Friedfischangeln in China

  • von Bernd Ethner
  • 01. Februar 2008 um 14:17
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Es ist noch dunkel und wir packen unseren Angelkram zusammen. Unterwegs kaufen wir noch Köder und Futter ein. Das ist in kein Problem, denn viele kleine Läden haben rund um die Uhr geöffnet und meist ein paar Köder und Futter vorrätig. Nach dem Einkauf fahren wir mit einem etwas klapprigen VW Santana 2000 aus eigener Produktion zum Fischwasser.


Ein typisches Angelgewässer in China

In der Umgebung von Bao Ying (Provinz Jiangsu) gibt es viele kleine Seen in denen Fische, Krebse, Schildkröten, Schlangen und noch so einige exotische Gaumenfreuden gezüchtet werden.
Gleich hinter der Stadt fließt der „Große Kanal“, der den Norden mit dem Süden Chinas verbindet.
Dieser Kanal hat eine so schlechte Wasserqualität und einen derart hohen Befischungsdruck, dass es scheinbar kein Leben in diesem riesigen Gewässer gibt... An unserem Angelteich angekommen, erzählte mir mein chinesischer Angelfreund, dass es in dem Kanal keine Fische mehr gibt und diese schon vor langer Zeit ins Meer geschwommen sind.


Viele kommen auch nur zum Schauen

Ich dachte mir meinen Teil und präparierte meinen Angelplatz mit Futter. China ist ein Land der „Stipper“. Es wird mit 4 - 6 Meter langen Teleskopruten, unbekannter Herkunft, mit durchgehender geflochtener Schnur gefischt. Ich schätzte diese auf eine Tragkraft von 15 - 20 Kg. Am Ende ist ein 4er Haken angebracht und auf demselben ist reichlich Blei vorhanden.
Nachdem ich meine Futter eingeworfen hatte begann ich meine Rute vorzubereiten. Dabei beobachte mich mein Angelfreund und staunte Bauklötze über meine moderne Trabuccopose.


Das Outfit lässt auch nicht sofort den Angler erkennen

Da für mich eine solche Pose Alltag ist, warf ich einen Blick auf seine "Posen".
Mein Partner hatte rund 8-10 kleine Bissanzeiger anstatt der uns bekannten Posen. Es waren kleine, bunt angemalte Korkkugeln, welche auf seinem Drahtseil aufgefädelt sind. Wir begannen zu angeln und ich war mir sicher, dass mein Kumpel mit seiner Angel keinen Fisch fangen konnte und ich an diesem See aber einge Fische fangen würde. Aber wie so oft kam es anders...


Bernd Ethner im Drill

Er fing den ersten Fisch! Wahnsinn dachte ich, aber wie so oft im Leben, in der Ruhe liegt die Kraft.


Und mit einem schönen karpfenähnlichen Fisch

Nach einer halben Stunde stiegen auf mein Grundfutter die ersten größeren Fische ein und dann war es keine Kunst mehr.


Fette Beute, die nicht zimperlich verpackt wird

Wir fingen in 2 Stunden rund 40 Pfund Fisch. Meist Karpfen, Giebel und eine Karpfenart, ähnlich unseren Graskarpfen.
Immer mehr Zuschauer rückten uns auf die Pelle.


Immer mehr Zuschauer wollten an dem Spektakel teilhaben

Die Sonne leistete auch ihren Beitrag, deshalb zogen wir es vor, im nahe gelegenen Restaurant für unser leibliches Wohl zu sorgen.
Bei reichlich Schnaps, hervorragend schmeckenden, geräucherten Brutfischen und Ente mit Nudeln ging ein schöner Angeltag zu Ende. Wir kommen wieder, dann mit der Feederrute und kleinen Boillies.
Aber das könnt Ihr im nächsten Bericht lesen.

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