IAM 2010 - Die Vorbereitung und Trainingstage

  • von ct Redaktion
  • 11. November 2010 um 19:36
  • 0
Die Vorbereitungen zum 3. International Anglers Meeting liefen natürlich schon Wochen vor dem Event auf Hochtouren, doch besonders die letzten zwei Wochen bevor es endlich losgehen sollte hatten es in sich.
Mehrmals wurde die Angelstrecke am Silokanal vom IAM-Organisationsteam vermessen und maximal 44 Mannschaften sollten an ihr Platz finden. Das wären noch zwei Mannschaften mehr als im Vorjahr und noch mehr gab die Strecke bei der Beachtung gerechter Halbsektoren nicht her. Hier eine Hochspannungsleitung, dort ein Dücker, dann eine Brücke und dazu noch entsprechend große Angelplätze, auf denen man auch mit der Bolorute angeln konnte, mussten ihre Berücksichtigung finden.


IAM 2010 am Silokanal

Leider standen noch ca. 12 Teams auf der Warteliste, die nun eine Absage erhielten, denn mehr ging einfach nicht. Doch dann meldeten sich die slowakischen und slowenischen Verbände und avisierten ihre Nationalmannschaften und es musste eine neue Lösung gefunden werden. In der Priorität der Nationalmannschaften und der Werbepartner von champions-team.de und dem DAV war es eine Selbstverständlichkeit, dass diese Teams mitangeln würden, handelte es sich doch bei dem slowakischen Team dazu noch um den Mannschaftsweltmeister aus dem Jahre 2009. Was dann passierte ist Geschichte, ein neuer Sektor wurde stromauf der Brücke August-Bebel-Straße eröffnet und damit war natürlich wieder Platz auf der Strecke und einige Teams kamen bei allerdings auch einigen kurzfristigen Absagen noch hinzu, so dass am Ende 47 Mannschaften aus 13 Nationen auf der Teilnehmerliste standen. Die ständige Veränderung machte die Planung bis zum Schluss nicht gerade einfach, denn durch die Erhöhung der Teilnehmerzahl mussten entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Von der Anzahl der Helfer bis zu den Werbeflächen, der Bankettplanung und dem passenden Losschlüssel musste an alles gedacht werden, doch am Ende stand wieder eine perfekte Organisation.


Bühne und Zelt standen, die Banner hingen, knapp 4000 Meter Trassierband waren verlegt - das IAM 2010 konnte beginnen.

Das Wetter zeigte sich auch im dritten Jahr von seiner besseren Seite, es mussten also nur noch die Fische mitspielen, die sich in einigen, wenigen Bereichen als eher zurückhaltend zeigten. Der Wasserstand war weiterhin für Ende Oktober ungewöhnlich hoch und die Strömung dementsprechend schnell. Erste Nachtfröste hatten zudem dafür gesorgt, dass sich die Wassertemperatur merklich abgekühlt hatte und die Fische im Silokanal somit nicht das optimalste Winterquartier vorfanden. Doch bereits  Montag begannen viele Teams mit dem Training, so dass man davon ausgehen konnte, dass durch die Fütterung mehr Fische in den Kanal ziehen würden und sich auch in allen Bereichen verteilen würden.


Im Grebenstein-Sektor (A) blieben die Kopfruten meiste auf dem Abroller

Fünf Firmen hatten wieder Partnerschaften für die Sektoren übernommen, so dass der A Sektor am Parkplatz Elisabethhof zum Grebenstein-Sektor, der B-Sektor gegenüber des Stahlwerkes zum Browning Sektor, der C Sektor oberhalb der blauen Brücke zum FTMAX-Sektor, der D-Sektor gegenüber dem FTMAX-Sektor an der Manufaktur zum Kingdom of Sports-Sektor und der auf der gleichen Seite noch weiter stromauf liegende E-Sektor zum ABU-Evezet-Sektor wurden. Neben der Ausstattung der Sektoren mit Trassierband mit entsprechenden Markenlogos stellten die Sektorenpartner Preise für die besten der Halbsektoren zur Verfügung.
Sonst gab es keine Veränderungen zu den ersten beiden International Anglers Meetings, lediglich die Menge der großen Mückenlarven wurde bei insgesamt 1,5 Liter Mückenlarven auf 0,5 Liter reglementiert, um die Veranstaltung im Sinne der Teilnehmer im finanziellen Rahmen zu lassen. 3,5 Liter Köder und 22 Liter Futter waren in den Durchgängen erlaubt und mehr als ausreichend.


Auf den hohen Nummern im Browning Sektor dicht an der blauen Brücke konnte das Garbolino Team einige sehr gute Rotaugen fangen

Die Trainingswoche begann also und mittlerweile waren natürlich auch andere Medien auf das IAM aufmerksam geworden und nutzen die Gelegenheit. Der Blinker und Fisch und Fang waren zum Silokanal gekommen, um dort in der Woche vor den Durchgängen Storys mit den Topstars der Szene zu machen.
War es in den Vorjahren immer so, dass gerne direkt am Parkplatz trainiert wurde, um nicht weit laufen zu müssen oder auch das Auto bei schlechtem Wetter dicht bei sich zu haben, so regelten es dieses Mal die Fische, wo trainiert wurde. Montag und Dienstag wurde in den Bereichen des Stahlwerkes und am Parkplatz sehr verhalten gefangen und  dazu auch überwiegend mit der Bolorute. Die trainierenden Angler verlagerten ihre Aktivitäten daher vermehrt in die Sektoren C, D und E in denen weiterhin sehr gut gefangen wurde, doch das führte dazu, dass in den fischärmeren Bereichen kaum mehr gefüttert wurde und das ließ nichts Gutes erahnen.
Das Browning Team wurde ab Mittwoch von Bob Nudd unterstützt. Bob kam lediglich mit einem Rutenfutteral und seiner neuen Z9 Kopfrute, sowie einer Tasche mit Kleinteilen an den Silokanal. Sitzkiepen, Montagen, Köder und Futter stellte das Browning Team. Das Team arbeitet seit Jahren gut zusammen und entsprechend schnell wurde der vierfache Einzelweltmeister integriert. Ein Griff in die bereitgestellte Futterwanne mit dunklem,  gut bindendem Futter reichte und Bob Nudd war mit dem Thema Futter durch.


Bob Nudd, der sicherlich weltweit bekannteste Angler beim IAM 2010

Erstaunlich war, dass sich die Fische nicht den Anglern anpassten und trotz der zahlreichen Köder auf die 13 Meter Bahn kamen. Das lag zum einen daran, dass man bedingt durch den hohen Wasserstand auf vielen Plätzen mit der 13 Meter Rute nicht über die Steinpackung kam, zum anderen schienen sich insbesondere die großen Rotaugen in einen Entfernung ab 20 Meter vom Ufer entfernt wohler zu fühlen. Die Teams, die nun schon seit Montag trainierten und den Silokanal auch in den Wochen zuvor beobachtet hatten konnten nun diesen Vorteil nutzen und sich vermehrt dem Angeln mit der Bolorute widmen.
Einen weiteren Vorteil hatten dazu noch die Angler, die noch nicht so alt sind und beim Thema Bolorute an Wolf Rüdiger Kremkus, eine Punktbebleiung und ein mindestens 80 Zentimeter langes Vorfach am nachschleifenden Blei denken. Denn die Angelei mit der Bolorute am Silokanal ist doch wesentlich diffiziler und es galt die Trainingstage zu nutzen, um die perfekte Köderpräsentation zu finden.


Lutz Weißig weiß am Silokanal mit der Bolorute umzugehen

Während auf der 13 Meter Bahn überwiegend Brassen von 300 bis 500 Gramm gefangen wurden, so gab es auf der Bolospur in 22 bis 30 Metern Entfernung die dicken Rotaugen bis 800 Gramm. Schöne, makellose Fische, die allerdings nicht einfach zu fangen waren.
Ab Mittwoch wurde dann überall mit der Bolorute geangelt. Sporadisch wurde auch die Kopfrute getestet, doch es zeichnete sich immer mehr ab, dass ein akzeptables Ergebnis nur über die Bolorute erreicht werden würde. Boloruten wurden geordert, Schnüre aufgespult, Posenmodelle und Bebleiungsschemen probiert. Die Mückenlarve hatte sich noch nicht durchgesetzt und gerade die kapitalen Exemplare konnten mit Castern oder Mais überlistet werden. Die Fütterung, der Futterrhythmus spielten eine große Rolle, doch die Köderpräsentation war das A und O. Es kam eine Dynamik in das IAM, wie sie sonst nur bei Welt- oder Europameisterschaften zu vorzufinden ist. Es wurde getüftelt, probiert und natürlich auch spioniert. Viele Teams waren verunsichert, da sie kaum Erfahrung in der Angelei mit der Bolorute haben, doch die Motivation im Training war hoch.


Marco Beck mit einer durchnittlichen Silokanalbrasse von der Kopfrutenspur

Am Donnerstag wurden dann die Boxen für das letzte Training verlost und nun wurde auch wieder in den Bereichen der Sektoren Grebenstein und Browning geangelt. In den Tagen zuvor kam nur noch sehr wenig Futter in diese Bereiche und dementsprechend schwierig wurde es. Am Ende hatte zwar jeder Teilnehmer seine Fische, doch es war schwierig. Teilweise waren es nur sehr wenige Fische, die ausschließlich mit der Bolorute gefangen wurden und ähnlich war es auch im Sektor Browning, auch wenn es hier schon ein paar Fische mehr waren. Es war klar erkennbar, dass die Angler ihre Fische fingen, die ihr Gerät im Training entsprechend angepasst hatten, nicht an der Kopfrute festklebten, sondern der Bolorute den Vorzug gaben. Etwas anders sah es dagegen schon im stromauf liegenden Browning-Halbsektor näher zur blauen Brücke aus. Dort ging es auch mit der Kopfrute und oberhalb der blauen Brücke wurde es immer besser. Ganz oben saßen die DAV Herren neben dem Browning Team und hier wurden abwechselnd Brassen auf der Kopfrute und Rotaugen mit der Bolorute gefangen. Bob Nudd hatte noch Abstimmungsbedarf bei diesem für ihn neuen Gewässer und scheute sich auch nicht davor, bei Simon Achhammer, dem Youngster des Browning Teams um Support zu bitten, denn es war nicht mehr viel Zeit bis zum ersten Durchgang.


Der E Sektor war vielleicht der attraktivste Sektor

Der neue Sektor E, gesponsert von ABU-Evezet, erwies sich als Glücksgriff. Auch hier dominierte die Bolorute, doch es waren sehr viele Fische in diesem Bereich. Überwiegend Rotaugen zwischen 50 und 500 Gramm und nur wenige Brassen boten eine hervorragende Angelei. Der neue Abschnitt war zudem gut zu erreichen, der Silokanal etwas schmaler als in den anderen Sektoren und dazu auch mal wieder eine anderen Kulisse am gegenüberliegenden Ufer als immer nur das Stahlwerk, die Manufaktur, usw. Schon im Training zeigte sich, dass die Endplätze nicht im Vorteil waren und durchaus auch aus der Mitte das Höchstgewicht kommen konnte und viele Teilnehmer hofften somit bei der Sektorenverlosung am Donnerstagabend auf den Buchstaben E, zumindest aber D oder C. In Anbetracht der unterschiedlich guten Fänge entschlossen sich die Organisatoren allerdings frühzeitig, die Angler die am ersten Tag in Sektor A oder B gelost hatten am zweiten Tag in Sektor C, D oder E angeln zu lassen. So saß jeder Teilnehmer einmal voll im Fisch, ohne dabei irgendwelche Chancen einzubüßen. Das Wetter zeigte sich auch im dritten Jahr stabil, Regen blieb aus und auch der Wind sollte den Anglern keine Schwierigkeiten bereiten, so dass einer spannenden Veranstaltung nichts im Wege stand.


René Bredereck saß im Training am Donnerstag auf dem Außenplatz im FTMAX-Sektor und dort waren sehr viele Fische

Gearbeitet wurde allerdings nicht nur an der Wasserlinie und in der Eventorganisation, sondern mit Beginn der heißen Trainingsphase hatte sich auch unser Redaktionsteam in Position gebracht. Mit 2 Videokamers und diversen Fotoapparaten schwärmten wir in die Sektoren aus, um keinen entscheidenden Fisch zu verpassen.

Das IAM 2010 Video

Bob Nudd im Interview

Im zweiten Teil berichten wir mit vielen tollen Fotos von den beiden entscheidenden Durchgängen und wer sich wie am Ende ganz nach oben angelte.  Zum 2. Teil des Berichts

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren