3.Tubertini Mondial Cup in Chep

  • von Thomas Pruchnowski und Michael Borchers
  • 20. September 2006 um 14:51
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Am ersten Wochenende im September fand der 3. Tubertini Mondial Cup im Stausee Skalka im tschechischen Cheb statt. Dieses vom Champions Team Mitglied Thomas Pruchnowski organisierte und von Fishing Tackle Max unterstützte Fischen erfreut sich größter Beliebtheit, zu einem wegen der tollen Atmosphäre zu anderem wegen des außergewöhnlichen Gewässers.

Der Stausee in Cheb verfügt über einen hervorragenden Bestand an Brassen, Güstern und Rotaugen. Die Güstern wiegen im Schnitt zwischen 100-250 Gramm und machen den Grossteil des Fischbestandes aus. Die Brassen erreichen im Schnitt Gewichte zwischen 400 Gramm und 1000 Gramm, die Rotaugen tauchen vereinzelt mit Gewichten bis 800 Gramm auf. Eine weitere Besonderheit bei dem Fischen in Cheb ist, dass alle Angelmethoden Erfolg versprechen. Vorausgesetzt man setzt diese richtig ein, dann kann sowohl die Matchrute, die Kopfrute und unberingte Teleskopstippe den Erfolg bringen.

Gehen wir einmal näher auf Methoden ein.

Matchrute: die Matchrute wird in einer Entfernung von 25m-35m gefischt. Es gilt in dieser Entfernung ein Plateau zu finden, das Idealerweise eine Tiefe von 3,5m-4,5m aufweist. Das Loten ist wichtig, da der Grund sehr uneben ist und starke Kanten aufweist. Füttert man auf eine dieser Kanten, so wird zumindest ein Teil des Futters wegrollen und die Fische mitziehen. Hat man ein Plateau gefunden, so wird dieses mit einer Wagglermontage (meist Slidermontagen) der Größen 14Gramm-16Gramm befischt. Es kommen dementsprechend Ruten mittlerer Härte zum Einsatz, es wird eine 14er Laufschnur mit einer 18er Schlagschnur gefischt. Während des 5stündigen Fischens, bringen die Top Teams 50 Liter Futter auf diese Futterspur. Es ist extrem wichtig, das ein ständiger „Regen“ von Futter auf die Fische niedergeht. Stoppt man das Füttern weil man die Fische auf dem Platz hat und am drillen ist, oder man denkt das man den Platz überfüttert, dann wird man seinen Platz nicht so erfolgreich befischen wie es möglich wäre. Es ist also extrem wichtig kontinuierlich zu füttern, die Rhythmus bei den Assen sieht wie folgt aus:

-Montage auswerfen
-Schnur bis zu Markierung einkurbeln (verlasst Euch auf die Markierung, kontrolliert die Pose nicht mit Euren Augen)
-schießt zwei Bälle
-Kontrolliert die Pose
-Anschlag....

Diese Abläufe sollten fließend ineinander übergehen!!!

Die Montage sieht wie folgt aus

-40er Vorfach
-Wirbel
-3x 6er Bissbleie
-100cm Zwischenschnur
-Wirbel
-Stopperperle
-Waggler

Die Bissbleie liegen auf, das Hauptblei (2 Gramm-5 Gramm; je nach Wassertiefe) sind 60cm über dem Grund. Es ist wichtig, das die Montage relativ einfach gehalten wird, da sie über die 5 Stunden zig Mal ausgeworfen werden muss. Es gibt nichts schlimmeres als den Fisch auf dem Platz zu haben und dann mit vertüddelten Montagen zu kämpfen.

Telestippe :

Hier kommen Modelle zwischen 6m und 9m zum Einsatz. Da es gilt Fische bis ca. 600Gramm „fliegen“ zu lassen, empfiehlt es sich auf eher kräftigere Modelle zurückzugreifen. Die Montagengewichte schwanken zwischen 2 Gramm und 5 Gramm. Die leichte 2 Gramm Montage wird bei flachen Gewässerabschnitten und Rückenwind eingesetzt, je tiefer das Gewässer und je stärker der Gegenwind wird, desto schwerer sollte die Montage gewählt werden. Beim Füttern der kurzen Spur wird wesentlich weniger Futter ausgebracht. Erst wenn der Fisch auf der lang-lang Entfernung steht, wird hier verstärkt Futter eingebracht. Im Stadium des Aufbauens des Futterplatzes werden nur kleine Futterballen eingeworfen oder gar nur Maden oder Caster geschossen.

Kopfrute:

Gilt es den Futterplatz sauber zu befischen, kommt die Kopfrute in 13m zum Einsatz. Sind nur wenige Fische im Sektor und damit am Platz, so ist sie die beste Wahl. Was das Füttern betrifft, so gilt hier das Gleiche wir für die Telestippe. Wenige und kleine Futterballen, nur wenn Fisch aufläuft wird die Frequenz, nicht aber die Größe der Ballen verändert. Es kommen hier ähnliche Montagengewichte zum Einsatz wie bei der Telestippe, sprich 2 Gramm - 5 Gramm. Wer sich fraget, warum man dann nicht gleicht mit der Telestippe fischt, so ist die Antwort sehr einfach. Man fischt mit der Kopfrute einfach genauer, gerade bei Wind ist man mit der verkürzten Schnur klar im Vorteil, da gerade Seitenwind zu einer starken Drift führen kann.


Das Training fand vorwiegend am Donnerstag und am Freitag statt, trainiert wurde vor allem auf den gut zugänglichen Plätzen in den Sektoren A,B,C und D. Der Sektor E erforderte einen kleinen Fußmarsch, und wir Angler sind ja bekanntermaßen etwas faul....Der Wasserstand war aufgrund der starken Regenfälle erhöht, ging aber während der Trainingstage immer weiter zurück. Überraschend waren die großen Rotaugen von bis zu 800 Gramm, die im Training gefangen wurden. Solche großen Fische sind nicht typisch für den See und riefen etwas Verwunderung hervor und zeigten einmal mehr, dass die Verhältnisse jedes Jahr anders sind. Die guten Fänge im Training ließen auf noch bessere Ergebnisse während der Veranstaltung schließen, einzig die kalten Nächte mir Temperaturen um die 5°C trieben dem Organisator Thomas Pruchnowski einige Sorgenfalten ins Gesicht.

Für die beiden Durchgänge am Samstag und Sonntag wurden folgende Sektoren abgesteckt

Sektor A: Autocamping

Sektor B: Straßensektor

Sektor C: Chiysa

Sektor D: Vranys Wiese

Sektor E: am Wald

Tag 1; Samstag

Das Wetter schien den Anglern gnädig zu sein, die Sonne schien und es wehte nur ein leichter Wind. Ideale Bedingungen für einen guten Fangtag.

Sektor A: Wurde mit der Matchrute entschieden. Es galt in 25m-35m Entfernung ein Plateau auszuloten, welches Idealerweise eine Tiefe von 5m hatte. Auf diesem Plateau galt es dann kontinuierlich zu füttern. Das Siegertandem Iversen/Lindemann fischte aufgeteilt, Jörg Iversen auf der Matchrute, sein Partner mit der Telestippe. Mit dieser Konstellation konnten sie ihren guten Platz effektiv abfischen. Waren vor 2 Wochen noch die hohen Platznummern im Sektor erfolgreich, so wurde dieses Mal auf den kleineren Platznummern besser gefangen.

Sektor B: Diesen Sektor, eigentlich ein Matchrutensektor, gewann das Duo Schlögl/Windel vom „eigentlich“ schlechten Platz B1 mit der Kopfrute. Circa 1,5 Stunden hatten die beiden Probleme an den Fisch zu kommen, dann kam der Fisch auf den Platz und die beiden zeigten mal wieder eindrucksvoll ihr Können. Über 49 Kilogramm sprechen eine deutliche Sprache. Zum Vergleich, zwei Wochen zuvor wurden auf diesem Platz nur 2000 Gramm gefangen. Der Rest des Sektors hatte es eher schwer an den Fisch zu kommen, dementsprechend schlecht waren dann auch die Fangergebnisse. Man muss dem Sektor aber zu Gute halten, dass er sehr fair zu sein scheint. Es ist kein Vorteil für eine bestimmte Platznummerregion zu erkennen

Sektor C : Dieser Sektor ist ein typischer Kopfrutesektor. Vom Platz C5 konnte das niedersächsische Duo Glinka/Pohl den Sektor mit 37 Kilo Fisch gewinnen, dicht gefolgt von Gröting/Bihler mit 35 Kg. Bemerkenswert auch hier, dass der Platz von Glinka/Pohl zwei Wochen zuvor beim Tubertini Cup eher schlechte Ergebnisse hervor brachte. Im Resümee wurde in diesem Sektor sehr gut gefangen, am Ende war es sehr eng. Zwischen dem Platz 7 und dem Platz 12 lagen exakt 3000 Gramm (23560 zu 20560). Selbst der letzte Platz ging noch mit über 7Kg aus dem Rennen.

Sektor D: Diesen Sektor gewann das Duo Pruchnowski/Saddler mit der Matchrute. Die beiden befischten in 25m Entfernung mit 14 Gramm Wagglern einen Futterplatz. Auf einer Fläche von 2mx2m versenkten die Beiden wie ein Uhrwerk 50 Liter Futter, 2-3 Liter Maden, 2 Liter Caster und 1-2 Kg Rotwürmer. Im Vergleich zum Sektor C, wurde in diesem Sektor eher schlecht gefangen, wiederum aber sehr gleichmäßig.

Sektor E: Dieser Sektor wurde vor 2 Wochen noch mit der Kopfrute gewonnen, am ersten Tag war jedoch dieses Mal die Matchrute Trumpf. Hatten die kalten Nächte den Fisch raus getrieben? Fakt ist, das der Tagessieg mit einem Gewicht von 18920 Gramm mit Abstand der schlechteste Sektor war. Dies soll die Leistung von dem Duo Lorenz/Heil aber keineswegs schmälern, sie fischten gegen starke Konkurrenz den Sieger heraus. Platz 2 ging an das Duo Michelhans/Schafscheer vor Weber/Weis. Das Klassement in diesem Sektor war sehr eng, so das es galt sauber seinen Platz zu befischen

Fazit des ersten Tages:

An der Spitze der einzelnen Sektor sah man nur zu oft die bekannten Verdächtigen. Im Vergleich zum Fischen zwei Wochen zuvor wurde in den Sektor A,B und C wesentlich besser gefangen. In den Sektoren D und E eher schlechter.


 Lars Lindemann 

Tag 2; Sonntag

Bei weiterhin gutem Wetter und etwas stärkeren Wind wurde der 2 Durchgang ausgefischt.

Sektor A: Weiterhin dominierte hier die Matchrute, vollkommen untypisch war jedoch, dass in der Summe in diesem Sektor weniger als am Vortag gefangen wurde. Das Duo Lorenz/Heil konnte diesen Sektor knapp vor dem Duo Glinka/Pohl gewinnen. Beide Tandems waren Sieger des Vortages, so das eine erste Entscheidung zwischen diesen Teams gefallen war. Wie würden die weiteren Sektorensieger vom Samstag abschneiden?

Sektor B: Fing hier das Duo Schlögl/Windel am Vortag fast 25% aller gefangen Fische, so verteilten sich die Fänge am zweiten Tag besser. Wieder wurde deutlich, dass der Sektor sehr gleichmäßig war und die Angler selber über Ihr Schicksal entscheiden konnten. Gewonnen hat hier das Duo Weber/Weis mit 26940 Gramm vor dem Tandem Goosssens/Meysmaus mit knappen 25 Kg, der dritte Platz ging an Schaft/Zetlof.

Sektor C: Hier rappelte es am ersten Tag richtig, der zweite Tag sollte dieses Ergebnis jedoch noch deutlich übertreffen. Um die Fangzahlen mit einem Beispiel zu verdeutlichen, fing das Duo Bödeger/Hoge 30 Kg und belegte damit den 13. Platz in diesem 16er Sektor. Den Vogel schoss das Tandem Schranner/Bassauer ab, mit über 65 Kg Fisch gewannen die beiden den Sektor, den 2 Platz belegte das Duo Leyk/Seelinger mit 53 Kg vor Weiss/Sasic mit 52 Kg. Insgesamt wurden in diesem Sektor von 16 Tandems 612 Kg Fisch gefangen. Das macht einen Schnitt von 38.000 Gramm pro Tandem.

Sektor D: Auch hier lief es am Sonntag besser als am Samstag. Es wurde mehr als doppelt so viel gefangen, wie am Vortag. Kurioser Weise wurde von den Plätzen, die am Samstag die Plätze 15 und 16 hervor brachten, am Sonntag die Plätze 1 und 2 gefischt. Es ist schon erstaunlich wie sehr die Fische ihr Standverhalten im Laufe eines Tages durch das Einbringen von Futter verändern. Man sollte sich vor Augen führen, dass auf allen Plätzen Futter eingebracht wurde. Die Platznummern 10 und 11 davon aber im erstaunlichen Maße profitieren. Die Fische soll mal eine verstehen..., andererseits zeigt dies auch, dass man nicht zu sehr darauf schielen sollt, was am Vortag gefangen wurde.

Gewonnen hat den Sektor D das Tandem Raab/Heuser mit einem Gewicht von über 44 Kg, gefolgt von dem Duo Kupperschmitd/Henflig mit 37,6 Kg. Hinter diesem Duo reihte sich das Tandem Schlögl/Windel mit 34,3 Kg ein.

Sektor E: Das „Problemkind“ vom ersten Tag, glänzte auch am zweiten Tag eher durch ausgeglichene Platzstrukturen, als durch Fischaufkommen. Nichts desto trotz konnte das Tandem Lindemann/Iversen diesen Sektor mit über 26 Kg doch sehr deutlich vor dem Duo Wonderowski/Hagersch (22 Kg) gewinnen. Der dritte Platz ging an Diehl/Rometsch mit 18 Kg. Das Duo Lindemann/Iversen konnte somit auch am zweiten Tag einen Sektorensieg feiern.


das Orga Team

Das Endergebnis:

Der Kampf um den Gewinn des 3. Tubertini Mondial Cups verlief äußerst knapp. Mit der Idealplatzziffer von 2 konnten die Tandems Lorenz/Heil sowie Lindemann/Iversen die Ziellinie überqueren. Nach 10 Stunden Fischen musste das Gesamtgewicht entscheiden. Hier hatte am Ende dann das Tandem Lindemann/Iversen die Nase vorn, mit einem Gesamtgewicht von 59 Kg konnte sich gegen das Tandem Lorenz/Heil mit 9 Kg Vorsprung durchsetzen. Der dritte Platz ging an das Duo Raab/Heuser mit der Platzziffer 3.

Die genauen Ergebnisse können auf der Seite von FTM nachgelesen werden.


Alles in allem war der 3 Mondial/Tubertini Cup wieder ein rundum gelungenes Event. Es bleibt, den Organisatoren ein großes Lob auszusprechen und ein Wiedersehen im nächsten Jahr zu verkünden.

Bericht von:

Thomas Pruchnowski
Michael Borchers

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