzw. Kaulbarsche (die fast nichts gewogen haben...) und vereinzelt Brassen.

Solche Fische zu bekommen war der Schlüssel zum Erfolg.

Bei der kanalisierte Moselle waren die zwei Sektoren sehr unterschiedlich: Einer mit vielen Fischen, der andere war ein „Friedhof“, obwohl die beiden Sektoren nur durch ein Brücke getrennt waren. Dieser Unterschied lässt sich durch das Fehlen von Kraut und Wasserpflanzen im fischarmen Sektor erklären.

Nach dem Training hatten sich die Teams getroffen, um die Taktik festzulegen. Wir hatten uns für folgende Taktik beim Pierre la Treiche entschieden. 5m, 13m, und Match/Bolo auf 20 -25 Meter.

Beim Gondreville, 5m und 13m mit einem Mix aus sehr viel Lehm/Erde und wenig kleinen Mücken, um die wenigen Fische nicht satt zu machen.

Am Sonntag trafen sich die Teams dann in Toul. Man konnte neben überwiegend französische Mannschaften auch belgische, luxemburgische und deutsche Teams sehen.

das befreundete Browning Team aus dem Saarland

Die Verlosung schickte uns nun zu unseren Sektoren. Ich „durfte“ in dem „toten“ Sektor sitzen und dazu noch genau in der Mitte...

Das Angeln lief nicht so gut... Fische waren da, aber die Rotaugen wollten nicht auf den Platz kommen, dafür jedoch Barsche und Kaulbarsche, was mir an der Waage nicht helfen würde...

Kaulbarche; ein Alptraum

Laurent Clisson (einer der besten Kanalangler von Nordfrankreich und ehemaliger Sieger des Classement Open Declic), gewann mein Sektor mit 1240g und es war sehr nett von ihm, mir nach dem Angeln seine Taktik mitzuteilen.

Laurent fütterte 2 Plätze:

13m ( für die Rotaugen) & 5m ( für die Barsche).

Der 13m Platz wurde mit einem Mix mit sehr wenig Erde gefüttert:

1kg Super Canal schwarz (fein gemahlen)
1kg Gros gardons schwarz
1kg Etang
2 Hände Terre de fond schwarz

Die 5m Bahn fütterte er mit viel Lehm und kleinen Mücken.

Die Montagen für 13m:

Von 0,5 Gramm bis 2 Gramm (wenn die Schleusen geschlossen blieben bis zum Schiffsverkehr). Die Pose, typisch für die Kanalangelei, war das Modell Valenciennes von Sensas.
Haken war ein Vers de vase haken, 3530 von Sensas in der Größe 24 oder 22, die Vorfachlänge betrug 15cm bei einem Vorfach von 0,06mm. 3 Punkt Bebleiung: Das erste Blei ein Nr. 9, am Knoten zum Vorfach, 10cm höher ein Blei Nr. 8 und noch 15cm höher die restliche Bebleiung.

Sehr wichtig für Ihn war mit wenig Erde zu füttern, um die Barsche nicht zu locken. Die Vers de Vase mussten sehr klein sein und die Montage musste immer in Bewegung sein (hoch ziehen und wieder langsam absinken lassen). Es wurde alle 45 Minuten mit 2 – 3 kleinen Bällen mit viel Zuckies nachgefüttert. Zudem war es wichtig, immer wieder zwischen den Plätzen vorne und draußen zu wechseln. Auf die Barsche musste man vorne ziemlich schwer fischen (0,4 Gramm in 1,5m Wassertiefe) und auch permanent nachfüttern (wie beim Ukelei).

Bei den Moselle Sektoren war es wichtig auf der 25m Bahn eine Brasse zu fangen und dazu noch kleine Rotaugen auf der 13m Bahn.

Gewonnen wurde das Halbfinale von der Mannschaft des SPC Belfort.

   

Die zwei deutschen Mannschaften waren trotz hoher Motivation leider nicht gut platziert, haben aber viel gelernt und werden nächstes Jahr wieder versuchen die Qualifikation für das Finale zu erreichen.

Für die Firma Sensas ist so eine Veranstaltung immer eine gute Möglichkeit die Neuheiten für die kommende Saison vorzustellen.

   

Bilder und Bericht von:
Stéphane Fortun
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