Bericht zum Anglertreff für Einzelangler 2005 an der Saale in Uichteritz

  • von Henric Plaß
  • 21. September 2005 um 16:15
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Am 17. und 18. September fand der Anglertreff für Einzelangler 2005 in Uichteritz an der Saale statt. Über die Strecke hatten wir bereits im Vorfeld gesprochen und während der Durchgänge zeigte sich, dass man sicherlich nicht von allen Plätzen gewinnen konnte, doch dass sich anglerische Klasse auch in schlechteren Bereichen durchsetzte und ein gutes Ergebnis möglich war.

Der interessanteste Aspekt war jedoch sicherlich, dass es endlich mal wieder ein Angeln mit hochkarätiger Besetzung gab, bei dem die Kopfrute nicht dominierte und sich Angler durchsetzten, die den Umgang mit der Bolo-Rute beherrschten. Am Donnerstag vor der Anreise hatte der spätere Gewinner des Anglertreffs Ralf Herdlitschke noch überlegt, ob er die Kopfrute überhaupt mitnimmt und diese dann im ersten Durchgang nur sporadisch aufgebaut.


Die Strecke in Uichteritz

Doch der Reihe nach. Der Veranstalter hatte sich die Kritik der vergangenen Wochen bezüglich der Anwendung des C.I.P.S. Reglements zu Herzen genommen und mit einer kleinen Geste gleich zu Beginn der Veranstaltung die zukünftige Richtung vorgegeben. An jeden Teilnehmer wurden gem. der Köderbegrenzung von 2,5 Litern, die u. a. bei Mosella und Sensas erhältlichen Dosensets zur Köderabmessung ausgegeben, so dass jeder diese bei der Futterkontrolle vorzeigen konnte und es keine Missverständnisse bezüglich der Menge gab und geben konnte.
Bei der Futtermenge galt die gem. der C.I.P.S. vorgegebene Menge von 17 Litern, die anhand der handelsüblichen Futtereimer mit Literskalierung gemessen wurde. Für jeden Sektor fanden sich zudem aus der Vielzahl von Betreuern und Interessierten diverse Freiwillige, die die Kontrollen begleiteten. Viele hatten sich im Vorfeld für eine klare Linie ausgesprochen und der Veranstalter wurde dieser Aufforderung, die allgemein großen Anklang fand, gerecht.

Doch nun zum Angeln.

Den A-Sektor konnte am ersten Tag Uwe Henninger aus Hessen vom Endplatz mit 10120 Gramm für sich entscheiden. Bastian Hölger aus Bremen hatte auf der A2 weder auf der Kopfruten- noch auf der Bolorutenbahn einen sauberen Trieb. Er verlor einige Montagen und wurde mit 2920 Gramm nur neunter. Neben den sonst guten Plätzen mit einer kleinen Nummer konnten Andy Maier aus Brandenburg auf der A12 mit 8980 Gramm (PZ 2) und Harald Seifert vom PSVD auf der A11 mit 4060 Gramm (PZ 6) überzeugen.

Oliver Knak aus Niedersachsen fütterte auf der B3 sehr regelmäßig mit geschnittenen Würmern, Castern und lockerem Futter nach und konnte mit einem Wurm am Haken überwiegend Güstern und einige gute Rotaugen erbeuten. Platzziffer 1 mit 6200 Gramm war der Lohn dafür.

Einen Platz stromauf saß der für Bayern startende Ralf Töpper und musste sich mit einem achten Platz zufrieden geben. Nach den Trainingserfolgen war sein Futter zu sehr auf die am ersten Tag nur sporadisch anwesenden Brassen ausgerichtet. Auf der B5 legte Rainer Wenzel den Grundstein für seinen späteren zweiten Platz in der Gesamtwertung und wurde mit 5840 Gramm zweiter im Sektor.


Rainer Wenzel

Je höher die Nummer, desto schlechter wurden im B Sektor die Plätze und Gewichte. Lediglich Claus Müller aus dem Saarland auf der B15 konnte mit der Bolorute und 3200 Gramm eine gutes Gewicht zur Waage bringen. Claus angelte mit der Laufpose an der Bolorute, fütterte gewohnt sehr sauber und erreichte einen sehr guten 4. Platz.

Wer derzeit seinen Sektor auch einmal gewinnen möchte, sollte zuerst zusehen, nicht mit Ralf Herdlitschke in einem Sektor zu sitzen. 7 Fische und 10180 Gramm brachten Ralf den Sektorensieg von der C12. In einem Zusatzbericht werden wir noch auf Einzelheiten, die zum Gewinn des Anglertreffs durch Ralf führten, eingehen.


 
Claus Müller

Ralf  Herdlitschke

Den 1. Platz im D Sektor sicherte sich Dirk Freimuth aus Thüringen mit 5700 Gramm von der D13 vor Andreas Heidemüller aus Brandenburg auf der D3 mit 4840 Gramm.

Im E Sektor machten unsere Redakteure Uli Prehn aus Schleswig Holstein und Roland Wittwer aus Bremen die ersten beiden Plätze unter sich aus. Vom E Sektor war bekannt, dass eine höhere Platznummer auch größere Chancen für ein gutes Gewicht bedeuten würde. Uli gewann auf E13 mit dem Tageshöchstgewicht von 16820 Gramm vor Roland auf der E11 mit 7980 Gramm.

 
Uli Prehn

Roland Wittwer

Am zweiten Tag wurde nun anfangs deutlich weniger gefangen als erwartet. Nachts war es sehr kalt geworden und gerade in den flacheren Bereichen ging in der ersten Stunde nur sehr wenig. Der A-Sektor brachte außer einigen Fischen im 30 Gramm Bereich kaum Fänge und Ralf Herdlitschke auf der A10 meinte, dass frühestens nach einer Stunde mit den Fischen zu rechnen sei.

Im B und C Sektor wurden auf die Kopfrute vereinzelt kleinere Döbel und Hasel gefangen, auf die Bolorute dagegen, zwar auch nur vereinzelt, schon einige Barben bis 2 kg und Brassen bis 1,5 kg. Wer in der ersten Stunde einen dieser Bonusfische fangen konnte, sah den verbleibenden 2 Stunden gelassen entgegen. Gab es doch nach einer Stunde immer noch einige Teilnehmer ohne Fang. Im D Sektor konnte Lothar Ernst aus Bremen in der ersten Stunde schon einige gute Fische einnetzen und so den Grundstein für seinen späteren 3. Platz in diesem Sektor legen.

Sven Bäse aus Niedersachsen hatte auf der E13 und somit dem Platz des Tageshöchstgewichts vom Vortag bereits nach einer Stunde drei dicke Barben. Auf der E14 lag allerdings Frank Abert aus Berlin mit einigen Brassen auf Augenhöhe.

Die letzte Stunde brachte dann in allen Sektoren die Entscheidung.

Wie gesagt. Besser man lost nicht zu Ralf Herdlitschke in den Sektor. Der Platz A10 gehörte sicherlich nicht zu den Besseren im A Sektor. Trotzdem deklassierte er seine Mitstreiter und fing mit 9520 Gramm mehr als das Doppelte des Gewichts des Endplatzes. Mit seiner zweiten Eins konnte er auch den Verlust eines weiteren, wohl so ca. 3 kg schweren Brassens, den er unter dem überhängenden Baum auf seinem Platz verlor, verschmerzen. Markus Thönes aus dem Saarland konnte auf der B12 in der letzten Stunde mehrere Brassen auf der Kopfrute fangen und gewann seinen Sektor mit 4220 Gramm vor Andy Maier aus Brandenburg auf der B2 mit 3940 Gramm.

 

Uwe Henninger fütterte auf der B16 regelmäßig kleine Futterbälle mit einem hohen Anteil an Lebendködern (Mückenlarven, Caster, Maden) und konnte so überwiegend Hasel und einige schöne Döbel überlisten und sicherte sich mit 3200 Gramm den dritten Platz.
Viele Teilnehmer mit wenigen Punkten vom Vortag machten sich im C Sektor das Leben gegenseitig schwer. Hier war die Bolorute entscheidend. Rainer Wenzel aus Berlin fischte ebenso wie Rene Bredereck und Claus Müller fast ausschließlich mit der Bolorute. Belohnt wurden sie mit vorderen Plätzen. Während Rainer Wenzel (C11/3700 Gramm/PZ 1) und Rene Bredereck aus Brandenburg ((C2/3440 Gramm/PZ 2) schon in der ersten Stunde jeweils einen großen Fisch fingen, brachte Claus Müller (C7/2400 Gramm) aus dem Saarland eine größere Stückzahl mittlerer Fische zur Waage und wurde mit Platz vier belohnt.

Im D Sektor zog Stefan Niessen aus Niedersachsen noch an seinem Untermann Lothar Ernst aus Bremen vorbei und gewann den Sektor von der D 12 mit 7140 Gramm vor Thomas Rolle aus Baden-Württemberg auf der D 8 mit 7080 Gramm.
Nach einer Stunde fing Stefan an, kontinuierlich geschnittene Würmer und Caster zu füttern und erhöhte dabei den Futterrhythmus bei jeder Drift. Schon nach kurzer Zeit erhöhte sich die Bißfrequenz. Im E-Sektor sah es lange so aus, als ob Sven Bäse (E13), Frank Abert (E14) und vielleicht noch Lutz Weissig aus Brandenburg (E16) den ersten Platz unter sich ausmachen.

 
Sven Baese

Stefan Niessen

Doch in der letzten Stunde verneigten sich die Boloruten auf den unteren Plätzen teilweise gleichzeitig. Während Sven Bäse noch eine weitere Barbe und einen Kilobrassen verlor und mit 6160 Gramm vierter wurde, gewann Max Huber aus Bayern den Sektor mit dem Tageshöchstgewicht von 10920 Gramm auf der E 4.

Frank Abert wurde immerhin zweiter mit 9240 Gramm vor Frank Eckert aus dem Saarland auf der E 7 mit 6800 Gramm. Natürlich gab es auch einige Favoriten, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Marco Beck, Stefan Posselt, Ralf Töpper und Wolfgang Lorenz, um vielleicht nur einige zu nennen, blieben mit ihren Platzierungen weit hinter den Erwartungen zurück. Diese doch eher außergewöhnlichen Platzierungen hatten natürlich ihre Gründe.
Marco Beck und Stefan Posselt setzten bei dieser Veranstaltung mit der Priorität auf die Einzelplatzierung auf Sieg und legten ihre Taktik dementsprechend aus. Mit wenigen Worten heißt das: Was bei Ralf Herdlitschke zwei Tage klappte, blieb ihnen verwehrt. Das hing einerseits mit dem Platz und auch andererseits mit den Nachbarn zusammen. Wem die Nebenleute die Bolobahn überließen und nicht oder nur sporadisch mitfütterten, der war natürlich klar im Vorteil. Zudem gab es Plätze auf denen an beiden Tagen auf keiner Bahn ein größerer Fisch gefangen wurde oder man musste auch das Händchen für die richtige Rute bzw. Methode zur richtigen Zeit haben.
Ralf Töpper vergeigte sich den ersten Durchgang, weil er zu sehr auf den Großfisch setzte und Güstern und Rotaugen auf einem eigentlich guten Platz vernachlässigte.



Ralf Töpper

Wolfgang Lorenz mühte sich im ersten Durchgang redlich und saß für eine bessere Platzierung auf der B12 wohl aber einfach zu schlecht.

Einige Teilnehmer scheiterten auch an der vorgeschriebenen Futtermenge und erhielten die Platzziffer 17.

Ralf Herdlitschke gewann somit den Anglertreff mit der Idealplatzziffer 2 und zwei sehr souveränen Tagessiegen vor Rainer Wenzel (PZ 3) und Uwe Henninger (PZ 3).



Die Gewinner

Uwe Bocklage hat uns an der Strecke spontan seinen Speicherchip mit vielen tollen Bildern überlassen, die wir teilweise im Bericht und in der Galerie eingestellt haben. Vielen Dank dafür.

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