Mit dem Team Niedersachsen an der Geeste

  • von Michael Borchers
  • 16. Mai 2006 um 17:09
  • 0

Am zweiten Wochenende im April traf sich das Team Niedersachsen, eine Auswahl der besten Friedfischangler Niedersachsen, um ihr 3. und 4. Sichtungsangeln durchzuführen. Nachdem in den letzten Jahren viele Durchgänge im Raum Berlin und in Sachsen Anhalt geangelt wurden, traf man sich dieses Jahr in Bremerhaven.
Das zu beangelnde Gewässer war die Geeste, ein typisch norddeutsches Tidengewässer, welches in der Nähe von Bremerhaven in die Weser mündet. Der Tidenhub wurde auf der zu beangelnden Strecke durch eine Schleuse geregelt, so dass während der Durchgänge keine nennenswerte Strömung herrschte. Die Geeste besitzt einen hervorragenden Bestand an Brassen, Güstern und Rotaugen und war daher Wunschgewässer vieler Teilnehmer.

  
 
 Die Geeste bei Bremerhaven

Training:

Die ersten Mitglieder des Team Niedersachsen trafen bereits am Mittwoch in Bremerhaven ein und zeitnah wurden erste Trainingsdurchgänge gefischt. Schnell stellte sich heraus, dass der erwartete und erhoffte Run der Fische ausblieb. Die Fische stellten sich nicht so massiv auf dem Futterplätzen ein, wie eigentlich vermutet. Die Witterungsbedingungen waren, während der Trainingsdurchgänge, alles andere als ideal. Starker zum teil böiger Wind peitschte über die Strecke, dazu gingen zum Teil heftige Regenschauer nieder und das Ganze bei Temperaturen unterhalb von 10°C.

Während der Trainingsdurchgänge wurden unterschiedliche Futtertaktiken sowie Angelmethoden ausprobiert und an der Kopfrute unterschiedlich Varianten der Führung praktiziert. Von der unverzögerten Drift mit der Oberflächenströmung mit leichten Posen zwischen 0,5 Gramm bis 1,50 Gramm bis hin zum blockierten Halten mit Posen ab der 2 Gramm Klasse bei verschiedenen Tiefeneinstellungen wurde alles probiert. Mit der Matchrute wurde das gegenüberliegende Ufer befischt.
Der böige Wind macht hier schwere Waggler von 6 Gramm -10 Gramm notwendig und das obwohl die Wassertiefe max. 1,50 Meter betrug. Vereinzelt sah man auch kurze Whips im Einsatz, mit denen die Kante vor den Füßen abgesucht wurde.
Auf die Strecke bezogen schien es keine gravierenden Ausreißer zu geben, es schien allgemein sehr schwer zu sein an einige Fische zu kommen. Auffällig war nur, dass an einigen Plätzen in der Mitte der Strecke besser gefangen worden war, während es auf den traditionell vorteilhaften Endplätzen eher schwierig war.

Die Situation vor den beiden Durchgängen:

Nach den beiden Durchgängen, die im Herbst letzten Jahres am Havelkanal in Brieselang gefischt wurden, stellte sich das vorläufige Ergebnis wie folgt dar:

Name

Gewicht 1

Platzier. 1

Gewicht 2

Platzier. 2

Gesamt

Jens Nietfeld

3160

4

4660

1

5

Sven Bäse

3600

2

2860

3

5

Carsten Röschl

3720

1

2170

6

7

Auffüller 1

2640

7

3780

2

9

Michael Schlichtmann

2740

6

2500

4

10

Wilfried Wittger

3500

3

1740

8

11

Oliver Knak

2340

8

1720

9

17

Kurt Björnsen

2820

5

1220

12

17

Michael Diehr

1960

15

2420

5

20

Frank Mahler

2200

10

1280

11

21

Jens Friedrich

1900

13

1380

10

23

Lukas Reichenbach

1080

16

2060

7

23

Gerd Beich

1960

12

1120

13

25

Bernd Reinecke

2240

9

560

16

25

Viktor Paschilke

1980

11

700

15

26

Michael Franz

1780

14

950

14

28

Der erste Durchgang:

Am Samstag trafen sich die Angler um 8.00 Uhr am Gewässer und nach der Begrüßung durch die Teamleitung um Frank Mahler und Henric Plaß wurde dem Team Wilfried Wittger als 3. Mitglied der Teamleitung vorgestellt. Nach der Absage von Bernd Reinecke fischte Susanne Hübner als Ersatzanglerin mit, um das Team zu komplettieren und den Losmodus zu erhalten. Der weitere Auffüllerplatz wurde wie auch schon in den ersten beiden Durchgängen von Henric Plaß besetzt, der somit alle vier Durchgänge außerhalb der Wertung mitfischte.

  

Bedingt durch die Schleusentätigkeit ab 13.30 Uhr wurde um 10.10 Uhr gefüttert, wobei man auf der Strecke sowohl die Fütterung aus der Hand, als auch das Füttern mit dem Pole Cup sah. Es wurden ausnahmslos dunkle, nährstoffarme Futtersorten mit unterschiedlichem Erdanteil eingesetzt die Anfangs keine zu große Anzahl an Lebendköder enthielten. Zusätzlich fütterte jeder Teilnehmer die Matchrutenspur am gegenüberliegenden Ufer mit Futter und Lebendködern an.

Um 10.15 Uhr ertönte das Startsignal zum ersten Durchgang, alle Teilnehmer setzten zu Beginn ausnahmslos auf die Kopfrute und bereits nach wenigen Augenblicken konnten die ersten Fische gelandet werden. Schnell wurde deutlich, dass in der Mitte der Strecke wieder mehr Fisch gefangen wurde als an den Enden. Jens Friedrich und Oliver Knak konnten während der ersten Stunde kontinuierlich Fische fangen, während Michael Schlichtmann auf der Platznummer 1 gar nicht und der Auffüller auf der Platznummer 16 nur zögerlich fingen. Trotzdem wurde insgesamt besser als im Training gefangen, wobei es bei einigen Teilnehmern auch nach einer Stunde noch darum ging, überhaupt einen Fisch zu fangen.

Unter anderem schien es hier Sven Bäse zu treffen, der nach den ersten beiden Durchgängen am Havelkanal noch souverän in der Spitzengruppe lag und den Durchgang mit nur einem Fisch beendete. Ähnlich erging es Carsten Röschl, der nach zwei starken Durchgängen in Berlin einen respektablen Vorsprung hatte und in der Mitte vermehrt auf die Matchrute setzte. Schnell kristallisierte sich aber an der Geeste heraus, dass es für ihn schwer werden würde diesen Vorsprung zu halten.

Nachdem die Standfische auf einigen Plätzen abgefischt worden waren, galt es sich weitere Fische mühevoll zu erarbeiten. Abwechselnd wurde die Matchrutenspur, die „kurze“ Bahn, sowie die Kopfrutenspur befischt, um die wenigen vorhandenen Fische zu fangen. Einzig einige Plätze in der Mitte (Knak und Friedrich) sowie die Platznummern 15 und 16 fingen noch kontinuierlich Fische, wobei Oliver Knak und Jens Friedrich Ihren Vorsprung halten, beziehungsweise sogar ausbauen konnten.

  

Erfolgreich geangelt wurde meist mit einer Kombination aus einem Pinkie und einer Mücke, wobei die Mückenlarve als Einzelköder oft verschmäht wurde. Auf Grund des böigen Windes und der sehr vorsichtig beißenden Fische, wurde das Angeln zu einem sehr schwierigen Unterfangen. Es galt Bisse zu erkennen, die sich nur durch einen leichten Stopp der Pose oder ein leichtes Anheben der Antenne zeigten. Im Laufe des ersten Durchganges wurden die Fänge auf der Matchrute und auf der kurzen Bahn immer weniger, so dass sich alle Angler auf das Fischen mit der Kopfrute konzentrierten. Einzig Michael Schlichtmann auf der Platznummer 1 konnte circa 10 Fische mit der Matchrute fangen und sich damit ins Mittelfeld retten.

Ergebnis 3 Durchgang:

Name

Platznummer

Gewicht/Gramm

Platzierung

Sven Bäse

7

80

16

Jens Friedrich

14

3920

1

Gerd Beich

5

540

13

Auffüller 1

16

2300

3

Wilfried Wittger

3

600

12

Michael Diehr

9

660

11

Michael Schlichtmann

1

1220

7

Jens Nietfeld

10

2240

4

Viktor Paschilke

6

140

15

Michael Franz

8

680

10

Frank Mahler

13

1120

8

Auffüller 2

15

1520

6

Oliver Knak

11

3020

2

Kurt Björnsen

2

440

14

Carsten Röschl

12

2040

9

Lukas Reichenbach

4

1740

5

Lediglich Jens Niedfeld konnte aus der Spitzengruppe ein ansprechendes Ergebnis erzielen, während Sven Bäse und Carsten Röschl an Boden verloren. Aus der unteren Hälfte konnte sich Jens Friedrich in eine gute Position bringen, ähnlich ging es Lukas Reichenbach, der den Anschluss an die Spitzenplätze herstellen konnte.


Der zweite Durchgang:

Der zweite Durchgang versprach spannend zu werden, da einige gut platzierte Angler in den vermeintlich schlechteren niedrigen Platznummern, und einige der schlecht platzierten Angler auf den vermeintlich guten, hohen Platznummern saßen. Die Plätze verteilten sich dabei wie folgt:

Name

Platznummer

Sven Bäse

13

Jens Friedrich

6

Gerd Beich

15

Auffüller 1

8

Wilfried Wittger

12

Michael Diehr

2

Michael Schlichtmann

11

Jens Nietfeld

4

Viktor Paschilke

14

Michael Franz

16

Frank Mahler

7

Auffüller 2

5

Oliver Knak

1

Kurt Björnsen

9

Carsten Röschl

3

Lukas Reichenbach

10

Da das Wetter unverändert schlecht geblieben war, gingen die Teilnehmer davon aus, dass es weiterhin zu keinen nennenswerten Fängen kommen würde. Daher wurde auf vielen Plätzen das Futter wieder sparsam mit dem Pole Cup eingebracht. Ähnlich dem ersten Tag wurden anfangs wieder die Standfische auf den Plätzen gefangen, jedoch schien die Anzahl der Fische etwas geringer zu sein. Wie am Vortag wurde auf den Mittelplätzen besser gefangen und Lukas Reichbach schien sich hier auf Platznummer 10 besonders hervorzuheben. Nach einem verkorksten 1 Durchgang in Berlin fischte er sich immer weiter in die Spitze vor.

Neben ihm legte auch „Brassenwilli“ Willi Wittger eine gute Serie hin, wobei beide möglicherweise von dem in die Außenkurve gespülten Futter profitiert haben dürften. Als gravierenden Unterschied zum Vortag stellte sich heraus, dass auf den hohen Platznummern bis auf Gerd Beich auf der 15 nur sehr wenig gefangen wurde. Die dort sitzenden Angler fischten fast komplett um den Verbleib im Team Niedersachsen und bedurften eigentlich eines guten Ergebnisses. Frank Mahler auf Platz 7, der ebenfalls noch in Abstiegsnöten steckte, saß auf dem Platz auf dem Sven Bäse am Vortag nur einen Fisch fing und sich die Höchstplatzziffer sicherte. Wie vermutet, wurde es für Frank Mahler sehr schwer.

  

Während der Auffüller 1 neben ihm kontinuierlich Fische fing, musste sich Frank Fisch für Fisch erangeln und konnte so seine Mitstreiter auf den Plätzen 14 bis 16 einigermaßen in Schach halten, sich jedoch nie von seinen ihnen absetzen. Auf den vorderen Plätzen stromab taten sich Carsten Röschl und Michael Diehr sehr schwer, es gab hier, wie auch am Vortag, kein Patentrezept und auch für die beiden galt es sich jeden Fisch mühsam zu erarbeiten. Auf der Platznummer 1 saß Oliver Knak, der eigentlich in jedem Jahr im Spitzenfeld des Team Niedersachsens platziert ist. Dank eines starken dritten Durchganges konnte er sich an das Spitzenfeld des Gesamtklassements heranfischen. Während Michael Schlichtmann am vorherigen Tag auf diesem Platz so gut wie keine Fische auf der Kopfrute fangen konnte, fing Oliver sofort Fische auf der 11m Bahn.

Nach circa einer Stunde ließen die Bisse bei ihm stark nach. Einige Versuche die Montage und den Köder zu ändern brachten keinen Erfolg und er beschloss die Matchrutenspur noch einmal zu befüttern, um dann dort zu fischen. Gleichzeitig fütterte er aus der Hand noch einmal zwei kleine Futterballen auf der Kopfrutenspur nach. Diese Futterbälle schienen fester gepresst zu sein, als die üblichen Bälle, so dass die Vermutung nahe lag, dass Oliver hier einen hohen Anteil an Castern, Mücken und geschnittenen Würmern eingebracht hat. Kurz nachdem er dieses Futter eingebracht und außerdem die Tiefe nachgelotet hat, fing er in den übrigen 2 Stunden Fisch auf Fisch. Während der Stopper unterhalb und Michael Diehr auf der Platznummer 2 weiterhin Probleme hatten Fische zu fangen, schien es bei Oliver wieder zu laufen.
Schnell stellten sich Zuschauer und Betreuer hinter ihm ein, sein Geheimnis konnten aber auch sie nicht lüften. Auf der Strecke konnte einzig ein sehr stark fischender Lukas Reichenbach aus der Mitte heraus mit Oliver Schritt halten und es zeichnete sich hier ein Kopf an Kopf Rennen ab, in dem Oliver aber die Oberhand zu behalten schien. Auf der Platznummer 16 gab es gleich eine Überraschung: Michael Franz konnte hier nur einen Fisch erbeuten. Damit war klar, dass Michael vorerst keine weitere Einladung zu den Sichtungsfischen des Teams Niedersachsen erhalten würde. Auf der Platznummer 15 kam Viktor Paschilke ebenfalls zu keinem befriedigenden Ergebnis. Bei seinem Fanggewicht schien klar zu sein, dass auch Viktor das Team nach nur einem Jahr wieder verlassen würde. Zusammen mit dem nur noch als Auffüller angelnden Henric Plaß und dem nicht angetretenen Bernd Reinecke, wurde auch Gerd Beich für seinen starken letzten Durchgang nicht belohnt und auch er wird das Team Niedersachsen verlassen.

 

Das Ergebnis des 4. Durchgangs:

Name

Platznummer

Gewicht/Gr

Platzierung

Sven Bäse

13

1320

10

Jens Friedrich

6

820

13

Gerd Beich

15

2480

5

Auffüller 1

8

2840

3

Wilfried Wittger

12

2520

4

Michael Diehr

2

1200

11

Michael Schlichtmann

11

2360

6

Jens Nietfeld

4

2320

7

Viktor Paschilke

14

600

15

Michael Franz

16

40

16

Frank Mahler

7

1160

12

Auffüller 2

5

1340

9

Oliver Knaak

1

5500

2

Kurt Björnsen

9

1540

8

Carsten Röschl

3

620

14

Lukas Reichenbach

10

5560

1

Mit diesen Ergebnissen wurde das Endklassement berechnet.

Folgende Resultate ergaben sich den 4 Durchgängen des Team Niedersachsen:

Name

Gewicht 1

PZ 1

Gewicht 2

PZ 2

Gewicht 3

PZ 3

Gewicht 4

PZ 4

Ges.PZ

Ges.Gewicht

Jens Nietfeld

3160

4

4660

1

2240

4

2320

7

16

12380

Oliver Knaak

2340

8

1720

9

3020

2

5500

2

21

12580

Michael Schlichtmann

2740

6

2500

4

1220

7

2360

6

23

8820

Wilfried Wittger

3500

3

1740

8

600

12

2520

4

27

8360

Lukas Reichenbach

1080

16

2060

7

1740

5

5560

1

29

10440

Carsten Röschl

3720

1

2170

6

2040

9

620

14

30

8550

Sven Bäse

3600

2

2860

3

80

16

1320

10

31

7860

Jens Friedrich

1900

13

1380

10

3920

1

820

13

37

8020

Kurt Björnsen

2820

5

1220

12

440

14

1540

8

39

6020

Frank Mahler

2200

10

1280

11

1120

8

1160

12

41

5760

Michael Diehr

1960

15

2420

5

660

11

1200

11

42

6240

Gerd Beich

1960

12

1120

13

540

13

2480

5

43

6100

Michael Franz

1780

14

950

14

680

10

40

16

54

3450

Viktor Paschilke

1980

11

700

15

140

15

600

15

56

3420

Auffüller 1

2640

7

3780

2

2300

3

2840

3

15

11560

Auffüller 2

2240

9

560

16

1520

6

1340

9

40

5660

 

 

Das Team Niedersachsen gratuliert Jens Nietfeld zu einer starken Saison und zum verdienten Erfolg in der Einzelwertung des TeamsNiedersachsen. Platz 2 belegte nach einer eindrucksvollen Aufholjagd Oliver Knak vor dem ebenfalls überraschenden Michael Schlichtmann. Außerdem wird Niedersachsen beim Anglertreff für Einzelangler durch Wilfried Wittger und Lukas Reichbach vertreten. Durch den Verzicht von Michael Schlichtmann, rückt Carsten Röschl auf den 5 Teilnehmerplatz vor.

Bericht über die ersten beiden Durchgänge am Havelkanal 2005

Michael Borchers

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren