Anglertreff Niedersachsen 2006 am Havelkanal

  • von Michael Borchers
  • 23. Juni 2006 um 22:05
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Am 2. und 3. Juni haben sich 11 Mannschaften aus Niedersachsen getroffen um den Teilnehmer für den Deutschen Anglertreff für Mannschaften zu bestimmen. Geangelt wurde im Havelkanal bei Brieselang in Brandenburg, welches auch das Gewässer für den Anglertreff sein wird.

Viele der teilnehmenden Mannschaften trafen sich bereits am Dienstag oder Mittwoch, um Trainingsdurchgänge zu fischen. Der Havelkanal ist als ein Gewässer bekannt, in dem es gilt möglichst präzise kleine Brassen und Güstern zu beangeln, eine weitere Option an diesem Gewässer sind Fluss- und Kaulbarsche die teilweise in großen Mengen vorkommen. Rotaugen sind zwar im Gewässer vorhanden, werden aber eher selten befischt, da ihre Zahl nicht groß genug ist und als Beifang zu oft Ukeleis gefangen werden, welche nicht in die Wertung aufgenommen wurden.

Die Trainingsdurchgänge waren geprägt von schlechtem Wetter, es regnete in Strömen und ein teilweise starker Wind ging über die Strecke. Dieses schlechte Wetter mit fallenden Temperaturen wirkte sich schlecht auf das Beißverhalten der Fische aus. Kenner der Strecke prophezeiten sehr schwierige Durchgänge in den es galt jeden Fisch mühsam zu erangeln. Die Trainingsdurchgänge zeigten das Gewichte um 1 Kilo in den jeweiligen Sektoren gute Ergebnisse bringen würden. Hoch gehandelt wurden die Teams Okertal um Thomas Pruchnowski, dem Vorjahrssieger AC Suletal und dem Team Mosella Niedersachsen (ehemals Bolo Hannover). Gute Chancen wurden dem Hunte Team um Carsten Röschl eingeräumt. Traditionell taucht auch immer ein Team in den vorderen Rängen auf, mit dem man eher nicht rechnet.



Der erste Durchgang:

Nach der Begrüßung durch die Teamleitung Frank Mahler und Wilfried Wittger wurden die Plätze den einzelnen Teams zugelost, abgeschlossen wurden die aufeinander folgenden Sektoren durch 2 Stopper welche durch die teilnehmenden Teams (Ersatzangler oder Betreuer) gestellt wurden. Da sich das Wetter gebessert hatte, hofften viele Teilnehmer auf bessere Fanggewichte wollten aber keine Risiken eingehen und starteten mit einer eher defensiven Taktik. Über die Strecke wurde das meistens dunkele, nährstoffarme Futter welches mit kleine Mücken und einigen Pinkis durchsetzt war, mit den Pole Cup eingebracht.
Der große Teil der Angler setzte 6-8 Bälle auf die 13m Spur, einige Angler setzten auf die 11,5m Spur und brachten dort Ihr Futter ein. Auf die Matchrutenspur setzten fast alle Angler nährstoffreiches Futter ein um dort eventuell einen Bonusfisch zu fangen, auf die kurze Spur (4-5m) wurden oftmals Lehmbälle mit Mücken gesetzt um dort den Barschen nachzustellen. Nach der Anfangsfütterung wurde das Startsignal gegeben, auf der kompletten Strecke konzentrierten sich die Angler zu Beginn ausschließlich auf die Kopfrute. Schnell wurden erste Kaulbarsche (3Gramm-10Gramm) sowie kleine Rotaugen (20Gramm-40Gramm) gefangen.

Die sonst typischen kleinen Brassen und Güstern wurden so gut wie gar nicht erbeuten. Die ersten 45 Minuten vergingen und das Bild blieb unverändert, auf der Kopfrutenspur dominierten die Kaulbarsche und die Angler hatten Probleme Rotaugen oder kleine Brassen zu fangen. Auf einigen Plätzen schienen die Fische zu laufen, so wurde auf den Plätzen A1 (Rotaugen) und A3 (kleine Brassen) sehr gut gefangen, im B Sektor fing Dirk Glinka vom Team Okertal sehr gut Rotaugen, im Sektor D dominierte Thomas Pruchnowski mit einem Brassen zwischen 800Gramm und 1000Gramm sowie einer stattlichen Anzahl an Barschen und Rotaugen. Außerdem fing Akki Narita vom Team Sensas Cornau hier kontinuierlich Rotaugen. Im Sektor D war lange Zeit keine klares Ergebnis sichtbar, hier deutete sich ein enges Ergebnis an, im Sektor E schien Sven Bäse vom Team Mosella Niedersachsen die „Sache im Griff“ zu haben.

  

Nach der ersten Stunde wurden einige kleine Brassen gefangen, von der Strecke hörte man, das einige Teilnehmer große Brassen verloren hatten, viele Teilnehmer änderten ihre Angeltaktik und stellten vom bündigen Fischen auf einen aufgelegten Köder um. Diese Umstellung brachte vereinzelt kleine Brassen die als Bonusfische zu den Kaulis geangelt wurden. Frank Mahler von der Stippergruppe Hemmoor fische sich mit diesem Taktikwechsel, sowie der Zugabe von großen Mücken ins Futter von einem der hinteren Plätze immer weiter nach vorn. Dieselbe Taktik ging auch bei einigen anderen Anglern auf, so dass sich die Ergebnisse noch einmal zu ändern schienen. Für die einzelnen Teams galt es abzuwägen auf den großen Bonusfisch zu setzen oder sich weiterhin mit Kaulis und Rotaugen die kleinen Gewichte einzusammeln. Nach drei Stunden wurde das Fischen beendet und die Gewichte der einzelnen Angler aufgenommen. Die Auswertung der einzelnen Gewichte brachte folgendes Ergebnis zu Tage.

1 Platz Hunte Team Plz. 21
2 Platz Team Okertal Plz. 22
3 Platz Sensas Team Cornau Plz. 22,5
4 Platz Stippergruppe Hemmoor Plz. 24,5
5 Platz AC Suletal Plz. 26
6 Platz Elbtalfischer Plz. 26,5
7 Platz Team Mosella Niedersachsen Plz. 27
8 Platz Sportfreunde Cornau Plz. 30
9 Platz Browning Team Niedersachsen Plz. 35
10 Platz Sensas Team 49 Plz. 48,9
11 Platz Salzgitter Plz.49

Diese sehr engen Ergebnisse versprachen eine Menge Spannung für den 2. Durchgang am Samstag. Hörte man auf die Stimmen im Feld, so war das Team Okertal der große Favorit für den zweiten Tag. Hoffnungen machten sich aber alle Teams bis Platz 7.

Der zweite Durchgang:

Der zweite Durchgang wurde nach der Ermittlung der Plätze eingeläutet, das Wetter schlug vom Sonnenschein am Morgen in Dauerregen um. Dieser erneute Wetterwechsel sollte sich nochmals negativ auf das Beißverhalten der Fische auswirken. Nach der Anfangsfütterung, welche wieder fast ausnahmslos mit dem Pole Cup eingebracht wurde, begann das Angeln. Schnell wurde allen Anglern klar, dass die Fangergebnisse hinter den Ergebnissen des Vortages zurück bleiben würden. Selbst auf den Endplätzen der Strecken wurde kaum Fisch gefangen. Jetzt galt es ein gutes Gespür für die Situation zu haben, oder über ein gutes Coaching zu verfügen.

 

Nachdem in der ersten Stunde die Standfische auf der Kopfrutenspur gefangen wurden, tat sich in vielen Sektoren kaum noch etwas auf dieser Spur, bestenfalls wurden Kaulis gefangen, welche aber kaum Gewicht zur Waage brachten. Einige Angler setzten von nun an auf die kurze Rute und beangelten die Krautfelder vor den eigenen Füssen auf Barsche. Auf dieser kurzen Spur war es teilweise möglich Flussbarsche zu fangen, die teilweise Gewichte bis zu 100 Gramm brachten. Der Grossteil der Flussbarsche hatte jedoch nur 15-30 Gramm, die Summe dieser Barsche sollte aber in einigen Sektoren eine entscheidende Rolle spielen. Die Matchrutenspur brachte, bis auf ganze wenige Ausnahmen, keine Fische und wurde von den einzelnen Teilnehmern am zweiten Tag kaum noch beangelt. Nach drei Stunden Dauerregen wurde der zweite Durchgang beendet und die Wiegekommission nahm erneut die Fanggewichte der einzelnen Sektoren auf. Der schlechte Eindruck der Angler bestätigte sich, es wurde auf der gesamten Strecke nur zwei Mal die 1 Kilogramm Marke durchbrochen . Die nun folgende Auswertung brachte dieses Ergebnis zu Tage:

1 Platz Hunte Team Plz. 15
2 Platz Stippergruppe Hemmoor Plz. 22
3 Platz Sensas Team 49 Plz. 22
4 Platz Browning Team Niedersachsen Plz. 24,5
5 Platz AC Okertal Plz. 25
6 Platz AC Suletal Plz. 28
7 Platz Team Mosella Niedersachsen Plz. 31
8 Platz Sensas Team Cornau Plz. 32
9 Platz Elbtalteam Plz. 37,5
10 Platz Sportfreunde Cornau Plz. 44,5
11 Platz AC Salzgitter Plz. 47

Damit ergibt sich dann dieses Endklassement:

1. Hunte Team Plz. 36
2. SG Hemmoor Plz. 46,5
3. AC Okertal Plz. 47
4. Sensas Team Cornau Plz. 54,5
4. AC Suletal Plz. 54,5
6. Team Mosella Niedersachsen Plz.58
7. Browning Team Niedersachsen Plz. 59,5
8. Elbtalteam Plz. 63
9. Sensas Team 49 Plz. 70,5
10. Sportfischer Cornau Plz. 74,5
11. AC Salzgitter Plz. 96

 
Thomas Pruchnowski-Einzelsieger

1. Platz: Hunte Team
 
2. Platz: Stippergruppe Hemmoor
 
3.Platz: AC Okertal

Wir gratulieren dem Hunte Team mit der Aufstellung Carsten Röschl, Patrick Kleene, Jan Seipel, Jörg Wachtmester, Jörg Schwerdtfeger und Guido Moschner zu diesem souveränen Erfolg, der Sieg ist mit einer brillanten Taktik errungen worden und wurde von allen Teilnehmern im Feld neidlos anerkannt.
Während fast alle teilnehmenden Mannschaften die traditionelle Havelkanal Taktik fischen (Mücken im Futter, Bündig mit Mücken auf kleine Brassen angeln), fand Carsten Röschl im Training heraus, das die Rotaugen im Gewässer sehr positiv auf das ploppen vom Futter reagierten, außerdem setzte das Hunte Team als Köder auf Pinkis und nicht auf die Mücke.
Diese außergewöhnliche Taktik und der Mut diese auch einzusetzen brachten dem Hunte Team diesen eindrucksvollen Erfolg. Das Hunte Team wird Niedersachsen beim Deutschen Anglertreff der Mannschaften vertreten, von unserer Seite wünschen wir diesem sympathischen jungen Team dort viel Glück.

Das Einzelklassement gewann Thomas Pruchnoswki, der damit wieder einmal eindrucksvoll seine Klasse unter Beweis stellte, auch Dir Thomas unsere herzlichsten Glückwünsche.


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