Ausblick von Thomas Engert auf die Europameisterschaft in Modena / Italien

  • von Thomas Engert
  • 15. Juni 2007 um 13:43
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Vorbericht zur Europameisterschaft in Modena / Italien



Das Team, bestehend aus Marco Beck, Ralf Herdlitschke, Thomas Pruchnowski, Lutz Weissig, Günter Horler und Henric Plaß, wurde unter Beachtung der dort gestellten Anforderungen ausgewählt. Für Henric wird es der erste Einsatz bei einer EM sein und sofern es die Ergebnisse zulassen, wird er auch am zweiten Tag eingesetzt. Es ist mittlerweile gängige Praxis im champions-team, dass der mitreisende Ersatzmann den Angler mit dem schwächsten Ergebnis des ersten Durchganges ersetzt, um internationale Erfahrung zu sammeln. In früheren Zeiten wurden 6 Angler nominiert und der Ersatzmann wurde an der Strecke, während des Trainings aufgrund der Trainingseindrücke bestimmt. Dies hat sich aber aus verständlichen Gründen nicht bewährt, denn dann angelt jeder für sich, statt an einem Strick zu ziehen und die Mannschaft nach vorne zu bringen. Die Anweisungen des Trainers werden nur widerwillig befolgt („wieso muss gerade ICH heute mit der Matchrute angeln?“).
Es gibt aber auch Ausnahmen von dieser Regel, denn wenn die Ergebnisse aller 5 Teilnehmer durch die Bank gut sind, bleibt die Mannschaft wie sie ist („never change a winning Team“). Letzten Endes liegt die Entscheidung aber immer noch beim zuständigen Trainer.

Um eine optimale Betreuung während der Veranstaltung zu gewährleisten, fahren aus dem Kreis des champions-teams noch Lutz Schenke und Stefan Posselt mit. Peter König kommt voraussichtlich Montag nach. Somit hat jeder Angler während der Durchgänge einen Betreuer, der im Sektor unterwegs ist und Informationen an die Trainer weitergeben kann. Diese Infos müssen gefiltert werden und danach kann man Nützliches an den Angler weitergeben. Während der Veranstaltung dürfen nur zwei autorisierte Leute den Sektor betreten und das sind natürlich die Trainer.

Das Gewässer:

Der Kanal CAVO LAMA in der Nähe von Modena ist in 5-6m Entfernung vom Ufer ca. 1.5 Meter tief, auf der 13 Meter-Bahn ca. 3 Meter tief. Dies ist auch gleichzeitig die maximale Tiefe. Der Kanal ist 20 – 30 Meter breit. Nach allen Informationen, die mir vorliegen, wird die Kopfrute dominant sein. Das hat seinen Grund auch darin, dass die zu befischende Seite des Kanals regelmäßig für Veranstaltungen genutzt wird und während der EM die Zuschauer auf der gegenüberliegenden Seite platziert sind, was für erhebliche Unruhe am Ufer sorgen wird. Wagglerfischen zu deren Füßen ist dann wahrscheinlich nicht der Hit, aber wir werden sehen…

Die Fische:

Kleine Karauschen von 10 - 200 Gramm, im Schnitt 100 Gramm schwer, sind die mit Abstand am meisten vertretene Spezies. Dazu gesellen sich noch Karpfen von 30 Gramm bis 2 kg. Die sind deutlich seltener, könnten aber bedingt durch das 5-tätige Füttern beim Training auf der Strecke verstärkt einlaufen und dann wichtig werden. Andere Spezies wie Ukelei, Katzenwels und Rotfedern sind auch vorhanden, aber nur in geringeren Stückzahlen.

Die Technik:

Überwiegend Kopfrute mit Posen von 1.5 bis 4 Gramm. Exaktes angeln auf dem Futterplatz. Es werden bei Veranstaltungen im Schnitt 80 -120 Fische gefangen, um eine gute Platzierung zu erreichen. Das bedeutet Gas geben, wenn die Fische am Platz sind.

Köder und Futter:

Wie immer natürlich geklebte Maden, Mais, Wurm, Mückenlarven.

Futter soll nur wenig nötig sein. Allerdings weiß ich aus Erfahrung von der WM 2000 in Florenz (90% Karauschen), dass die Karauschen auch sehr gut auf Futter reagieren. Mein damaliger Mix von Sensas, mit fruchtigem Karauschenfutter, Pastonchino und 3000 Karpfen fein, hat wirklich sehr geholfen, die Fische schnell und dauerhaft an den Platz zu bekommen. Kaum war der Mix am Boden, kamen auch schon die ersten Blasen gründelnder Karauschen hoch!
Das Resultat, eine 3 im ersten und eine 2 im zweiten Durchgang kann sich für einen Amateur aus Deutschland auf jeden Fall sehen lassen. Das Rezept habe ich noch und das werden wir auf jeden Fall testen.

Drückt uns die Daumen, dass wir es diesmal auf das Podium schaffen. Nach dem 4. Platz in Willebroek, wo wir so nahe dran waren, würden wir nur zu gerne auch einmal die Korken knallen lassen.


Thomas Engert, verantwortlicher Trainer für die EM in Italien.

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