Nachtrag zum Bericht des DAV-Anglertreffs 2006 in Brieselang/Berlin

  • von Steffen Quinger
  • 21. August 2006 um 19:48
  • 0
 

Wieder einmal zu kurz kam wie so oft bei der Berichterstattung von den "Hotspots" der Angelszene, wie im Fall der Treffen der Vereine in Briselang Anfang August, das Abschneiden der Damenvereine.

Die Angelszene der Damen ist in Deutschland klein aber fein. Oft leicht belächelt und etwas stiefmütterlich behandelt ist sie aber besser als ihr Ruf. Welche aktuelle Mannschaft in Deutschland hat z.B. schon ein Team in dem eine Weltmeisterin und eine Vizeweltmeisterin zusammen fischen?

Der CdA Stralsund schon!!

Mit Astrid Bloch und Bärbel Mahrän kann er beides vorweisen, ergänzt wird dieses "Traumduo" übrigens durch die Seriengewinnerin der letzten Einzelanglertreffen, Steffi Bloch! Aber zurück zum DAV-Anglertreff der Damen-Vereine 2006!

Die Standardteilnehmer an diesem Wochenende waren wie immer die Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen -.Anhalt, Berlin und Sachsen. Leider bleiben bei diesen Veranstaltungen die "Ost-Frauen" häufig unter sich, eine Erklärung dürfte hier sicher mit in der Struktur der DAV-Landesverbände zu suchen sein, die in den Neuen Bundesländern oft Teams breiter unterstützen und so Talente zielgerichteter fördern können.

Das Land Brandenburg konnte auf Grund seines Vorjahreserfolges ein zweites Team stellen und nutze diese Möglichkeit mit dem jungen Team Brandenburg II (Jane Nemetz, Anett Gedicke, Ina Kaneen). Das dieses "frische Blut", trotz des jungen Alters, mit den Routiniers (man sollte bei Damen nicht von Veteranen sprechen J ) der Szene gut mithalten konnte, zeigte sich später. Die technischen Bestimmungen der Damen weichen nur in der Rutenlänge (11,50m) ab, ansonsten sei ihnen der gleiche Stress wie den Männern gegönnt!

Da der Kanal bei Brieselang schon durch die 16 Herrenmannschaften so ziemlich ausbilanziert war, wurde kurzerhand eine ebenbürtige Strecke an der Schleuse in Schönewalde hergerichtet. Trotz widrigster Windverhältnisse, die auch zu Rutenbrüchen führten und Dauerregen am ersten Tag, ging keine Dame an beiden Tagen ohne Fang vom Wasser! Analog der Herren wurde durchgängig mit feinem Gerät und hoch konzentriert Minifischen nachgestellt, allerdings zeigte hier die Matchrute mehr Präsenz als am Kanal in Brieselang. Nach dem ersten Tag gab es keine Überraschung, die Damen des CdA Stralsund konnten sich mit zwei Sektorensiegen und einem zweiten Platz abends ruhig in ihr Bett legen, während es um Platz 2 und 3 ein heftiges Gerangel zwischen den "Küken" von Brandenburg II und den erfahrenen Anglerinnen aus Sachsen-Anhalt (Astrid Schulze, Gisela Wenzel, Christiane Schmidt) gab (beide PZ 9).

Etwas abgeschlagen kamen diesmal die sächsischen Damen (Gabi Eulitz, Toril Fleischmann, Tortis Fleischmann) ins Ziel. Im letzten Jahr noch am Saccrow-Paretzer Kanal mit auf dem Siegerpodest (Platz 3.), war der Schleusenkanal diesmal nicht nach sächsischem Geschmack. Trotz bester Unterstützung durch mitgereiste Ehemänner, Freunde und Väter blieb diesmal nur der undankbare 6.Platz übrig. Auch die Damen aus Brandenburg und Berlin zeigten Einsatz, konnten aber nur im Mittelfeld agieren und hatten letztendlich mit dem Ausgang am Sonntag nicht mehr viel zu tun.

Der Sonntag brachte freilich die Entscheidung, aber auch wie der Ausgang bei denn Herrenteams keine größere Überraschung. Zwar konnte das Team von Brandenburg II den Tagessieg mit einer PZ 4 ! nach Hause fahren, es reichte letztendlich aber nicht um die Stralsunder ernsthaft zu gefährden.

Als Fazit der Veranstaltung bleibt, dass endlich einige jungen Damen zur Spitze aufgeschlossen haben, sich aber die Routentiers wie Bärbel Mahrän nicht die Butter vom Brot nehmen lassen (beste Anglerin der Veranstaltung!). Bleibt zu hoffen, dass der Nationaltrainer Volker Schulze in Zukunft aus einem größeren Fundus schöpfen kann und alle angelnden Damen Partner haben, die für das ernsthafte Stippen Verständnis zeigen.

 
Team Sachsen-Anhalt

Team Brandenburg 


Team Mecklenburg-Vorpommern 

Ein Wunsch den sicher jeder Angler nachvollziehen kann.

Es muss natürlich erwähnt werden, das dies alles nur möglich ist, weil Firmen wie Mosella, Browning, Sensas, Tubertini und Colmic den Mut haben, Frauenteams zu unterstützen. Zu oft wird dieses Engagement der Firmen von Außenstehenden als selbstverständlich angesehen.

Wünschen wir unseren Frauen alles Gute für Portugal und einen Platz unter den besten 5 Nationen.

Wie immer werden wir hier auf Champions-Team für Euch "live" und aus erster Hand berichten.

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