World Pairs 2017 - das Interview mit Rüdiger Hansen

  • von ct Redaktion / Bilder Hansen und World Pairs Org
  • 30. Oktober 2017 um 13:00
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Die World Pairs in Irland sind sicherlich eines der ganz großen Events im europäischen Matchangelzirkus. Die Anzahl der teilnehmenden Pairs nimmt von Jahr zu Jahr etwas zu, dies liegt auch an den deutschen Teilnehmern. In diesem Jahr erreichte die Anzahl der deutschen Teilnehmer einen Rekord, folgende deutschen Angler waren am Start

  • Jens Koschnick
  • Thorsten Küsters
  • Felix Scheuermann
  • Michael Peter
  • Heinz Keil
  • Jayson Greatorex
  • Carl Clayton
  • Heinz Drescher
  • Jochen Drescher
  • Volker Schulze
  • Andreas Arendt
  • Thorsten Beil
  • Rüdiger Hansen

Carl Clayton mit schönen Hybrids

Das Duo Beil / Hansen fischt schon seit Jahren die irischen Festivals und seit Jahren sind sie dort auch sehr erfolgreich, in den letzten Jahren konnten die Beiden Ihr Rotation schon oft dominieren, in diesem Jahr waren sie aber auch im Gesamtklassement ganz vorne dabei. Am Ende konnte sie die Weltklasseangler Ringer / Ringer auf den 4 Platz verweisen und landeten auf einen tollen 3. Platz. Nach dem Vorjahressiegern Küsters / Koschnick ein weiteres tolles Ergebnis für die gebeutelten deutschen Anglern. 

Wir konnten Rüdiger Hansen für ein Interview gewinnen und möchten unsere Leser an seinen Eindrücken des diesjährigen Pairs teilhaben lassen. 

Ruediger Hansen im Interview

CT: Rüdiger, Glückwunsch zum tollen 3. Platz bei den diesjährigen Pairs. Schwebst Du noch auf Wolke 7, oder hat Dich der Alltag schon wieder? 

RH: Danke, nach zwei regenreichen Wochen in Irland hat mich der Alltag wieder, die Erinnerungen an die Pairs sind aber natürlich sehr schön.

Es gibt Zeiten da kann Thorsten Beil scheinbar übers Wasser gehen

CT: Kam der Erfolg für Euch überraschend, der 3. Platz in solch einem unglaublich starken Teilnehmerfeld ist ja nicht selbstverständlich?! 

RH: Das soll jetzt nicht zu arrogant klingen, aber wir fahren seit 20 Jahren nach Irland und uns war klar, dass wenn alles „passt", dass wir dann ein gutes Ergebnis erangeln können. In diesem Jahr passte es einfach, aus den guten Plätzen haben wir fast das maximale „rausgeholt" und noch wichtiger haben wir auch die schlechten Plätze sehr gut beangelt.

wie immer sehr stark - Bob Nudd

CT: Was ist Euer Erfolgsgeheimnis? Wir denken ja, dass die eingebrachten Köder der Schlüssel zum Erfolg sind. 

RH: Die eingebrachten Köder sind sicherlich der Schlüssel zum Erfolg, es gibt da aber kein „Patentrezept", jeder Platz baut sich anders auf und muss anders beangelt werden. Das ist wahrscheinlich auch der Schlüssel zu unseren Erfolg, wir haben scheinbar beide das „richtige" Näschen für die Angelei in Irland.

CT: Schade, ich hatte jetzt gehofft, dass Du uns eine eindeutigere Antwort geben kannst  

RH: Konkreter kann ich es leider nicht beantworten, der Schlüssel zum Erfolg ist leider komplex

Offtopic: Die Natur in Irland ist unglaublich

CT: Wenn Ihr Euren Platz gezogen habt, wie entscheidet Ihr Euch dann, auf welche Entfernungen und mit welcher Methode ihr angelt? 

RH: Wir nutzen zu einem großen Teil unsere Erfahrungen an den Gewässern, dazu haben wir unsere Ohren immer offen und schauen was unsere Nachbarn machen. In diesem Jahr war es so, dass kaum Rotaugen zu fangen war, daher war die Kopfrute in fast allen Sektoren kein Faktor. Für die Entfernung der Feeederrute suchen wir uns die richtige Tiefe und dann noch einen möglichst guten / sauberen / gleichmäßigen Untergrund. Der Untergrund ist sehr wichtig, aus diesem Grund loten wir auch immer mit Vorfach aus um zu schauen, ob wir Muschen am Haken haben. Die Zeit wo wir die Einheimischen „überangeln" konnten sind lange vorbei, das Starterfeld ist so stark, das die Jungs alle mit der Feederrute zwischen 25 und 100m perfekt sind. Aus diesem Grund muss die Auswahl der Platzes eben „richtig" sein.

2017 musste auf Entfernung geangelt werden

CT: Warum waren die Fänge in diesem Jahr so schlecht? 

RH: Das hing sicherlich mit den Unmengen von frischen Wasser durch den permanenten Regen zusammen. Die Fische hatten das Maul zu und gerade die Rotaugen waren wie „ausgestorben". Uns kommt das entgegen, denn ich glaube, dass wir ganz brauchbare Hybridangler sind.

CT: Es scheint, als ob Flexibilität eine große Rolle in Irland spielt, liegen wir mit dieser Vermutung richtig? 

RH: Absolut, der Kopf muss immer „offen" sein. Man muss sich während der Durchgänge immer wieder anpassen und darf keine Option ausser acht lassen, an manchen Tagen kann z.B. die Matchrute die richtige Wahl in Irland sein.

CT: In diesem Jahr war die Feeder jedoch das Mittel der Wahl. Welches Setup hast Du geangelt? 

RH: Ich werde seit vielen Jahren von der Firma Browning unterstützt, daher benutze ich Ruten dieser Marke. Die Sphere Feeederruten in 12 und 13 Fuß waren dieses Jahr die richtige Wahl, ich fischte dazu eine 12er geflochtene und 26er – 33er Schlagschnur. Bei den Haken nutze ich meistens eine Größe 14, teilweise auch 12er. In diesem Jahr habe die Fluocarbon Schnüre der Stärken 17er – 19er der Firma Drennan als Vorfächer gefischt und war sehr angetan. Bei den Körben setze ich auf die Window Feeder oder normal Drahtkörbe.

Die Kopfrute war 2017 relativ wichtig

CT: Das hört sich alles sehr „robust" an! 

RH: Die Fische in Irland sind „wild" und nicht schnurscheu, ich muss mich auf mein Gerät verlassen könnten, daher wähle ich alles eine Nummer gröber 

CT: Welches Futter fischt Du in Irland? 

RH: Ich fische immer die Sorten No1 und Etang von Browning, das Futter dunkle ich dann noch ab und versehe es mit etwas Lockstoff.

CT: Spielt das Futter eine große Rolle? 

RH: Das Futter hat eine Aufgabe und dafür muss die Konsistenz des Futters passen, von daher spielt das Futter eine große Rolle. Aber anders als bei uns an der Eider scheinen die Fische das Futter nicht zu fressen.

Jens Koschnick mit einem Netz Hybrids

CT: Welche Rolle hat das Futter denn zu erfüllen? 

RH: Das Futter sollte einen Säule aus Partikeln im Wasser bilden. Diese Säule ist wichtig für die Hybrids und die Rotaugen, ein passives Futter welches sich erst am Grund aus dem Korb löst wäre sehr kontraproduktiv.

CT: Also braucht man kein typisches Brassenfutter? 

RH: Nein, die Brassen spielen keine große Rolle, die Hybrids sind die Fische um die es sich dreht.

CT: Wie beangelt man die Hybrids? 

RH: Es gilt permant eine Futtersäule ins Wasser zu bringen, dazu wird mit einem Drahtkorb möglichst regelmäßig ausgeworfen. In diesem Körben sind wenige Lebendköder enthalten, sind die Fische auf dem Platz, dann wechselt man auf einen Windowfeeder und füttert viele Köder und wenig Futter. Als Hakenköder empfehlen sich 3-4 schwimmende Maden an einem circa 100cm langen Vorfach. Das ist das grobe Rezept, den „Rest" gilt es mit Instinkt anzupassen.

CT: Und wenn man dann alles richtig macht wird man 3. bei den World Pairs. Das ist ja einfach  

RH: Jepp, ist eigentlich ganz einfach. Man kann sich über die Woche gesehen eigentlich immer auf einen guten Platz angeln, nicht umsonst sind immer wieder die gleichen Namen im Klassement vorne.

Thorsten und Rüdiger mit dem Siegerduo Scott / Buchwalder

CT: Vielen Dank für die Einblicke und alles Gute für Deine nächste Irlandsaison in 2018

RH: Vielen Dank

Ergebnisse World Pairs 2017 (offizielle Seite der World Pairs Organisatoren)

In Irland gibt es einen Festivalkalender und bei den anderen Festivals sind die Angler nicht so stark wie bei den Pairs. Die Reise nach Irland lohnt sich auf jeden Fall, vielleicht ist ja für den ein oder anderen Leser ein passendes Festival im Kalender dabei.

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