4. Osteuropäischer Anglertreff 17./18.Juni 2006 in Litauen

  • von Steffen Quinger
  • 30. Juni 2006 um 16:46
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Nachdem die Chefetage der DDR-Sportpolitik die Ost-Angler ab den 70ziger Jahren aus finanziellen Gründen nicht mehr internationaler Veranstaltungen wie z.B. den Weltmeisterschaften starten ließ, blieb dem ambitionierten DDR-Angler bis 1988 als Höhepunkt der anglerischen Laufbahn lediglich der "Pokal der Sozialistischen Länder".

Neben vielen sportlichen Erfolgen, die hier durch DDR-Anglerlegenden um Willibald Schicht wie z.B. Wolfgang Behr oder Wolfgang Naumann errungen wurden, kam aber dabei aber auch der Spaß und der Kontakt zwischen den Anglern nicht zu kurz.
Nach der politischen Wende erfolgte in der ostdeutschen Anglerszene verstärkt eine westliche Ausrichtung und die damit logischerweise verbundene mögliche Teilnahme deutscher Angler an Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften. Die Veranstaltungen und der Kontakt zwischen den ehemaligen "Ostblockländern" schlief etwas ein und blieb der politischen Lage geschuldet auf der Strecke.

   

Um hier an Traditionen anzuknüpfen und auch den Kontakt in Richtung Osten zu pflegen wurde 2003 über die größten DAV-Landesverbände Brandenburg und Sachsen/Anhalt zusammen mit Polen, Litauen, Tschechien und der Slowakei wieder ein Freundschaftstreffen für Angler und Casting ins Leben gerufen.
Die Besonderheiten sind hierbei sicherlich die Kopplung von Casting und Angeln und die Mannschaftsaufstellung von jeweils 3 Herren, einer Dame und einem Jugendlichen zu den Durchgängen. Nach Polen 2003, Brandenburg 2004 und Sachsen/Anhalt 2005 ging die Fahrt diesmal nach Litauen.

Vor Ort versprach das avisierte Gewässer, ein Speicherbecken mit ca. 10 m Tiefe und klarem Wasser viel Fisch aber auch schwere Bedingungen um an dieselben heranzukommen. Im Training am Samstag zeigte sich dann, das sich von den versprochenen 3 Kilo schweren Brassen und anderen größeren Friedfischen nichts blicken ließ und lediglich das konzentrierte Angeln auf Ukelei einigermaßen Erfolg versprach.

   

Die im Zuge der "Gepäckminimierung" zu Hause gelassenen "Speed-Ruten" und gesparte Ukeleifutter wurden jetzt schmerzlich vermisst! Mit viel Improvisation wurden Kit, s umfunktioniert und mit litauischer Sojamilch im Futter versucht zumindest das Beste aus der Situation zu machen. Erschwerend kam hinzu, dass die Strecken im Training gesperrt waren und keiner wusste (außer vielleicht den Litauern), was hier zu erwarten war.

Natürlich hofften zumindest die deutschen Teilnehmer auf größere Grundfische und das der Ukelei nicht wie im Training die dominierende Rolle spielt. Während der Veranstaltung am Sonntag kam es aber genau so wie es nicht kommen sollte, die Litauer spielten ihren Heimvorteil gnadenlos aus, gut war der bedient, der von Anfang an auf Ukelei setzte und kontinuierlich auch diese fing. Die deutschen Angler versuchten natürlich trotzdem regelmäßig Grundfische zu fangen, was aber nur ansatzweise gelang, bei langen aber nicht reichte um gewichtsmäßig an die Ukeleifänge der Litauer oder Polen anzuknüpfen zu können.

Letztendlich blieb für Sachsen-Anhalt der 3. Platz und für das Team aus Brandenburg der 5. Platz in der Gesamtmannschaftswertung übrig. Sicherlich nicht das erhoffte Ergebnis, aber unter Anbetracht der Trainingsbedingungen und des zu Hause gelassenen Materials nicht unerwartet.

Platz 1. belegt übrigens Litauen vor Polen.

Einmal abgesehen von den nicht so überragenden Angelergebnissen, zumindest aus deutscher Sicht, war diese Veranstaltung sehr wichtig für das Miteinander der Angler in Europa, denn es ging letztendlich nicht nur darum Ergebnisse vorzuweisen, sondern darum Kontakte zu pflegen und den Zusammenhalt aller Angler weiter zu festigen.

Das Treffen 2007 findet übrigens in der Slowakei statt.

Steffen Quinger

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