Walterland Masters 2013 in Ungarn - Der Bericht

  • von ct Redaktion
  • 30. Mai 2013 um 03:38
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Das Walterland Master 2013 ist Geschichte – 12 Stunden Rückfahrt stecken zwar ein bisschen in den Knochen, die Erinnerungen aber sind frisch und wollen zu Papier gebracht werden. Hier das Ergebnis:

Kleine Vorgeschichte:
Es gab im Vergleich zum Walterland Cup im Jahr 2012 eine Änderung. Fischten im Jahr 2012 noch 4er Teams, so gingen 2013 5er Teams an den Start. Es galt also einen 5ten Mann zu finden und wir fragten Marco Beck, der auch sofort zusagte. Da Marco dann aber kurzfristig von der Firma Sensas angefordert wurde, mussten wir uns einen „neuen“ 5ten Mann suchen. Da in Deutschland in so kurzer Zeit kein Angler gefunden werden konnte, musste wir in den „sauren Apfel“ beißen und Laszlo Csillag, einen ungarischen Spitzenangler in unser Team aufnehmen. Wir kennen Laszlo jetzt schon seit 3 Jahren und waren mehr als happy, ihn in unserem Team zu begrüßen.

Das Team stand also und setzte sich aus folgenden Anglern zusammen:

  • Jayson Greatorex (Teamcaptain)
  • Henric Plass
  • Rene Schmidt
  • Michael Borchers
  • Laszlo Csillag

Ähnlich wie in Deutschland, war der Winter in Ungarn ungewöhnlich hart und knappe 3 Wochen vor dem Walterland Cup war noch Eis aus dem Ruderkanal im südungarischen Szeged. Die Fangergebnisse waren auch in den folgenden Wochen mehr als mau und auch wenn uns Tamas Walter versicherte, dass der Fischbestand im See sehr gut sei, kamen uns leichte Zweifel.

Weltklassesport trifft WeltklasseanglerWeltklassesport trifft Weltklasseangler

Am Dienstag, den 16.04 ging die Reise Richtung Ungarn dann los, nach 10-12 Stunden Fahrt kamen die beiden Autos ( aus Berlin und Hannover) dann in Szeged an. In der komfortablen Unterkunft an der Strecke wurde das Tackle ausgepackt und es ging in die Kiste, um für den ersten Trainingstag am Mittwoch fit zu sein.

Wie im Vorjahr hatten wir das Glück neben dem Walterland Team sitzen zu dürfen. Ein solches Spitzenteam neben sich zu haben, ist ein echter Vorteil, denn die wirklich guten Teams sind ein guter Gradmesser, was wirklich am Gewässer „machbar“ ist

Zum Fischen:

Wir hatten bereits im Vorfeld erfahren, dass in diesem Jahr die kleinen Brassen und Güstern (zusammengefasst Skimmer genannt) eine echte Option darstellen würden und eventuell befischt werden mussten. Da im letzten Jahr das Fischen entweder auf dem kurzen Ukeleistock oder auf der 13m Bahn stattfand, gingen wir davon aus,eine weitere Option zu haben und bereiteten und entsprechend vor. Montagen für die verkürzte Angelei mit der Kopfrute nahmen wir mit und auch ein bisschen Erde war dabei.

Am Mittwoch zeigte sich dann, dass die Kopfrutenspur bis auf viele halbstarke Katzenwelse relativ „tot“ war, und dass die Fische vor allem im wärmeren Uferbereich bissen. In diesem Bereich bissen die kleinen Güstern ( circa 30-35 Gramm im Schnitt) aber sehr gut. Allerdings konnten wir auf der 13m Bahn auch einige Karpfen anleinen, die ordentlich Gewicht hatten und unserem Angelstil sehr entgegen kamen.

Am Mittwoch Abend war uns klar, dass wir an den nächsten beiden Tagen herausfinden mussten, auf welche Karte wir setzen mussten. Hier die Optionen:

  • Karpfen pur auf 13m
  • Skimmer pur auf 3-4m
  • Ein Mix aus Karpfen, Katzenwelsen und Skimmern

Was sprach "für" und "wider" den Optionen:

  • Karpfen pur: Irgendwie waren wir scheinbar gut darin, die Karpfen anzuleinen. Wir konnten  wesentlich mehr Karpfenbisse als unsere Nachbarn verzeichnen, leider verloren wir auch einige Fische und wir versuchten unser Geschirr immer weiter zu optimieren. Hier arbeiteten wir vor allem an der Hakengröße und der Gummizugwahl. Gegen diese Option sprach das Risiko nicht genug Karpfen an den Haken, bzw. in den Kescher zu bekommen.

  • Skimmer pur: Hier waren wir uns nicht sicher, ob wir schnell genug sind im Vergleich mit den Anglern aus Südeuropa, die gute Gewichte (um die 10 kg) vorlegten. Außerdem hatten wir das Gefühl, dass die Fische unserer Nachbarn auf der kurzen Spur deutlich größer als unsere Fische waren. Wir glaubten, dass wir mit dieser Taktik einen sicheren Platz im hinteren Mittelfeld sichern konnten. Es stellte sich die Frage, ob dies unser Ziel war?

die kurze Bahn wurde ordentlich bearbeitet
Die kurze Bahn wurde ordentlich bearbeitet

  • Karpfen, Katzenwelse und Skimmer Mix: Diese Methode würde, wenn sie funktionieren würde, unser Team nach vorne bringen können. Die Gefahr bestand allerdings darin, genau in dem Moment Zeit auf der 13m Bahn zu verschwenden, wenn die Karpfen gerade nicht auf dem Futterplatz waren. Diese Zeit würde uns bei den kleinen Skimmern fehlen. Allerdings bissen auf der 13m Bahn in diesem Jahr sehr viele Katzenwelse, die mit jedem Tag schwerer wurden. Diese Fische hatten ein Gewicht von bis zu 300 Gramm und man konnte sicherlich 2-3 Kilogramm Katzenwelse fangen.

Traten in den ersten Tagen in Massen auf - KatzenwelseTraten in den ersten Tagen in Massen auf - Katzenwelse

Es gab auch noch eine 4te Möglichkeit. Diese Möglichkeit war sicherlich die erfolgsversprechendste Methode, waren doch hohe Gewichte relativ sicher vorherzusagen. Diese Methode war das Ukeleiangeln und damit für uns keine Option, da wir diese Methode der Angelei nicht konkurenzfähig beherrschen. Für ein gutes Gewicht, müssen 6 Ukeleis pro Minute in den Kescher wandern, wobei die Ukeleis erste weiter draußen stehen und mit zunehmender Angelzeit von der 4 Meter Rute auf eine 2 Meter Rute rangefüttert werden. Dazu ist es nicht so, dass der Ruderkanal vor Ukeleis kocht, sondern dass es zwar sehr viele gibt, diese aber auch erstmal auf den Platz gefüttert und dort dann gehalten werden müssen. Wer auf Ukeleis fischt, muss wissen, was er tut.

Wir standen also vor einem Dilemma, welches sicherlich viele von uns kennen:

    1. Was ist der Zielfisch?
    2. Wie beangele ich diesen?
    3. Bin ich gut genug um diese Methode durchzusetzen?
    4. Wie befüttere ich meinen Zielfisch?

Wir haben unser Vorgehen im Team kontrovers diskutiert und danach unsere nächsten Trainingstage abgestimmt. Eines war uns klar; wir würden keinen Stil angeln, in dem wir von vornhinein nicht gut genug waren!

Am Donnerstag fischten 3 Leute aus dem Team lediglich die kurze Spur, während 2 Angler auf der Pole durchfischten. Wir wollten damit herausfinden, ob sich die kurze Bahn mit der Vielzahl der Fische gegen die vereinzelten Karpfen und Katzenwelse auf der 13m Spur durchsetzen konnten. Unsere Erwartungen wurde jedoch schnell auf den Kopf gestellt, denn wir bekamen auf der kurzen Bahn Karpfenbisse und konnten hier große Karpfen ( bis zu 2,5 Kilogramm) landen. Die Pole war dagegen tot, lediglich einige Katzenwelse konnten hier gefangen werden. Bei Jayson tauchte die Pose überhaupt erst nach 2 Stunden auf der 13 Meter Spur das erste Mal unter, doch als die Pose nach circa 10-15 Minuten wieder auftauchte, glitt ein 4 Kilogramm schwerer Karpfen in seinen Kescher. Und weil Jayson, unser englischer Karpfengott, schon mal dabei war, fing er gleich noch einen weiteren 2 Kilofisch hinterher. Am Ende des Trainings hatte Jayson deutlich die wenigsten Fische und trotzdem das höchste Gewicht. Der Rest des Teams lag dicht beieinander, wer jedoch keinen Karpfen auf der kurzen Spur fangen konnte, der war vom Gewicht hintendran. Der Donnerstag war gefischt, und wir waren mit unseren Taktik für das Wochenende nicht wirklich weiter. Wir konnten weiterhin auf der 13m Bahn gute Karpfen an den Haken bringen, verloren aber auch viele Karpfen. Im Vergleich zu unseren Nachbarn lagen wir mit unseren Gewichten im Mittelfeld, deutlich hinter den wirklich guten Teams und ein gutes Stück vor den anderen, vermeintlich etwas schlechteren Teams. 12 bis 13 kg fingen die Top Teams, wir fingen 8 bis 10 kg, einige Teams kamen nicht an 6 kg heran. Ukeleis brachten um die 10 kg in den Kescher, wenn sie 4 Stunden beangelt wurden.

der Guru mit einem KarpfenDer Guru mit einem Karpfen

Wir beschlossen den Freitag taktisch als Generalprobe für den Samstag zu nutzen. Kurz beginnen, immer mal wieder nach rechts und links schauen, ob draußen große Fische gefangen werden und dann eventuell rausgehen, spätestens nach 45 Minuten musste einmal auf 13 Metern nachgeschaut werden, ob ein großer Fisch am Platz ist. Wir konnten dann wieder relativ sicher Karpfen anleinen, mussten diese aber alle landen um vorne dabei zu sein, was nicht allen gelang. Unsere Frequenz auf die kleinen Fische schien aber mittlerweile auch ganz brauchbar zu sein, dazu fingen wir immer wieder kleine Karpfen von 600 bis 800 Gramm mit. Im Vergleich zum Mittwoch waren wir hier jetzt auf Topsets gewechselt, um auch die Chance auf diese Karpfen zu haben und stellen den Skimmern und allen weiteren Fischen, die sich im Uferbereich tummelten mit 3er Tops mit 1,0-1,2mm Gummizügen nach. Wir verwendeten dazu kräftige 14er Schnüre mit 16 Haken an  einem 10-12er Vorfach, abgerundet wurde die Montage mit sauber ausgebleiten Posen von 1,0-2,0 Gramm. Die Posen waren sicherlich relativ schwer, gerade weil das Wasser auf der kurzen Bahn kaum 150cm tief war, doch sie erwiesen sich als beste Wahl, da wir mit diesen schweren Gewichten schnell zum Grund kamen und den Skimmern so zügig einen Köder präsentieren konnten. Teilweise kräftiger Seitenwind schob zu leichte Posen zu schnell über den Fuuterplatz und gerade die Karpfen wollten ein ruhigen Köder und auch die Skimmer bevorzugten einen genau auf dem Futterplatz abgesetzten Köder, der dann blockiert wurde.

Rene Schmidt   Rene Schmidt   Rene Schmidt
Arbeit   Analyse   Freude

Auf der Polespur in 13m ging es natürlich robuster zu Werke. Hier angelten wir Montagen zwischen 1,5 Gramm und 4 Gramm an 16er-20er Hauptschnüren und 12-14 Vorfächern. Bei den Gummizügen hatten sich Hollow Elastics von 1,8mm bis 2,3mm als beste Wahl herausgestellt.

Karpfenposen   Posen
Karpfenposen   Posen für die kurze Spur

Beim Futter setzten wir auf Sensas Futter…Zusätzlich zur erfolgreichen Futterzusammenstellung vom letzten Jahr, fügten wir einen Teil Sensas Karauschenfutter bei. Bedingt durch die kalten Wassertemperaturen dunkelten wir das Futter zusätzlich mit schwarzer Farbe ab. Zusätzlich weichten wir einige Pellets ein, die wir in einer größeren Streuung über dem Futterplatz cuppten. Die 8mm Pellets lösten sich langsam auf und sollten die Fische länger am Platz halten.

Futter made by SensasFutter made by Sensas

Bei den Ködern setzten wir auf Maden, Pinkis, Mais und Mückenlarven. Wie immer war es wichtig die Köder richtig einzusetzen, unsere Taktik war dabei etwas abgewandelt von den Taktiken der anderen Teams, so verzichteten wir z.B. auf geklebte Maden, fütterten dafür aber einen höheren Anteil an Maden im Futter.

die üblichen Verdächtigen bei den KödernDie üblichen Verdächtigen bei den Ködern

Unsere Startfütterung setzte sich aus 4-6 geworfenen Bällen, sowie wir circa 15 gecuppten Bällen auf der 13m Bahn, sowie 3 geworfenen Bällen auf der 4m Bahn zusammen. Die Konsistenz war eher locker, denn wir wollten die Fische schnell anlocken.

Noch ein Wort zu Erden: Wir fischten keine Erden in unserem Futter, dies unterschied uns von vielen anderen Teams. Wir können nicht sagen ob dies richtig oder falsch war, das Walterland Team fischte z.B. mit Erde im Futter.

Für die einzelnen Teammitglieder liefen die Trainingstage unterschiedlich ab, jeder war mal vorne und mal hinten, am Freitag waren wir aber alle in der Spur und meinten zu wissen, wie wir ausreichend Karpfen haken und fangen konnten. Besonders Jayson hatte in den Trainingstagen sein Gespür unter Beweis gestellt und konnte die Karpfen fast nach Belieben eintüten.

Der Samstag kam und das Wetter veränderte sich! Im Gegensatz zu den Trainingstagen frischte der Wind deutlich auf und fegte mit 4-5 Windstärken über die Strecke. Eine vernünftige und notwendige Köderpräsentation war kaum möglich, doch gerade mit unseren schweren Montagen für den Uferbereich lagen wir goldrichtig. Zusätzlich wühlte der Wind das Wasser um und es konnte sein, dass das warme Wasser aus dem Uferbereich in die tieferen Bereiche „geschoben“ werden würde und die Fische dem warmen Wasser folgen würden.

Tackle ohne Ende beim Walterland FischenTackle ohne Ende wie bei jeder hochkarätigen Veranstaltung

Sektor A: Im Sektor A saß Jayson auf einem vermeintlich guten Platz (die Tschechen hatten hier am Vortag gut gefüttert und wir saßen nur zwei Plätze daneben), hier sollte nichts passieren. Im  Sektor B saß Henric, der die Woche gut trainiert hatte und sollte klar kommen. Im Sektor C platzierte sich Laszlo, auch Laszlo sollte eigentlich eine Bank sein, dazu ist der C Sektor relativ fair. Sektor D – Michael…. Leider am vermeintlich falschen Ende des Teilsektors. Der Sektor E schloss mit Rene ab, Rene ist ein alter Hase und hatte sehr gut trainiert, das wird also schon werden...

Das Fischen begann und Jayson hakte gleich einen großen Karpfen am 3,5m Kit. Und weil bei Jayson auch die Show immer eine gewisse Rolle spielt, steckte er flux auf 13m auf, schwang sich von seiner Sitzkiepe, ging langsam nach hinten und dann wieder nach vorne, dort lag der Kescher bereit und Jayson löffelte den 3,5 Kilo Karpfen am 10 er Vorfach ein. Unter den Applaus der Zuschauer konnte Jayson einen Karpfen landen, den die meisten Angler nicht mit Karpfengeschirr gelandet hätten. Jayson hat dem Ganzen in Anlehnung an Günter Horler den Namen „Die Hörler Show“ gegeben.

die Hörler ShowDie Hörler Show

Danach fischte Jayson seinen Stiefel weiter sauber durch und konnte, wie nicht anders erwartet, eine Topplatzierung mit der Pz 2 nach Hause bringen.

Sektor B: Henric fischte hier einen sauberen Stil, fing vorne seine Fische (meist Skimmer, aber auch den ein oder anderen kleinen Karpfen unter 2 Pfund). Dazu fischte Henric immer wieder auf der 13m Bahn und konnte dort am Ende die Fische versammeln. In der letzten Stunde hatte Henric praktisch das alleinige Fangrecht auf der 13m Bahn, der komplette Sektor konnte hier eigentlich keine Fische mehr fangen – bis auf Henric. Wie kam es hierzu? Henric hatte sein Futter umgestellt…. Er fütterte auf der 13m Bahn ab und zu große Bälle, die mit wenigen toten Pinkis versetzt waren. Dieses machte die Karauschen und Karpfen wahnsinnig, sättigte sie aber nicht. Auf einmal waren auch die großen Karauschen bis 800 Gramm wieder da, die sich im Training nicht hatten blicken lassen Die Nachbarn cuppten hingegen Mais und Maden und sättigten damit die wenigen Fische viel zu schnell. Henric schloss mit einer Pz. 6 und 8,8 Kilogramm ab, 9300 Kilogramm wären Platzziffer 3 gewesen, dabei hat Henric in den letzten Minuten noch einen großen Karpfen am Haken, der aber das 14er Vorfach sprengte.

Sektor C: Laszlo auf C13... Laszlo fischte vor allem auf der kurzen Spur. Hier allerdings nicht mit der verkürzten Kopfrute, sondern mit der Telestippe. Die Telestippe gab ihm einen Vorteil in punkto Geschwindigkeit, nahm ihm allerdings die Chance die großen Fische auf der kurzen Spur zu landen. Mit 7590 Gramm hatte Laszlo das gleiche Gewicht wie sein Nachbar und damit eine Plz 5,5. Erwähnenswert ist sicherlich, dass Laszlo 3 große Fische auf der Telestippe verloren hatte und vielleicht wäre die verkürzte Methode doch besser gewesen. Laszlo haderte dazu etwas mit sich, da er seiner Meinung nach zu viel Zeit auf der 13m Bahn verschwendet hatte. Egal, eine Plz 5,5 war ein gutes Ergebnis.

Manchmal positiv, manchmal frustrierend – das WiegenManchmal positiv, manchmal frustrierend – das Wiegen

Sektor D: Michael auf D18... Bedingt durch den Wind fischte Michael viel auf der kurzen Spur, leider blieben die großen Fische als Beifang hier jedoch aus. Auf der 3,5m - 4m Bahn sammelte Michael die überraschend auftretenden kleinen Karauschen ein und das Gewicht der kleinen Karauschen war deutlich höher als das der Skimmer. Neben Michael saß ein Mitglied des serbischen Nationalteams und dieser Mann fing erstaunlich große Skimmer. Da Michael weitere große Fische auf der Strecke sehen konnte, fischte er immer wieder die 13m Bahn und wartete auf die Karpfen. 2 Karpfen konnte Michael haken und landen, am Ende standen 7720 Gramm zu Buche. Dieses Gewicht reichte leider nur zu einer Plz 10.  Zur Platzziffer 4 waren es nur 1,2 Kilogramm, genauso groß war der Abstand zur Plz 11... Nach dem guten Abschneiden im letzten Jahr, war dieses eine absolute Enttäuschung. Doch das Feld beim Walterland Master ist stark besetzt und verzeiht keine Fehler in der Taktik.

In diesem Jahr waren die Karauschen deutlich kleiner als 2012In diesem Jahr waren die Karauschen deutlich kleiner als 2012

Sektor E: Rene auf E17... Rene fischte ein starkes Training uns bestätigte diese Leistung auch im Durchgang. Er angelte ausschließlich verkürzt auf der 4,5m Bahn und sammelte alle Fische brav ein und als kleinen Bonus konnte er noch 2 kleine Karpfen fangen, einen größeren Fisch verlor er leider. Trotzdem sehr stark gefischt und mit 7740 Gramm eine gute Plz 4 nach Hause bringen. Wie auch im letzten Jahr musste Rene eine Ukeleipeitsche neben sich ertragen, wie im letzten Jahr konnte der Ukeleiangler Rene knapp schlagen. Schade!

Ergebnisse Tag 1 Nach Tag 1 lagen wir mit einer Plz 27,5 auf einem aussichtsreichen Platz 7. Unser kleiner Traum, das Podium, lag noch immer in Reichweite und wir hatten das Gefühl, dass wir die richtige Taktik gewählt hatten. Ohne die Plz 10 von Michael, wäre das Team voll im Fahrwasser gewesen, aber es war auch klar, dass es immer ein oder zwei Außreißer im Team geben kann.

Der Sonntag begrüßte die Angler wie am vorherigen Tag mit einer strammen Brise, welche die Strecke vom Sektor E Richtung Sektor A entlang fegte. Bedingt durch den Wind, sah man noch mehr Angler, die kurze Ruten, bzw. Topsets aufbauten. Es war kaum noch ein Angler auf der 13m Bahn unterwegs, viele Angler flüchteten vor dem Wind auf die 7,5m bis 11,5m Bahn.

Beim Aufbauen wehte noch ein starker WindBeim Aufbauen wehte schon ein starker Wind

Das Fischen begann, und so gut wie jeder Angler fischte sofort die kurze Spur. Und was passierte? Nichts! Wie konnte das sein? Zusätzlich legte sich der Wind zu Beginn des Angelns und die 13m Bahn war wieder befischbar…

Unser Team saß am  Sonntag wie folgt:

Sektor A: Laszlo auf A06

Sektor B: der fabelhafte Jayson auf B10

Sektor C: Michael auf C14

Sektor D: Rene auf D21

Sektor E: Henric auf E04

Sektor A: Im Sektor A rappelte es am Sonntag richtig… Der konstante Wind hatte die Karpfen in diesen Sektor der Strecke getrieben und hier konnten die Fische dann auch zügig gefangen werden. Der A Sektor wurde dann auch mit knappen 29 Kilogramm Gewicht aus der Mitte des Sektors gewonnen. Dieser Fang bestand fast ausschließlich aus Karpfen auf der 13m Bahn. Laszlo konnte 16250 Gramm fangen und belegte damit den 4ten Platz im Sektor. Ein guter Start.

auf dem Weg zu den 29 KilogrammAuf dem Weg zu den 29 Kilogramm

Sektor B: Unser Karpfenguru Jayson fischte konsequent auf der 13m Bahn und konnte hier zwei sehr gute Karpfen fangen, dazu verlor er noch einen Fisch, welcher sicherlich deutlich die 5 Kilogramm Marke überschritten hatte. Mit 10630 Gramm konnte sich Jayson den 4. Platz im Sektor sichern und lieferte wie nicht anders zu erwarten ein gutes Ergebnis.

Sektor C: Rehabilitation war angesagt und wurde von Michael geleistet. Michael konnte mit über 12 Kilogramm praktisch soviel fangen, wie seine beiden Nachbarn zusammen. Eine gute Platzziffer 3 war das Resultat.

Sektor D: Rene startete stark und hatte sein Umfeld deutlich im Sack. Da wir wussten, dass unsere Taktik uns einen langen funktionierenden Futterplatz garantierte, war Rene bester Dinge. Doch dann kamen plötzlich und ohne Nachfütterung die Ukeleis und standen über 1,5 Stunden in der kompletten Wassersäule auf Renes Platz. In dieser Zeit verlor Rene den Anschluss und es sah düster aus. In der letzten Stunde setzte Rene dann alles auf eine Karte und baute einen aggressiven Futterplatz für die Karpfen auf. Der Lohn war ein 2,5 Kilogramm Karpfen, sowie ein zweiter, starker Fisch den Rene leider im Drill verlor. Am Ende eine Plz 7 mit 7250 Gramm. Vielleicht hätten wir in diesem Fall doch von unserem Plan abgehen sollen, die Ukelei auf keinen Fall zu beangeln.

Peter Klasek
Peter Klasek - der Ukeleipapst aus Cz

Sektor E: Wie schon am Anfang beschrieben, hatte der konstante Wind die Fische in den A Sektor getrieben. Der Umkehrschluss war, dass die Fische damit nicht am anderen Ende der Strecke, also im Sektor E, waren. Und so war es dann auch… In Henrics Sektor gestaltete sich das Fischen sehr, sehr zäh und man musste in diffiziler Kanalmanier jeden einzelnen Fisch einsammeln. In diesem Sektor tat es besonders weh, dass die Fische auf der kurzen Bahn nicht mehr zu fangen war. Ein Grund für das Ausbleiben der Bisse auf der kurzen Bahn, könnte die Umwälzung des Wassers durch den Wind sein. Die bevorzugte Fressregion hatte sich auf die 13m Bahn verschoben und auf dieser Bahn drückte die Strömung die Fische in den A-Sektor. Einzig die Ukeleis waren noch zahlreich vorhanden und die Ukeleiexperten fingen Gewichte bis 9 kg ausschließlich mit Ukeleis. Henric schloss den Sektor mit der Platzziffer 9 und 2960 Gramm ab.

Tag 2 bedeutete also Plz 4, Plz 4, Plz 3, Plz 7 und Plz 9, macht zusammen Plz 27 und das würde für das Podium nicht reichen!

Am Ende schlossen wir auf einem 8. Platz ab und konnten damit ein ordentliches Ergebnis an den Tag legen. Die Teams beim Walterland Cup sind stark und kennen die Strecke aus diversen Veranstaltungen. Anglerisch sind die Angler sowieso von erste Güte. Diese Randparameter verzeihen für eine gute Teamwertung keine Fehler und genau diese Fehler haben wir gemacht. Auch wenn es nur kleine Fehler waren, aber sie haben gereicht um uns von unserem Ziel, dem Podium, fernzuhalten. Wir sollten aber auch etwas Demut walten lassen, denn dieses Event, ist wie schon beschrieben, eine Ansammlung von erstklassigen Anglern, die es zu respektieren gilt. Mit Jayson hatten wir wie im Vorjahr einen Einzelangler in den Top 20 und damit in den Preisen -  das war mehr al ok.

Sicherlich ist es nicht einfach bei diesem Event ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen, aber das Angeln macht Spaß und ist eine Herausforderung. Die Strecke ist unglaublich fair und über das „Ganze“ betrachtet, kann man sich sicher sein, dass man etwas „falsch“ macht, wenn man mit der Mannschaft scheitert. Die Kontakte zu den anderen Teams ist freundlich und der internationale Flair bescherte uns Kontakte zu tollen Anglern aus Ungarn, Rumänien, der Tschechei, Österreich und der VERPA Truppe aus den Niederlanden.

Anglerisch lernt man immer eine Menge dazu, hier profitieren wir vor allem vom Input des Walterland Teams (Danke Tamas und Laszlo!) und den tschechischen Crazy Boys, die schon viele EMs und WMs geangelt haben, eigentlich nur angeln und dementsprechend über sehr viel Erfahrung verfügen. In diesem Jahr spielte das Wetter und der Wind eine entscheidende Rolle, dank der Hilfe konnten wir Gegebenheiten interpretieren und richtig handeln. Anbei ein paar „Do's“ und „Don'ts“

Do's:

  • Der Einsatz von Lockstoffen ist produktiv – allerdings sollte man es wie immer nicht übertreiben
  • Das Fischen am Ruderkanal in Szeged ist Materialintensiv ( wir hatten bis zu 8 Kits im Einsatz)

Man kann fast nicht genug Kits parat habenMan kann fast nicht genug Kits parat haben

  • Es gibt viele Weg zu Erfolg. Ein Angler aus dem Team fing am besten auf Mückenlarven, der andere auf Maden. Jeder hat also die Chance seinen Weg zum Erfolg zu finden, man muss lediglich probieren, probieren, probieren.
  • Wenn es ein Team gibt, welches beim Ukeleiangeln stark ist, fahrt nach Szeged, ihr habt gute Chancen auf das Podium.
  • Die Karpfen sind wild und nicht vorfachscheu, der Haken sollte allerdings nicht zu schwer sein ( Sensas 3080)
  • Die Kopfschnüre sollten den Windgegebenheiten angepasst werden, prinzipiell sind längere Kopfschnüre besser.
  • Die Montage sollte am Kit so befestigt werden, dass das Gummi nicht aus dem Kit gezogen wird. Der Grund dafür ist die UV Strahlung der Sonne, die das Gummi zerstört. Das gilt übrigens auch für unsere „deutsche“ Sonne!

Don'ts

  • Bei der Anfangsfütterung und beim Cuppen gilt es vorsichtig zu sein, getreu dem Motto „ was drin ist, liegt drin“ sollte man nicht zu schnell zu viele Köder einbringen
  • Beim Karpfendrill sollte man sich Zeit nehmen. Über die Art und Weise des Drills sind wir uns im Team noch nicht einig. Eine Hälfte bevorzugte den Drill mit der Rute nach oben, die andere Hälfte drillte „England like“ mit der Spitze unter dem Wasser.
  • Nicht sauber ausgebleite Posen waren für die Angelei auf Karpfen und Karauschen ein „NoGo“
  • Wer nicht flexibel ist, der geht unter! Es gilt sich immer wieder den Gegebenheiten anzupassen und „fleissig“ zu sein. D.h. Montagen wechseln, den Futterrythmus einhalten, die Köder immer wieder variieren
  • Zu trockenes Futter lockte die Ukeleis an
  • Geworfenes Futter während des Fischens – geht gar nicht
  • Köder ohne Sonnenschutz – die Sonne ist stark und nach 2 Stunden hat man nur noch „Brei“ auf dem Tablett
  • Wir haben die Matchrute nun zwei Jahre lang im Training ausführlich gefischt und können uns der Meinung von Tamas Walter geschlossen anschliessen: "Forget it"

Unser Mannschaftsergebnis beruht auf Informationen, Kontakten, guter Trainingsarbeit und dem Karpfengespür von Jayson. Dazu, und das ist das Wichtigste für uns, macht dieses Event einfach sehr, sehr viel Spaß. Das Walterland Team hat hier ein nahezu perfektes Event auf die Beine gestellt und wir können nur wirklich jedem empfehlen, diese Strecke im Zuge des Walterland Masters zu befischen. Wir haben auf jeden Fall das feste Ziel im Jahr 2014 wieder dabei zu sein –vielleicht wieder mit einer Hörler Show von Jayson.

Hier noch einige Bilder von der Siegerehrung
Einzelklassment   Einzelsieger
     
Mannschaftsklassement   Mannschaftssieger

 

Ergebnisse Einzelertung Teamwertung Team Gesamt

 

 

Hier einmal die Strecke aus der Luft!!
Auch Deine Meinung ist gefragt!
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