Daiwa Pole Fishing Masters 2016

  • von Chris Marais
  • 30. August 2016 um 10:30
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Eines von vielen Top-Events, an denen sich Top Angler und lokale Größen aus England, Wales und Schottland in allen Altersklassen der Anglerszene treffen, um sich an einem der besten Plätze, am Tunnel Barn Farm in Warwick, zu messen.

Daiwa Pole Fishing Masters 2016

Das Format dieser Veranstaltung ist aufgebaut für 3 Tage Wettbewerb nur mit der Pole, wobei an jedem Tag der Platz neu gezogen wird. Mit seiner jeweiligen Platznummer ist man einem Lake zugeordnet, an dem sich der Platz befindet. Dort wird man wieder in Sektoren aufgeteilt.

Je nach Teilnehmerzahl waren es sieben Angler je Sektor. Um einen Sektor zu gewinnen muss man die sechs Mitstreiter besiegen. Bewertet wurde nach Gewicht, somit Höchstgewicht im Sektor 1 Punkt. Zweithöchstes Gewicht 2 Punkte usw., bis zu 7 Punkte. Am Schluss der drei Tage werden die Punkte zusammengezählt. Bei Punktegleichstand ist das Gesamtgewicht ausschlaggebend.

Die Preise dieses Events sind, da Daiwa auch Hauptsponsor dieser Veranstaltung ist, sehr hoch. Neben dem ersten Preis, einer Daiwa Air XLs Pole Package, gibt es noch eine Menge Geld zu verdienen. Jeder Sektor-Sieger bekommt Geld und für das Gesamthöchstgewicht auf jedem Lake gibt es Geld, und für die ersten zehn am Ende ebenfalls.

„Wetten wie die Briten“ soll das Motto sein. Es gibt noch eine zusätzliche Wette mit 1 Pfund Einsatz: Wieviel wird das Höchstgewicht an diesem Tag sein? Wer diesem Gewicht am nächsten kommt, bekommt die Summe aller, die 1 Pfund eingesetzt haben.

Tag 1

Bei der Ziehung der Platznummer sollte man meinen das es lange dauert bei 113 Startern, aber nicht so bei den Engländern. Ruhig und gelassen stehen sie in der Reihe und es ist ihnen nicht so wichtig, der Erste beim Nummer ziehen zu sein. Also die Hand rein in den Sack und High Pool Peg 15.

Eigentlich ein ganz guter Platz, genau auf einem Eck mit viel Platz links und rechts. Durch diesen vielen Raum hab ich mich entschlossen, mein Hauptaugenmerk im Mittelwasser und seicht zu angeln (shallow), aber auch nicht zu vergessen, die kurze Bahn und gegenüber am Rand auf 16m, falls das Fischen im Mittelwasser und noch seichter nicht so läuft. Genau so war es dann auch. Leichter Regen nach einer Stunde und nach komplettem Aussetzen der Bisse, entschloss ich mich, auf die 16m Bahn zu wechseln und am Boden weiter zu angeln, wobei das Füttern aller Plätze nicht abreißen darf.

Füttern mit dem Polecup links und rechts die kurze Bahn und auf 16m, mit der Hand Caster und Pellets, falls doch noch die Fische steigen im Mittelwasser oder seichter. Durch diese Rotation ist diese Art der Fischerei ganz schön stressig. Nach fünf Stunden konnte ich 60-11 Pfund zur Waage bringen. Mit einem 3 Platz musste ich mich mit nur knapp 3-01 Pfund Unterschied dem Zweitplatzierten an der anderen Ecke geschlagen geben.

Futter und Köder

Der Angelplatz

Spezieller Mix fürs Füttern, shallow zum einen, Grundfutter Super-G in der Konsistenz der Kleinfischangelei, um eine Wolke zu erzeugen, nicht ganz so nass, um eventuell noch Wasser beimengen zu können und noch mehr Wolke zu bilden. Zum zweiten, ein Mix aus Torf mit Caster, geschnittene Würmer und 2mm Pellets. Das ergibt den gleichen Effekt wie beim Grundfutter. Der Torf soll die Wolkenbildung erzeugen. Die F1 stehen da voll drauf.

Futter und Köder Futter und Köder

Der Mix ist eher trocken gehalten, da ich auch damit auf 16m im Tross Pot gefüttert habe und damit schnell auf den Boden wollte. Auf shallow kommt mehr Wasser hinein und wird mit der Hand gefüttert. Als Hakenköder verwende ich Caster, Würmer, Luncheon Meat, Dead Maggots, Hard und Soft Pellets.

Montagen

Verschiedene Posen sind essenziell um den Köder so natürlich wie möglich anzubieten. Für die Oberflächenposen ist die Grammatur der wichtigste Faktor zum Erfolg. Wie schnell und natürlich sinkt mein Hakenköder, eine Kombination aus Füttern und Pose ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Tag 2

Beginnt mit dem täglichen Ritual der Ziehung und dem Wetten auf das Höchstgewicht des Tages. Nach dem Ziehen der Nummer liegen die Zettel mit den Lakes, auf dem sich jeder selbst eintragen muss.

Danach geht’s gemütlich im Gespräch mit den Anderen zum Platz. Nach der Ziehung hat man noch ca. 120 Minuten für den Aufbau.

Letztes Jahr nach der Ziehung stand Preston Angler Lee Kerry neben mir und fragte mich, wo ich denn sitze, worauf ich ihm meine Karte zeigte, auf House Peg 30. Er gab mir zur Antwort, „das ist der mit den Lilien gegenüber“, ein guter Platz also! Die Top-Angler kennen die Plätze ganz genau.

Der Komplex verfügt insgesamt über 9 Lakes, an denen geangelt wurde. Nur am Bottom Pool wurde nicht geangelt.

Der Lageplan

Tag 2

Dieser begann eher frustrierend, da ich mit dem typischen englischen Wetter (es schüttete wie aus Kübeln) nicht zurechtkam. Dies war kein Problem für die englischen Kollegen, da diese mit dem Wetter besser vertraut sind. Also ein Durchschnittsregen für Engländer, aber ein Albtraum für mich.

In der Reihe angestellt für die Ziehung, Hand rein in den Sack und House Pool Peg 25. Flott aufgebaut begann ich mir einen Überblick über den Platz zu verschaffen. Da ich auf House Pool noch nie gesessen habe, hatte ich keine Anhaltspunkte und begann den Platz erst einmal ordentlich auszuloten. Auf shallow, also seichte Fischerei, konnte ich mich an diesem Tag nicht konzentrieren, durch den Regen war das auch keine wirkliche Option. Auch bei den anderen Anglern nicht, wie ich beobachten konnte.

Mit 14,5m konnte ich die gegenüberliegende Insel mit einem kleinen Lilienbusch erreichen und dies sollte auch mein Hauptaugenmerk werden. Aber auch die kurze Bahn und in der Mitte, die Seiten-Pegs (Plattformen) waren mit 14,5m gut zu erreichen und somit legte ich meine Taktik wie folgt fest: Polecup füttern links und rechts, die Plattformen in der Mitte und auf 14,5m, und mit der Hand Caster auf die kurze Bahn. Optimistisch, dass der Regen aufhört und ich shallow fischen kann, was aber leider nicht der Fall war.

Startsignal... los mit dem Anfüttern der Plätze. Ich hatte mich festgelegt mit der 14,5m zu beginnen. Die Wassertiefe dort mit ca. 60cm gab mir allerdings zu denken. Das ist das schon tief, da die Fische dort sehr schnell steigen und man dann die Liners und foul Hookers hat. Hauptfische sind dort die kleinen Karauschen mit 30-50 dag, auch F1 und  Karpfen zwischen 1 und 5 KG, aber auch einige bis 10 KG.

Wichtig war daher folgendes: Um die Fische am Boden zu halten, musste ich schwerer mit Mais, 6mm Pellets und Luncheon Meat und mit meinem Torfmix füttern.

Vom Start an fing ich sehr schlecht und es war schwer, an den Fisch zu kommen. Keine der Linien brachte nennenswerte Erfolge, zusätzlich der starke Regen... Schließlich kam ich mit 37-6 Pfund zur Waage und somit in meinem Sektor auf den letzten 7. Platz.

Mein Platz für den Tag sah viel versprechend aus, aber das tun sie alle.

Mein Angelplatz am 2. Tag

Futter und Köder

Futter und Köder sind an jedem Tag ähnlich. Man sollte alles zur Verfügung haben, nach dem Motto: Alles ist möglich. Ich habe mich an diesem Tag für den Torfmix entschieden. Da ich auf shallow nicht so gesetzt hatte, konnte ich den Mix für die 14,5m Bahn mit dem Tross Pot füttern, aber wenn nötig für shallow nutzen.

Futter und Köder am 2. Tag Futter und Köder am 2. Tag Futter und Köder am 2. Tag

Montagen

Bulk oder Kette, je nach dem, es ist immer eine gute Option auch mal etwas zu verändern. Feinere Haken, wie hier der Guru Pellet Hook Größe 16 für die feine Fischerei, ist an Tagen wie diesen zu verwenden. Leichte Steife Pole ist das um und auf bei solchen Veranstaltungen, um schnell Angeln zu können.

Montagen am 2. Tag  Montagen am 2. Tag   Montagen am 2. Tag

 

Tag 3

Das Englische Wetter machte seinem Ruf wieder alle Ehre. Mit leichtem Regen bei der Ziehung hatte ich gemischte Gefühle, ob sich das Wetter verbessert oder wieder verschlechtert wie am Tag zuvor.

Start der Ziehung: Eine lange Schlange, gute Stimmung, rein in den Sack. Mit Jennys Pool Peg 8 war ich mehr als zufrieden - ein super Platz. Auch mein englischer Freund sagte mir gleich „das ist ein guter Platz“. Am Platz angekommen schnell aufgebaut. Der Regen war weniger geworden und am Himmel blitzte die Sonne durch. Mit dem Endplatz hatte ich viel Raum nach links und rechts und mir war klar: Heute kann shallow Fischen der Schlüssel zum Erfolg werden. Aber auch auf 16m gegenüber am Rand und die kurze Bahn wurde sorgfältig ausgelotet. Nach dem Startsignal werden alle Plätze gut gefüttert und ich startete auf Top 3 am Boden. Meist werden hier gleich einige Standfische gefangen.

Danach wechselte ich auf die 16m Bahn und gleichzeitig begann ich auf Top 7 mit der Futterschleuder in 20-30 Sekunden Rhythmus Caster zu schießen. Eine Stunde später zeigten sich die ersten Drehungen an der Oberfläche. Das war mein Signal auf shallow zu wechseln. Das Zusammenspiel vom Füttern und der richtigen Tiefe wo die Fische fressen zu finden, sei recht leicht, sollte man bei der Menge an Fischen die sich da tummeln glauben.

Genau das ist bei dieser Menge an Fischen nicht der Fall. Bekommt man selbst, wenn man auf 15cm Wassertiefe eingestellt hat die Schnurschwimmer, die F1 sind so weit an der Oberfläche, wenn man zu ungenau und zu wenig füttert, dauert es zu lange, bis sie in die richtige Tiefe aufsteigen. Daher ist dieses Zusammenspiel sehr wichtig.

Ich konnte schnell die richtige Tiefe und einen Rhythmus beim Füttern finden und mich deutlich von meinen Mitstreitern im Sektor absetzen. Nach 5 Stunden zeigte die Waage 84-02 Pfund und somit hatte ich meinen Sektor gewonnen. Ich war super happy. Dies war ein gelungener Abschluss für mich.

Futter und Köder

Futter und Köder Tag 3

Caster am Band für shallow Angeln war der Top Köder, 7 Pints Caster (ca 4 Liter) habe ich an diesem Tag verpulvert, aber das war auch notwendig, um die Fische in der Höhe zu halten.

Futter und Köder Tag 3

Montagen

Preston Thyson Dipper 0,3gr war die bessere Pose an diesem Tag, Guru Pellet Eye Hook mit Baitband, Drennan Crystal Dipper 0,4g stabil genug für shallow Angeln.

Montage am 3. Tag Montage am 3. Tag Montage am 3. Tag

Die Organisatoren des Daiwa Pole Fishing Masters schafften es jetzt mittlerweile zum zweiten Mal eine Top-Veranstaltung zu organisieren. Scheinbar läuft hier alles mit Leichtigkeit und Überblick ab. An jedem der drei Tage wurden unzählige Fotos und Videos produziert. Die Top-Stars gaben Interviews und die Ergebnisse waren für jeden Tag gut ersichtlich.

Sieger der Veranstaltung wurde Guru-Angler Andy Bennett, der auch im Jahr zuvor die Masters gewonnen hatte. Eine absolute Maschine beim Angeln, aber auch abseits der Veranstaltung ein netter Typ. Preston Star Des Shipp mit 2Oz unterschied belegte den zweiten Platz.

Wenn man sich die Starterliste anschaut, sind viele Top-Angler dort konzentriert. Ein absoluter Traum, so viele von ihnen zu treffen.

Nach 3 Tagen und insgesamt 11 Punkten, sowie einem Gesamtgewicht von 182-3-0 Pfund konnte ich mich auf Platz 49 einreihen (von 113 Anglern). Ich war sehr zufrieden mit meinem Ergebnis.

Tunnel Barn Farm sind Großveranstaltungen gewöhnt und das sieht man auch. Es gibt warmes Essen am Morgen, Getränke und einen gut sortierten kleinen Tackleshop. Die Ausgabe an Ködern und Material läuft reibungslos. Das Wiegeteam ist gut organisiert und daher ist auch dieser Vorgang sehr flott erledigt. Die Anlagen sind sehr gepflegt und die Lakes sind voll mit Fischen.

Mein besonderer Dank gebührt meinen deutschen, englischen und walisischen Freunden, die mich unterstützten, und es mir ermöglicht haben, schon vor Jahren nach England zu gehen, um dort zu angeln. Vielen Dank!

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