IAM 2010 Teil 3 - Das Finale

  • von ct Redaktion
  • 08. Dezember 2010 um 12:45
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Jedes Team hatte natürlich noch mehr oder weniger gute Nummern im Losschlüssel und nun musste zur passenden Nummer nur noch der passende Sektor. Kleine Nummer im Sektor Grebenstein, hohe Nummern in den Sektoren Browning, FTMAX und Kingdom of Sports, nur im Sektor ABU-Evezet schien es relativ egal, dort konnte auch aus der Mitte etwas bewegt werden. Das Team CM Lockstoffe führte das Klassement an und zumindest drei der fünf Plätze waren top. Mit Daniel Wolsfeld auf Platz A 2, Romain König auf C 43 und Claus Müller auf dem Endplatz D 47 ging das Team nun als Topfavorit um den Mannschaftstitel in den zweiten Durchgang. Fernand Schmitt und Mike Thiennes saßen zwar mittendrin in ihren Sektoren, doch das musste nichts heißen, denn beide angelten einen starken ersten Durchgang und sind bestens mit der Angelei am Silokanal im Allgemeinen und der Boloangelei im Speziellen vertraut. Doch wie immer musste erst einmal geangelt werden.

die Kapselrolle
Neuer Trend Bolorute? - Wann wird die Kapselrolle wieder entdeckt?

Im zweiten Durchgang waren die Fische dann auf der gesamten Strecke und es kam zu einigen hochklassigen Duellen. Im Sektor FTMAX kam es auf den Plätzen 20 und 21 im zweiten Halbsektor zum psychisch - physischen Duell. "Dasch Mädschen macht mich fertig" stöhnte Romain König vom Team CM Lockstoffe und das Mädschen, dass ihn fertig machte war keine Geringere als die zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Weltmeisterin Steffi Bloch, die ihrerseits schon nach eineinhalb Stunden vom Drillen der Brassen entkräftet war. Während Romain dem blockierten schweren Lutscher vertraute, angelte Steffi mit einer normalen Pose leichter und hatte am Ende 3 kg Vorsprung, die ihr den hervorragenden dritten Platz brachte. Romain König wurde mit 24.099 Gramm dritter im Sektor und ganz noch vorne schob sich mit einer Klasseleistung Ingo Frerichs vom Team Kingdom of Sports mit 27.868 Gramm aus der Mitte von Platz 8. Ingo angelte mit der Bolorute und in diesem Sektor zeigte sich, dass alles ging. Leicht, schwer, Bolo, wenn Köderführung und Futterrhythmus passten waren in diesem Bereich 20 Kilogramm kein Problem.

Ingo Frerichs
Ingo Frerichs angelte sich aus der Mitte mit der Bolo nach vorne
(Slideshow)


Auf der gesamten Strecke war am zweiten Tag mehr Fisch. Im A Sektor war es wieder ein Angler aus dem Team von CM Lockstoffe, der eine weitere Topplatzierung für sein Team angelte. Daniel Wolsfeld auf A2 hielt das Teilnehmerfeld in seinem Sektor mit 18.344 Gramm von der A2 auf Distanz. Trotz des nahen Endplatzes musste die Bolorute geangelt werden und da Mirek Laskowski diese auf der A1 garnicht erst aufbaute waren es am Ende auch nur 5.710 Gramm und Platz 7 im Sektor. Bob Nudd hatte mittlerweile die Angelei am Silokanal verinnerlicht und wurde von Platz 16 mit 7.087 Gramm vierter. Das war ganz stark und einige alte Silokanalhasen in seiner Nähe mussten anerkennen, dass mit dem 60+ x Jahre alten Bob immer zu rechnen ist. Zweiter wurde Remigusz Zielonka vom Team Polen vom Platz 5 mit 8.983 Gramm.

Weltmeister Frank Meis aus Luxemburg
Weltmeister Frank Meis aus Luxemburg hatte sichtlich Spaß beim IAM 2010

Während im Kopfrutenbereich die Unterschiede in der Angelei bei einer Veranstaltung internationalen Formats nicht zwingend sichtbar sind, so zeigten sich im Umgang mit der Bolorute sehr wohl Unterschiede. Einige hatten entweder keine Rollenrute dabei oder sie waren im Umgang zu unsicher, so dass sie diese lieber im Futteral ließen. Andere bemühten sich, doch auch der nicht so versierte Zuschauer konnte sehen, dass es eher ein Bemühen war. Das holländische Nationalteam hatte ohne seinen in Südafrika bei der Damen-WM verweilenden Trainer Jan van Schendel mangels Praxis natürlich Schwierigkeiten und so konnte der dritte Platz vom Vorjahr in der Teamwertung auch nicht wiederholt werden. Doch man war selbstkritisch genug und selbst Arjan Klop, der immerhin mit der Bolorute dritter im ersten Browning-Teilsektor wurde war am Ende nicht zufrieden und kündigte an, der Bolognese-Angelei in Zukunft mehr Trainingszeiten zu widmen. Verständlich, da doch bei holländischen Veranstaltungen die Kopf- und Feederruten im Mittelpunkt der modernen Friedfischangelei stehen.

Michael Schlögl
Zahlreiche nationale und internationale Topstars der Szene nahmen am IAM 2010 teil. Hier freut sich Michael Schlögl über ein dickes Rotauge.

Der größte Teil der Angler hatte sich natürlich auf die Angelei mit der Bolorute eingestellt und angelte ordentlich mit sauberer Führung und kontinuierlicher präziser Fütterung, doch es gab einige Spezialisten, bei denen es eine Freude war zuzuschauen. Zum Beispiel Ralf Herdlitschke, Marco Beck und Günter Horler. Im zweiten Durchgang war es im ersten ABU-EVEZET Teilsektor nicht das ganz große Fressen, sondern alle fingen hin und wieder überwiegend mit der Bolorute kleinere Rotaugen bis 150 Gramm, die am Ende z. B. eine zweiten Platz für Karol Pacyna vom Team Fishing Attack brachten und mit 10 Kilogramm war man gut dabei. Nur einer angelte ein anderes Tempo. Lockerer Unterhandwurf auf 11 Uhr, dann ein Futterball einen Meter vor die Pose geworfen, Fühlung zur Pose aufnehmen, Pose in die Futterspur treiben lassen, Pose verzögern und dann kam auch schon der Biß, der mit einem zügigen Anschlag quittiert wurde. So ging das jeden Trieb und es war nur die Frage bzw. dem Zufall überlassen, ob am Ende ein Brassen von 600 Gramm oder ein Rotauge von 300 bis 400 Gramm am Haken hing.

Ralf
Für Ralf Herdlitschke gab es abwechseln dicke Rotaugen ...
(Slideshow)


Einfach und locker sah es aus und das sahen auch die zahlreichen Betreuer, die sich immer wieder hinter Ralf versamelten, doch so richtig umsetzen konnte es keiner ihrer Schützlinge. So fing Ralf Herdlitschke am Ende mit 23.357 Gramm fast das doppelte des Zweitplatzierten.

Eine Augenweide war es auch Feruccio Gabba aus dem italienischen Team beim Angeln mit der Bologneserute zuzusehen. Der internationale Topstar fischte im ersten FTMAX Teilsektor auf Platz 14 einige Meter weiter draußen als seine Mitstreiter und beendete den Durchgang mit 8.544 Gramm und dem siebten Platz. Das war o.k. und man merkte, dass er nach seinem 11ten Platz am Vortag nicht mit dem letzten Biss dabei war, sondern die Angelei auf die großen Rotaugen genoß und diese gemütlich einnetzte.

Feruccio Gabba - ein Meister mit der Bologneserute
Feruccio Gabba - ein Meister mit der Bologneserute

Nicht ganz so entspannt im gleichen Sektor dagegen gingen Heiko Schmidt von den Stipp-Profis auf Platz 5., René Schmidt vom Team German Master auf der 7 und Lutz Weißig vom deutschen Nationalteam auf der 22 und direkt daneben auf der 23 Frank Weise vom Team Sachsen Anhalt zu Werke. Auf dem Papier schien es so, dass Lutz und Frank unterhalb des Dükers wohl einen leichten Platzvorteil hatten und Frank Weise mölicherweise seine Vortageseins wiederholen könnte. Doch Heiko Schmidt setzte mit der Bolorute von Anfang an auf das richtige Pferd und gewann den Sektor mit 20.593 Gramm vor Lutz Weißig der 17.300 Gramm zur Waage brachte. Einen kleinen Platzvorteil hatten Heiko Schmidt auf der 5 und René Schmidt auf der 7, denn die Nr. 6 war der einzige Platz, der krankheitsbedingt kurzfristig leer blieb und für solche Fälle ist es im nächsten Jahr sicherlich von der Veranstalterseite her sinnvoll einen ausgerüsteten Ersatzangler für einen kurzfristigen Einsatz am Wasser zu haben. Bei einem Teilnehmerfeld von über 40 Mannschafften stellt sich zudem die Frage (und bei diesem IAM wäre es durchaus sinnvoll gewesen), ob man die Sektoren nicht drittelt. Nach dem allgemeinen negativen Aufschrei bei der Drittelung der Sektoren bei der WM 2009 in Holland, traute sich kaum jemand über diese Möglichkeit nachzudenken, die bei einem ähnlich starken Teilnehmerfeld beim IAM 2011 sicher ein Thema wird.

Heiko Schmidt
Heiko Schmidt nahm von Anfang an die Bolorute in die Hand und gewann seinen Sektor. (Slideshow)

Eine Mannschaft hatten eigentlich alle ganz weit vorne erwartet, doch das deutsche Nationalteam musste sich nach dem ersten Durchgang mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden geben. Im zweiten Durchgang lief es dann aber umso besser. René Bredereck kam mit 3 Punkten aus dem Grebenstein Sektor, Marco Beck mit 2 Punkten aus dem Browning Sektor, Lutz Weißig ebenfalls mit 2 Punkten aus dem FTMAX Sektor, so dass noch Harald Windel im Kindom of Sports Sektor und Günter Horler im ABU-EVEZET Sektor blieben. Harald Windel saß mit Platz Nr. 19 im ersten Halbsektor weit weg vom Endplatz und er haderte mit dem Beißverhalten. Was er auch machte, es stellten sich keine kontinuierlichen Bisse ein. Die Angelbahn wurde gewechselt, gecuppt, geworfen, Köder variiert, doch nichts brachte die Fische nachhaltig in die Spur. Da ging es seinen Nebenleuten nicht unbedingt besser und auch Stephan Birkle vom Garbolino Team, der am Vortag noch seinen Sektor gewann, strauchelte auf der 18, doch dann lief es endlich bei Harald und das Erfolgsrezept war so einfach wie auch ungewöhnlich für den Silokanal. Harald fütterte einfach nicht mehr nach und fing nun regelmässig mittlere und gute Brassen, die ihm am Ende mit 22.333 Gramm den Sektorensieg brachten. Kurios aber auch stark, denn auch das musste erstmal probiert und herausgefunden werden. Es waren also genug Fische in der Spur, nur sie waren mittlerweile satt und da waren die Köder in der Nachfütterung einfach zu viel.

Harald Windel
Harald Windel musste erst einiges probieren … (Slideshow)

Im zweiten Halbsektor Kingdom of Sports, direkt an der Manufaktur, waren die Fische sofort nach der Startfütterung auf den Futterplätzen. Insbesondere auf den hohen Nummern waren die Kopfruten krumm und die Gummizüge lang. Anfangs angelte hier keiner mit der Bolorute, doch später machte es durchaus Sinn, denn draußen konnten sehr stramme Rotaugen gefangen werden während auf der kopfrute zu 90 Prozent Brassen bis 600 Gramm gefangen wurden, die teilweise schon recht spitz bissen und es einige Aussteiger im Drill gab. Claus Müller vom Team CM Lockstoffe auf dem Kopfplatz fing am Anfang Fisch auf Fisch und es sah nach einem 40 kg + Gewicht aus, doch dann stellten sich immer wieder Beißpausen ein und es stellte sich heraus, dass sich auch ein paar Raubfische unter die Brassen gemischt hatten und zu Claus' Leidwesen einige Unruhe stifteten. Am Ende waren es dann 25.552 Gramm und der zweite Platz im Sektor, denn einer im Sektor zeigte, dass es noch eine weitere sehr erfolgreiche Methode neben der Bolo- und der Kopfrute gab. Axel Heuser vom Team Maver auf Platz Nr. 12 fischte mit der 11 Meter Rute lang lang und brachte damit 27.046 Gramm zur Waage. Das war stark geangelt und Axel gewann nach 2008 wieder einen Sektor beim IAM.

Axel Heuser
Axel Heuser angelte als einer der ganz wenigen mit langer Schnur
und wurde mit einem Sektorensieg belohnt

Zurück zum deutschen Nationalteam, das bei vier Anglern in vier Sektoren zusammen nur unglaubliche 8 Punkte vorzuweisen hatte. Es fehlte nun noch Günter Horler, der auch am zweiten Tag im ABU-EVEZET Sektor saß und dort nichts anbrennen ließ. Im ersten Durchgang hatte er in der ersten Stunde noch mit einem 6teiligen Topset über die Packlage hinaus geangelt, doch auf Platz 16 im zweiten Halbsektor nahm er sofort die Bolorute in die Hand und fing mit 21.026 Gramm das höchste Gewicht in diesem Sektor. Am Ende war es ein Kopf an Kopf Rennen mit Andreas Dalcke vom Team German Master, der 20.213 Gramm fing und zweiter wurde und Oliver Nitze vom Team Geers, der sich den dritten Rang mit 19.673 Gramm sicherte. Damit angelte das DAV Nationalteam mit insgesamt 9 Punkten einen ganz starken zweiten Durchgang und nun begann das große Rechnen.

Günter Horler machte das Netz voll und den Sack zu
Günter Horler machte das Netz voll und den Sack zu

Das Team CM Lockstoffe hatte aus drei Sektoren ebenfalls nur sehr wenige Punkte mitgebracht, doch die 19 Punkte von Mike Thiennes aus dem Sektor Browning und die 14 Punkte von Fernand Schmitt aus dem Sektor ABU-EVEVZET brachten den guten Schnitt durcheinander. Das Team Geers brachte nur zwei gute Platzierungen aus dem zweiten Durchgang mit und war somit bezgl. des Mannschaftstitels aus dem Rennen, hier sollte es vielleicht nicht einmal mehr für einen Platz unter den ersten drei reichen. Die Stipp-Profis hatten dagegen drei Sektorensiege (Chris Weiß, Heiko Schmidt, Ralf Herdlitschke), doch Lutz Schenke leistete sich eine 17, während die 7 Punkte von Andreas Heidemüller aus der Mitte des zweiten Halbsektors Kingdom of Sports wiederum in Ordnung waren.
In der Einzelwertung schien es so, dass keiner der Teilnehmer zweimal seinen Sektor gewinnen konnte, es aber mehrere Kandidaten mit drei Punkten gab und somit das höchste Gewicht den Ausschlag geben sollte.

Gewinner und Titelverteidiger des IAM - Das Team Stipp-Profi
Gewinner und Titelverteidiger des IAM - Das Team Stipp-Profi

Mit 7 Punkten Vorsprung sicherte sich das Team von Stipp-Profi.de den Titel beim IAM 2010 vor den Teams von CM Lockstoffe (64 Punkte), der DAV Nationalmannschaft (66 Punkte), dem Team German Master (66 Punkte), dem Team Geers (72 Punkte) und dem Team Kingdom of Sports (72 Punkte). Beim Einzeltitel gab es drei Teilnehmer, die jeweils 3 Punkte mitbrachten und so gab das höhere Fanggewicht den Ausschlag zu Gunsten des Titelverteidigers Günter Horler vom DAV Team und Karol Pacyna vom Team Fishing Attack und Chris Weiß vom Team German Master.

Günter Horler war der erfolgreichste Einzelangler beim IAM 2010
Günter Horler war der erfolgreichste Einzelangler beim IAM 2010

Zu den Ergebnissen

Von den Sektorenpartnern Grebenstein, Browning, FTMAX, Kingdom of Sports und ABU-EVEZET wurden die jeweils Besten der Halbsektoren beider Tage ausgezeichnet und es folgte mit dem Galabankett der krönende Abschluss. Eine Moderatorin führte galant über den Abend, so dass nun die Teilnehmer zusammen mit dem Organisationsteam auf eine gelungene Veranstaltung anstossen konnte.

Als Ausblick in die Zukunft basteln wir derzeit an einer IAM Internetseite und die Planungen für das IAM 2011 laufen natürlich auch schon.


IAM Bericht Teil 1

IAM Bericht Teil 2

Video vom IAM 2010

Video mit Bob Nudd
 
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